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Rocky (Mountain) Trails - Mit dem Jeep und per Pedes durch Colorado

Dienstag 15. September

Endlich ist es soweit, der Wecker klingelt uns um 5.00 h aus den Federn, weil wir 45 Minuten später bereits abgeholt und zum Flughafen nach München gebracht werden. Colorado, wir kommen, doch bis dahin, dauert es noch eine ganze Weile.

Kurz vor 7.00 h sind wir am Flughafen und geben ganz gemütlich unser Gepäck auf. As usual gibt es noch ein Frühstück, bevor wir uns zum Gate begeben und gegen 10.00 h heben wir mit etwas Verspätung ab.

Die 10 h 20 Min ziehen sich; wir haben kein Inseat-Entertainment und die dargebotenen Filme sind von Andy’s Fensterplatz ohne Verrenkung nicht zu sehen, zum anderen wecken sie nicht wirklich unser Interesse – Kung-Fu-Panda?? Dann schon lieber Kung Pao Chicken bei Panda-Express. Wir versuchen, zwischen etlichen Runden gereichtem Wasser und den Essenszeiten ein wenig Augenpflege zu betreiben, was nur so recht und schlecht gelingt. Pünktlich um 12.15 h landen wir in Denver, gehen durch die Immigration, bekommen auch bald unser Gepäck und begeben uns zu Alamo.

Einchecken über Automat geht nicht, also doch anstehen und obwohl nicht allzuviel los ist, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis wir an der Reihe sind. Dann geht es doch fix und wir sollen uns draußen melden, damit wir auch ja einen IFAR bekommen. Pustekuchen, wir gehen einfach durch den 2. Ausgang und straight zur Choiceline, die allerdings mehr als mager bestückt ist. Wir nehmen den einzigen Trailblazer, verlassen Alamo und kehren wenige Meilen später wieder zurück; die Schaltung hat ne Macke und der Motor dreht schon auf der Ebene auf, als würden wir zum Pikes Peak hinauf fahren.

Beim Car Return dürfen wir durchfahren mit dem Hinweis, das Auto dort zurückzugeben, woher wir es haben. Andy fährt gar nicht erst zum Counter, sondern sucht sich gleich ein Ersatzauto aus der höherwertigen Choiceline aus, da in unserer Klasse nun gar kein Auto mehr steht. Neben etlichen Dodge Durangos fällt Andys Wahl auf einen Jeep Commander und er gibt am Counter Bescheid über den Tausch. Das sei schon o.k. – für uns auch.

Nun geht’s ohne Zwischenfälle Richtung Denver – den Einkauf bei Walmart nehmen wir gleich in Angriff. Anschließend geht es zu Bass Pro, wo wir uns einen Wasserfilter besorgen und Andy trotz einsetzender Ermüdungserscheinungen noch Wanderschuhe findet. Zwei Anläufe zu ACE-Stores, wo wir Campingaz-Kartuschen suchen aber nicht finden, lassen uns allmählich auf dem Zahnfleisch daher kommen; nach unserer Zeit ist es bereits nach Mitternacht und bei sonnigen 28 °C sind wir kurz davor, im Stehen einzuschlafen. Höchste Zeit, ins Motel zu kommen, das wir ohne Probleme finden. Noch ein kleiner Imbiss bei Wendy’s und um 21.00 h ist nach fast 24 Stunden Schicht im Schacht.

 

Übernachtung: La Quinta, Denver-Westminster 56,08 $
Gefahrene Strecke: 199,6 km

Mittwoch 16. September

Eine Krone, ein Dentist und ein Cowboy

Um 4.00 h rumort Andy bereits im Zimmer. Eine Stunde später quält sich auch Elke aus dem Bett und eine ausgiebige Dusche weckt die Lebensgeister, vor allem dann, wenn man im Halbdämmer die Funktion der Duscharmatur nicht sofort erfasst.

Anschließend werden die Koffer umgeräumt. Beim Zähneputzen fällt Elke eine Zahnkrone heraus; na prima. Andy sucht im Internet sofort nach einem Dentist in der Nähe (für was Google alles gut ist) und nach dem Frühstück suche wir einen auf. Der Zahnarzt ist heute in Urlaub, obwohl seine Sprechstundenhilfen arbeiten. Als Elke ihr Anliegen schildert bekommen wir den Tipp, wir könnten uns auch bei Walmart in der Pharmacy behelfen, was uns doch sehr wundert. Zwei Stunden später werden wir uns daran dankbar erinnern. Wir versuchen es einen Block weiter, warten fast eine Stunde und Elke muss einen Bogen ausfüllen. U.a. wird gefragt, ob sie ihre Zähne behalten möchte oder nicht …?? Nochmal eine gefühlte Ewigkeit später wird sie endlich ins Behandlungszimmer gebeten; Andy wartet derweil im Auto. Die Helferin legt einen Röntgenschurz um und meint ganz fröhlich, wir machen jetzt ein Bild. Dass sie nicht auch noch sagt „jetzt kommt gleich das Vögelchen“ fehlt in ihrem Ansagetext. Elke mag aber kein Röntgenbild, sondern nur die Krone wieder festgeklebt haben, woraufhin die Hilfe den Doktor zu Hilfe holt. Er müsse ein Bild machen und erst mal gründlich untersuchen, dafür sei er „liable“, anders würde er nicht behandeln. Elke mag aber kein Bild, der Doc ist ein wenig angesäuert; Widerspurch scheint nicht sein Ding zu sein. Die Entscheidung fällt gegen den Zahnarzt; Elke muss hier gar nichts und schon gar nicht, wegen so einer Lappalie.

Dank des Tipps der ersten Anlaufstelle geht es statt zu einem weiteren Zahnarzt in den nächsten Walmart und dort werden wir auch fündig. Mit einem Temporary Bond kann man „Do it yourself“ die Krone wieder befestigen. Heute Abend wird Elke zum eigenen Zahnarzt – ist ja nicht das erste Mal, dass sie mit etwas Zahnarztbesteck verreist.
Da wir schon mal im Walmart sind und wir die gesuchten Campinggaz-Kartuschen noch nicht gefunden haben, entscheiden wir uns, den kleinen Gaskocher von Coleman und die dazugehörige Kartusche für die anstehenden Hikes zu kaufen. In unserer Sammlung wäre das nun Kocher Nummer 3.

Joe und ElkeCowboy Joe ein zuvor in Wheeler G.A.Weiter geht es nach Downtown, wir wollen zu Joe, einem Cowboy dem wir letztes Jahr bei Wheeler begegnet sind und versprochen haben, ihm ein Foto zu schicken. Mit dem Schicken ist es nichts geworden, jetzt geben wir das Foto eben persönlich ab. Die Mariposa Street ist bald gefunden, die Hausnummer fehlt, aber wir klopfen mal an die Fensterscheibe, die wir als richtig einstufen (Google Streetview sei Dank). Zu fest klopfen sollte man hier allerdings nicht, sonst fällt nicht nur die Scheibe, sondern gleich das ganze Fenster raus. Wir sind erstaunt, dass sich gleich was rührt; wir haben Joe wohl soeben geweckt. Er ist noch schlaftrunken, doch als er das Foto sieht und wir Wheeler erwähnen, bittet er um eine Sekunde Geduld – er müsse sich schnell was anziehen. Kurz darauf werden wir eingelassen, Joe ist trotz Schlafdefizit ganz aus dem Häuschen. Eigentlich wollten wir nur auf einen Sprung bleiben, es werden zwei Stunden, die wie im Flug vergehen und die hauptsächlich Joe spricht. In dieser Zeit kramt er zig Fotos hervor und verteilt sie auf dem Bett und erzählt uns fast seine gesamte Lebensgeschichte. Er würde uns gerne zum Essen einladen, oder zum Frühstück, oder auf seine Farm zum horseback riding, doch wir haben ja schon Pläne für die nächste Zeit. Aber er gibt uns noch einen guten Tip mit, für die Strecke Colorado Springs – Creeple Creek und seinen Colorado Atlas mit dazu. Nach zwei Stunden schwirrt uns die Birne – es war sehr kurzweilig, doch seine Gedankensprünge sind auch nicht ohne.

Mittlerweile ist es kurz nach 12.00 h, nächste Station ist der AAA, um noch ein paar Straßenkarten zu ergattern, wir machen ganz flott im Auto ein paar Sandwiches und essen diese auf dem Parkplatz. Ein Wolf-Camera-Laden wird noch geentert und Andy findet einen Foto-Rucksack. Weiter geht es nach Castle-Rock, wo Elke noch Ersatz für die zu Hause vergessene Trekkinghose sucht und wir bei Coleman die Campinggaz-Kartuschen entdecken. Somit gehen zwei in unseren Besitz über und der Walmart-Gaskocher samt Kartusche wird bei nächster Gelegenheit wieder zurückzugeben. Es geht weiter nach Colorado Springs. Den Sonnenuntergang im Garden of the Gods haben wir wegen eines dringenden Wunsches von Andy leider nicht mehr geschafft. Es ist kaum zu glauben, aber es handelte sich um Schuhe! Essen gibt es bei Carls jr. und dann ist auch schon Termin bei Dr. Elke, ohne Wartezeit und bohren sitzt die Krone wieder und um 22.00 h ist für heute Schluss.

Übernachtung: Best Western, Colorado Springs nähe Flughafen 78,76 $
Gefahrene Strecke: 200 km

Donnerstag 17. September

Auf der Railroad Grade nach Cripple Creek

Andy ist wieder sehr zeitig munter, verhält sich aber bis kurz nach 6.00 h ruhig, bis Elke dann auch aus den Federn kriecht. Wir gehen noch vor 7.00 h zum Frühstück und holen uns bei Safeway was zu grillen für heute Abend. Ein Sterntaler-Kaffee muss auch noch mit und es ist bereits 8.30 h, als wir endlich on the road sind.

Garden of the godsJetzt kann der Urlaub endlich beginnen. Den Tipp von Joe, die Old Stage (Coach) Road hinter dem Broadmore-Hotel Richtung Cripple Creek zu fahren, wollen wir in die Tat umsetzen. Nicht nur das Hotel heißt Broadmore, es handelt sich um einen Stadtteil von Colorado Springs und wir finden gut hin. Auch die Old Stage Road wird gefunden, die sich innerhalb kurzer Zeit die Berge hoch schraubt (Gravelroad in sehr gutem Zustand).

Gold Camp RoadDas erste Stück ist nicht so spektakulär, eigentlich wird es erst interessant, als wir auf der ehemaligen Railroad Grade sind. Die Sprengungen, die für die Verlegung der Schienen erforderlich waren, kann man noch deutlich sehen. Ab und an wird die Strecke ziemlich schmal und wir können uns gut vorstellen, dass hier mal eine Lock ein paar Wagen mit Mühe nach oben gezogen hat.

Gold Camp RoadCripple Creek21 Meilen geht es mit vielfältig abwechselnden Ausblicken bis zur 67, die dann wieder geteert ist und nach Cripple Creek führt. Die ehemalige Goldgräberstadt besteht aus gut erhaltenen alten Gebäude, in denen sich ein Casino an das andere reiht. Nach kurzem Aufenthalt ziehen wir weiter nach Victor und auf der Phantom Canyon Road wieder hinab zur 50. Auch diese Gravelroad ist einfach zu fahren und bietet schöne Ausblicke.

Gegen 12.00 h machen wir an einer Rest Area Picknick und beratschlagen, wie es heute noch weiter gehen soll. Bis zum Great Sanddunes NP zu fahren, wird ein wenig knapp, wenn wir abends noch in die Dünen wollen. Also muss ein Plan B her, und der führt uns auf der 50 bis nach Canon City und schließlich auf der 69 nach Westcliffe.

Sangre de Christo Mountains Dort wollen wir auf einen Campground im National Forest, doch als wir in Westcliffe ankommen türmen sich in den Sangre de Christo Mountains Wolken, die nichts Gutes verheißen. Nun ist guter Rat teuer, wir beschließen nach einer kurzen Fuß-Vertret-Pause in Westcliffe nach Walsenburg weiterzufahren, dort gibt es an der 160 den Lathrop State Park, wo man auch zelten kann. Die 69 Meilen dorthin ziehen sich wie Kaugummi; im Rückspiegel wird der Himmel immer noch dunkler. Gegen 17.00 h treffen wir im Statepark bei Walsenburg ein, berappen 20 $ für eine Nacht und suchen uns einen schönen Platz. Den finden wir nicht wie von der Rangerin geheißen nahe der 160, sondern im hinteren Bereich des Sees; die Plätze haben E-Anschluss und sind eigentlich für Motorhomes und ein paar Dollar teurer. Da noch viele Stellplätze frei sind, bleiben wir hier und zahlen notfalls den Aufpreis. Zelt aufbauen, Grillkohlen anzünden und eine halbe Stunde später bruzzeln bereits unsere Steaks. CampfireWir haben noch Zeit, „trocken“ zu essen, ehe es dann auch hier ein paar Tropfen regnet. Ist aber alles halb so wild; die Temperatur ist immer noch angenehm. Wir verfeuern noch einen Teil unseres Firewood, und kriechen gegen 21.00 h in die Schlafsäcke.

Übernachtung: Lathrop State Park nähe Walsenburg, 20,00 $ 
Gefahrene Strecke: 214 km

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Freitag 19. September

Der Erste Pass und Feuer unter den Sohlen

Die Nacht war angenehm; nur in den Morgenstunden wurde es merklich kühler, doch die Schlafsäcke haben warm gehalten. Gegen 6.45 h krabbeln wir aus dem Zelt; die Sonne geht gerade auf. Foto ist leider keines möglich, es hat hier zu viele Bäume. Mit Frühstücken und Zusammenpacken ist es im Handumdrehen 8.00 h. Es ist noch ein wenig frisch, die Sonne wärmt aber immer mehr. Medano Pass vorausBei fast wolkenlosem Himmel fahren wir wieder über Walsenburg zurück bis hinter Gardner, wo der Abzweig der 559 über den Medano Pass zum Great Sand Dunes NP führt; wir stellen den Meilenzähler auf 0 und Elke lotst Andy nun lt. Offroad Tourbook über unseren ersten Backroad Pass.

Medano PassCa. 21 Meilen sind es bis zum NP, bewertet ist die Strecke mit einer 4; wir sind gespannt, was auf uns zukommt. Die ersten Meilen bis zum Erreichen des San Isabel National Forest sind unproblematisch, dann wird es richtig steil und die Strecke stellenweise sehr schmal. Aber auch das kein Problem; wir haben keinen Gegenverkehr. Bei fast 3.000 Höhenmeter haben wir auch schon den Medano Pass erreicht. So steil wie es bergauf ging, müssen wir nun auch wieder runter.

Medano PassEntlang der Strecke gibt es zahlreiche sehr schön gelegene Campgrounds für die kein Permit erforderlich ist - gut zu wissen. Die Strecke ist sehr idyllisch und wir haben optimale Bedingungen. An einer Engstelle kommt uns dann doch noch ein Jeep entgegen, wir setzen zurück und lassen diesen passieren. Der Fahrer ist sichtlich in Eile und fragt, ob wir einen Stift haben. Elke schaut wohl etwas entgeistert ob dieser Bitte und er erzählt, dass er gerade von der Jagd kommt und ein Bighorn Sheep geschossen hat, was er dokumentieren muss. Das Schaf liegt ausgeweidet im Auto und als Elke einen Blick darauf werden darf, steigt ihr der Geruch von warmem Tier, Fleisch und Blut in die Nase. So schnell wie der Hunter aufgetaucht ist, macht er sich auch wieder vom Acker, nicht ohne uns noch eine gute Fahrt zu wünschen.

Great Sand DunesUm kurz vor 12.00 h erreichen wir den Great Sand Dunes NP und fahren auch gleich zum Campground. Dort ist jede Menge los, ein Plätzchen ist aber im Nu gefunden. Wir bauen unser Zelt auf, machen Picknick in der Sonne – der Wind ist allerdings sehr kühl. Andy kontrolliert noch die Luft in den Reifen; einer hat etwas zu wenig Luft und muss aufgepumpt werden.

GipfelstürmerDann ziehen wir los in die Dünen. Gleich beim Exit vom Campground parken wir das Auto und laufen auf einem Trampelpfad zu den Dünen. Als der Sand beginnt, ziehen wir die Schuhe aus und Andy lässt seine bei einem Schild stehen. Keine gute Idee, wie sich kurze Zeit später herausstellt. Der Sand ist im unteren Abschnitt so heiß, dass man kaum darauf laufen kann. Andy geht trotzdem barfuß weiter. Kurze Zeit später ziehen Wolken auf und beginnt es zu regnen, ist zwar unangenehm, aber dadurch kühlt auch die Sandoberfläche ab. Nach ein paar Minuten wird die Dusche abgestellt, der Wind bläst uns trocken und die Sonne kommt wieder durch. Mit einigen sehr steilen Abschnitten erreichen wir den ersten höheren Kamm, von dem man schon eine tolle Aussicht hat. Es drängt uns noch weiter hinauf und je höher wir steigen, desto besser wird die Sicht auf das beeindruckende Dünenmeer. Great Sand DunesIn den angrenzenden Sangre de Christo’s türmen sich wieder die Gewitterwolken und es donnert von dort ganz gewaltig, während wir auf der Düne im Sonnenschein sitzen. Heiße SohlenAndy will zwar noch bleiben, aberder Gedanke, dass sich der Sand im unteren Abschnitt erneut aufheizt undwir doch noch was vom Gewitter abbekommen lässt uns umdrehen. Bis zur Hälfte können wir ohne Probleme absteigen, dann wird der Sand wieder so unangenehm heiß, dass Andy nur im Laufschritt vorwärts kommt und sich immer wieder setzen muss. Mittlerweile haben sich an seinen beiden großen Zehen Brandblasen gebildet unddie Fußsohlen haben eindeutig zu viel Hitze abbekommen. Das letzte Drittel legt Elke im Laufschritt zurück und holt Andys Schuhe.

Auf dem Rückweg zum Auto beginnt es richtig zu gießen und der Regen ist mit kleinen Hagelkörnern durchsetzt. So einen irren Wetterwechsel innerhalb von Minuten haben wir noch nie erlebt. Völlig durchnässt, durchgefroren und verdreckt erreichen wir endlich unser Auto. CampgroundWir fahren zum Visitorcenter, wo wir uns im Restroom erstmal säubern um überhaupt eingelassen zu werden. Als der Regen nachlässt, die Sonne wieder rauskommt geht es zurück zum Campground. Wir entfachen die Holzkohle und wärmen uns am Feuer. In der nächsten Stunde nimmt der Wind wieder zu und es kühlt ab bis auf 13 Grad und das Essen im Freien bereitet nicht wirklich viel Spaß. Die Sonne ist am Untergehen und wir versuchen, noch das ein oder andere Foto davon zu machen und fahren dafür noch ein Stück Richtung Parkeingang. Wieder zurück beim Zelt macht Andy nochmal Feuer, während Elke im Auto bei angenehmer Musik von Sirius 12 - The Bridge, die letzten zwei Tage Bericht tippt. Hoffentlich wird es heute Nacht nicht so kalt.

