Trailheads.de > Reisen > Nordamerika > Shift - Northwest - USA 2012 > Shift - Northwest - USA 2012 (3. Woche)

16. Tag / Sonntag, 23. September

Die Nacht war frostig, aber o.k.; bei den Mitzeltern war bis spät abends noch Party angesagt und als wir aufwachen, wird in der Umgebung bereits Holz gehackt und der Morgenrhytmus beginnt. Andy schlummert noch ein wenig vor sich hin, bekommt Elkes Decke übergelegt und die marschiert schon mal Richtung Restroom. Hier ist es mollig warm und der Handdryer ist gold wert, um die nassen Socken, die noch feuchte Hose und sämtliche anderen Dinge zu trocknen. Nebenbei wird heißes Wasser gemacht und dann gibt es Frühstück. Wir haben keine große Eile, Plan für heute ist, zum Second Beach zu laufen und dort zu campen. Es ist richtig eisig heute und die Finger werden trotz heißem Tee und Kaffeetasse nichtig warm, die Sonne lässt sich auch noch Zeit.

Wir packen dann auch irgendwann zusammen und fahren Richtung La Push, hier hat es SONNE! Elke tippt am Strand mal die letzten Tage Bericht, wir trocknen unsere Schuhe und Andy genießt die Brandung und sieht den Surfern zu, die sich hier tummeln. Der Parkplatz zum Second Beach ist richtig voll, aber der wird sich vermutlich bald leeren, wenn die Wochenendausflügler wieder abziehen.

Wir haben uns gestern auch am Strand mit zwei Frauen unterhalten, die trotz Lebens auf einer Insel hier zwei Tage verbringen. Schon interessant, was so manche über Deutschland denken, dass wir überwiegend mit Elektroautos fahren und eben die Sonnenenergie nutzen. Wir haben einige Zeit über Economics geredet, wie es den Bauern so bei uns geht und was wir der Umwelt zugute so machen, mit unserer Elektrizitätsgewinnung und Bau von Solaranlagen und Dieselgewinnung aus Raps ….. war ganz nett und interessant und bei den Amerikanern findet das großen Zuspruch. Immerhin wird in Oregon und Washington (wenn auch nur teilweise) jetzt der Müll getrennt, was wir sonst auch bisher nicht kannten und es gibt Rücknahmeautomaten bei Fred Meyer und Safeway für Plastik- und Glasflaschen. Auch gibt es hier weitaus mehr Auswahl an Organic Food, die Brotauswahl z.B. bei Fred Meyer ist mehr als groß und es gibt sogar glutenfreies Brot …. vor einigen Jahren noch undenkbar.  Hier ist auch ein Trend erkennbar, den viele sicherlich nicht brauchen, den wir aber gut finden.

Gegen 12.00 h fahren wir zum Trailhead des Second Beach, dort kann man sich zwar registrieren, aber nicht die Gebühr für das Camping am Strand bezahlen. Wir fahren nach Forks zur Rangerstation, die sogar offen hat, und holen uns das Permit und einen bärensicheren Container; der ist vielmehr für die Racoons notwendig, als für die großen Gesellen. Der junge Ranger händigt uns das gewünschte Permit und den Container aus und wir machen dann auch gleich vor dem Gebäude Mittag; hier hat es zwei Picknicktische. Dann packen wir unsere Rucksäcke und es kommt ganz schön viel Zeug zusammen, das wir nur für eine Nacht meinen zu brauchen. Wir nehmen auch das Wasser mit, obwohl es sicherlich eine Möglichkeit zum Wasserfiltern gibt.

Wissend, dass der Trail zum Strand nur 1,6 Meilen beträgt, lässt sich der schwere Rucksack auch tragen; hätten wir jetzt die Strecke zum Shi Shi Beach vor uns, müssten wir nochmal kräftig Gepäck aussortieren, das ließe sich auf längere Sicht nicht bewältigen. Bevor wir aber starten, schauen wir noch kurz beim ACE rein; der ist hier richtig groß und hat sogar Campingaz Kartuschen. Auch sonst ist er für Outdoor gut ausgerüstet; man bekommt hier eigentlich alles, was man braucht.

Nun aber los, zurück nach La Push und auf gutem Trail vom Parkplatz durch den Rain Forest und es dauert auch gar nicht lange, da hört man schon das Rauschen der Brandung und kann den Strand sehen. Es geht noch ein Stück nach unten und dann sind wir auch schon da. Wir halten uns recht uns suchen uns ein Plätzchen am letzten Stück Sandstrand und da, wo bereits die steinige Böschung beginnt. Anhand der letzten „Wasserlinie“ kann man in etwa erkennen, wie weit das Wasser bei Flut steigt und wir in sicherem Abstand davon das Zelt aufschlagen können. Das Zelt steht im Handumdrehen, auch der Container wird bestückt und dann geht es auch gleich ans Treibholz sammeln. Da hier das ganze Jahr über viele Camper sind, liegt hier bei weitem nicht so viel Brennmaterial in kompakter Größe herum, wie am Rialto Beach und das meiste, das wir finden, wurde noch vor nicht allzu langer Zeit hier angeschwemmt und ist noch recht feucht. Wir nehmen, was wir für gut befinden und stellen es noch zum Trocknen in die Sonne. Dann laufen wir ein Stück den Strand entlang Richtung Süden; die Felsen, die hier vorgelagert sind, sind eine schöne Kulisse, es hat jede Menge Camper im südlichen Abschnitt und eine schon etwas ältere Frau steht auf einer Sandbank und macht Tai Chi.