Great Sand Dunes

Übernachtung: Great Sand Dunes NP Campground 14 $
Gefahrene Strecke: 119 km

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Samstag 20. September

Nur ein Fahrtag.

Great Sand DunesWährend Andy sich in seinem Schlafsack bestens erholt hat, hat Elke sehr schlecht geschlafen und in den frühen Morgenstunden wurde es knackig kalt. Hatten wir im Zelt noch um die 10 °C, erwarten uns im Freien gerade mal 4 °C. Nach 7.00 h stehen wir auf und funktionieren den bärensicheren Metallschrank, der fürs Aufbewahren der Lebensmittel bereit steht, in eine Küche um. In kurzer Zeit haben wir durch den Windschutz heißen Kaffee. Die Sonne braucht noch einige Zeit, bis sie über die Berge kommt und uns beim Zelttrocknen hilft. In der Nacht hat es nochmal geregnet, somit ist unser Überzelt auch außen feucht. Die Unterlegplane ist zudem noch voller Sand und Erde, weshalb wir mit dem Aufräumen länger als normal brauchen und erst nach 9.00 h aufbrechen.

Krasses PferdEs geht erst mal nach Alamosa, von wo wir das Motel für die nächsten Tage vorbuchen wollen. Aber als wir zur Kreuzung mit der 150 kommen, sehen wir ungewöhnlichen Rauch in der Ferne aufsteigen und erkennen eine Dampflok. Also fahren wir schnell ein Stück in entgegen gesetzter Richtung um uns einen guten Foto Standort zu suchen. An einem Bahnübergang können wir dann in Ruhe auf das herannahende Dampfroß warten.

Saguache FestivalÜber Saguache, wo die Rio Grande Foresters heute ein Jubiläum feiern und auf dem Dorfplatz buntes Treiben herrscht und wir auch kurz anhalten, geht es nach Gunnison. Unsere Planung hat heute leider ein Manko; wir haben nicht bedacht, dass es von Gunnison noch fast 70 Meilen bis zum North Rim des Black Cannyon of the Gunnison sind und für die Fahrt samt einer halbwegs vernünftigen Besichtigung reicht uns die Zeit nicht mehr. North PassSomit beschließen wir, doch schon am frühen Nachmittag in Gunnison im Motel einzuchecken und dafür morgen früh zeitig aufzubrechen. Wir haben die ursprüngliche Planung wegen des Wetters umgeworfen, denn eigentlich wollten wir erst in der 2. Woche in den "Süden" fahren.

Mit Brot-Besorgen, Fotos laden, ausgiebiger Körperpflege nach zwei Nächten im Zelt und der Planung für die nächsten Tage vergeht die Zeit recht schnell. Bei Mario gehen wir eine Pizza essen und dann ist für heute auch schon bald Schluss.

Übernachtung: Super 8 Motel, Gunnison 64,66 $
Gefahrene Strecke: 365 km

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Sonntag 21. September

Auf dem Alpine Loop in die Alpine Tundra

Wir stehen um 6.30 h auf und sind mit Frühstück und allem drum und dran um 7.30 h auf dem Weg nach Lake City. Der Himmel ist voller Wolken und es regnet ab und an; doch die sonnigen Abschnitte lassen nicht lange auf sich warten. Ca. 1 Stunde später erreichen wir Lake City und fahren dort auf den Alpine Loop mit Ziel Engineer Pass.

Capitol CityDie Gravelroad ist staubtrocken und lässt sich bis Capitol City gut fahren. Hier stehen lediglich noch zwei Gebäude, was einst mal eine Hauptstadt werden sollte. Wir haben immer noch einen Sonne-Wolken-Mix, als wir die Whitmore-Falls erreichen. Beim Hinunterlaufen fängt es an zu nieseln, der Wind frischt auf und es wird unangenehm kalt, also schnell ein paar Fotos gemacht und nichts wie zurück zum Auto. Die Stufen zum Auto hinauf fordern ihren Tribut; auf 3.400 m Höhe merkt man jeden Schritt und die Lunge brennt.

Engineer PassDie Landschaft ist traumhaft schön, um jede Biegung gibt es neue Ausblicke. Am Pass auf 3.930 m Höhe weht ein heftiger Wind und es graupelt leicht. Wir machen ein paar Fotos und warten ab, ob es noch aufreißt und wir haben Glück. Kurze Zeit später, ist die schneebedeckte Gipfelkette, die soeben noch kaum sichtbar war, frei und es gibt sogar noch einen Regenbogen.

Jetzt geht es wieder hinunter und wir fahren nach Animas Forks, wo wir gegen 12.30 h eine kurze Mittagspause einlegen. Hier ist heute richtig was geboten; etliche Sonntagsausflügler sind unterwegs. Gut gestärkt geht es wieder aufwäerts zum California Pass. Der Pass hat es in sich, es geht sehr steil nach oben; manche Kehren sind sehr eng, dafür ist der Blick wieder unbeschreiblich. Der Pass liegt 3.980 m hoch, wir befinden uns über der Baumgrenze und die Luft ist wirklich recht dünn.

So steil wie es hinauf geht, geht es dann auch wieder hinunter zum Lake Como. Hier könnte man über die Poughkeepsie Gulch nach Ouray fahren, wir fahren jedoch wieder hinauf und nehmen unseren den Hurricane Pass, unser 3. Pass für heute, unter die Räder.

Überreste des Minenbooms gibt es überall hier oben zu sehen. Die Abraumhalden, auf denen kein Gras mehr wächst, weil sie Quecksilber und Arsen enthalten fallen einem ständig ins Auge. Bis jetzt ließ sich die Strecke gut fahren; einige felsige Abschnitte erfordern Aufmerksamkeit, erst der letzte Abschnitt, durch die Corkscrew Gulch hinunter ins Tal wird ziemlich heftig. Der Weg führt durch eine große Abraumhalde und schließlich durch den Wald. Hier gibt es jede Menge Schlaglöcher und felsige Abschnitte. Gegen 15.30 h sind wir wieder auf Teer und befinden uns vor Ouray.

Eine Stunde später treffen wir bei 27 °C in Montrose ein, checken im Best Western ein und machen uns nochmal auf, noch ein wenig Kontrastprogramm – Bummeln. Unsere Entdeckung vom letzten Jahr, Ghengis Grill, gibt es leider nicht mehr – dort befindet sich nun ein Pizzaladen und wir entscheiden uns dann für City Ribs zum Abendessen; ist ganz o.k. Noch zum Tanken und wir verpassen um einige Minuten den spektakulären Sonnenuntergang – schade. Mit einem guten Standpunkt hätte das sicher ein paar gute Fotos gegeben. Vielleicht klappt es ja morgen.

Gefahrene Strecke:238 km
Übernachtung im Best Western, Montrose 84,01 $

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Montag 22. September

Hoch, höher - Imogene Pass

Der Wecker klingelt unbarmherzig um 6.30 h, Andy gibt noch ein paar Minuten Gnadenfrist, ehe wir raus müssen. Heute ist nicht sein Tag; er hat nur wenig geschlafen und steht mit heftigen Kopfschmerzen auf. Wir gehen erst mal was frühstücken und ich übernehme die erste Strecke bis nach Ouray und zum Abzweig Yankee Boy Basin.

Yankee Boy BasinDie Kopfschmerztablette wirkt und als die Strecke rauher wird, übergebe ich das Steuer und werde zum Co-Pilot. Wir fahren die 2,7 Meilen ins Yankee Boy Basin hinter; eine üble Strecke, die viele Unebenheiten und jede Menge großes Geröll aufweist. Der kurze Abstecher kostet uns einiges an Zeit, doch der Blick auf die alte Miene und hinter ins Tal hat was. Eigentlich hätten wir am Ende des Trails austeigen sollen um zu Fuß bis zu den Blue Pools zu laufen, aber dazu haben wir heute leider keine Zeit.

Imogene PassWieder back on track steht nun der Imogene Pass an. Gleich zu Beginn geht es hier äußerst heftig auf Felsplatten und Steinstufen durch den Wald. Hoffentlich wird das noch besser. Wir sind etwas unschlüssig, ob wir uns das heute antun wollen, hoffen jedoch auf Besserung und fahren weiter. Solange wir uns im Wald befinden, bleibt die Strecke anspruchsvoll und schlecht. Wir kommen nur sehr langsam vorwärts. Die Strecke ist teilweise sehr steil und führt über blanken Fels – schon erstaunlich, wieviel Power das Auto hat, um uns hier hinaufzubringen.

Imogene 
PassDa die Serpentinen sehr steil nach oben führen, gewinnen wir auch schnell an Höhe und wir haben den Summit schon im Blickfeld. Ein gut beleibtes Murmeltier kreuzt unseren Weg, für ein Foto ist es allerdings doch zu flink. An einem Haltepunkt mit sagenhaftem Blick über das Tal treffen wir auf zwei Männer, die uns versichern, das der Summit noch 2 Meilen Wegstrecke erfordert, die noch steiler und felsiger sind, als das was bereits hinter uns liegt. Was erwartet uns denn noch? Schnee gibt es auf den letzten Metern dann auch noch, das sei aber gut zu fahren.

Imogene 
PassSteil wird es wie versprochen, sogar so sehr, dass wir die Traktion verlieren und das Auto seitlich abgleitet. Andy muss im steilen Gelände, ein Weg ist hier nicht auszumachen, Rückwärts fahren um mit Anlauf einen anderen Weg zu versuchen. Hier ist es einfach zu steil, mit anderen Reifen wäre es wahrscheinlich leichter gegangen. Wir schaffen es gottlob und Andy braucht erst mal ne Pause, um wieder herunterzukühlen. Auch mir ist ganz anders bei dieser Aktion geworden.

Die letzten Meter zum Summit haben es wirklich in sich; da ist das Stück mit Schnee absolut kein Problem. Wir befinden uns sage und schreibe auf knapp über 4.000 m Höhe – ein Wahnsinn. Imogene 
PassDer Wind weht heftig und es graupelt, so dass wir uns nicht allzu lange hier aufhalten. Wir fahren Richtung Telluride ab; hier geht es über Geröllfelder hinunter, steil und ebenso steinig. Bei der Townsite und Miene von Tomboy halten wir an und sehen uns ein wenig um. Kaum vorstellbar, dass in dieser Höhe bereits um 1848 diese Miene entstand, die schließlich 1897 für 2 Mio $ verkauft wurde. Die Überreste der Miene sind immens; dagegen ist Animas Forks gar nichts. Gegen 12.30 h machen wir im Auto Mittag; für ein Essen im Freien ist es zu ungemütlich.

TellurideDie Fahrt nach Telluride hinunter erfordert genauso viel Aufmerksamkeit; der Weg ist durchgehend nur steinig und langsam zu bewältigen. Gegen 14.30 h sind wir in Telluride, legen einen kleinen Stopp ein und vertreten uns die Beine. An einem Outdoor-Laden kommen wir nicht vorbei und finden im Sale noch etwas für unsere Campingausrüstung. Es geht noch auf einen Abstecher hinter ins Tal; über uns liegen die Switchbacks des Black Bear Passes, der ein Rating von 6 hat. Die heutige 4 fanden wir wesentlich anspruchsvoller als die gestrigen Pässe, die gleichlautend bewertet sind.

Aspen ForestÜber die Last-Dollar-Road fahren wir zurück nach Montrose. Leider haben wir 3 Autos vor uns, die immer wieder mitten auf der Strecke anhalten oder völlig unsinnig bremsen; überholen können wir nicht und sie lassen uns auch nicht vorbei. An der Filmkulisse von „The True Grit“ halten sie endlich an und wir können vorbei. Mittlerweile ist es 16.30 h und wir wollen zurück; wir haben noch eine Rechnung mit dem Sonnenuntergang offen, den wir gestern verpasst haben. Noch ein paar Dinge für die nächsten Tage im Walmart besorgt und dann suchen wir uns ein passendes Plätzchen, das uns wie geheißen auf die Sunset-Mesa führt. Ein kleiner Hügel mitten in Montrose, von dem man einen tollen Blick auf die entfernte Sneffels Range hat. Anschließend geht es noch zu Burger King und zurück ins Motel. Die Wettervorhersage für den Rocky Mountain NP sagt ab Donnerstag bereits wieder Regen voraus und wir müssen umplanen, wollen wir noch die geplante Wanderung in die Tat umsetzen.

San Juan Mountains

Gefahrene Strecke: 233 km
Übernachtung: Best Western Montrose 84,01 $

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Dienstag 23. September

Ein Fahrtag mit Abstecher

Heute müssen wir wegen der Umplanung und der Wettervorhersage für die nächsten Tage einen Fahrtag einlegen um das nächste Ziel machen zu könnn. Gegen 7.00 h kriechen wir aus den Federn und gehen frühstücken. West Elk Loop Eine halbe Stunde später sitzen wir im Auto und nehmen Fahrt auf Richtung Delta und auf der 92 nach Hotchkiss, von dort auf die 133 über den Mc Lure Pass nach Carbondale. Als wir uns gegen 10.00 h dem Abzweig nach Marble nähern, steht zur Debatte, ob wir nochmal zur Chrystal Mill fahren, vorausgesetzt die Strecke via Lizard Lake ist dieses Mal offen. Andy juckt es sichtlich in den Fingern und wir machen den Abstecher, auch wenn es zeitlich etwas knapp wird. Das erste Stück bis zum Abzweig ist heavy; vom letzten Mal haben wir das gar nicht mehr so in Erinnerung. Mirror LakeEin paar Oldies sind mit ihren ATV’s unterwegs, wir lassen sie erst mal vorfahren; allerdings geht es nicht so flott vorwärts, wie wir es ihnen und ihren Fahrzeugen zugestehen. Am Abzweig zur Mill lassen sie uns den Vortritt und wir kommen wesentlich schneller vorwärts, wenn auch die Strecke mehr als rocky road ist. Nur einige wenige Abschnitte kommt man mit 15 mpH vorwärts, der Rest erfordert wie immer volle Aufmerksamkeit und das von Fahrer und Co-Pilot.

Die Strecke führt geradewegs am Chrystal River entlang, der sich malerisch durch bereits schön gefärbtes Busch- und Laubwerk windet. Crystal MillUm Punkt 11.00 h erreichen wir das Powerhouse; leider liegt es um diese Zeit im Schatten und halbwegs vernünftige Fotos gestalten sich schwierig. Beim Smalltalk mit zwei Mountainbikern und den mittlerweile eingetroffenen ATVlern verbraten wir nochmal einige Minuten und es wird trotz der angeregten Unterhaltung und dem schönen Fleckchen Erde hier Zeit zur Rückkehr. Auf der KippeBis nach Marble zurück sind es mit einigen Fotostopps nochmal um die 60 Minuten; für den Marble-Quarry, den wir uns gerne noch angesehen hätten, reicht die Zeit absolut nicht, wollen wir doch noch ins Visitor Center vom Rocky Mountain NP. Wieder ein Grund mehr, ein weiteres Mal herzukommen – haben wir erst kürzlich eine Doku über Michelangelo gesehen und gerade deshalb würden uns die riesigen Marmorblöcke, an denen bereits im Steinbruch gemeißelt wird, sehr interessieren.

Auf der I-70Time for Lunch - der Campground hinter Marble kommt gerade recht für ein Picknick in der Sonne. Anschließend geht es nach Carbondale, um auf die I 70 zu gelangen. Die Strecke am Colorado entlang durch die Schlucht ist spektakulär und hat entfernt Ähnlichkeit mit dem Etschtal kurz nach dem Brennerpass (man möge den Vergleich verzeihen – selbstverständlich liegt hier die Betonung auf „entfernt“). Ein paar Meilen später ändert sich die Landschaft, die Felswände treten zurück, das Tal weitet sich und wir sehen grüne Weideflächen.

Entlanfg des Colorado RiverIn Wolcott verlassen wir die Interstate und fahren auf der 131 bis State bridge; der Co-Pilot gibt Anwesiung den Scenic Byway Richtung Kremmling zu nehmen. Die Strecke ist eine Augenweide – sie verläuft streckenweise am Colorado entlang und zwei Züge sind auch noch in Sichtweite. Andy hüpft mit dem schussbereiten Foto aus dem Auto und die Minuten, die hier noch zusätzlich „verplempert“ werden, machen wir dank dieser Abkürzung wieder wett. Von Kremmling aus geht es auf der 40 weiter nach Granby mit kurzem Tankstopp und schließlich auf der 34 nach Lake City, wo wir heute bleiben wollen.

Es ist bereits 16.50 h, als wir im Kawuneechee Visitor Center eintreffen und das Permit für den morgigen Hike holen. Um 17.00 h wird hier dicht gemacht; gerade noch Glück gehabt, denn morgen soll es bereits bei Morgengrauen los gehen. Im Outdoor Laden in Downtown leihen wir uns noch den von der Rangerin highly recommended bearsave container, da die Bären für ihren Winterspeck sorgen und alles fressen, was sie finden und schnuppern - einschließlich Zahnpasta. Wir berappen 16 $ fürs Ausleihen und suchen uns für heute noch eine Bleibe. Da es hier nachts empfindlich kalt wird und wir uns morgen schon dem aussetzen, wollen wir eine Cabin. Elk CampgroundBeim ersten Anlauf im Winding River Resort ist bereits für heute geschlossen, also zum Elk(e) Campground and RV Park; wo es für uns noch ein Hüttchen gibt. Wir räumen unser Zeug aus dem Auto, entzünden die Kohlen fürs Abendessen und Elke macht sich ans Packen der Rucksäcke. Eine gute halbe Stunde später ist das Abendessen fertig; die Steaks sind medium und das Brot geröstet. Es ist recht kühl, weshalb wir auch nicht lange mit dem Essen trödeln. Anschließend wird noch ein Feuerchen entfacht. Die Cabin ist gemütlich, hat sogar W-Lan und die Restrooms sind beheizt und tadellos in Schuss. Have a good night!

Elk Campground

Übernachtung im Elk Creek Campground and RV Park 62,59 $
Gefahrene Strecke: 463 km

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Mittwoch 24. September

Into the wild

Die Vorgeschichte: In einem bekannten Buch über den Südwesten, gibt es ein Bild, das wir mal in natura sehen wollten. Leider ist keine genaue Ortsangabe dabei, ich bekam nur den Hinweis, dass man es mit Google Earth sehen kann. Also habe ich mich eines schönen Sommertages mal an den PC gesetzt um das Gebiet des Rocky Mountain NP, mal abzuscannen. Tatsächlich wurde ich fündig und arbeitete eine Tour aus um dorthin zu gelangen, denn für eine Tagestour ist es zu weit, aber in 2 Tagen kann man es schaffen. Natürlich ist es auch möglich mehrere Tage da draußen zu bleiben um noch tiefer in die Berge vorzudringen, aber für dieses Mal sollte uns die kurze Tour genügen.

TrailheadWir haben ganz gut geschlafen; das Heulen eines Coyoten mitten in der Nacht haben wir beide gehört; es war also kein Traum. Die Temperatur in der Cabin ist auf 6 °C gefallen; draußen sind es – 3°C und die Scheiben auf dem Auto sind gefroren. Wir machen uns Frühstück, räumen die Hütte und den Rest in unsere Rucksäcke und bis wir startklar sind, ist es bereits kurz nach 7.00 h. Es geht retour nach Grand Lake, der Abzweig zum Tonahutu Trailhead wird mit einem kleinen Umweg auch gefunden und wir parken dort wenig später das Auto.

Auf dem North Inlet TrailNun geht es mit den schweren Rucksäcken (14 kg für Andy und 12 kg für Elke) die 9,3 km auf dem North Inlet Trail zu unserer gebuchten Campsite „Footbridge“. Es ist sau kalt; die Finger werden trotz Handschuhe taub und wir müssen uns erst an das Gewicht auf dem Rücken gewöhnen. Mit soviel Gepäck kommen wir nicht so schnell vorwärts, wie wir es uns wünschen würden. An den Cascade Falls machen wir einen längeren Halt für etliche Fotos. Hier kommt zur Kälte noch die feuchte Luft hinzu und trotz der Schönheit dieser Fälle, können wir das alles nur bedingt genießen.

Andy beim Wasser filternAls gegen 10.00 h endlich die Sonne den Talboden berührt, wird es angenehmer. Der Trail lässt sich gut laufen, er geht nur mäßig bergauf und führt größtenteils durch den Wald. Mit etlichen Fotostopps erreichen wir gegen 11.30 h unsere Campsite, wo wir auch gleich das Zelt aufbauen, die Rucksäcke leeren und zum ersten Mal Wasser filtern. Der Ptarmigan Creek verläuft wenige Schritte von unserer "Haustür". Wir entdecken außerdem, dass wir einen Firepit haben, was uns richtig freut. So können wir heute Abend noch am Feuer sitzen.

Aufstieg am Wardance FallAls das Zelt steht, machen wir Mittag, packen das Notwendigste für den anstehenden Hike und los gehts. Gleich nach der Footbridge kommt Elke ins stolpern und fällt auf die Knie. Im ersten Moment ist der Schmerz heftig, auch die Bänder haben was abbekommen, doch sie rappelt sich gleich wieder auf und es geht weiter - für Wehwechen bleibt jetzt keine Zeit. Wir laufen den Trail weiter bis zur Querung des Ptarmigan Creek und gehen erst mal ein Stück zuweit; also umdrehen und jetzt geht es steil an den War Dance Falls nach oben. Ab hier gibt es weder einen Trail noch Wegmarkierungen und von nun ab müssen wir uns den Aufstieg über Fels und umgestürzte Bäume selbst suchen. Der Aufstieg kostet ganz schön Kraft und wir haben schon ein wenig Bedenken, wie wir hier wieder runter kommen. Als wir endlich „oben“ sind, kommt auch schon der Bench Lake in Sicht. Hier queren wir den Creek und gehen auf üblem Geröll am See entlang, ehe wir eine bessere Variante entdecken und auf weitaus weniger riskantem Untergrund gehen können. Hier ist aber auch Vorsicht geboten; da es zuweilen sehr sumpfig ist.

Aufstieg zum Secret TarnEs geht weiter bergauf, wenn auch nun gemäßigter, an zahlreichen Sumpfwiesen entlang zum Ende des Hochtales. Andy hat Mühe mit dem GPS, die genaue Richtung anzupeilen; irgendwas stimmt nicht mit dem Kompass. Somit ist es auch nicht einfach, die exakte Richtung einzuschlagen. Nun geht es auch noch eine steile Rinne nach oben; wir befinden uns mittlerweile auf über 3.000 m – das geht ganz schön an die Kondition. Mittlerweile ist es nach 14.00 h und noch kein Ziel in Sicht. Als Limit haben wir uns 15.30 h gesetzt; dann müssen wir umkehren, um noch rechtzeitig bei Tageslicht unser Zelt zu erreichen. Als wir diese Rinne hinter uns haben eröffnet sich der Blick zu den umliegenden Gipfeln; Elke zweifelt langsam daran, ob wir den Secret Tarn überhaupt erreichen. Nach ein paar weiteren (Höhenmeter) können wir dann den gesuchten See von oben ausmachen; er liegt etwas weiter östlich als gedacht. Dazwischen liegt nochmal ein übles Geröllfeld und es ist bereits kurz vor 15.30 h, doch jetzt ohne ein Foto zurückzukehren wäre Irrsinn nach all dieser Anstrengung.

Secret TarnWir mühen uns wieder bergab und sind glücklich, das Ziel erreicht zu haben. Der kleine See ist wirklich toll und liegt sehr scenic direkt vor dem Abgrund. Etliche Fotos später geht es zurück und dank GPS finden wir den Weg recht gut und kommen auch gut voran. Als dann der Abstieg an den War Dance Falls ansteht machen wir nochmal eine (mentale) Pause, nehmen eine kleine Stärkung und es geht besser als gedacht nach unten. Unsere Handschuhe sind beim Abstützen an Bäumen und Fels eine große Hilfe.

Campground FootbridgeGegen 18.00 h sind wir an unserer Campsite, nun ist Eile geboten denn das Tageslicht schwindet bereits. Wir filtern nochmal Wasser und Andy ist so erledigt, dass ihm richtig übel wird. Wir haben uns schon etwas übernommen - keine Frage. Andy wird zum Feuermachen abkommandiert, während sich Elke um's "Bettenmachen" und das Essen kümmert. Der heiße Tee und das Mountain-House Chili Mac Beef sind nach so einem Tag richtig gut. Wir sitzen am Feuer und allmählich kehren die Kräfte zurück. Um halb acht ist es bereits stockdunkel, weshalb wir auch nicht mehr lange aufbleiben und in die Schlafsäcke kriechen. Wir sind gespannt, ob wir heute Nacht mitten im Wald noch Besuch bekommen.

Campground Footbridge

Gelaufen: 9,3 km bis zur Campsite, plus 7 km bis Secret Tarn, Gain: 550 m
Übernachtung auf dem Footbridge Campground, Rocky Mountains NP, Permit 20 $

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Donnerstag 25. September

Mit schmerzen retour

Kalt!Die Nacht war kalt aber erträglich, lediglich in den Morgenstunden wird es kalt und die Temperatur sinkt auf -3°C. Wir schälen uns erst gegen 8.00 h aus den Schlafsäcken, aber hier im Wald und Tal ist noch kein Sonnenenstrahl vorgedrungen. Andy macht erneut Feuer und wir filtern wieder Wasser, erstmal für Kaffee und Tee zum Aufwärmen. Anschließend gibt es Frühstück und bis wir alles wieder in den Rucksäcken verstaut haben, ist es 10.30 h.

Campground FootbridgeHeute ist keine Eile geboten. Gestern haben wir den ganzen Tag weder Tiere noch Menschen gesehen, als wir beim Zusammenräumen sind, kommt ein Zweibeiner und erkundigt sich, ob es hier noch mehrere Sites gibt. Wir empfehlen ihm unseren Platz, den wir in Kürze räumen, worauf er meint, er hätte alle Zeit der Welt und wir müssten uns nicht beeilen, er geht noch eine Runde in den Wald und erfreut sich an jenem. So etwas hört man doch eher selten. Nochmal Wasser filtern und es geht zurück; Andy hat seit gestern Schmerzen in seinem rechten Knie und kann nur humpeln, vor allem wenn es bergab geht schmerzt es sehr, dazu kommt noch bei beiden ein Muskelkater und das Gewicht auf den Schultern. So trotten und humpeln wir auf dem Trail dahin.

Auf dem North Inlet TrailFür den Rückweg brauchen wir mit einer kurzen Mittagspause nochmal 3,5 Stunden. Es ist heute sehr warm, wir kommen richtig ins Schwitzen. Um 14.00 h sind wir am Auto und es gibt eine kaltes Mountain Dew zur Belohnung. Wie soll es nun weiter gehen? Eigentlich wollen wir wieder zurück in die "Mitte Colorados", aber die Trailridge Road wollten wir dieses Jahr auch noch fahren. Wir haben deshalb uns gestern abend besprochen, falls es zeitlich klappt, fahren wir nach Estes Park, wenn nicht, dann gleich Richtung I 70. Zeit ist noch genügend und so machen wir den Abstecher durch den Park, der sich lohnen sollte.

MooseDie Bärenbox geht wieder retour und wir fahren hoch zum Alpine Visitor Center. Mit etlichen Stopps und sagenhaften Ausblicken, auch auf Tiere – unter anderem sehen wir eine Moose-Mutter mit zwei Jungen und ganze Rudel Hirsche – geht es über die Trail Ridge Road, was wirklich die Fahrt schon wert ist, nach Estes Park, wo wir im Super 8 Motel ein Zimmer bekommen. Die Strecke durch den Park hat sich wirklich gelohnt; letztes Jahr sind wir die Fall River Road gefahren und dabei verpasst man diese tollen Ausblicke auf die Bergwelt. Komischerweise sind die Tiere hier direkt neben der Straße zu finden und in der Wildnis haben wir nur deren Fährten und Hinterlassenschaften gesehen.

Der Abend vergeht recht schnell; wir duschen erst mal, hängen unser Zelt zum trocknen auf und gehen noch eine Pizza essen. 

Gelaufen: 9,3 km
Gefahrene Strecke: 86 km
Übernachtung: Super 8 Motel Estes Park 95,96 $

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Freitag 26. September

Ein entspannter Fahrtag

Der Wecker macht sich um 7.00 h bemerkbar und wir übermitteln per Skype erstmal Nachrichten an zu Hause, dass wir wohlauf sind. Mit Frühstück und dem Zusammenräumen unserer Campingausrüstung, die wir gestern nochmal zum endgültigen Trocknen ausgebreitet haben, vergeht die Zeit im Nu und bis wir im Auto sitzen, ist es schon nahezu halb neun. Peak to Peak BywayWir fahren auf der 7 und der 72, dem Peak to Peak Byway, nach Süden, an Boulder vorbei nach Nederland. Die Strecke verläuft am Fuße des Rocky Mountain NP und ist auch hier mit bereits herrlich verfärbten Aspen gesäumt. Schließlich geht die 72 in die 119 über, die uns nach Black Hawk bringt – auf den ersten Blick ein nettes Städtchen; auf den zweiten eher nicht, da sich hinter den Fassaden jede Menge Casinos verbergen. Biegt man hier ab Richtung Central City, kommt man in die Old Town und entdeckt jede Menge alter Minen. Ursprünglich wollten wir die Oh my God Road fahren, haben diese dann aber wegen fehlender Ausschilderung doch verpasst. Diese Strecke wäre direkt durch die Berge an zig alten Minen vorbeigegangen, wie wir wenig später erfahren werden. So geht es auf einem Highway, der gar nicht in unserer Karte steht, schnurstracks zur I 70, die wir in Idaho Springs schon wieder verlassen.

Argo MineWir sehen die große Reklame der Argo Mine, die Touren anbieten, da heute eigentlich nur ein Fahrtag ist, wäre das doch eine willkommene Abwechslung. Also biegen wir auf den Parkplatz ein und erkundigen uns nach einer Tour, die wir dann auch machen. Mit einer Schulklasse zusammen haben wir einen sehr guten Führer erwischt; (King) Arthur ist gebürtiger Holländer und begrüßt uns mit einem fröhlichen „Guten Morgen“.

Die Argo Mine ist die drittgrößte in USA; der erste Goldfund war in Georgia, dann in Californien und schließlich in Colorado. Die ersten Goldfunde hier kamen aus dem Fluss und das waren erstaunlich große Nuggets. Im Nu wurde aus einem kleinen Nest mit ein paar Häuschen eine Boomtown, hunderte von Menschen kamen hierher, als sie von den Funden Wind bekommen hatten und man begann Minen anzulegen. Was neben Gold im Laufe der Zeit noch so alles gefunden wurde? Neben Pyrit, dem Poorman's Gold und sonstigen Mineralien war auch versteinertes Dinosaur-Poop dabei; ein Haufen davon wird durch die Zuhörer gereicht und einige Schüler rümpfen erst mal die Nase. Nach einem Video besichtigen wir etliches altes Gerät; u. a. einen alten aber schon fortschrittlichen Pressluftbohrer, um die Einschublöcher für Dynamitstangen vorzubereiten. Argo MineDas Teil macht einen Höllenlärm, mal ganz abgesehen von den Erschütterungen, die es dem Bediener beschert. Dieser Bohrer war eine enorme Arbeitserleichterung; die ersten Miners haben mit Brechstange und Vorschlaghammer gearbeitet; verständlich dass die Männer mit 40 Jahren körperlich am Ende waren, es sei denn, sie hatten eine Goldader gefunden.  Viele Minenarbeiter haben ihr gesamtes Vermögen in das Equipment und den Erwerb einer Mine gesteckt um am Ende total verarmt zu sterben, wenn sie eben nicht das große Glück gefunden haben. Eine Anekdote von einem Iren, dem es so erging, hatte allerdings ein gutes Ende. Total verzweifelt, weil er nichts mehr hatte außer einer Kiste Dynamit und so verzweifelt war, hat er diese Kiste in die Mine gebracht und gezündet. Ein Krater von der Explosion ist heute noch zu sehen. Als der Rauch verzogen war, entdeckte der Minenbesitzer in den Trümmern für rund 1 Million Dollar Gold und hatte damit ausgesorgt.

Argo MineMit einem alten Schulbus werden wir schließlich zur Double Eagle Mine gebracht; einem Stollen in dem sich noch Goldadern befinden. Der ganze Berg birgt noch jede Menge Gold und ab ca. 3.000 $ kann man eine Mine erwerben. Wir besichtigen noch die relativ gut erhaltene Mill, wo man uns Schritt für Schritt erklärt, wie schließlich das kostbare Edelmetall vom wertlosen Gestein getrennt wurde. Am Schluss dürfen wir noch unser Glück im Goldschürfen versuchen und wir waschen mit der Pfanne tatsächlich ein paar Blättchen heraus.

Gold Panning

Es ist bereits halb zwei, als wir wieder am Auto sind – war eine nette Einlage für zwischendurch. Am Fluß gibt es Picknickplätze und wir machen verspätete Mittagspause. Dann weiter auf die 70 bis nach Silverthorne, wo es ein Outlet gibt und wir ein wenig shoppen gehen. Mittlerweile hat es eh zugezogen und dunkle Wolken schweben über uns – der Weatherchannel hatte es so vorhergesagt. Nach LeadvilleWir kommen natürlich nicht ohne Einkäufe davon; einige Schnäppchen gehen mit. Jetzt aber los zur letzten Etappe nach Buena Vista. Wir fahren von der I 70 auf die 91 Richtung Leadville. Es beginnt stark zu regnen und weiter oben schneit es; die Temperatur fällt auf 4 °C. Da der Schnee aber sehr nass ist, bleibt die Straße frei und ist nach wie vor gut zu fahren. Auch hier ist die Strecke sehr schön; Herbstlaub wohin man blickt, leider fehlt jetzt die Sonne und die Leuchtkraft ist nur halb so intensiv. Hinter Leadville klart es bereits wieder auf, es geht auf der 24 nach Buena Vista, entlang des Arkansas River.

CabinKurz vor 18.00 h treffen wir auf dem KOA Campground ein, wo wir für heute eine Cabin reserviert haben, weil in Downtown selbst wg. Hunting Season nichts zu bekommen war. Wir haben ein nettes Blockhäuschen und es gibt noch einen stimmungsvollen Sonnenuntergang und Abendrot direkt vor der Haustür. Was will man mehr. Abendessen gibt es in der Coyote Cantina nicht weit entfernt. Das Tex-Mex Essen ist reichhaltig und super lecker, Softdrinks werden literweise in Einmachgläsern serviert – absolut empfehlenswert. Für heute ist dann auch gut; morgen ist dann wieder Programm angesagt, es geht in die Berge zu diversen Ghosttowns und weiteren Offroad Pässen.

Sunset

Gefahrene Strecke: 304 km
Übernachtung: KOA Campground bei Buena Vista, 57,68 $

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Samstag 27. September

Mining Towns, Backroad Pässe und die Eisenbahn

Coffee first!Um 6.30 h klingelt der Wecker, wir trödeln mit dem Aufstehen aber noch ein wenig herum. Die Nacht war so angenehm, dass Elke's Schlafsack zum ersten Mal zu warm war. Vom benachbarten großen Gefängnis hörte man mitten in der Nacht aggressives Hundegebell. Es gibt erst mal Frühstück vor der Hütte. Es ist noch recht frisch und es scheint aber ein schöner Tag zu werden; kaum Wolken am Himmel. In der Morgensonne gibt es erst mal einen schönen Kaffee auf der Bank vor der Cabin, dann gehts aber los.

Autumn ColorsWir tanken noch voll - 3,63 $ p. Gallon ist zum ersten Mal in diesem Urlaub sehr günstig. Auf der 24 geht es noch ein Stück weiter südlich bis Lathrop und von dort weiter nach St. Elmo. Heute stehen nochmal Backcountryroads auf dem Programm. Vom Abzweig in Lathrop fahren wir ca. 11 Meilen gen Westen bis kurz vor St. Elmo, hier geht es links auf die 295 (Gravelroad) nach Hancock. Es ist was los; ganze Familien sind mit ihren ATV’s unterwegs und dazu noch jede Menge Hunter. Elle Belle MineDie Laubfärbung in diesem Tal ist sagenhaft; die Aspen leuchten in tiefsten Gelbtönen wie gold. Die Gravelroad ist recht gut zu fahren und bis zur Allie Belle Mine, die den Hang heruntergerutscht ist und schief über die Straße hängt, sind es ca. 20 Minuten. Ein kurzer Fotostopp und weiter geht es noch bis zur Hancock Town Site, wo allerdings nur noch ein paar Holzbalken vom ehemaligen Saloon zu sehen sind – absolut nicht der Hit. Von hier könnte man zum Ost-Portal des Alpine Tunnels und über den Hancock Pass, da er aber sehr hoch eingestuft ist fahren wir da nicht lang.

St. ElmoWir kehren um und fahren nach St. Elmo; ein uriges kleines Städtchen das 1880 entstand und einst Forest City hieß. Das Postoffice bestand darauf, dass der Name in St. Elmo geändert wird, da bereits weitere Städte mit dem gleichen Namen bestanden. St. Elmo wuchs mit dem Erfolg der Mary Murphy Mine und einigen anderen Minen der näheren Umgebung und entwickelte sich zu einem Hauptversorgungszentrum im Landkreis. Bis zum Bau der Eisenbahn war St. Elmo für Reisende nach Tincup, Alpine und einigen nahen Pässen ein Zwischenstopp; als die erste Eisenbahn der Denver, South Park & Pacific Railroad ihren Dienst aufnahm, erhielt die Stadt einen Hauptbahnhof. In ihren besten Tagen hatte St. Elmo rund 1.500 Einwohner. Durch die vielen Arbeiter des Alpine Tunnel war die Stadt am Wochende sehr gut besucht. 1890 wurden bei einem Großband zwei Blocks im Geschäftszentrum zerstört und nie mehr aufgebaut. Anno 1910 bewirkte ein Rückgang von Frachtlieferungen die Schließung des Alpine Tunnel und 1926 war die Weiterführung der Eisenbanhlinie nach St. Elmo nicht mehr einträglich und man stellte schließlich auch diese Verbindun ein. St. Elmo ist einer der besterhaltenen Minenstädte in Colorado mit den meisten Gebäuden entlang der Hauptstraße, die noch so wie vor 100 Jahren aussehen. Sie wird im National Register of Historic Places geführt und ist ein must-see für Besucher, die einen Blick auf eine Wild-West Mining Town aus dem 1800 Jh. werfen wollen. Einige Blockhäuser scheinen wieder bewohnt, wenn auch nur saisonal.