Wir haben bis Sonnenuntergang noch jede Menge Zeit und Elke schnappt sich, nachdem sie mühevoll eine Matte per se aufgeblasen hat, diese und legt sich noch in die Sonne. Das tut so gut; nach der kühlen und feucht-kalten Nacht im Wald, doch sobald die Wärme nachlässt und ein leichter Wind aufkommt, ist es gar nicht mehr so angenehm. Andy sucht sich dann auch schon einen guten Platz zum Fotografieren, denn so langsam geht die Sonnenuntergangszeremonie los. Während Andy in der nächsten guten Stunde zu tun hat, genießt Elke den Sonnenuntergang vom Zelt aus und testet schon mal den neuen Windschutz für den Campingkocher und macht eine Tasse Tee. Das geht Ruck-Zuck. Irgendwann winkt Andy, dass es ihm langsam kalt ist; Elke bringt den dicken Fleece und die Mütze, man könnte nun gut Handschuhe vertragen. Die Flut erreicht langsam ihren Höchststand und die Sonne geht heute richtig fotogen und toll unter. Ein Erlebnis, das wir uns schon lange gewünscht haben und heute soll es klappen. Elke macht schon mal ein Campfire und dann sind auch bei Andy alle Bilder im Kasten und es gibt Abendessen.

Wir haben Mountainhouse mit Brot und Obst als Nachtisch; richtig gut was Warmes und dazu gibt’s hinterher noch was Süßes und einen Kaffee bzw. Tee. Wir feuern noch einiges Holz ab, wenn das auch immer wieder ganz schön qualmt und raucht; aber egal …. Irgendwann gehen wir dann auch ins Bett, der Mond ist mittlerweile auch aufgegangen und steht als leuchtendes Ei am Himmel. Als Elke spät nachts nochmal raus muss, es ist wohl so gegen 2.00 h, steht der Mond ziemlich tief und richtig rot am Horizont und vom Hole in the Wall scheint es, als gehe dort die Sonne auf. Eine seltsame Erscheinung, die wir uns nicht erklären können, denn Elke weckt Andy, das muss man gesehen haben. Für ein Foto ist es allerdings schon zu spät, der Mond ist kurze Zeit später untergegangen.

Übernachtung: Second Beach bei La Push, Permit 9 $ Bärencontainer inkl.
Gelaufen: nicht nennenswerte 1,6 Meilen und ein paar Meter am Strand
Gefahren: 42 mi

Weitere Bilder des Tages

17. Tag / Montag, 24. September

Die Nacht war nicht so angenehm; das stete laute Rauschen der Brandung, das im Laufe der Nacht noch intensiver wurde, die Feuchtigkeit, die überall reinzukriechen scheint und irgendwann wurde Andy durch ein Rascheln wasch. Wir haben eine kleine Tüte mit den Anzündern und einer Leine zusammen mit zwei leeren Tassen vor dem Zelt abgestellt. Das hat wohl einen Waschbären so angemacht, dass er sich darüber hergemacht und verscht hat, die Tüte aufzubeißen. Andy hat das gerade noch verhindern können und nimmt die Utensilien mit ins Zelt.

Gegen 7.00 h wird es hell und die Sonne zaubert ein wenig Licht auf die dichten Wolken; heute soll es noch Regen geben. Das Meer ist ziemlich aufgewühlt und die Wellen höher als gestern; es gibt jedenfalls mächtige Schaumkronen. Andy fotografiert nochmal was das Zeug hält, während Elke schon mal Frühstück und nochmal ein Feuer macht. Wir lassen uns Zeit mit dem Frühstück und wärmen uns so gut es geht, immer mal wieder die Finger; wir sind schon ein wenig durchgefroren.

Dann heißt es aber irgendwann einpacken und Aufbruch; die Sonne konnte sich eh nicht durchsetzen. Das Stück durch den Wald ist bald geschafft und es nieselt ganz eklig, als wir das Auto erreichen. Die Rucksäcke ins Zelt und dann geht’s auch gleich nach Forks, um den Container wieder abzugeben. Das ist auch ziemlich schnell erledigt und es geht wieder zurück nach Port Angeles, wo wir gegen Mittag eintreffen und bei Wendys Mittagessen. Bei Safeway gibt es noch einen Kaffee und Internet hinterher und wir reservieren schon mal ein Motelzimmer in Lacey bei Olympia. Das Wetter ist hier wieder weitaus besser, es hat Sonne und es ist angenehm warm. Wir nehmen die vor uns liegenden Meilen unter die Räder und wollen noch einen Abstecher nach Bainbridge Island machen, weil Andy meint, von dort habe man einen guten Blick auf Seattle, da die Stadt da genau gegenüber liegt. Je weiter südlich wir kommen desto mehr nimmt auch der Verkehr zu und der nervt uns richtig. Alles scheint trotz frühem Nachmittag unterwegs zu sein. Gerade die Strecke auf die Halbinsel nach Bainbridge Island ist mehr als dicht befahren und als wir dort ankommen stellen wir fest, dass man von hier aus rein gar nichts von Seattle sieht; es gibt kaum einen Aussichtsplatz ohne hohe Bäume. Wir drehen etwas frustriert wieder um und fahren zurück zum Highway 3, der uns dann nach Bremerton und schließlich nach Olympia führt. Wir sind ziemlich erledigt, obwohl wir heute nicht viel geleistet haben, aber die letzte unruhige Nacht, die Feuchtigkeit und Kälte steckt uns noch in den Knochen.

Es ist bereits gegen 17 h als wir Lacey und das vorgebuchte La Quinta erreichen; das Zimmer ist genial und wir genehmigen uns erst mal eine ausgbiebige heiße Dusche, um den Rauch von uns zu waschen. Und dann geht’s auch zum Abendessen, wir gehen heute mal wieder Sizzlern. Unser Vorhaben, hinterher noch eine oder zwei Maschinen zu waschen kommt nicht zustande, da uns der Waschsalonbesitzer vehement darauf hinweist, dass wir heute nicht mehr zum Zuge kommen, Last Load war um 19.00 h, obwohl der Laden bis um 21.00 h offen ist und wir noch eine gute halbe Stunde hätten. Na, dann eben nicht. Wir fahren zurück zum Motel und dann ist auch schon bald Schluss für heute.

Übernachtung: La Quinta, Lacey bei Olympia, 74,40$
Gefahren: 242 mi

Weitere Bilder des Tages

18. Tag / Dienstag, 25. September

Wir packen unsere Sachen und dann geht es nochmal zum Tanken und auf einen zweiten Kaffee und Internet zu Starbucks. Andy bucht dann auch den Kajak-Ausflug für Donnerstag in Friday Harbour. Und nun geht es Richtung Mount Rainier, jedoch – als wir dem Berg immer näher kommen, wird auch das Wetter immer schlechter und schließlich werden wir auch noch umgeleitet; worauf wir gar keine Lust haben. Dass die Strecke bereits auf der I 7 gesperrt ist, war uns nicht bewusst und wir beschließen, dass der Mt. Rainier heute nicht von uns besucht wird.

Auf der weiteren Strecke Richtung Norden wird der Verkehr wieder dichter. Gegen 12.00 h fahren wir an einem Panda Express vorbei, halten aber nicht gleich an, weil es eigentlich zu früh für Mittagessen ist. In der Hoffnung, dass der nächste Panda dann sicherlich in Kürze kommt, machen wir die Rechnung ohne den Wirt und es dauert dann doch einige Zeit, bis wir einen weiteren finden. In Maryville gibt es eine Super Mall, die hat aber im Food Court keinen Panda, wir finden ihn dann aber in der unmittelbaren Nachbarschaft, nachdem wir nochmal kurz das Internet bemüht haben.

Die Mall ist im übrigen nicht der Brüller, da halten wir uns auch gar nicht lange auf. Wenn man sich was einbildet, dann sollte man es wenn möglich auch haben und so geht es uns heute mit dem Mittagessen. Das ist auch wie gewohnt richtig gut und wir sind zufrieden und fahren die letzten Meilen auf der I2 Nach Sultan und zum Wallace Falls State Park, der lt. Campbook zwei Zeltplätze hat. Dort treffen wir gegen 15.30 h ein, entern auch gleich eine Seite und checken ein.

Dann nehmen wir noch den Trail zu den middle Wallace Falls in Angriff; dazu geht es durch den Wald und auch ein Stück bergauf. Wir schnaufen ganz schön, aber das tut auch gut, wieder mal ein wenig Bewegung zu haben. Nach 1h 20 min erreichen wir die Middle Falls und haben einen guten Blick auf die upper Falls, die über einen ziemlichen Absatz nach unten stürzen. Allzu viel Wasser haben die Falls zwar nicht, aber für ein paar Fotos reicht das allemal und die Anstrengung war es wert.

Gegen 19.00 h sind wir zurück am Auto und machen Abendessen. Heute gibt es nochmal Mountainhouse und einen Salat und hinterher noch eine Mango, Kaffee, Tee und Cookies. Wir verbrennen das restliche Firewood, darunter ist noch einiges Treibholz, das richtig gut brennt. Eine Maus raschelt noch im Unterholz und schaut mal kurz vorbei, was wir hier so treiben und dann geht es für uns auch in die Schlafsäcke.

Übernachtungs. Wallace Falls State Park 21 $
Gefahren: 157 mi

Weitere Bilder des Tages

19. Tag / Mittwoch, 26. September

Die Nacht war o.k., ruhig auf jeden Fall und nicht zu kalt. Wir hatten gestern noch richtig hellen Mond und Sternenhimmel. Heute morgen ist es ziemlich chilly; der nette Herr, der bereits hier nach dem rechten sieht und dem Elke begegnet, ist derselben Meinung. Wir machen Frühstück, nicht so toll, weil es dauernd von den Bäumen über uns tropft. Wir haben dichten und feuchten Nebel, so gar nicht das, was der Wetterbericht vorhergesagt hat. Nach Abspülen und Auf- bzw. Einräumen geht es nach Monroe, wo wir uns einen zweiten Kaffee gönnen und nochmal Internetaccess haben. Andy hat derweil auch das Motel in Mt. Vernon für die kommenden beiden Nächte reserviert und dann geht es nochmal Richtung Süden in eine Mall; denn bei dem Wetter fällt uns nichts besseres ein, als ein wenig zu bummeln.

Die Alderwood Mall im Norden von Seattle ist richtig schön und genau das, was wir uns unter einer Mall vorstellen. Wir schauen mal bei Eddi Bauer vorbei, allerdings ist Elkes Reklamation der im letzten Jahr gekauften Daunenjacke nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir lassen den Umtausch bzw. die Rückgabe sein und gehen noch zu REI, der hier gleich um die Ecke ist. Es gäbe hier zwei absolut tolle Campingstühle, super leicht und mit geringem Packmaß, allerdings nicht gerade billig, aber das heben wir uns da wir die ja jetzt zum Ende des Urlaubs auch nicht mehr brauchen, fürs nächste Jahr auf.  Da es mittlerweile auf Mittag zugeht gehen wir in den  Foodcourt und da gibt es bei Panda heute gleich nochmal Lunch. Anschließend noch einen Blick in den Apple Store geworfen und das neue iPhone 5 begutachtet und dann geht es nach Mt. Vernon.