Tincup PassEin kurzer Fotostopp und es geht weiter auf dem Tincup Pass Trail; d. h. nach der Miner’s Exchange rechts über die Brücke und dann gleich wieder links der Beschilderung folgen. Die Route ist mit 3 bewertet, also sollten wir das locker packen. Auch hier ist jede Menge Verkehr, doch der ein oder andere lässt uns überholen und wir müssen nicht ständig Staub schlucken. Die Strecke wird im Verlauf immer heftiger; anfangs ist sie nur „rocky“, dann wird sie steil und im letzten Anstieg zum Summit warten üble Steinbrocken und Stufen auf uns, d. h. wir kommen nur sehr langsam vorwärts. Autumn 
ColorsAuch der Abstieg hat es in sich, bis zum Mirror Lake ist dieser Trail kein Spaß. Elke steigt an den ganz üblen Stellen aus und lotst Andy, die riesige Haube des Commander macht es ab und an schwierig einzuschätzen, wie die Hindernisse ohne Schaden zu bewältigen sind. Mittlerweile hat es zugezogen und es regnet leicht. Gegen 13.30 h haben wir uns eine kleine Pause verdient und machen Mittag, die schlimmste Strecke liegt hinter uns.

TincupNächster Stopp ist in Tincup, gegründet 1879 als Virginia City nachdem die Gold Cup Mine entdeckt wurde. 1892 wurde aus diesem Ort Tincup, Virginia Cities gab es wohl schon damals zu viele. Es heißt, Menschen überfluteten Tincup - eine der wildesten und rauhesten Mining camps in Colorado. Die Bars und Spielsaloons hatten rum um die Uhr geöffnet. Trunkenheit und Schießereien waren an der Tagesordnung. Organisiertes Verbrechen herrschte nicht nur in den Bars oder Spielsaloons sondern auch in der Verwaltung und öffentlichen Ämtern.

Ein kleiner Auszug aus dem Roadbook:
Als der erste Marshal 1880 sein Amt antrat, war er angewiesen nichts zu sehen, nichts zu hören und nichts zu tun - seine erste Verhaftung war auch seine letzte. Er blieb nur wenige Monate und als er unbezahlt die Stadt verließ, quittierte er seinen Dienst. Der zweite Marshal nahm gelegentlich einige Trinker fest, ließ sie einsitzen um sie dann auch wieder selbst zu befreien. Der dritte Marhsal belästigte einen Saloon-Besitzer eines Nachts und was geschah? Er lebte nicht lange genug, um diese Entscheidung zu bereuen. Der vierte Marshal wurde geisteskrank und beendete selbst sein Leben. Der fünfte Marshal wurde erschossen. Eine große Leistung für so eine kleine Stadt, oder?

Tincup hatte anno 1882 einige Tausend Einwohner und was die größte Silberproduktion in der Gunnison Region, trotz fehlender Eisenbahnanbindung. Wegen fehlender Transportmöglichkeiten transportierten die Minen die Ausbeute mittels Packtieren. Schließlich brachte der Bau des Alpine Tunne die Eisenbahn in die Nähe, nach Pitkin. Tincup erholte sich von einer Rezession, die durch hohe Transportkosten verursacht wurde. Auch den Silver Crash in 1893 überlebte diese Stadt. Das Glück hielt bis in 20. Jh. um dramatsich in einem großen Feuer zu enden, als ein Laden Feuer fing, der Kerosin verkaufte und die Stadt bis auf einen Block auf die Grundmauern niederbrannte. Dies war im Jahr 1906. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, aber nicht mehr wie einst wiederhergestellt. Im Jahr 1913 brannte es ein weiteres Mal und beschädigte etliche Gebäude sehr stark. Nachdem die Gold Cup Mine im Jahr 1917 schloss, zerfiel Tincup sehr schnell.

Etliche Cabins dienen heute als Wochenenddomizil und werden von einer kleinen Community am Leben erhalten. Wir halten an der Kirche bzw. der City-Hall – dieses Gebäude wird für beides genutzt und wurde 1903 errichtet. Ein paar Leute sind dabei, die Hall winterfest zu machen. Wir dürfen aber gerne einen Blick hineinwerfen. Tincup CemetaryWir kommen unweigerlich ins Gespräch und berichten von der üblen Strecke, die mit einer 3 absolut unterbewertet ist. Da auch unser nächstes Vorhaben, der Cumberland Pass Trail mit 3 bewertet ist, wollen wir davon lieber absehen – für heute reicht es mit rocky Road. Uns wird allerdings versichert, dass der Trail absolut easy zu befahren ist und überhaupt nicht schwierig, der Tincup Pass hingegen wird auch von den Locals als schwer empfunden. Gesagt getan, vorerst machen wir aber am Cemetary von Tincup Halt und sehen uns dort ein wenig um. Der Cemetary ist auf vier Hügel und somit vier Bereiche aufgeteilt - für Protestanten, Katholiken, Juden und Konfessionslose (hier sind eindeutig die Rabauken gemeint, die samt Gewehr und ihren Stiefeln beigesetzt wurden).

Cumberland PassWie versprochen, ist der Trail über den Cumberland Pass kein Vergleich zu dem, was wir heute schon hinter uns haben und wir kommen in Null komma nichts vorwärts bis zum Abwzeig Alpine Tunnel Road. Diese alte Railroadgrade nehmen wir auch noch mit, ist diese Route mit einer schlappen 1 bewertet. Aber auch diese Bewertung stimmt mit der Strecke, die sich nun vor uns auftut, absolut nicht überein; mit einem normalen Straßenfahrzeug ohne high clearance ist hier nichts auszurichten, vor allem nicht auf den letzten Meilen. Die Railroardgrade ist wiederum gesäumt von gold-leuchtenden Aspen. Zum Teil geht es direkt neben der Fahrspur senkrecht den Hang hinunter; ein Glück dass wir keinen Gegenverkehr haben. Die 9,6 Meilen bis zum restaurierten Bahnhof ziehen sich ganz schön. Wir sind wieder auf 3.500 m Höhe, es weht ein eisiger Wind und das letzte Stück zur historic Site kann nur zu Fuß zurücklegt werden. Hier oben wohnen jede Menge Marmots und lassen sich sogar ablichten. Ein paar Gleise sind noch gelegt und vom Enginehouse stehen noch die Grundmauern. Absolut sehenswert! Den Tunnel gibt es allerdings nicht mehr; dieser ist verschüttet.

Mittlerweile ist es 16.30 h und wir haben noch Einiges an Wegstrecke vor uns. Es geht wieder auf dem selben Weg zurück, dann nach Pitkin und über Ohio und Parlin zur 50, die uns nach Gunnison führt. Wir gehen erst mal was essen und da wir Hunger haben, muss es auch schnell gehen. Da kommt der Sonic gerade recht; viel Auswahl an Fastfood gibt es in Gunnison eh’ nicht. Wir checken im Waterwheel Inn ein, packen unsere Wäsche und fahren nochmal los zur Laundry. Gegen 20.00 h sind wir zurück und lassen den Abend bei einem oder zwei Coors Revue passieren.

Gefahrene Strecke: 205 km
Übernachtung: Water Wheel Inn, Gunnison 72,26 $

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Sonntag 28. September

Sonntagsausflug in die bunten Berge

Autumn ColorsHeute lassen wir es etwas gemütlicher angehen; wir stehen erst gegen 7.30 h auf, gehen frühstücken und da ist ganz schön was los. Wir besorgen noch Brot im City Market und dann geht es via Crested Butte nach Gothic.

Der Name Gothic stammt von Gothic Mountain. Die Stadt entstand im Jahr 1879 mit dem - wie sollte es anders sein - Fund von Gold und Silber. Innerhalb von vier Monaten wurden nahezu 200 Gebäude errichtet, u. a. ein Hotel, drei Geschäfte, ein Metzger, ein Friseur und natürlich ein Saloon. Gold und Silber im Wert von mehreren Millionen Dollar wurden aus den Bergen gewonnen. In der Blütezeit hatte Gothic nahezu 8.000 Einwohner. Auch diese Stadt erlangte einen schlechten Ruf durch wilde Saufgelage, Glücksspiel und Prostitution. Gothics erster Bürgermeister wurde durch würfeln ermittelt; Garwood Judd war ein Saloonbesitzer und gewann das Würfelspiel und war darauf stolz wie "Oskar". So stolz, dass er sich seinen späteren Beinamen "the man who stayed" auf ein Schild eingravieren ließ und über den Eingang hängte. Als die umliegenden Minen erschöpft waren, entschwand auch das Glück; im Jahr 1884 verließ ein Großteil der Einwohner die Stadt. Garwood Judd, der stolze Bürgermeister blieb bis zu seinem Tode im Jahr 1930; seine Asche wurde hier verstreut. Gothic ist heute Heimat der Rocky Mountain Biological Survey, die sich der Vielfalt der regionalen Flora und Fauna widmet. Einige gute erhaltende alte Gebäude vom einstmals verruchten Gothic stehen noch heute. Dieser Ort erfährt mittlerweile eine Wiederbelebung als Siedlung für Sommertouristen. 

Schofield PassAls wir in Gothic eintreffen wirkt der Ort am Morgen bereits sehr lebendig; man(n) werkelt zu mehreren an einem Pickup und etliche Mountainbiker machen sich startklar. Wir fahren erst mal weiter zum Schofield Pass. Nach dem Pass gelangt man in ein idyllisches Hochtal und weiter zur Schofield Town Site; hier lässt lediglich eine private Hütte erahnen, wo die Stadt im Jahr 1872 errichtet worden war. Als wir das Hinweisschild „only for 4 WD and experienced Driver – the road is very difficult“ erreichen, beginnt der Streckenabschnitt, der mit einer 6 bewertet ist. Wir parken das Auto, schnallen uns den Rucksack um und erkunden den weiteren Streckenverlauf zu Fuß; den Devils Punch Bowl wollen wir uns aus der Nähe ansehen. Einfahrt zum Devils Punch BowlWir laufen den sehr rauhen und von hohen Absätzen durchzogenen 4 WD-Trail bergab bis der Crystal River direkt über den Trail verläuft. Hier steht das Wasser so tief, dass ein Schild warnt "Dry your Brakes - Steep Hill". Diese Stelle können wir trockenen Fußes über das Geröll im Bach überwinden und es geht weiter auf dem sehr schmalen Trail, direkt zwischen Felswand und Abhang. Ein kurzes Stück weiter liegt ein Felsen mitten im Trail und hier ist ein sehr wendiges schmales Auto vonnöten, wenn man an diesem Block ohne Kratzer vorbei möchte. Devils Punch BowlWir sind nicht die einzigen Wanderer; eine Gruppe elderly ladys ist unterwegs; die älteste ist bereits über 80, wie wir kurzum erfahren. Nun wird auch das mächtige Rauschen des Crystal River von Motorenlärm unterlegt; mittlerweile sind etliche Rubicons und ein Motocross-Fahrer eingetroffen, die sich erst mal einigen müssen, wer nun fahren darf. Ein Ausweichen auf der schmalen Spur ist nicht möglich. Wir selbst drängen uns schon an den Fels, damit die Fahrer nicht zu sehr ausholen müssen. Am Devils Punch Bowl gibt es noch ein paar Fotos, wir lassen den Autos genügend Vorsprung ehe wir nach 2 km wieder „aufsteigen“ - für einen ausgedehnteren Marsch haben wir nicht genug Wasser und keinen Proviant dabei. Auf dem Rückweg kommt uns noch ein ausladender Pickup entgegen und bei einem kurzen Smalltalk gibt er zu Verstehen, dass er noch nie hier war. Devils Punch BowlWie er um den Felsblock manövriert ist, hätten wir gerne gesehen. Wir kommen noch an einem selbstgebauten Gefährt vorbei; Fahrer und Beifahrerin machen gerade Pause und natürlich kommen wir auch hier nicht ohne Smalltalk vorbei. Mit diesem Fahrzeug gleite man aufgrund der guten Federung quasi über jede Unebenheit hinweg; die Qualität des eingebauten VW-Motor wird in höchsten Tönen gelobt. Wir müssen uns richtig loseisen von den netten Gesprächspartnern und gegen 12.30 h sind wir wieder am Auto und machen in der Sonne Mittag.

GothicEs geht wieder zurück nach Gothic, natürlich nicht ohne jede Menge Fotos von der Foliage, die sich in den schönsten Farben präsentiert. Als wir in Crested Butte eintreffen hat es zugezogen und es regnet es leicht. Wir gehen die Main Street einmal rauf und wieder runter, Andy findet noch ein T-Shirt und wir fahren nochmal hoch zum Lake Irwin.

Vor dem Kebler Pass zweigt eine Route nach Links via Ohio Pass ab. Die nehmen wir zurück nach Gunnison und das war eine gute Wahl. Auch hier gibt es herrliche Laubverfärbungen; der Auslöser glüht. Im weiteren Verlauf der sehr guten Gravelroad kommen auch die Castlerocks in Sichtweite. Die Ghosttown Baldwin liegt auf private property und ist nur von der Straße aus zu sehen, schade - die wenigen Häuser sind in einem sehr guten Zustand. Als wir wieder Teer unter den Reifen haben sind es noch 15 Meilen nach Gunnison, wo wir nach 17.00 h eintreffen. Im Walmart besorgen wir noch ein paar Kleinigeiten und im Circle Quarter gibt es noch einen Burger. Auf der Speisekarte stehen "Rocky Mountain Oysters" und als Elke sich danach erkundigt, wird die Bedienung im jugendlichen Alter sehr verlegen und errötet. Eine typische Handbewegung, als würde man in der rechten Hand einen kleinen Beutel Gold wiegen, sagt sehr viel aus. Any questions?  Bevor es endgültig ins Motel geht, besteht Elke auf „Auto saugen“ und auch innen bekommt unser Gefährt noch eine Notreinigung.

Gefahrene Strecke: 173 km
Übernachtung: Waterwheel Inn, Gunnison 72,26 $

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Montag 29. September

Canyon deep - Mesa high

Um 6.30 h stürzt sich Andy in die Fluten, will heißen, er nimmt eine ausgiebige Dusche und noch vor 8.00 h sitzen wir im Auto. Beim City Market holen wir uns noch einen Starbucks Coffee, eigentlich nur um die Zeit bis zum Öffnen des Outdoor-Ladens zu überbrücken. Elke hat hier vor einer Woche eine Jacke gesehen und sich nicht entscheiden können. Die Jacke ist noch da, wechselt den Besitzer und wir können los.

Blue Mesa ReservoirWest Elk LoopAm Blue Mesa Reservoir und auf dem West Elk Loop entlang geht es zur Gunnison Gorge. Die Straße windet sich wie Darmschlingen und uns ist ein wenig blümerant; die Stopps für Fotos zwischendurch helfen, die Strecke durchzustehen. Wir haben traumhaftes Wetter und man hört die Brunftschreie der Elk’s von tief unten im Tal wie durch ein Megaphon. Endlich haben wir dann auch den Abzweig zum North Rim of the Black Canyon of the Gunnision erreicht und fahren zum Rim.

Letztes Jahr hatten wir dafür schon keine Zeit, jetzt ist er fällig. Die wenigen Aussichtsspunkte haben wir bald abgeklappert; die Tiefe des Canyons beeindruckt uns schwer. Wir machen schließlich noch Halt an der Rangerstation, die allerdings geschlossen ist. Eine Map gibt es aber auch so. Von hier aus kann man zum Gunnison River hinabsteigen; ist sicher spektakulär und interessant - ohne Permit geht hier allerdings nichts.

Nun nehmen wir Kurs auf Hotchkiss, wo wir noch ein Insektenschutzmittel besorgen bevor es auf die Grand Mesa geht. Bei unserer gestrigen Mittagspause oberhalb des Devils Punchbowl haben wir beide Stiche abbekommen, Elke’s Ellbogen hat eine riesige und Andys Stirn eine kleine Beule. Grand MesaDas Mittel ist schnell gefunden und wir können weiter; vor Delta geht es rechts weg nach Cedaredge. Im Visitor Center auf der Mesa holen wir uns Infos für den Crag Crest Trail und erkundigen uns nach den hiesigen Campmöglichkeiten. Tja, da sind wir leider zu spät dran, seit heute sind die Plätze geschlossen, haben kein Wasser mehr und die Toiletten sind ebenfalls „closed for season“. Die nette Lady bedauert dies sehr, meint aber, so lange keine Schranke den Zugang zu den Campgrounds versperrt, können wir unser Lager dort aufschlagen, ansonsten da, wo es uns gefällt.

Wir sind etwas unschlüssig und wollen schon zurück nach Cedaredge fahren, um dort auf einem privat geführten Campground nach einem Platz zu fragen. Als wir am Abwzeig zur Old road vorbeikommen, biegen wir diese Gravelroad ein und es geht durch Aspen wieder hinauf. Hier entdecken wir einige Plätze, wo wir auch so bleiben könnten, fahren aber noch weiter hoch und wollen uns den Easttrailhead zum morgigen Hike ansehen. Der Campground am Trailhead ist geschlossen und die Gegend rundum ist private property, aber nun wissen wir zumindest, wo wir morgen starten werden. Auf dem Weg zurück Richtung Visitorcenter kommen wir am Ward-Lake Campground vorbei und hier ist der Zugang offen.

Ward Lake CampgroundWir drehen eine Runde auf dem Campground und entdecken am hinteren Ende den perfekten Platz. Es gibt eine Feuerstelle und es liegt sogar noch Holz bereit, das wir verfeuern dürfen. Also nichts wie Zelt aufbauen. Wasser haben wir auch noch vermeldet Elke, doch keine zwei Atemzüge später kommt der Ranger, der die Quelle abstellen wird. Er dreht den Wasserhahn auf und wir können noch sämtliche Behältnisse füllen, bis der Wasserstrahl versiegt. So wie es aussieht, sind wir auch nicht alleine hier; etwas hinter uns steht ein Camper, der dann auch die Nacht hier verbringt. In der Sonne ist es angenehm warm, der Wind allerdings kühl und so geht es nicht ohne Weste. Wir setzen uns nach getaner Arbeit noch in die Sonne und wärmen uns auf, während Elke ein weiteres Mal die Beschreibung des morgigen Trails liest und schließlich unser oppulentes Abendmenue zaubert; es gibt Chili aus der Dose.