Wir gehen dort gleich Wäsche waschen und das dauert heute schon etwas länger als sonst, haben wir doch ziemlich viel verrauchte und staubige Klamotten vom Zelten. Dieses Jahr haben wir soviel wie noch nie gecampt.

Anschließend geht’s ins Motel, wo wir das Auto schon mal ein wenig ausräumen und das Zeug für die morgige Kajak-Tour herrichten. Wir, bzw. Andy fotografiert noch den Sonnenuntergang am Skagit-River und dann geht’s heute zu einem Mexikaner, der im Tourbook lobend erwähnt wird. Das Mexican Cafe ist auch wirklich klasse, man wir gut bedient, der Laden ist ein Familienbetrieb und existiert schon in zweiter Generation. Wir werden sehr freundlich und nett bedient und das Essen ist wirklich mit Liebe zubereitet. Können wir nur empfehlen. Dank Tourbook mal wieder ein guter Griff, den  so manch andere Lokalwahl ging schon ziemlich daneben.

Übernachtung: Best Western Mt. Vernon, Rewards Punkte
Gefahren: 122 mi

20. Tag / Donnerstg, 27. September

Heute weckt uns doch tatsächlich mal der Wecker, wir haben ein Date. Um 7.00 h stehen wir auf und gehen dann auch relativ zügig zum Frühstück, damit wir uns dort Zeit lassen können. Es ist kaum was los; die paar Frühstücker sind nur kurz da und auch gleich wieder weg; der Renner sind die Biskuits mit Gravy. Wir schütteln uns schon innerlich beim Gedanken daran so einen Pampf morgens zu essen. Der Kaffee schmeckt gut, auch sonst ist alles prima und wir stärken uns ordentlich für den heutigen Tag. Zurück im Zimmer werden noch die restlichen Utensilien hergerichtet und Elke richtet noch Brotzeit her.

Um kurz vor 8.30 verlassen wir das Motel ein kurzes Stück auf der I5 und biegen dann ab auf die 20 nach Anacortes. Es hat wieder mal dicke Suppe, so dass wir von der Landschaft rein gar nichts mitbekommen und mehr im Blindflug fahren. Gegen 9.00 h sind wir in Anacortes und fahren erst mal falsch; wir kommen bei den Kühllagerhallen raus; irgendwie müssen wir den Abzweig zur Ferry übersehen haben. Wir drehen nochmal, fragen dann einen Herrn – der einzige Passant in der Commercial Ave – die Mainstreet hier – und der schickt uns zurück in die 4th Straße und nach Westen. Wir erreichen den Fährhafen, parken das Auto an der Straße – hier wird gar nichts verlangt, was uns ein wenig komisch vorkommt – packen unsere Taschen und gehen, da ja noch genügend Zeit ist, gemütlich zum Ticketoffice. Wie sich dann aber herausstellt, sind wir hier gar nicht richtig; die Fähre hier geht nicht nach Friday Harbour. Die Dame, die bei der Autoverladung die Tickets kontrolliert schickt uns weiter in die 8. Straße und dann 3,5 Meilen weiter nach Westen.

Jetzt ist Eile angesagt, es ist bereits 9.15 h und wir brauchen ja noch die Tickets und einen Parkplatz. Wir können auf der vor uns liegenden Strecke auch nicht Gas geben, es ist hier Zone 30, geht durch Wohngebiet und wir müssen uns den vor uns fahrenden Autos anpassen. Um 7 Minuten vor halb zehn erreichen wir den Fährparkplatz, löhnen 10 $ fürs Parken an einem Automaten und spurten dann zum Terminal. Dort geht dann aber alles ganz schnell, die Tickets werden gekauft, kosten pro Person 12,50 €. Das ist eine einfache Strecke, die westwärts bezahlt werden muss, zurück ist die Fahrt quasi kostenlos. Andy hat gerade noch Zeit für eine Restroomvisite, Elke holt sich noch einen Hot Tea und dann dürfen wir auch schon an Bord gehen.

Die Fähre legt dann auch kurz danach ab. Es ist nicht so viel los, so gibt es auch genügend freie Plätze und wir setzen uns erst mal ins Innere. Hier scheint schon die Sonne und die Sicht wird immer besser, sobald wir den Hafen verlassen, so dass es uns auch bald nach draußen zieht und wir die vorbeiziehende Landschaft auf uns wirken lassen. Kleine Inseln mit schönen Häusern mitten im Wald, das könnten wir uns auch gut vorstellen, hier zu leben, wenn man denn von zu Hause aus arbeiten kann oder gar nicht mehr arbeiten muss.

Nach einer guten Stunde erreichen wir Friday Harbour, fragen nach dem Office für unsere Kajaktour, denn das sieht man vom Fährhafen nicht auf den ersten Blick. Elke schaut noch kurz nach einem Brillenband, findet aber so auf die Schnelle nichts und so geht’s zum Office wo man uns schon erwartet. Der Fahrer trifft dann auch bald ein und bringt uns auf die andere Seite der Insel nach Mitchell Bay bzw. Snug Harbour, von wo aus wir starten werden. Wir haben im Auto bereits rege Unterhaltung mit einem Paar aus Australien und einem aus Illinois und jeder erzählt ein wenig, was ihn so hierher treibt. In Mitchell Bay trennt sich die Gruppe dann jedoch, das Illinois-Paar hat die 3 Stunden Tour gebucht. Wir bekommen Adam als Tourguide zugewiesen und natürlich noch eine ausführliche Einweisung, bis wir das Boot bestücken, unsere Schwimmwesten und den Spritzschutz anhaben und auch sonst alles auf unsere jeweilige Größe eingestellt ist.

Dann geht es endlich los, es ist bereits 12 h als wir ablegen und so langsam meldet sich auch der Hunger. Wir paddeln bei herrlichem Wetter raus in die Haro Strait, das ist die Hauptverbindungsstrecke der Frachter zwischen Vancouver und Port Townsend bzw. Port Angeles sowie Victoria. Beim Wegpaddeln haben wir auflaufende Flut und halten uns deshalb ziemlich nah an der Küstenlinie,  die Strömung etwas weiter davon weg, ist nicht ganz ohne und kostet ganz schön Kraft. Wir können an den Felsen einige bunte Seesterne entdecken und Andy macht immer mal wieder ein paar Fotos. Es geht ruhig und langsam dahin; also kein „Sturmpaddeln“. An der Küste entlang stehen allerlei große und auch kleinere Häuser, die meisten aber mit richtig Zaster gebaut. Adam erzählt nebenbei allerlei über das Leben hier und die Natur, ein richtig naturverbundener junger Mann mit großer Leidenschaft für das, was um ihn ist. Er ist hier aufgewachsen. Bis wir dann Lunchbreak machen, ist es bereits 14.30 h; unsere Pause liegt in Dead Mans Bay hinter einem kleinen Leuchtturm und bevor diese Bucht erreichen, müssen wir um einen Felsen, wo es ganz schön Gegenströmung hat. Wir zwei kommen gut durch und legen uns mit dem Paddeln ins Zeug; das australische Pärchen treibt ab und hat redlich Mühe, überhaupt vorwärts zu kommen. Adam eilt den beiden zu Hilfe und gibt Anweisung und schließich schaffen sie es im Zick-Zack-Kurs dann doch, wieder ins ruhigere Wasser zu gelangen.

Wir gehen an Land und brauchen nun absolut eine Stärkung, da es schon sehr spät ist. Andy hatte schon vor gut einer Stunde mächtig Magenknurren und Elke hat glücklicherweise einen Frucht- und Schokoriegel in die Innentasche des Spritzschutzes gesteckt. In der Sonne ist es herrlich angenehm zu essen, wir haben allerdings nur eine knappe halbe Stunde Zeit und Adam drängt zum Aufbruch. Von unserem Lunchplatz, den wir mit einer anderen Paddlergruppe teilen, können wir Tümmler in der Ferne entdecken und sogar einen Minkwal. Auf dem Herweg haben wir einige Harbourseals, eigentlich nur deren aus dem Wasser ragenden Kopf, sehen können. Wir packen wieder zusammen und treten den Rückweg an. Wir hoffen, noch ein wenig in der Strömung paddeln zu können, dies gelingt anfangs auch ganz gut, dann setzt wieder der Gezeitenwechsel ein bzw. ist schon im Gange und auf dem letzten Drittel haben wir dann wieder Kehrwasser. Dies ist zwar nicht so stark, aber nach nahezu 20 km Paddelei mit einem Boot, dass sich nicht so leicht wie unseres navigieren lässt, lassen auch langsam die Kräfte nach.

Gegen 17.30 haben wir Mitchell Bay erreicht und werden von dort wieder nach Friday Harbour gebracht. Wir verabschieden uns noch von Adam sowie Dave und Sandra, tauschen noch E-Mail-Adressen um Fotos zuzuschicken und dann geht’s zum Fährhafen. Andy meint, wir hätten noch jede Menge Zeit und da Elke zwischenzeitlich etwas fröstelt; die Sonne ist nun schon so gut wie weg, geht sie noch ausgiebig Händewaschen. Kurze Zeit später klopft es dann aber energisch an der Restroomtüre und einer der Fährgesellschaft mahnt, dass der letzte Aufruf bereits erklungen sei. Elke stürmt los und wir kommen noch gerade so mit auf das Schiff. Auf der Fähre gibt es überhaupt nichts zu kaufen, nicht mal einen Getränkeautomaten und Elke's Vorstellung, wenigstens einen Tee zu bekommen, ist erst mal gestorben.

Wir legen auf der weiteren Strecke auch noch in Lopez an, warten dort mehr als 20 Minuten im Hafen und bis wir in Anacortes eintreffen ist es bereits 20 h. Wir werden allerdings auf der Rückfahrt mit einer schönen Abendstimmung entschädigt und der Mount Baker zeigt sich in seiner ganzen Größe in lila-rosa-Hintergrundfarben. Wir sind nun mittlerweile ganz schön k.o. Und wollen eigentlich nur noch was essen und dann bald ins Bett. Im Auto wird das Tourbook zu Rate gezogen, wo wir zum Essen hingehen sollen und da wird das Rockfish Restaurant empfohlen Alle Mexikanischen Restaurants, die hier in der Mainstreet versammelt sind, haben keine Gäste, das Rockfish dagegen ist gut besucht. Also dann dahin; es gibt American Food und jede Menge Biersorten. Die Fish & Chips sowie Chowder und ein Salat mit gegrilltem Hühnchen sind jedenfalls recht gut, das Bier schmeckt auch. Bei Starbucks gibt es für Elke dann noch den ersehnten Hot Tea und dann geht es zurück nach Anacortes, wo wir nach 21.00 h eintreffen. Andy nimmt noch eine Shower und dann ist gut für heute.