Nach 18.00 h ziehen wir nochmal los, laufen den kurzen Trail am Land O’ Lakes und machen uns dann auf Richtung Observatorium; der Sonnenuntergang scheint heute etwas zu werden. Und wirklich, wir werden mit einer tollen Abendstimmung belohnt und bleiben bis Sonnenuntergang. Als die Sonne weg ist, wird der Himmel nochmal ganz intensiv orange und in den oberen Schichten violett und rosa – ein Traum. Auf einer Postkarte würde man dieses Szenario kitschig finden.

CampfireEs ist bereits dunkel, als wir unsere Hütte erreichen. Während wir noch ein hübsches Feuerchen entfachen, an dem wir uns wärmen und wahre Funkenregen verursachen, erregt ein Neuankömmling mit dem Aufbau und einigen wild ausgestoßenen Flüchen unsere Aufmerksamkeit. Als das Zelt nahzu steht, reißt er es wieder ein und wechselt nochmal den Platz. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken, der Sternenhimmel über uns ist fantastsich – man sieht sogar die Milchstraße. Gegen halb zehn ist dann Schluss für heute und wir kriechen in die Schlafsäcke. Unser Zeltnachbar ist immer noch aktiv.

Gefahrene Strecke: 341 km
Übernachtung: Ward-Lake Campground, Grand Mesa für 0 $

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Dienstag 30. September

Eine Gratwanderung

Es ist 7.30 h, als wir aus den Säcken kriechen. Die Sonne ist schon am Aufgehen und es ist gar nicht mal so kalt. Das Thermometer im Zelt meldet 4 °C; draußen hat es um die 0°C. Wir machen Frühstück und das gemütlich. Der Rucksack ist bereits gepackt und um 9.00 h sind wir am Trailhead vom Crag Crest Trail.

Crag Crest TrailEs liegen rund 10 Meilen vor uns; also nicht ganz ohne. Die erste Etappe geht knackig bergauf, wir haben zwar nur etwas über 300 m Höhenmeter im Ganzen zu bewältigen, allerdings befinden wir uns bereits auf 3.150 m Höhe und das macht sich bemerkbar. Eine Stunde benötigen wir für den Aufstieg auf den Grat, der nun nach Westen führt und teilweise schon recht steil abfällt. Hier oben bläst der Wind ziemlich kalt, ab und an ist es aber auch wieder windstill. Die Aussieht nach Süden auf die Berge ist leider sehr dunstig, dafür sieht man im Norden die Bookcliffs, jenseits der I-70, sehr gut. Wir begegnen auf der Strecke einigen Wanderern und es geht nie ohne einen kurzen Smalltalk weiter.

Am meisten Zeit benötigen wir für eine Unterhaltung mit dem Tuesday Hiking Club aus Grand Junction; da sind ein paar Frauen darunter, die sehr gut deutsch sprechen und die sich die Gelegenheit für ein wenig Übung nicht nehmen lassen. Eine nette Truppe von bereits pensionierten Leutchen, die sehr aufgeschlossen sind und uns alle möglichen Fragen stellen.

Es geht auf Mittag zu und wir finden in einem Waldabschnitt eine windstille Lichtung mit passender Sitzgelegenheit, wo wir lunchen. Die Hälfte der Strecke haben wir nun geschafft und es geht langsam aber sicher wieder bergab. Andy geht voraus und bleibt auf einmal abrupt stehen; er hat vermutlich einen Mountainlion aufgescheucht. Das Tier, das ich nur von weitem gesehen habe, hatte helles Fell und hat sich geschmeidig wie eine Katze durchs Holz bewegt; es war kein Astknacken oder dergleichen zu hören. Eine Kojote würde niemals so lautlos von dannen kommen. Dass es hier Mountainlions gibt, hatte uns ein Paar erzählt, dem wir hier begegnet sind. Im späteren Verlauf entdeckt Elke dann auch noch Fußspuren im Morast und diese sind eindeutig von einer großen Katze.

Crag Crest TrailDie Landschaft und die Ausblicke sind immer noch atemberaubend, als aber am frühen Nachmittag die Kräfte allmählich nachlassen, konzentrieren wir uns mehr auf den Weg vor uns, als auf die vorher vielfältigen Fotopausen. Elkes Rucksack wird langsam aber sicher unangenehm, und das letzte Stücke zum Auto geht nochmal ein Stück bergauf und zieht sich ganz schön hin. Nach 5.30 h sind wir dann endlich zurück am Auto und öffnen erst mal eine Coke. Wir fahren zu unserer Behausung, wo wir uns dank Solarshower ein wenig frisch machen, ein Ganzkörperbad im See ist definitiv zu eisig und wir wollen den Anglern doch nicht die Fische vertreiben. Etwas Ausruhen, Fotos überspielen und nach einer Tasse Tee sind wir wieder soweit regeneriert, dass wir nochmal per Auto auf die Mesa starten können, die andere Seite erkunden und schließlich noch den Sonnenuntergang mitnehmen.

Es gibt nochmal jede Menge Fotomotive von kleinen Seen und dem herrlichen Laub und schließlich landen wir wieder am Observatorium. Um 6.45 h beginnt das Spektakel und die Sonne sinkt, der Himmel verfärbt sich in den kommenden 45 Minuten bis in dunkelorange und die La Sal Mountains im Südwesten bekommen einen rosa Hintergrund. Grandios! Während sich Andy um die Fotos kümmert, erholt sich Elke auf der noch von der Sonne warmen Steinbank am Observatorium. Gegen 8.00 h sind wir an unserer Hütte, auch unser Nachbar ist noch da. Wir machen nochmal Feuer und heute gibt es ein Menue à la Mountainhouse. Gegen 22.00 h ist nur noch Glut im Firepit und wir kriechen in die Schlafsäcke.

Campfire

Gelaufen: 10,3 Meilen
Gefahrene Strecke: 96 km
Übernachtung: Campground am Ward-Lake, für 0 $

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Mittwoch 1. Oktober

Noch nen Pass

Ward Lake CampgroundGegen 6.45 h wird Elke wach; es dämmert bereits und von der nahegelegenen Straße ist Autolärm zu vernehmen. Elke kriecht aus dem Zelt und beginnt mit dem morgendlichen Procedere, denn heute soll es zackig gehen - wir haben ziemlich Strecke vor uns. Gleich mal Wasser für Kaffee und Tee aufsetzen und Andy ist auch schon munter. Wir nehmen gleich das Überzelt ab, schütteln es aus und legen es umgedreht aufs Zelt zum Trocknen. Die nächste Stunde vergeht in Windeseile, bis wir gefrühstückt und alles wieder im Auto verstaut haben.

Nach 8.00 h sind wir startklar und es geht Richtung Cedaredge, wo wir nochmal voll tanken. Weiter nach Delta und auf der 550 über Montrose, Ridgeway – die Sneffels Range hat etwas mehr Schnee als noch vor einer Woche – und Ouray. Sind ja alles Wege die wir mittlerweile auswendig kennen. Ophir PassWeiter über den Red Mountain Pass und vor Silverton zweigen wir ab zur FR 145 zum Ophir Pass. Da uns dieser Pass noch aussteht und er jetzt gerade gut auf dem Weg nach Süden paßt, nehmen wir ihn einfach mit, er soll ja nicht so schwierig sein.

Diese Route hieß mal Navajo Trail und war ein häufig genutzer Weg für die Jagd. Trapper waren die ersten Weißen, die diesen Pass nutzten, nach Ihnen folgten Entdecker und Goldsucher, anno 1860. Fast 100 Jahre später, also 1953 entstand die jetzige 4 WD Road.

Ophir PassDie Strecke verläuft kontinuierlich nach oben und man gewinnt schnell an Höhe; im ersten Abschnitt geht es durch lichten Laubwald und Aspen. Oberhalb der Baumgrenze warten einige schmale Kehren und die schmale Straße windet sich am steilen Abhang zum Pass hinauf. Solange kein Gegenverkehr herrscht, ist die Strecke gut zu meistern. Auf Passhöhe befindet sich ein riesiges Geröllfeld und von da ab wird es ziemlich bumpy. Wir gehen also auf 4 WD low und zuckeln den Trail hinab; der Trail verläuft als Shelfroad einem Geröllhang entlang, die Straße ist aber breiter als auf der bisherigen Strecke. Die Aussicht ist fantastisch, Time to take some pictures. Die Strecke ist mit 3 bewertet und das Rating stimmt.

In einer guten Stunde haben wir die 9,6 Meilen hinter uns und machen in Ophir Mittag. Wir belegen die Sitzgelegenheit eines öffentlichen Spielplatzes und schon haben wir Besuch von einem Hund aus der Nachbarschaft. Er leistet uns Gesellschaft, bettelt aber nicht. Als mir unabsichtlich ein Stück Brot zu Boden fällt, habe ich einen dankbaren Abnehmer. Wir packen zusammen und das letzte Stück Gravel bis zur 145 liegt schnell hinter uns.

Trout LakeDann geht’s weiter auf dem San Juan Skyway nach Rico und Dolores und schließlich nach Cortez. Auch wenn der Himmel ein wenig bewölkt ist, ist die Farbenpracht entlang des Dolores River eine Augenweide.

Es geht weiter nach Shiprock und an der Grenze zu New Mexico halten wir für ein Foto. New Mexico BorderDie Wärme ist für uns völlig ungewohnt; jetzt sind wieder Sommerklamotten angesagt. Ziel ist heute Farmington, wo wir gegen 15.30 h eintreffen und gleich unser Motel aufsuchen. Da gibt’s erst mal ein wenig Sucherei; unsere Buchung liegt nicht vor. Andy holt das Laptop und dank der Bestätigungsnummer bekommen wir unser Zimmer, sonst hätten wir uns was anderes suchen müssen, das Motel ist komplett ausgebucht. Wir müssen unsere Vorräte für die kommenden Tage auffüllen und in einer Mall gibt es auch noch ein paar Dinge. Abendessen gibt es heute im Golden Corral, den haben wir uns nach der Mesa-Wanderung und den zwei spartanischen Campingmenues verdient. Gut gesättigt geht es zurück ins Motel und wir freuen uns über eine ausgiebige Dusche.

Gefahrene Strecke: 423 km
Übernachtung: LA Quinta Farmington, Preis 75,22 $

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Donnerstag 2. Oktober

Pubelos und Hoodoos

Angel PeakUm kurz vor 7.00 h schalten wir den Computer ein; die Heimat wartet auf News from Overseas. Anschließend entern wir das Frühstücksbuffet und um 8.00 h geht es bereits Richtung Chacco Canyon. Am Abzweig von der 550 zum Angel Peak fahren wir erst mal vorbei, drehen aber nochmal um zu sehen, was es mit dem Wegweiser auf sich hat. Ein paar Meilen später tut sich ein großer Canyon mit Badlands auf – Wow! Kurzes Fotoshooting und weiter geht’s.

Am Abzweig Chacco Canyon beginnt eine üble mehr als 20 Meilen lange Washboardpiste, dass die Karre nur so dröhnt. Dem Chaco Canyon haben wir ja vor 3 Jahren schon mal einen Besuch abgestattet, aber Andy hat im Sommer einen Roman über dieses Gebiet und den Pueblos gelesen und wollte das alles nochmals sehen. GottesanbeterinKurz vor 10.00 h laufen wir im Visitorcenter ein, eine Lady mit zwei Kindern nimmt den Ranger gänzlich in Beschlag und frägt ihm Löcher in den Bauch; wir halten dezent Abstand, bekommen aber etliche Informationen mit, welche Hikes zu empfehlen sind. Wir lassen uns eine Map geben, sehen uns noch ein wenig die Ausstellung an und fahren dann zum Pueblo Bonito. Hier startet gerade eine Gruppenführung mit einem Ranger. Die ersten 10 Minuten gesellen wir uns dazu, ziehen dann aber alleine los. Wir haben eine kleine Infobroschüre, die zu den wichtigsten Stationen kurz und knapp erläutert, um was es hier geht. Diese Erklärungen deckten sich im ersten Teil auch mit denen des Rangers.

AufstiegWir marschieren weiter zum Whetherill Cemetary. Whetherill hat hier Ausgrabungen gemacht und wurde schließlich von einem Native bei einer hitzigen Auseinandersetzung getötet und hier begraben. Von dort aus geht es weiter zur Ruine En Kletsi, von wo aus der Aufstieg auf die Mesa möglich ist. Wir wollen den Rim wenigstens bis zum Overlook auf's Pueblo Bonito laufen. Heute sind wir beide nicht in Hochform, fühlen uns schlapp und der Marsch bis zum Overlook und wieder zurück zum Auto reicht fürs erste vollauf. Zudem hat es 28 °C; Temperaturen die wir nicht gewöhnt sind. Wir fahren den Loop und halten schließlich an einem freien Picknicktisch, wo wir gegen 13.00 h erst mal Mittag machen.

Gut gestärkt geht es dann nach A-shi-sle-pah und Andy sucht per GPS eine Abkürzung. Die erste Strecke würde direkt dorthin führen, wäre da nicht nach einigen Meilen die National Park Line – ein Zaun mit Gatter, zusätzlich mit einem Vorhängeschloss verriegelt. Also wieder zurück und die nächste Möglichkeit gesucht; die liegt dann in der 7890, die zur 57 führt und uns direkt zu den Bistis bringt. Als wir uns dem Parkplatz nähern steht dort ein Toyota 4Runner – zwei bekannte Gesichter stehen davor und wir sind alle etwas überrascht über dieses unerwartete Wiedersehen. Wir tauschen uns ein wenig aus über das bisher Geschehene und bekommen noch ein paar Tipps, ehe sich die zwei verabschieden.

Wir packen den Rucksack und machen uns auf die Socken; es geht erst mal am Rim entlang nach Westen. Schon von hier blickt man auf zahlreiche Hoodoos; die schauen wir uns dann genauer von unten an. Nach ca. 2,5 km steigen wir ab und begeben uns auf Entdeckungstour. Einfach toll, was es hier alles zu entdecken gibt. Ganze versteinerte Baumstümpfe, versteinerte Knochen und wer weiß was noch alles auf dem Boden herumliegt. Die Hoodoos sind klasse, mal stehen diese vereinzelt, dann wieder in ganzen Gruppen.

Wir erkunden etliche Seitencanyons, krabbeln über etliche Hügel und Elke rutscht aus. Der Schreck ist größer als der Schaden, lediglich einen Finger hats erwischt, doch ausgerechnet heute haben wir kein Pflaster im Rucksack. Wir sind fast 4 Stunden unterwegs, die Sonne sinkt langsam und taucht die Figuren nochmal in tolles Abendlicht. Dann heißt es wieder aufsteigen, Elke nimmt einen anderen Aufstieg, merkt aber schnell, dass dieser zu steil ist und muss nochmal umdrehen, während Andy schon fast oben ist und sich auf die Suche begibt. Kurze Zeit später taucht auch Elke auf und es wird Zeit für die Rückfahrt. Mit einem schönen Sonnenuntergang wird es heute leider nichts, die Sonne verschwindet hinter dicken Wolken und taucht auch nicht mehr auf.

Die Gravelroad zur 371 zieht sich fast endlos und man sollte vor allem in den Kurven etwas langsamer fahren, denn das Heck bricht bei zuviel Geschwindigkeit schnell mal aus. Als wir endlich die 371 erreichen ist es fast dunkel und es dauert nochmal fast 50 Minuten, bis wir in Farmington eintreffen. Eine Minute vor 8.00 h sind wir auf dem Parkplatz zum Golden Corral und keine halbe Minute später treffen unsere Freunde auch schon ein. Fürs Essen bleibt uns noch eine Stunde, um 9.00 h wird hier geschlossen; wir können allerdings noch eine gute halbe Stunde sitzen bleiben, ehe wir nett zum Gehen aufgefordert werden. Es gibt soviel zu erzählen, dass die Zeit wie im Flug vergeht. So stehen wir noch ein paar Minuten auf dem Parkplatz, ehe wir uns endgültig verabschieden – war schön, dass es mit einem Treffen geklappt hat. Dann nichts wie ins Motel; den Staub abwaschen, Bilder hochladen und um 0.00 h wird das Licht ausgeknipst.

Windrad

Gefahrene Strecke: 306 km
Übernachtung im La Quinta, Farmington für 75,22 $

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Freitag 3. Oktober

Die Nacht war kurz, wir packen unsere Sachen wieder ins Auto, gehen frühstücken und fahren nochmal kurz zu Walmart. Der Best Buy Laden öffnet erst um 10.00 h seine Tore, das dauert uns entschieden zu lange, denn wir wollen noch eine externe Festplatte mitnehmen. ShiprockDa wir in diesem Jahr zu zweit fotografieren, brauchen wir mehr Speicherplatz als die Jahre zuvor und Andy speichert die Bilder nur ungern auf DVD. Aber Walmart kann uns hier helfen und wir erstehen das gesuchte Teil. Nun aber los, es geht wieder retour nach Shiprock und weiter nach Teeg nos Pos und dann weiter nördlich mit Ziel Blanding.

Butler Wash RuinsWir treffen gegen mittag dort ein, fahren gleich weiter bis zu den Ruins vom Butler Wash und machen erst mal Mittag, wegen fehlender Picknicktische wird das Essen auf der Motorhaube serviert. Den kurzen Trail zu den Cliff Dwellings nehmen wir noch mit. Wirklich toll, was man vom View Point aus sieht; näher hin kommt man nicht, aber das ist wohl auch gut so.

Wir studieren erst mal unser Tourbook und dann geht es auf die 262 nach Süden. Hier soll es noch jede Menge mehr Ruinen geben, allerdings sind diese vom Trail aus nicht zu sehen. Fishmouth CaveWir wollten eigentlich noch einem Tipp aus dem Internet nachgehen, doch mit der Beschreibung kommen wir nicht so recht klar; es sind keine Koordinaten angegeben, auch aus dem Grund, weil das BLM diese Ruinen nicht publiziert. Für einen ausgedehnten Hike haben wir heute auch keine so rechte Lust. Wir fahren auf der 262, einer teilweise sehr ausgewaschenen Dirt Road bis wir auf die Decker Road stoßen und diese führt uns dann wieder bis zum Highway. Über einen Slotcanyon hinweg ist eine "Brücke" gebaut, in der ein Autowrack integriert ist; so hat man wohl aus der Not eine Tugend gemacht. Da es schon sehr bewölkt ist und der Wetterbericht Sturm und Regen angekündigt hat, verzichten wir auf weitere Unternehmungen und checken bereits gegen 16.00 h im Motel ein. Andy gönnt sich etwas Augenpflege während Elke noch Obst im Supermarkt besorgt. Gegen 18.30 h gehen wir im Old Thymer Restaurant was essen und dann ist für heute auch ziemlich bald Schluss.

Gefahrene Strecke: 334 km
Übernachtung: Motel 8 in Blanding für 0 $, da Wyndham Rewards Punkte

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Samstag 4. Oktober

Eine Rundfahrt

Obwohl der Wecker um 7.00 h klingelt, stehen wir heute erst ziemlich spät auf. Der Himmel ist voller Wolken und es sieht so aus, als würden sich recht bald die Schleusen öffnen. Somit bleibt unser Vorhaben, noch auf Ruinen-Exploring zu gehen, lediglich ein Plan – ein Regenguss verwandelt die Dirtroad in Kürze zu einer Piste mit Schmierseifencharacter. Also was tun?

Wir fahren zum Hovenweap National Monument, wo wir am späten Vormittag eintreffen. Wir laufen den 2 Meilen Loop und sehen uns die zahlreichen Tower an, die hier am oberen Canyonrand gebaut wurden. Das Wetter hält noch halbwegs, es tröpfelt nur ab und zu. Dann geht’s weiter nach Cortez.

Gegen 13.00 h sind wir dort und gehen erst mal was Essen; Andy favorisiert Burger King, Elke holt sich von Wendys ein Chilli, das sie bei BK verspeist. Das interessiert hier keine Menschenseele, wäre bei uns aber wohl eher problematisch. Es geht weiter nach Mesa Verde und lt. Auskunft des Parkrangers am Eingang finden alle Führungen statt, na dann sind wir doch dabei. Die Strecke bis zum Visitor Center hinauf zieht sich ganz schön und mit jedem Höhenmeter sinkt die Temperatur. Tickets gekauft und um 16.00 h können wir die Balcony House Tour machen. Bis dahin bleibt uns noch etwas über eine Stunde, die wir dem Spruce Tree House widmen.

Poison IvyWir hatten mit einem wesentlich längeren Trail bis zur Ruine gerechnet; es geht lediglich ein paar Serpentinen den Hang hinab und ein kurzes Stück auf der anderen Seite wieder hinauf. An der Quelle weist ein Schild auf Poison Ivy hin – nun können wir diese Pflanze endlich mal in Natura sehen; die Bilder auf Warntafeln sind meist sehr unscharf. Merkmal dieses Giftefeus sind die ölig glänzenden Blätter, immer 3 am Ende eines Triebes. Die Staude kann bis zu 3 – 4 Meter hoch werden.

Nun aber zum Spruce Tree House, eine der am besten erhaltenen Ruinen im Canyon. Sie liegt sehr gut vor Wasser und Wind in einem riesigen Alkoven geschützt. Es gibt eine Kiva, die man begehen darf und wir steigen nach unten. Hier ist es im Vergleich zu oben angenehm warm und trocken. Die Ranger, die hier Wache schieben, sind sehr nett und erzählen jede Menge, wenn man nur eine Frage stellt.

Wir müssen uns langsam auf den Weg machen, ein Abstecher ins Museum ist aber noch drin. Die Ausstellung ist sehr interessant und zeigt in Schaukästen, wie sich das Leben hier auf der Mesa entwickelt hat. 700 Jahre lang lebten hier Menschen; weshalb sie davon gezogen sind? Eine Dürreperiode könnte sein, mittlerweile geht man aber von rituellen Gründen aus. Die Nachfahren der einst hier lebenden Bevölkerung sind die Hopi, die für die Abwanderung auch keine eindeutig klärende Antwort haben. Laut den Hopi ist ihr Volk dazu bestimmt, "zu wandern" und vielleicht wurde es einfach Zeit, den Ort zu verlassen, aus welchen Gründen auch immer.

RangerUm 16.00 h beginnt pünktlich unsere Führung und der Ranger macht seine Sache sehr gut. Er ist erst seit einem Jahr dabei, gestaltet die Führung aber sehr unterhaltsam und anschaulich. Als wir den ersten Alkoven erreichen, gießt es wie aus Strömen und ein wahrer Sturzbach kommt direkt vor uns den Felsen herunter. Dann geht es die mehrere Feet hohe Doppelleiter hinauf, durch einen schmalen Durchlass und wir stehen mitten in der Ruine. Die Gruppe ist gerade richtig, nicht zu groß und wir haben Zeit uns alles anzusehen und bekommen jede Menge Informationen. Dass jedes Cliff Dwelling eine Wasserquelle hatte ist für uns absolut neu; vor 4 Jahren waren wir im Cliff Palace und darüber wurde nichts berichtet. Die 45 Minuten sind rasend schnell um, ehe es durch den „Tunnel“ in Krabbelhaltung wieder zurück zum Parkplatz geht.

Wir verabschieden uns und es geht zurück nach Cortez, wo wir in der Fiesta Mexicana unser in Farmington entgangenes Dinner nachholen. Das Essen ist prima; absolut empfehlenswert. Nun aber auf nach Monticello, wir haben noch eine gute Strecke vor uns. Gegen 8.00 h treffen wir dort ein, beziehen unser Zimmer im Days Inn und checken nochmal sämtliche Mails und Wetterdaten für die nächsten Tage. Laut Weatherchannel soll es am Montag besser werden. Wir hoffen das Beste, denn unsere Permits für den Canyonlands wollen wir auch einlösen.

Gefahrene Strecke: 361 km
Übernachtung: Days Inn Monticello für 75,99 $

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Sonntag 5. Oktober

Kein großer Plan

Abacho MountainsWir können uns heute morgen etwas Zeit lassen; es ist wieder stark bewölkt und es regnet noch. Die Temperatur liegt bei 10 °C, also bei weitem nicht so niedrig wie vom Weatherchannel angekündigt. Wir gehen in aller Ruhe frühstücken und während Andy schon mal das Auto belädt, schreibt Elke die letzten Karten. Wir fahren zum Canyonlands NP, im Nordwesten ist der Himmel schon etwas heller; allerdings meint man ab und an, der Himmel kommt herunter, so tiefschwarz sind die Wolken. Über den Abajo Mountains hängen dicke Wolken und in den oberen Regionen liegt Schnee. Auf der Fahrt zum Needles District begleiten uns immer wieder Regenschauer, mal heftiger mal etwas weniger schlimm.

Wir lassen uns von unserem Plan, morgen den Hike zu starten nicht abbringen und als wir den NP erreichen, geht es gleich zum Backcountry Office. Die Rangerin dort ist dieselbe unfreundliche Zicke wie im letzten Jahr, vielleicht nicht ganz so spröde, da sie einen Neuling in die Permitvergabe einweist. Wir disponieren kurzer Hand um, da die Strecke zum ursprünglichen Trailhead Cathedral Butte vermutlich sehr stark unter den Regenfällen gelitten hat. Wir buchen um und starten nun vom Peakaboo Trailhead; die Strecke bis zu unserem Campground, den wir uns selbst aussuchen können, ist sogar etwas kürzer und zudem müssen wir nicht absteigen. Vielleicht gar nicht so schlecht. Das Umbuchen klappt ohne Mehrkosten und Probleme. Wir  bekommen noch eine Belehrung, für do’s and dont’s, that’s it.

Cowboy KitchenWas nun? Wir haben noch den ganzen Tag vor uns, wandern wollen wir heute nicht, da es die nächsten zwei Tage genug sein wird und wir unsere Kräfte schonen wollen. Wir sehen uns im Visitorcenter noch den Film über die Entstehung des Parks an; ist ganz interessant. Andy findet noch eine Karte im Shop und dann fahren wir zum Cave Spring Trail; eine 1,2 Meilen Wanderung, die die ehemalige Cowboy Cave, ein paar Petroglyphs, zwei Leitern und Wandern auf Slickrock beinhaltet. Ist ganz nett. Als wir die ersten Meter gegangen sind, fängt es wieder an zu regnen und dank der Cave, können wir diesen Schauer im Trockenen abwarten.

RegenwetterEs ist halb zwölf als wir den Park verlassen und uns auf nach Moab machen. In der Rest Area gleich beim Hole `n the Rock machen wir Mittagspause. Der Wind ist frisch und wir halten uns hier auch nicht zu lange auf. Die Area ist pickobello, es gibt Mülleimer en masse und eine Toilette, die in Germany so mancherorten nicht annähernd so anzutreffen ist. Die letzten Meilen bis Moab ziehen sich wie Kaugummi, vom Needles District sind es immerhin ca. 126 km. Wir gehen in einer Laundry Wäsche waschen und brauchen hierfür eine knappe Stunde. Die Socken sind noch ein wenig feucht und werden auf dem Armaturenbrett unter Andys Protest zum Trocknen ausgelegt.

Wir gehen noch ein wenig bummeln, vor allem die Outdoorläden sind von Interesse und bei Gear Head gibt es Alles, was man zum Campen und Outdoorsport braucht. Ein super sortierter Laden, der sogar Campinggaz Kartuschen hat. Die Preise sind im Vergleich zu den anderen Geschäften noch human; so bekommt man eine Hardwear Jacke hier für 25 $ billiger. Schließlich holen wir uns beim Starbucks im City Market noch Kaffee und Tee und machen uns auf den Weg zurück.

Mittlerweile scheint die Sonne und es ist richtig angenehm; also gute Voraussetzungen. Das letzte Stück zum Needles District zieht sich wieder und die Strecke wird wohl neu geteert. Zur Zeit liegt dort aber ganz grobkörniger Riesel, der uns von einem überholenden Auto, dass 3mal so schnell als 25 MpH fährt, nochmal eine satte Macke in der Frontscheibe beschert. Auto CampingHeute haben wir am Vormittag bereits von einem entgegenkommenden Fahrzeug was abbekommen, dieser A ….. macht das nochmal wett. Auf einer Seitenausbuchtung der Hauptstrecke schlagen wir unser Lager auf; wir wollen diese Nacht im Auto verbringen, da es auf dem Peakaboo Campground eh keinen Platz mehr gegeben hätte. Wir packen schon mal ein paar Sachen für den Rucksack zusammen und kochen uns einen Megatopf Suppe von Campbells. Bei erstklassiger Abendstimmung löffeln wir zweitklassige Hühnernudelsuppe, es ist aber zum Glück trocken. Dann heißt es Auto umräumen, was wesentlich umständlicher ist, als ein Zelt aufzubauen. Wir sind gespannt, wie wir die Nacht verbringen.

Während Andy noch die Karte für morgen studiert, schreibt Elke Bericht und dann ist auch bald Schluss für heute.

Sixshooter Peak

Gefahrene Strecke: 313 km
Übernachtung: im Auto vor den Toren des Parkeigangs zum Needles District, 0 $

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Montag 6. Oktober

Endlich laufen wir wieder nach Plan

Um 7.00 h heißt es aufstehen; die Nacht im Auto war ganz o.k. Später kam nochmal ein heftiger Wind auf, der das Auto zum schaukeln brachte; er hat aber auch die Wolken vertrieben und heute erwartet uns ein stahlblauer Himmel. Während die Sonne am Aufgehen ist, verstauen wir Schlafsäcke und Isomatten in den Rucksäcken und Frühstücken bei Eiseskälte im Stehen. Das Gepäck wechselt wieder auf die hinteren Plätze im Auto und und eine gute Stunde später geht es in den Nationalpark mit Ziel zum Peakaboo-Campground.

Gatter zum Salt CreekFür das Gatter haben wir gestern den Zahlencode erhalten und können dieses problemlos passieren. Die nächsten 3,5 Meilen zum Trailhead verlaufen auf tief sandigem Untergrund und zeitweise im Salt Creek, der teilweise komplett mit Wasser gefüllt ist. Gegen 10.00 h haben wir den Trailhead erreicht, tanken nochmal kräftig Wasser und schultern die Rucksäcke (Andy ca. 12 kg, Elke knapp 11 kg).
Wir nehmen die Trailvariante via "Window"; der Trail führt den Hang hinauf zum Window, wo wir uns noch die Petroglyphs ansehen.

Durchs Window durch geht es auf der anderen Seite wieder runter, dafür spart man sich 0,5 Meilen Wegstrecke und nun liegen die 8,5 Meilen zu unserer Campsite vor uns. Salt Creek TrailDer Weg führt zum Teil auf dem alten Jeeptrail, dann wieder direkt im Saltcreek und geht sehr oft durch dichtes Gestrüpp aus hohen Gräsern, Schilf und Tamarisken. Jetzt ist das Gras noch feucht vom Tau und ist beim Durchlaufen richtig unangehm. Elke hat sich die Beine schon etwas am Gestrüpp zerkrazt, weshalb eine kleine Pause eingelegt wird, um die Hosenbeine wieder anzuzippen. Der Weg zieht sich, die Rucksäcke sind schwer und beim Laufen ist es kaum möglich, die Umgebung genauer zu betrachten, weil der Boden stets uneben ist. Hin und wieder verliert sich der Trail im dichten Gestrüpp und ab und an heißt es dann auch mal umdrehen und "back on track". 

Wasser filternAls wir nach 12.00 h Mittag auf einem großen Stein machen, überholt uns ein Pärchen, das wir vorhin flotten Schrittes auf der Sandpiste zum Peekaboo-Campground haben laufen sehen. Die beiden haben ein beachtliches Tempo drauf; allerdings trägt jeder von denen nur einen Tagesrucksack mit einer Isomatte. Nachdem wir uns etwas ausgeruht und die Schuhe von allen möglichen Stacheln und Samen befreit haben, die beim Laufen ständig in den Socken hängen bleiben und richtig unangenehm werden können, geht es auf zur letzen Etappe.

Bisher hatte es auf dem Trail kaum Wasser gegeben und dies beschäftigt uns; lt. NP-Service sollte jedoch Wasser entlang des Saltcreek zu finden sein. Kurze Zeit später kommen wir an ein Rinnsal mit natürlichem Auffangbecken; das Wasser ist klar und wir filtern hier zum ersten Mal. Salt Creek TrailDie noch folgenden Wasserlöcher, die jetzt noch auf dem Weg zu unserer Campsite liegen, sehen nicht einladend aus; sie sind voller Algen und das Wasser ist trüb, zum Teil hat sich auf der Oberfläche ein öliger Film gebildet. Völlig unerwartet erreichen wir gegem 15.30 h eine Campsite, die auch als solche ausgewiesen ist, sie liegt direkt unter Cottonwood Trees. Im Visitorcenter wurde davon nichts erwähnt, es hieß nur, wir sollen uns einen Platz irgendwo suchen, weit genug weg von einer Wasserstelle bzw. vom Trailhead. Wir errichten unsere Lagerstätte und suchen für die Vorräte eine Möglichkeit zum Aufhängen. Diese Aktion ist allerdings nicht so einfach; beim ersten Seilwurf – Andy hat einen kleinen Stein am Ende einer Schnur befestigt – verheddert sich dieser in den Ästen. Angel Arch CampAls Andy ruckartig am Seil zieht, bricht ein morscher Ast ab und kracht keine 5 cm neben ihm zu Boden. Nochmal Glück gehabt, der Prügel war ganz schön groß. Der zweite Wurf glückt auch noch nicht, aber beim dritten passt es und Elkes Rucksack baumelt in der Höhe. Das dünne Seil können wir an einem am Boden liegenden Baumstamm festzurren; hoffen wir mal, dass kein Schwarzbär auf die Idee kommt, sich damit zu vergnügen. 

Wir gehen noch ein wenig exploren; in einem Reisebericht war von ein paar Anasazi Ruinen die Rede, die sich hier in der Nähe befinden sollen. Die Beschreibung ist selbst ohne GPS Daten so gut, dass wir die Ruinen finden. Ruinen im Salt CreekSie sind allerdings nicht einfach zu erreichen; es geht nochmal durch einen tiefen Wash, aus dem wir wieder auf die Ebene aufsteigen müssen und dorthin führt kein Trail, so dass wir an Prickly Pears und sonstigen anderen Kakteengewächsen und dürren Sagebrush Sträuchern vorbei müssen. Andy rammt sich einen langen Stachel durch das Schuhleder in den Zeh und hüpft vor lauter Begeisterung und braucht Beistand. Der Zeh ist noch dran, der Stachel aus dem Schuh und als wir am Fuße der Ruinen sind und diese ausgiebig von unten inspiziert haben, setzen wir uns auf  einen von der Sonne gewärmten Stein und lassen die Umgebung auf uns wirken. Dann geht es wieder retour und an der Kreuzung nehmen wir den anderen Trail, dort soll es noch eine Ruine geben, die wir aber beim besten Willen nicht entdecken können.
Nun aber zurück zum Zelt, wir müssen noch Wasser filtern. Als wir das Zelt erreichen, haben wir zwischenzeitlich Nachbarn bekommen; Jörg und Gesine aus dem Schwabenland haben das gleiche Ziel, wie wir für morgen Früh. Wir kommen sofort ins Gespräch und unterhalten uns so angeregt, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Wir müssen uns richtig loseisen, die beiden wollen noch ein Stück laufen und wir Wasser holen. Die vorher entdeckte Wasserstelle ist ein tiefes Wasserloch mit matschigem Uferrand und hohem Schilf. Auch hier sieht das Wasser nicht gerade einladend aus; der Geschmack ist aber tadellos.

Zurück am Zelt gibt es erst mal Abendessen und noch ne Tasse Tee; Gesine und Jörg sind auch wieder eingetroffen und während wir kochen, quatschen wir weiter, bis es stockdunkel ist. Es ist jetzt richtig unangenehm kalt und gegen 8.00 h verschwinden wir in unseren Zelten. Die beiden haben aus Gewicht-Einspargründen nur das notwendigste eingepackt, d. h. Sommerschlafsäcke und nur das Innenzelt. Ist es in unserer kompletten Behausung schon recht frisch, frieren die beiden die ganze Nacht durch. Auch wir schlafen nicht erhohlsam; Elke kämpft mit eiskalten Füßen, die nicht warm werden wollen und auch Andy merkt trotz dickem Schlafsack die Kälte. Mitten in der Nacht werden wir durch Geräusche geweckt, die wohl ganz nahe am Außenzelt sein müssen. Elke hat gestern Abend in der Tasche des Innenzelts noch eine Banane verstaut, die vermutlich einen verlockenen Geruch verströmt. Elke räumt die Tasche sofort aus und verstaut das Obst im Rucksack, dann ist Ruhe.

Gelaufen: 6,1 km
Gefahrene Strecke: 22 km
Übernachtung: Campsite am Abzweig zum Angel Arch, Permit für zwei Nächte 15 $

Weitere Bilder des Tages

Dienstag 7. Oktober

Kalt!Um 7.00 treibt es uns raus (Temperatur knapp über 0°C) und im Nachbarzelt ist ebenfalls Aufbruchstimmung angesagt. Während wir Wasser fürs Frühstück aufsetzen marschieren unsere Mitstreiter kurz darauf los; sie wollen heute nach dem Angel Arch wieder raus aus dem Park. Nach einer knappen Stunde geht es auch für uns flotten Schrittes die 1.3 Meilen zum Angel Arch. Auf dem Weg entdecken wir einige Wasserstellen, die wir uns für den Rückweg merken. Als wir den Arch erreichen, liegt er bereits voll in der Morgensonne. Mit einem stahlblauen Himmel sieht er majestätisch aus und wir haben bisher noch keinen Arch gesehen, der so beeindruckend ist.