Übernachtung: Best Western Mt. Vernon, Rewards Punkte
Gepaddelt: ca. 20 km auf San Juan Island
Gefahren: 47 mi

Weitere Bilder des Tages

21. Tag / Freitag, 28. September

Wir können heute ein wenig länger liegen bleiben; Elke treibt es jedoch schon um kurz nach 7.00 h aus dem Bett und sie gönnt sich erstmal eine ausgiebige heiße Dusche. Gegen 8.00 h gehen wir frühstücken und da ist heute was los; nahezu alle Tische sind belegt und die Masse drängt sich bei der Angebotsauswahl. Bis sämtliche Toasts und Waffeln gebacken sind, dauert dies ganz schön lange. Gut gestärkt und wieder zurück im Zimmer kümmert sich Andy um die Buchung eines Motels für die nächsten Tage, während Elke noch ein paar Klamotten bügelt und aufräumt. Es ist schon reichlich spät, als wir das Motel verlassen, bei Starbucks noch einen kurzen Stopp einlegen und gen Seattle fahren.

Wir habens' heute nicht eilig. Nicht so ganz bei der Sache, biegt Andy auf die 405 ab, statt auf der I 5 zu bleiben und Elke hatte das zu spät gesehen. Wir nehmen dann eine andere Anfahrt nach Seattle, die uns einiges mehr an Zeit kostet, der Verkehr ist mehr als dicht. Bis wir mit einem kurzen Tankstopp bei Safeway in einem der Vororte dann endlich Downtown erreichen und auch da nicht sofort die richtige „Anfahrt“ erwischen, weil nicht so ganz klar ist, wo wir das Auto parken können, ist es bereits nach 13.00 h.

Wir finden dann aber einen Stellplatz bei Elliot Bay direkt an der Straße und das kostenfrei, parken das Auto und gehen schon mal Richtung City. Etwas weiter vorne entdecken wir noch jede Menge freie Plätze und vor allem einen, der nicht vor einem Hydranten ist. Wir sind uns nicht sicher, da der Platz vor den Hydranten nicht gesondert gekennzeichnet ist, wie hier die Regeln sind. Andy hat ein ungutes Gefühl und bevor wir womöglich abgeschleppt werden, springt Elke im Laufschritt zurück, holt das Auto und Andy blockiert derweil den Parkplatz.

Es ist mittlerweile 14.30 h bis wir dann endlich den Pike Place Market erreichen und unsere Mägen schon in den Kniekehlen hängen. Wir wissen jetzt natürlich auch nicht auf Anhieb wohin, bleiben dann bei einem kleinen Imbiss gegenüber des berühmten „fliegenden Fisch-Standes“ hängen. Nicht gerade günstig, aber o.k. Wir können uns hinsetzen und hier ist nicht allzu viel los. Philli-Cheese-Sandwich mit Pommes und Salat schmecken jedenfalls, auch das Wasser kann man trinken und der Tee wird immer wieder aufgegossen, ist schon o.k. Wir sind nun aufnahmefähig, für das Getümmel hier; leider ist am Fischstand gar nicht so viel los und die Riesigen Schätze aus dem Meer werden kaum geworfen …. Wir sehen uns ein wenig um, dürfen getrocknete Apfelringe probieren, Pike Place Market Tee verkosten, werfen einen Blick in den ersten Starbucks Coffee Shop überhaupt und gehen dann mal runter an den Pier und weiter zur Bibliothek, die als Tipp im Lonely Planet erwähnt wird.

Hier kann man stöbern ohne Ende und in so manchen Abteilungen könnte man Tage zubringen. Die Auswahl an Landkarten, Profilkarten und Luftaufnahmen ist sehr interessant, in der Abteilung für Kochen, Garten, Hobby, Comic, alten Zeitungsausgaben etc. könnte man ewig blättern. Bis wir vom 10. Stock die Spirale wieder runter laufen vergeht einige Zeit. Es ist auch interessant den Leuten zuzusehen, die hier sitzen und arbeiten bzw. sich die Zeit vertreiben.

Von dort geht es weiter in die Old Town, wo wir kurz eine Schleife drehen und schließlich wieder zurück zum Pike Place Market gehen. Bei Starbucks ist nun eine Megaschlange von Leuten zu sehen, die für Kaffee anstehen und das ist uns zu dumm, zu warten. Wir gehen dafür zum Park mit Blick zur Waterfront und suchen uns ein Plätzchen, um den Sonnenuntergang mitzubekommen. Dafür haben wir zwar noch jede Menge Zeit, aber jetzt woanders hinzufahren, um den Sunset sehen zu können, würden wir bei dem Verkehrsaufkommen nicht schaffen.

Zwischenzeitlich lässt sich auch Mt. Rainier in der Ferne immer besser im Abendlicht erkennen; wow, dass der tatsächlich da ist, kann man kaum glauben. Andy fotografiert rege, während Elke schon mal für morgen einen Schlachtplan ausarbeitet. Wir bleiben dann auch bis die Sonne in den Wolken verschwindet und gehen zurück zum Auto. Die Strecke bis nach Lacey, wo wir wieder im La Quinta ein Zimmer haben, zieht sich ganz schön lange dahin; wir machen deshalb noch unterwegs eine Ausfahrt vor unserem Moteldomizil Halt bei Panda Express fürs Abendessen. Es ist bereits 20 h als wir dort eintreffen; wir bekommen aber wie gewohnt gutes Essen und da ist um diese Zeit noch richtig was los. Kurze Zeit später sind wir im Motel, checken ein, bekommen noch frisch gebackene Cookies und bis dann Bilder geladen und Bericht getippt sind, ist es bereit 23.30 und Zeit für die Koje.