Angel Arch

Jörg und Gesine sind noch ein Stück weiter nach oben gestiegen; die Fotos von dort haben allerdings nicht die Wirkung. Wir genießen gemeinsam diesen Anblick und die Auslöser unser aller Kameras sind im Dauereinsatz. Der Molar wird nun auch noch von der Sonne angestrahlt und beide Motive zusammen sind unbeschreiblich.Angel Arch mit Molar Wir können uns fast nicht losreißen von dieser Szenerie, müssen aber los, da auch wir heute noch ein straffes Programm haben. So geht es zurück zum Zelt, unterwegs nochmal Wassernachschub gefiltert und wir packen einen Rucksack mit Tagesausrüstung. Nun heißt es, sich verabschieden – schade, dass die beiden uns verlassen. Wir tauschen noch Adressen und unsere Wege trennen sich. Es geht wieder zur Junction und nun weiter dem Salt Creek entlang mit Ziel All American Man; das sind one-way 12,5 km und es ist mittlerweile 10.45 h. Um spätestens 19.00 h müssen wir zurück sein, dann setzt die Dämmerung ein und den richtigen Weg zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit. 

Wir haben heute auch einen flotten Schritt drauf und kommen relativ gut vorwärts. Kurze Zeit später kommt uns das running-couple von gestern entgegen. Wir tauschen ein paar Worte; die beiden haben gestern den All American gesucht; aber leider nicht gefunden - beim Angel Arch waren sie nicht und wollen da auch heute nicht hin. Sie haben ganz in der Nähe gezeltet und sind schon wieder auf dem Rückweg.  SteingesichtAls es wieder ins Dickicht geht, geht es richtig hinein in die grüne Hölle. Manchmal sieht man den Trail kaum und ein paar Mal weichen wir wohl davon ab; finden glücklicherweise aber immer wieder zurück. Dann kommt auch schon die erste Campsite SC4, die wir ursprünglich reserviert hatten. Einen Steinwurf davon entfernt gibt es ein Rinnsal mit fließendem Wasser und wir nutzen erneut die Gelegenheit zum Wasser filtern und Vorräte auffüllen. Dies Stelle speichert Andy im GPS. Vielleicht ist es Einbildung, aber das Wasser schmeckt köstlich und ist richtig gut gekühlt. Durchs Dickicht geht es weiter, bis wir auf eine Art Plateau aufsteigen und unter uns liegen riesige Cottonwood Trees. Ein Blick zurück beschert uns den Ausblick auf einige Ruinen in unerreichbarer Höhe, es gibt auch Petroglyphs. Da diese nun aber im Schatten liegen und völlig ungeeignet für ein Foto sind, geht es weiter. Es geht wieder vom Plateau hinunter und es ist bereits kurz vor 1.00 h, als wir in der Sonne Mittag machen. Es ist heute wesentlich wärmer als gestern und so ist die Pause in der Sonne nur von kurzer Dauer. An unserem Picknickplatz sind wieder Ruinen über uns und am Weg liegen Schaufel und Spitzhacke und sonstige Ausrüstung. Hier wurde der Trail bearbeitet und ist in sehr gutem Zustand, was man vom Hinweg zum Angel Arch nicht gerade behaupten kann.

Die Zeit drängt und es geht weiter, bis wir schließlich den Upper Jump erreichen. Hier fließt das Wasser „in Strömen“ und ergießt sich über einen kleinen Wasserfall in einen riesigen Pool. Etwa 15 bis 20 Minuten nach dem Upper Jump erreichen wir die nächste Campsite SC3, die auf der Karte wesentlich weiter entfernt liegend eingezeichnet ist und wir mit mindestens noch 2 Meilen Wegstrecke gerechnet haben. Na umso besser, dann erreichen wir das Panel ja vielleicht noch vor 15.00 h, denn das ist unser absolutes Limit und wir müssen umdrehen.

Four FacesNach SC 3, auf dem 3 Zelte stehen, geht es wieder über den Creek und einen kleinen Wasserfall und dann folgen auch schon die Ruins mit den Four-Faces-Petroglpyhs, das nicht schwer zu finden ist. Wir schauen uns hier ein wenig genauer um, machen ein paar Fotos und wieder back on track geht es nochmal ca. 20 Minuten auf dem Trail, bis wir die Fin erreichen, wo wir zu einem Window aufsteigen müssen. Uns ist nicht bewusst, dass dies der ganz übliche Trail ist, wir haben eher mit einem Abstecher gerechnet, aber das ist natürlich super. Beim Window oben befinden sich Grundmauern einer Ruin, Tonscherben und ein zerbrochener Grindstone, die wir uns noch ansehen. Wir steigen durchs Window und unten angekommen geht es etwa 320 Meter nach links, der kleine Alcove ist schon von der Weite zu sehen und am Boden steht eine Info-Box, in der eine Erläuterung zum All-American-Man Panel liegt. Das Panel liegt ca. 13 feet hoch im Alcove und das hinaufsteigen ist nicht so einfach. Elke krabbelt voran und  schafft es gerade so, nach oben zu kommen. Im Alcove gibt es zwei Granaries, die schon etwas beschädigt sind. Andy bleibt auf halber Höhe und kann auch von dort einige Fotos vom Panel machen. Beim Abstieg aus dem Alcove entdeckt Elke noch eine kleine Schlange, die im Schatten in einer Felsspalte liegt und nur von oben zu sehen ist.

Salt Creek TrailGlücklich, das Panel gefunden zu haben und über diesen ereignisreichen Tag heute, gehen wir den Rückweg an. Wir liegen gut in der Zeit, auch wenn sich allmählich Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen, die Knie schmerzen. An der vorletzten Wasserstelle vor unserem Camp stellen wir fest, dass diese im Vergleich zum Morgen nur noch ein dünnes Rinnsal ist. Andy gräbt ein Loch und wir warten, bis das Wasser wieder klar ist. Dann wird nochmal aufgefüllt. Kurz vor 18.00 h erreichen wir die letzte Wasserstelle, wo wir nochmal für morgen früh auffüllen und zusätzlich einen Ziplock-Beutel.

Angel Arch CampUm 18.00 h sind wir am Zeltplatz; ziemlich k.o. nach 25 km plus den 5.3 km zum Angel Arch heute morgen. Wir setzen Wasser auf für Tee und Abendessen. Das Wasser der letzten Quelle muffelt richtig unangenehm und wir sind froh, dass wir es noch abkochen. Beim Tee kommt der Geruch ziemlich stark durch und Elke muss sich überwinden, das zu trinken. Heute steht Mountainhouse Beef with Noodles auf der Karte. Nachdem wir was Warmes im Magen haben, kriechen wir zufrieden und müde in unsere Behausung. Die Eindrücke des heutigen Tages müssen erst mal verarbeitet werden. Es ist die erste Nacht draußen, in der Elke keine kalten Füße hat.

What a Day!

Gelaufene Strecke: gesamt = 30,3 km, Durchschnitt: 3,3 km/h
Übernachtung: Campsite an der Junction zum Angel Arch

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Mittwoch 8. Oktober

Zurück in die Zivilisation

Um 7.00 h stehen wir auf, kochen Frühstück, räumen derweil das Zelt aus und bestücken schon mal die Rucksäcke. Nochmal ein Tee mit Müffelwasser; es gibt vorerst kein besseres Wasser. Um 8.30 h sind wir marschbereit, die Unterlegplane vom Zelt ist nass und voller Dreck; sie wird einfach in einer Tüte verstaut, fürs Trocknen bleibt keine Zeit. DreamteamDie Temperatur heute morgen beträgt gerade mal 2 °C; also genau so unangenehm wie gestern und nun wird es Zeit, sich warmzulaufen. Wir marschieren trotz großer Rucksäcke ziemlich flott dahin, bis Elke nach einer Stunde derartige Probleme mit ihrem linken Knie bekommt, dass wir eine kurze Pause einlegen müssen. Trotz Kniebandage schmerzt das Gelenk bei unebenem Gelände und hier hilft nur eine Schmerztablette, sonst kommen wir nicht vorwärts. Nach einer halben Stunde beginnt die Tablette zu wirken und es geht etwas besser. Es dauert nicht lange, dann beginnt Andy zu schwächeln; der Hike von gestern steckt uns in den Knochen und wir machen nochmal eine kleine Pause für einen Snack.

Salt Creek TrailWir kommen nur langsam vorwärts und sind mehr als erstaunt, dass wir das Auto um kurz nach 12.00 h erreichen, also gerade mal 3,5 Stunden – für den Hinweg haben wir mit Pause 4,5 Stunden benötigt. Glücklich, endlich das Gepäck los und wieder am Auto zu sein, gibt es erst mal was Kaltes zu trinken und das Müffelwasser wird entsorgt. Andy meistert die 3,5 Meilen Sandpiste mit den Wasserpassagen ohne Probleme, es geht durchs Gatter und direkt zum Visitor Center. Salt Creek TrailDort entsorgen wir erstmal unseren Müll und gehen uns in den Restrooms ein wenig frisch machen; um wieder unter Menschen gehen zu können. Die Restarea lädt ein zur Mittagspause, derweil wird die Zeltunterlage zum Trocknen ausgelegt und danach mit dem Handbesen abgekehrt.

Derzeit wird die Straße neu mit Teer vergossen, vor ein paar Tagen lag hier nur Split. Wir müssen am Parkausgang auf ein Pilotcar warten, hinter dem wir unnötigerweise eine ganze Weile hinterherfahren, obwohl weder ein Arbeitstrupp noch sonst etwas auf der Strecke im Einsatz ist. Schnell fahren kann man bei der gesplitteten Straße eh nicht.

Dann geht es auf normalem Untergrund Richtung Moab, wo wir gegen 15.30 h eintreffen und bei der Maverick erst mal tanken, da dieser fast leer ist. Beim City Market besorgen wir noch Proviant für die nächsten beiden Tage und dann geht es ins Motel. Wir betreiben ausgiebig Körperpflege – welch Genuss so eine Dusche ist – laden die Bilder der letzten Tage und schreiben Bericht.

Abendessen gibt es traditionell für uns beim Kokopelli Diner; einer bezahlt den vollen Preis, der zweite mit Coupon die Hälfte. Das  Kokopelli Chicken Burrito Diner mit Green Chili schmeckt prima und wir sind pappsatt, so dass nicht mal mehr ein Eis Platz findet. Der Abend im Motelzimmer vergeht ziemlich flott und es lockt schon bald ein weiches warmes Bett. Good Night!

Gelaufen: 12,1 km
Gefahrene Strecke: 133 km
Übernachtung im Days Inn in Moab zum Preis von 80,81 $

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Donnerstag 9. Oktober

Ein weiterer Traum wird wahr

Unser Tag beginnt wieder um 7.00 h und eigentlich wären wir zum Skypen mit der Family verabredet; klappt aber nicht. Andy ruft noch schnell zu Hause an und dann gehen wir ausgiebig frühstücken, die Auswahl ist richtig vielseitig. Zimmer räumen und für unterwegs noch einen Starbucks geholt und es geht zum Visitor Center im Canyonlands NP. Ausgerechnet heute sind wieder Teerarbeiten im Gange, was uns am Entrance zum NP die ersten 20 Minuten Warterei aufs Pilotcar beschert. Eine ältere Lady, die von einem der Autos hinter uns kommt und bereits einige Zeit wild mit dem Stoppschildhalter gestikuliert hat, kommt nun auf uns zu und will wissen, wann die beste Zeit für ein Foto am Mesa Arch sei. Dass dies der Sonnenaufgang gegen 7.00 Uhr morgens ist, will sie uns partout nicht glauben; gosh, da müsse sie ja schon um halb sechs Uhr aufstehen um rechtzeitig hier zu sein. Nächste Frage, welche Seite die beste sei und die gute Frau nimmt uns auch nicht ab, dass es nur eine Seite gibt, es sei denn sie will einen Freiflug in die Tiefe proben. Das ist aber noch nicht genug, jetzt wird auf die Wirtschaft in Deutschland umgeschwenkt und in einem Atemzug ist die Rede vom schwachen Euro, den unsicheren Spareinlagen und ihre Schlafstörungen deswegen. Was sonst noch alles von der Lady kommt, können wir in der kurzen Zeit gar nicht filtern und wir unterdrücken einen tiefen Seufzer, als der Stoppschildhalter sein Täfelchen endlich auf "Go" dreht.

Endlich im Visitorcenter haben wir riesiges Glück, einen von den beiden Rangern vor der Lady ansprechen zu können, denn die ist zeitgleich mit uns eingetroffen und labert nun dem anderen ein Ohr ab, mittlerweile bildet sich hinter ihr bereits eine Schlange. Shafer TrailWir bekommen unser Dashtag für die White-Rim-Tour und man erkundigt sich, ob es uns im Saltwater Creek gut ergangen sei. Die Frage erübrigt sich eigentlich; stehen wir doch freudestrahlend am Tresen. Dann nichts wie los, mittlerweile ist es kurz vor 10.00 h, doch so einfach geht es nun auch wieder nicht. Für das kurze Stück vom Visitorcenter retour zum Shafertrail lässt man uns keinesfalls allein fahren, hierfür muss wieder das Pilotcar her und das strapziert unsere Geduld um weitere 15 Minuten. Passend dazu eine Redewendung, die uns just in dem Moment einfällt "That's the way the cookie crumbles" was so viel heißt wie "That's live".

Elke am AbgrundEndlich auf dem Shafer Trail ist es nach 10.00 Uhr und nun kommt quasi der Prolog der White Rim Geschichte; beginnt der Trail doch erst unten an der Junction zur Potash Road. Dort wird der Tacho genullt und wir machen den ersten Halt an den Goosenecks, wo wir kurz hinlaufen. Der nächste Stop liegt unweit davon am Colorado Overlook und den Walking Stones. Bei den Walking Stones kann man mit einem Schritt über eine schmale Spalte hinweg auf den nächsten Stein gehen, der Spalt ist mehrere zig Meter tief – also nichts für Leute mit Höhenangst. Muselmann ArchGefährlich ist das Ganze jedoch nicht, denn es sind normale Schrittlängen, die einen von einem Stein zum nächsten bringen und diese sind ganz sicher fest. Die nächsten Halte sind beim Musselman Arch und der Washerwoman. Am Canyonrand oben kann man winzig klein den Mesa Arch ausmachen; dagegen ist die Figur der Washerwoman riesengroß. Hier sieht man mal die Größenverhältnisse aus einer anderen Perspektive. Es ist bereits kurz vor ein Uhr, als wir im Auto Mittag machen. Zwischenzeitlich ist heftiger Wind aufgekommen und wir wollen unsere Sandwiches ohne einer Prise knirschendem Sand gewürzt einnehmen.

Die Aus- und Einblicke in das Labyrinth des Canyonlands sind beeindruckend. Die Strecke ist gut zu bewältigen; ab und an gibt es einige Abschnitte, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. An einer Stelle geht es bei teilweise losem Untergrund über Felsplatten etwas steil bergauf und das rechte Vorderrad hängt kurzzeitig in der Luft, Andy packt aber diese Stelle wie immer sehr souverän.

White Crack CampEs geht langsam auf 17.00 Uhr zu, als wir uns unserer heutigen Campsite nähern. Wir haben White Crack zugewiesen bekommen und da diese Site nur für eine Gruppe - egal wieviele Teilnehmer diese hat - vorgesehen ist, sind wir dort allein. Es gibt sogar ein überaus gepflegtes müffelfreies WC. Der stark böige Wind macht uns etwas Sorgen beim Zeltaufbau. Wir einigen uns schließlich auf ein Plätzchen und richten uns häuslich ein, die Heringe der Abspannleinen werden zusätzlich mit Steinen beschwert. Gegen 18.00 h machen wir uns mit Getränken auf den kurzen Trail, der zu einem Aussichtspunkt führt, von dem man den kompletten Needles-Distrikt im Süden, die La Sal Mountains im Osten und weite Teile des NP im Westen überblicken kann. Sehr schön – hier warten wir auf den Sonnenuntergang.

Der Sonnenuntergang ist dann wirklich ein Szenario, das man gesehen haben sollte. Andy knipst was das Zeug hält und als das Licht immer mehr schwindet, geht es zurück zum Auto. Taschenlampe und Stirnleuchte haben wir dabei, doch der Mond scheint so hell, dass man den Weg auch so noch gut sehen kann. Gerade als Elke Andy vor eventuellen Schlangen warnen will, rasselt es ein Stück rechts von uns; eine Rattlesnake ist auf Beutezug und will nicht gestört werden. Andy mag Schlangen überhaupt nicht, während Elke sich langsam nähert. Die Schlage verzieht sich aber rasch in einem Sagebrushstrauch und wir lassen sie in Ruhe. White Crack CampDann kommt die wohl ulkigste Vorstellung in diesem Film; da es nach wie vor sehr windig ist, stellen wir den Kocher für heißes Wasser ins WC-Häuschen. Das geht ohne Wind Ruck Zuck, der letzte Mountainhousebeutel wird aufgegossen und wir nehmen unser Chili Mac Beef bequem im Auto ein, dazu gibts noch ein Bier.

Während Andy sich in das Tourbook vertieft, tippt Elke noch den Bericht. Wir müssen morgen zeitig los, denn es liegen 70 Meilen unpaved auf dem White Rim und weitere 120 Meilen bis Grand Junction vor uns. Ein kurzer Trail soll auch noch zum Laufen drin sein; hoffen wir mal, dass wir das alles unter eine Kappe bringen.

Um 21.00 h verziehen wir uns ins Zelt, der Wind scheint etwas nachzulassen.

Gefahrene Strecke: 119 km
Übernachtung: Campsite White Crack für 15 $

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Next 25. Tag / White Crack - White Rim Road - Grand Junction
Freitag 10. Oktober

Canyonlands - we love it

White Crack CampUm halb sieben klingelt uns Andys Wecker aus dem seichten  Schlaf. Über Nacht hat der Wind wieder an Stärke gewonnen; es kühlte jedoch kaum ab und wir hatten ungewohnte 15 °C im Zelt. Der Mond leuchtete bis 2.00 Uhr morgens ungewöhnlich hell, als hätten wir eine Straßenlaterne über uns. Warum Elke das alles weiß? Sie musste mehrmals raus und was macht man, wenn man nicht gleich wieder einschlafen kann ....

Also nix wie Wasser aufsetzen, während schon mal das Zelt leer geräumt wird. Andy gibt sich derweil dem Fotografieren des Sonnenaufgangs hin; die Tasse Kaffee bekommt er zum Fotostandpunkt geliefert. Wir frühstücken bei bester Aussicht – ein doppelter Genuss! Elke beginnt schon mal mit dem Zeltabbau, die restlichen Utensilien werden verstaut und um kurz nach 8.00 Uhr ist das letzte Foto im Kasten und wir können los. Zwar später als geplant, aber einen Sonnenaufgang wie diesen gibt es nicht alle Tage.

Heute gilt es 2 heikle Passagen zu meistern, Murphys Hogback und Hard Scrabble Hill. Wir wissen nicht genau was da auf uns zu kommt, aber da müssen wir durch bzw. drüber.