Übernachtung: La Quinta, Lacey bei Olympia, 74,40$
Gefahren: 115 mi

Weitere Bilder des Tages

22. Tag / Samstag, 29. September

Unser Zimmer sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Mittlerweile ist das Auto leergeräumt und alles liegt in unserem Raum, zwar nicht komplett wild durcheinander, aber immerhin. Schon erstaunlich was in dem Hü-und-Ei (Hyundei) alles Platz hat. Wir versuchen der Putzfrau nicht gleich einen Herzinfarkt zu bescheren und machen ein wenig Ordnung für's Saugen. Dann geht’s zum Frühstück, kennen wir ja schon vom letzten Mal. Plan für heute, zugegeben auch strategisch etwas abgelegen unser Motel, wieder nach Seattle zu fahren. Vorerst gibt’s aber noch den schon mehr als liebgewonnenen Kaffe bei Starbucks damit wir auf der Interstate auch was zu schlürfen haben und uns nicht von der bereiten Masse abheben; es scheint kaum Autofahrer zu geben, die keinen Becher in Reichweite stehen haben.

Wir steuern die City an, erstes Ziel ist der große REI Flag Store und danach das alte Gaswerk. Der Tipp stammt aus dem Lonley Planet und einem Heft, was man Seattle eigentlich gesehen haben sollte. Der ehemalige Gaspark ist heute eher Naherholungsgebiet, im Süden liegt die Silhouette des City Centers samt Space-Neadle, auf dem See sind Segelboote und natürlich die Starts und Landungen div. Wasserflugzeuge aus der Umgebung. Bei herrlichem Sonnenschein spazieren wir herum und machen ein paar Fotos von den vielen Rohren und Kesseln, leider ist das Gaswerk eingezäunt und man hat diese Einzäunung natürlich auf auf den Bildern. Dann geht’s weiter, Elke hat den mega-großen Stadtplan auf dem Schoß und lotst Andy in den Ortsteil Ballard, wo wir uns die Chittenden Docks mit der Lachstreppe ansehen wollen. Zwischenzeitlich, man glaubt es kaum, geht es schon auf Mittag zu und wir müssen uns dann auch was zum Essen suchen.

Mit Fastfood ist hier eher wenig los, also bleibt nur irgendein anderer Laden. In Ballard sind wir ziemlich rasch, ein kleiner netter Ortsteil der angeblich lt. Reiseführer skandinavisch anmuten soll; wir konnten das allerdings nicht feststellen. Statt dessen haben wir ein Riesenproblem, eine Parklücke zu finden. Hier muss man sowieso überall zahlen, was ja kein Problem wäre, gäbe es denn auch Plätze. Am Wochenende ist alles zu Hause und die Straßen sind voll. Wir finden dann letztlich vor einem Healthcenter auf dem Parkplatz einen Stellplatz, haben dann aber kein Dollars für die Parkuhr. Schließlich zahlt Andy die 2 $ mit Kreditkarte; ein Witz, aber was will man machen, wenn der doofe Automat keine Quarters nimmt. Wir haben eine Stunde Zeit, müssen uns also beeilen, was zum Beißen zu finden und gehen dann auch kurzer Hand zu einem Vietnamesen, der schon lange hier sein Geschäft betreibt und ein Familienbetrieb ist. Die Auswahl ist reichlich und Elke bestellt auch gleich am Tresen; Tee gibt es eine komplette Kanne Yasmin umsonst; das ist ja toll. Auch das Essen ist prima und schmackhaft, eine gute Wahl. Wir haben dann gerade noch Zeit einmal um den Block zu gehen, ehe die Parkuhr abläuft und es gibt lauter nette kleine und ausgefallene Läden, fast ein wenig so wie in Ashbury Heights in SFO, wenn auch nicht ganz so abgedreht.

Wir fahren die paar Meter weiter zu den Chittenden Docks, suchen uns in einer Seitenstraße einen Parkplatz, was hier schon weitaus einfacher ist und marschieren in den Park. Hier findet in einem abgetrennten Teil gerade eine Trauung im Freien statt; es scheint zwar die Sonne, aber für Dekollteefrei ist es reichlich frisch. Na, das hatten wir ja schon; die Amerikaner scheinen hier weitaus unempfindlicher zu sein, was wir heute Abend noch mehrfach mitbekommen werden. Dazu aber später. Bei den Docks, zwei Schleusen, eine für die kleineren Boote und eines für die größeren Kaliber, ist jede Menge los und auch wir sehen ein wenig zu, wie es hier auf und zu geht. Ist uns das Schleusen ja selbst bestens vom Paddeln bekannt, gibt es hier aber doch eine gute Einrichtung: In der Schleuse ist eine bewegliche Seitenwand angebracht, die sich dem Wasserspiegel anpasst und man beim Festmachen nicht permanent Seil nachgeben oder anziehen muss. Wir sehen uns dann die Fischtreppe an, die als Besonderheit für menschliche Besucher sogar begehbar ist. In jeder Kammer der Treppe ist eine Scheibe und so können die Fische sehr gut beobachtet werden, eigentlich wie in einem Aquarium.

Im Anschluss fahren wir in den Discovery Park, eigentlich wollten wir in das Indian Cultural Center, das ist aber geschlossen. Dann gehts denn Berg wieder hoch und wieder steil abwärts zum Westpoint Lighthouse. Leider gibt es dort keine Parkplätze, deshalb sind die ganzen Leute auch den Berg runter gelaufen. Nun gut wir halten nur kurz und fahren dann weiter.

Unser nächstes Ziel ist der Kerry Park, von hier hat man einen schönen Blick auf die Stadt mit der Space-Needle und im Hintergrund den Mt. Rainier. Es ist noch zu früh für den Sunset, aber die Fotografen reihen sich schon entlang der Brüstung. Andy stelle sich auch dazu und baut seine Kamera auf. Wir verbringen hier bestimmt 3 Stunden bis der Sonnenuntergang einsetzt, dabei entstehen etliche Bilder, die letzten sind die schönsten. Sonst hätte sich das ja auch nicht gelohnt. Außer der Stadtansicht gibt es für uns auch etliche Hochzeiten und Modell Shootings zu anzusehen. Der Park ist sehr beliebt für Hochzeitsfotos und dergleichen, auch eine ganze Gruppe junger Leute in Ballkleid und Anzug erscheint. Wir können uns keinen richtigen Reim darauf machen, was die feiern, denn nach einer Hochzeit sieht es nicht aus, aber alle sind sehr festlich gekleidet, die Mädchen in schulterfreie luftige Kleider, für die es jetzt eigentlich zu kalt und windig ist. Elke fragt mal eines der Mädchen, was denn gefeiert wird. Es ist der Abschlussball eines Tanzkurses, mit Abstecher zum Aussichtspunkt.