Murphy HogbackAndy legt schon mal ein gutes Tempo vor und die ersten 7 Meilen bis Murphys Hogback sind in 50 Minuten geschafft. Der Aufstieg ist knackig; die Spur ist ziemlich eng, aber weil der Untergrund fest ist, ist es zu schaffen und wir haben Glück, dass uns kein Auto entgegenkommt; zurücksetzen oder anfahren ist bei diesem steilen Anstieg und den engen Kehren kein Vergnügen. Die erste Hürde des heutigen Tages haben wir geschafft; kurze Pause, damit auch unser Auto zum Verschnaufen kommt, ehe es nach den Murphy-Campgrounds schon wieder satt nach unten geht. Die lange „Schnauze“ des Jeep Commander ist dabei absolut hinderlich; man sieht nicht, was direkt vor einem liegt.

Canyonlands

Jetzt tauchen auch langsam die ersten Mountainbiker auf und wir halten immer wieder mal an, um die Sportler vorbeizulassen – die sind in diesem Gelände klar im Vorteil und kommen schneller voran als wir. Es geht hinunter ins Soda Basin; ein völlig anderer Ausblick, der uns da präsentiert wird. Unsere langsame Fahrt wird von etlichen Fotostopps unterbrochen; in nicht allzu weiter Ferne liegt das Maze – ein Teil des Canyonlands, der uns noch völlig fremd ist. Die Strecke ist teilweise recht rau, zwischendurch gibt es wieder guten Gravel, auf dem man(n) schon mal 20 mph fahren kann, ohne ein Risiko einzugehen.

Green River OverlookBeim Greenriver-Overlook, der so gewaltig ist, dass wir ihn nicht fotografieren können, halten wir erneut und essen einen Apfel. Das Apfelgehäuse, das Elke ausnahmsweise über den Rim befördern will, findet seinen Weg wegen des starken Aufwindes am Rim nicht nach unten, sondern wird hoch in die Luft befördert und landet zu Andys Erstaunen vor seinen Füßen, als er bereits auf dem Weg zurück zum Auto ist. Der Wind ist wieder so stark, dass es einen fast davonbläst; nicht ungefährlich, wenn man zu nahe an den Abgrund geht. Also schnell ins Auto und weiter; die Böen wirbeln Staub und Sand auf und sind sehr unangenehm.

Hard Scrabble HillAuf dem weiteren Weg liegt ein kleiner Slotcanyon, den wir allerdings wegen der vielen gefüllten Potholes nicht begehen können, also weiter im Text. Die nächste Herausforderung ist Hard Scrabble Hill; hier geht es nochmal ganz schön zur Sache, da auch hier der Aufstieg mehr als steil, teilweise mit großen Steinen durchsetzt und sehr eng ist. Auch diese Hürde nehmen wir und dann folgt nur noch der Abstieg hinunter zum Greenriver-Camp und zum Schluss die Serpentinen wieder hoch zum Horsethief Point.

White Rim TrailDen ursprünglich geplanten Hike zur Fort Ruin lassen wir wegen des starken Windes ausfallen und gegen 14.00 Uhr sind wir inklusive Mittagspause und etlichen Stopps wohl behalten und ohne Autopanne wieder oben und machen uns auf zur I 70 nach Grand Junction, wo wir gegen 16.00 Uhr im Motel eintreffen.

Während Andy sich in die Dusche begibt, kümmert sich Elke um die Innenreinigung des Jeeps. Danach geht’s nochmal in eine Laundry und anschließend zu Ghenghis Grill zum Abendessen. Hier gibt es Mongolian Beef oder was auch immer man sich selbst zusammenstellen möchte. Mit einem kurzen Abstecher zu Sportsman’s World und in einen Buchladen geht es zurück ins Motel.

Gefahrene Strecke: 303 km
Übernachtung: Super 8 Motel in Grand Junction zum Preis von 78,56 $

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Samstag 11. Oktober

Interbrew - Interstate und Brewery

Es ist bereits nach 7.00 h, als wir das Zimmer räumen und zum Frühstücken gehen. Dort ist die Hölle los und wir bekommen gerade noch ein Plätzchen, um unsere Mahlzeit nicht im Stehen einnehmen zu müssen. Die Auswahl ist reichlich und gut gestärkt gehen wir die Meilen an, die vor uns liegen. Es ist angnehm warm; kurze Hose reicht voll aus. Noch schnell für billig tanken bei Safeway, einen Starbucks geholt und es geht auf der I 70 nach Denver.

Als wir uns der Ausfahrt Hanging Lake nähern, ist immer noch der Wunsch da, dorthin zu laufen, unser Plan für heute sieht aber anders aus. Also nochmal verschieben, obwohl das Wetter hierfür perfekt wäre und der Hike nicht lange dauert, auch wenn etliche Höhenmeter zurückzulegen sind. Je weiter wir in die Berge fahren, desto schlechter wird das Wetter. Die Fahrt zum Mount Evans können wir wohl knicken und als wir in Idaho Springs sind, ist dem auch so. Die Wolken hängen sehr tief und etwas weiter oben schneit es. Die Temperatur liegt gerade mal bei 3 °C. Ein kurzer Stopp beim Safeway, um die Restrooms aufzusuchen, lässt uns schlottern. Also muss Plan B her und der sieht vor, bis Golden zu fahren. Wir verlassen die I 70 und nehmen die 6, die uns direkt nach Golden führt.

Es ist kurz vor 1.00 h, also gerade recht für ein Mittagessen. Zum Glück gibt es ein Stück weiter einen Carls jun., wo wir uns einen Guacamole-Six-Dollar-Burger genehmigen. Dann wieder zurück nach Golden und direkt zur Coors Brewery. Coors BreweryWir wollen uns die Brauerei ansehen. Hierfür müssen wir ca. 45 Minuten in der Schlange stehen, ehe wir in den Shuttlebus einsteigen dürfen, der uns zum Firmengelände bringt. Die Tour ist selfguided, jeder Besucher muss eine ID vorzeigen, bekommt ein Armband und ein Headphone, das einem zu den jeweiligen Stationen die Informationen liefert. Man erfährt den Porzess zur Herstellung von Malz, und den Brauvorgang bis hin zur Abfüllung und Auslieferung. Die Infos sind recht kurz gehalten; über die Gründung der Brauerei wird allerdings wenig bis kaum etwas erwähnt. Das kann man sich dann im Internet zusammensuchen. Die Tour dauert knappe 45 Minuten, es steht für zusätzliche Fragen jede Menge Personal zur Verfügung. Coors BreweryAnschließend darf man in der Bar, nachdem man x-mal darauf hingewiesen wurde, mindestens 21 Jahre alt zu sein, noch 3 Verkostungen vornehmen. Das Blue Moon, ähnelt einem Weißbier, schmeckt ganz gut; das irische Red Kilanny dagegen eher etwas wässrig und das BM Harvest Moon – na ja. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass die meisten über 21 hier nur wegen der Verkostung hier sind und dies auch ausnutzen. Der Shop hat ganz nette T-Shirts, allerdings auch nicht ganz billig. Andy nimmt noch eine Mütze und ein T-Shirt mit und dann geht es zurück zum Auto; zwischenzeitlich ist es 17.00 h.

Auf dem weg zu unserem Motel liegt noch ein Outlet, wo wir noch einen kurzen Abstecher hinmachen. Da Columbus-Day-Wochenende ist, gibt es nochmal extra Rabatt und bei Eddie Bauer kommen wir natürlich nicht ohne Tüte raus. Nun ist es Zeit, endlich ins Motel zu fahren. Wir müssen in den Stadtteil Lakewood, wo wir zwei Nächte im La Quinta Inn & Suites gebucht haben. Das Zimmer ist nobel und sehr geräumig. Wir räumen unser Auto aus und in kurzer Zeit sieht das Zimmer aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Wir packen schon mal etwas in die Koffer und gehen gegen 19.00 h zum Essen ins Hacienda Colorado. Da ist ziemlich was geboten und wir müssen ca. eine halbe Stunde warten. Die Zeit wird genutzt, indem wir nebenan bei Circuit City reinschauen. Kaum sind wir da, beginnt unser Piepser auch schon zu läuten. Also wieder zurück und in Null Komma Nichts haben wir einen Platz. Zur Feier des Tages gibt es eine Frozen Margarita, die es ganz schön in sich hat. Das Essen ist absolut lecker; da kann eine Fiesta Mexicana nicht mithalten. Es ist zwar etwas teurer, aber jeden Cent wert. Umgerechnet bezahlen wir für Essen und Getränke gerade mal 35 €, davon können wir zu Hause nur träumen. Absolut begeistert vom Ambiente und dem tollen Essen geht es zurück ins Motel, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Gefahrene Strecke: 434 km
Übernachtung: La Quinta Inn & Suites in Lakewood zum Preis von 60,18 $

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Sonntag 12. Oktober

Ein grauer Tag

Der Himmel ist heute morgen grau in grau, die Temperaturen liegen bei gerade mal 4 °C und der heutige Tag sieht wettermäßig nicht verheißungsvoll aus. Wir lassen uns beim Frühstück Zeit und packen im Anschluss daran schon mal größtenteils unser Equipment in Koffer und Taschen. Dies dauert fast 1 ½ Stunden und nun ist es Zeit, sich auf den Weg zum Shoppen in eine Mall zu machen. Auf dem Weg dorthin noch kurz zu Walgreens und nebenan im Starbucks einen Kaffee geholt. Daran kann man sich gewöhnen, nicht nur an den Geschmack, sondern auch daran, bei diesem nasskalten ungemütlichen Wetter noch einen Handwärmer zu haben.

Wir fahren zur Nordstrom Mall, wo wir im letzten Jahr schon mal waren. Diese liegt an einem Kreuzungspunkt der 470 mit der I 25 und man fährt daran vorbei, wenn man von Denver Richtung Süden nach Castlerock möchte. Wir machen einen Abstecher zu Abercrombie und Andy findet ein weiteres T-Shirt. Die Preise sind nach wie vor gesalzen und das was „on Sale“ ist, findet nicht unseren Geschmack. Der Geruch in dem Laden ist bei beginnenden Kopfschmerzen überdimensional, weshalb Elke lieber vor dem Geschäft wartet. Auch hier hat es sämtliche namhafte Geschäfte; ein Bruchteil davon weckt unser Interesse. Mittagessen gibt es im Foodcourt bei Panda Express und wir sehen uns noch etwas um. Wir haben das ein oder andere Teil gefunden, zwar schade um die Zeit, aber bei diesem Wetter bietet sich nicht viel Möglichkeit, den Tag draußen zu verbringen.

Wir machen am späteren Nachmittag noch einen Abstecher in die Cherry Creek Mall direkt in der Innenstadt, nur um bei einem weiteren Besuch in Denver etwas Orientierung zu haben. Hier gibt es das gleiche Ladenangebot und Elke landet doch noch den Treffer mit der gesuchten Windjacke zum Sonderpreis. Andy erhält einen Anruf von Joe, der uns gerne nochmal treffen würde, bevor es morgen für uns nach Hause geht. Wir dachten, er sei beim Hunting, doch daraus ist, wie er uns erklärt, wegen Business nichts geworden. Wir verabreden, in ca. einer Stunde bei ihm vorbeizuschauen und dann eventuell noch auf einen Kaffee zu gehen. Die gute halbe Stunde bis dahin ist schnell vorbei und als wir auf dem Weg sind, meldet er sich nochmal, dass er die Wäsche aus der Laundry holt und wir doch bitte ein paar Minuten warten wollen, wenn er nicht öffnet. Er trifft zeitgleich mit uns ein und die Freude ist groß, uns nochmal zu sehen. Die kommenden 1 ½ Stunden sind weg wie nichts, er erzählt und zeigt uns wieder jede Menge Fotos. Angeboten bekommen wir allerdings nichts, auch kein Wasser. Er hatte schon versucht, uns die letzten Tage zu erreichen, wir hatten aber im „outback“ keine Funkverbindung. Ansonsten hätten wir, wäre das Wetter heute auch besser gewesen, zu seiner Farm rausfahren können und den Tag dort verbringen. Das klingt jetzt interessant, vielleicht klappt es ja ein anderes Mal. Wir können uns das recht gut vorstellen. Im Verlauf des Gesprächs erfahren wir auch, dass er bereits einen Plan für sein neues Domizil hat; es soll ein Haus im Adobe Stil auf seiner Farm sein, es wird aber wegen finanzieller Regelung noch ein wenig dauern, bis das Projekt starten kann. Joe beabsichtigt einen Teil seiner Kälber und Kühe auf einer Auktion zu verkaufen, dann wird er weiter sehen. Er bittet uns noch am Ende, wir möchten im rechtzeitig Bescheid geben, wenn es für uns im Frühjahr nach Arizona geht; eventuell macht er eine Pause und begleitet uns für ein paar Tage. We will see.

Nun ist es Zeit, zurück ins Motel zu fahren, auf dem Weg dorthin gehen wir noch bei Blackeyed Pea essen; das war keine besonders gute Wahl. Es ist ein Southwestern Cooking Restaurant mit keinem aufregenden Angebot. Neben Steakdinner gibt es auch Burger. Andys Essen ist o.k., hingegen Elkes fast kalt und das medium Top Sirloin ist trocken. Wir lassen es nochmal zurückgehen, das was dann kommt ist zwar eine Spur besser, aber es haut uns nicht vom Hocker. Na ja, hier handelt es sich um eine Kette und eventuell hatten wir mit der Auswahl gerade dieses Ladens einfach Pech. Zurück im Motel wird der Rest noch verpackt, nochmal E-Mails gelesen und dann endet der Abend mit einem Coors bei einem seltsamen Film mit dem Titel „Little Children“ – in der Hauptrolle spielt Kate Winslet.

Gefahrene Strecke: 81 km
Übernachtung: La Quinta Inn & Suites in Lakewood zum Preis von 60,18 $

Montag 13. Oktober

Homeward bound

Auch heute Morgen ist keine Eile angesagt. Es scheint zwar die Sonne, aber die Scheiben auf dem Auto sind gefroren – Temperatur gerade mal 1 °C – winter is coming. Wir frühstücken gemütlich, beladen unser Auto und begeben uns in den Berufsverkehr, kommen aber relativ gut durch. Kanada GänseEigentlich wollen wir noch in das Wildlife Refuge, das auf einem ehemaligen Militär- und Firmengelände zwischen City und Flughafen liegt. Als wir dort noch vor 10.00 Uhr ankommen werden wir leider abgewiesen; ausgerechnet am Montag „is closed for public“. Es befinden sich einige Kies- und Sandhalden auf dem Gelände und die Arbeiter sind heute zugange. Come tomorrow – ja schön, wenn wir da noch hier wären. Was jetzt, einen Plan B müssen wir uns erst ausdenken und aufgrund der fehlenden Zeit, können wir nicht mehr weite Fahrstrecken zurücklegen. Außerdem hat sich die Tankanzeige nun auch gemeldet.

DenverWir fahren noch ein Stück Richtung Zoo bzw. zum Naturhistorischen Museum, wozu auch ein großer Park mit See gehört. Dort spazieren wir durch jede Menge Gänsedreck von Unmengen kanadischer Graugänse in der Sonne. Von hier hat man einen zwar nicht spektakulären, aber immerhin ganz netten Blick auf Downtown. Schade, dass die Berge im Hintergrund kaum zu sehen ist; erahnen kann man jedoch, dass es hier jede Menge geschneit hat. Wir laufen um den See und machen uns gegen 10.30 h auf den Weg zum Flughafen. Andy setzt Elke mit dem Gepäck ab, bringt das Auto zurück und ist keine halbe Stunde später auch schon wieder da. Die fast noch volle Gaskartusche von Coleman wurde bei der Autorückgabe dankbar vom Servicemitarbeiter entgegengenommen; er geht campen und kann diese gut brauchen. Die restlichen Flaschen Wasser finden sicher unter den Kollegen auch noch einen Abnehmer.

Airport DENWir checken ein und gehen nach den letzten Dosen Cola, die wir noch leeren, durch die Security. Bei Panda Express gibt es noch Lunch und wir begeben uns für die letzte Stunde zum Gate. Die Maschine wird wie beim Hinweg voll, weshalb wir unsere Plätze nicht mehr ändern können. Pünktlich um 14.05 h heben wir ab und es geht back to normal. Wenn alles wie angekündigt passt, sind wir nach knapp 10 Stunden Flugzeit um 7.00 h in München; wir haben Rückenwind.

Gefahrene Strecke: 92 km

Weitere Bilder des Tages

Es war wieder ein toller, ereignisreicher und teils abenteuerlicher Urlaub. Bereits auf dem Nachhauseweg – etwas wehmütig – kommen einem Gedanken, ob so etwas noch zu toppen ist. Wir hatten schon dieses Mal ein wenig Zweifel, ob wohl alles klappen würde. Diese Zweifel waren völlig unbegründet, das Glück war wettertechnisch voll auf unserer Seite. Wir haben viele Meilen zurückgelegt, sicher auch manche deshalb, weil wir Teilstrecken doppelt gefahren sind. Die Hikes waren anstrengend, haben aber alle Mühe gelohnt. Als wir den Secret Tarn im Rocky Mountains NP gefunden haben, haben wir uns riesig gefreut – obwohl dieser kleine See für den ein oder anderen Betrachter vielleicht nichts besonderes ist. Der Hike dorthin erfolgte nur per GPS; einen Trail gibt es nicht und wir waren den gesamten Tag allein unterwegs. Schade nur, dass wir trotz aller Abgeschiedenheit kaum Tiere zu Gesicht bekamen. Das Lagerfeuer am Abend war absoluter Luxus; auch das Feuerchen am Morgen haben wir genossen. Ein weiteres Highlight war Grand Mesa – jederzeit wieder, auch wenn die Nächte Anfang Oktober schon sehr kalt und die Campingplätze bereits geschlossen sind. Dafür konnten wir mit ein paar wenigen Nachbarn die Natur so richtig genießen. Canyonlands NP Salt Creek, Angel Arch: Trotz fast 30 Mückenstichen, die Elke abbekommen hat und die Tage lang geschwollen und feuerrot waren, waren diese Tage der Hit. Wir kommen sicher wieder und dann von Cathedral Butte her und erkunden den Rest des Trails, den wir schon gut zur Hälfte gelaufen sind. Dass wir am zweiten Tag die Four Faces-Ruin und den All American Man gefunden haben, war super klasse. Tja und zum Schluss noch unsere White Rim Tour mit der Übernachtung am White Crack – ein ganz toller Abschluss dieser 4 Wochen. Der Jeep Commander war ein treuer Begleiter, hat alle Strecken – insbesondere die Pässe gut gepackt – dank Andy – auch wenn diese Kiste für solche Strecken zum Teil zu groß und wuchtig ist.

Bleibt nur noch sagen – good bye, hoping to see you soon and we will come back!

Gesamt gefahrene: 6092 km
Getankt: 193,08 gal / 731,8 l
Kosten: 703,76 $
Verbrauch: 13,29 l/100km
Übernachtungen gesamt 29 für 1334,93 $ macht im Schnitt 46,03 $


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