Nachdem die Sonne nun verschwunden ist und es richtig kühl geworden ist, ziehen wir dann auch mal wieder los und haben Hunger. In der Nähe des Flughafens ist eine große Mall und dort gibt es auch einen Sizzler, der unser Lieblingsrestaurant geworden ist. Dort bekommen wir dann ein gutes Steak und fahren danach wieder nach Lacey zurück.

Übernachtung: La Quinta, Lacey bei Olympia, 74,40$
Gefahren: 166 mi

Weitere Bilder des Tages

23. Tag / Sonntag, 30. September

Heute wollen wir nochmal dem Mt. Rainier eine Chance geben und fahren die selbe Strecke, wie schon ein paar Tage zuvor. Die Sonne scheint und es ist bestes Sonntagsausflugwetter.

Im Park halten wir an 2 Aussichtspunkten, bevor wir kurz vor Mittag am Visitor Center in Paradise ankommen. Der Parkplatz quillt schon über, aber wir finden noch ein Plätzchen an der Seite und sehen uns das Visitor Center an. Danach nehmen wir in der Sonne noch unseren Lunch ein und entschliesen uns den 5 Meilen langen Skyline Trail zu gehen.

Dieser führt direkt vom Visitor Center über die Baumlinie hoch über das Nisqually Valley mit Aussicht auf den Gipfel, Gletscher und Wasserfall. Am höchsten Punkt liegt sogar noch Schnee und wir müssen über eine Rinne im Schnee ein steiles Stück den Berg runter rutschen. Am Berg vernehmen wir ein Donnern, können die Ursache dafür erst gar nicht ausmachen, bis wir ein große Staubwolke sehen. Da hat es wohl einen größeren Felssturz gegeben. Dann setzt sich noch ein Murmeltier auf einem Fels in Pose und hat überhaupt keine Scheu, die Fotografen so nah an sich ran zu lassen.

Auf dem Heimweg halten wir noch in Elbe, dort wird gerade eine Damplok nach einer Fahrt gewartet. Von einem Aussichtspunkt westlich des Mt. Rainier machen wir zum Sonnenuntergang noch einige Fotos, bevor wir in der Dämmerung zurück nach Lacey fahren. Als Abschluss gehen wir nochmal zum Sizzler und werden von der Bedienung an der Kasse auch gleich wieder erkannt.

Übernachtung: La Quinta, Lacey bei Olympia, 74,40$
Gefahren: 166 mi

Weitere Bilder des Tages

24. Tag / Montag, 1. Oktober

Nachdem alles in unseren Taschen verpackt ist, machen wir uns langsam auf den Weg. Natürlich nicht ohne im Starbucks nochmal vorbei zu schauen und einen Kaffee zu holen. Nebenan ist auch gleich ein Panda Express, dort essen wir auch nochmal zum Abschluss.

Dann geht es auf die Interstate zum Flughafen. Auto abgeben und einchecken, alles längst Routine. Wir haben eine 3 Reihe für uns alleine, was uns sehr freut und fliegen, wie auf dem Herweg über Reykjavik wieder mit Iceland Air heim. Das Umsteigen in Reykjavik ist wieder sehr schnell und ebenfalls problemlos. Kurios ist nur, dass wir in München sehr lange aufs Gepäck warten müssen. Man sieht 3 Männer die Maschine entladen und auch eine unserer Taschen auf dem Förderband liegen, das sich nicht bewegt. Andere Mitreisende werden schon laut und beklagen sich, aber die Dame am Schalter kann nicht helfen und versucht Informationen zu bekommen. Wie wir dann erfahren, müsste das Entladen des Gepäcks gestoppt werden, da sich im hinteren Teil des Flugzeugs eine große Menge an Ausrüstung in Kisten verpackt befindet, die nun zuerst ausgeladen werden muss. Die Kisten sind angeblich so schwer, dass das Flugzeug nach hinten kippen kann, falls das Gepäck ganz ausgeladen wäre. So warten wir bestimmt eine Stunde bis unser Gepäck endlich erscheint.

Gefahren: 56 mi (in USA)

Fazit

Zunächst wieder mal etwas Statistik zum Hyundai Santa Fe.

Gefahren: 2944 mi
Getankt: 429 l
Bezahlt: 440,81 $
Verbrauch: 9,56 l/100km
 
Andy´s Fazit:
Die Küste mit den Wäldern ist mal wirklich ganz was neues und es ist auch keine Küste, die man mit was anderem vergleichen kann. Besonders schön waren die vielen Übernachtungen im Zelt, auch wenn es öfters feucht war. Dann war natürlich die Paddeltour auf San Juan Island ein besonderes Highlight. Schade dass die Wanderung in den Enchantments nicht geklappt hat.
Dass der Nordwesten soviel zu bieten hat, hat mich dann doch noch überrascht. Natürlich haben wir uns von anderen Reiseberichten und natürlich von Isa und Steffen inspirieren lassen, aber ich muss schon sagen "there is more to see". Also wird das nicht unser letzter Besuch gewesen sein.

Dein Kommentar

bottom corner