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8. Tag / Samstag, 15. September

Die Nacht war Temperaturmäßig ganz angenehm; auch diesmal gibt es keinen Frost. Unsere Zeltnachbarn verhalten sich recht ruhig; eine „Bande“ Motorradfahrer zwei Plätze weiter tankt auch Energie für den nächsten Ride. Andy ist schon auf den Beinen und hat bereits Wasser für den Kaffee aufgesetzt. Wir packen das Zelt und unsere Utensilien wieder zusammen und dann gibt es Frühstück, eine Katzenwäsche und gegen 8.30 h starten wir zum Rim Drive.

Die Sonne scheint mittlerweile und wärmt trotz der Höhe; am Visitor Center oben am Rim ist es richtig schön angenehm. Der Crater Lake liegt glatt und tiefblau in seinem Bett; der Ausblick ist atemberaubend schön. Wir fahren den East Rim Drive ab und halten an den zahlreichen Aussichtspunkten; laufen auch ein paar Meter und genießen einfach. Da Samstag, ist heute weit mehr los als gestern Nachmittag, aber es verläuft alles ruhig und gelassen. Gegen 11.30 h sind wir wieder beim Watchman und haben die Umrundung des Lake geschafft; wir suchen uns ein schönes Picknickplätzchen mit Aussicht auf Wizard- Island und machen Mittag. Auf dem Weg raus aus dem Park kommt uns ein Oldtimer Konvoi entgegen; lauter schön gepflegte und tolle Autos; da wäre auch das ein oder andere dabei, das uns gefallen würde.

Wir verlassen den Park Richtung I 62 und Medford, halten noch an der Gorge. Hier ist im Mai ein Junge beim Fotografieren ins Wasser gestürzt und gilt seitdem trotz umfangreicher Suchaktion als vermisst. Ein Schild hängt an einem Aussichtspunkt und das gibt doch zu denken. Gegen 15.30 h sind wir in Medford und entern nochmal einen Ross; eigentlich weil Elke noch eine Mütze benötigt; wir kommen mit mehr raus, als wir eigentlich wollten.

Wir tanken noch voll und bei Starbucks gibt es noch einen Kaffee, derweil Andy in Grants Pass ein Motel reserviert. Unser Vorhaben, auch heute zu zelten, verschieben wir auf die nächsten Tage; zumal wir nicht wissen, ob wir wegen Wochenende auf einem National Forest Campground spät am Nachmittag noch was bekommen und wir eh vorhaben, an der Küste mehrmals zu zelten. Das Motel finden wir in Grants Pass ohne weiteres, wir packen unser Kühlgut in den Freezer , Elke geht duschen und dann entern wir den Sizzler gleich in der Nachbarschaft und lassen es uns schmecken. Anschließend gibt es noch eine Waschladung bei der Steamboat Laundry zu reinigen und dann geht es auch schon bald in die Koje, die Höhenunterschiede rauf zum Crater Lake und wieder runter bis auf nehezu Meereshöhe gehen nicht spurlos an uns vorbei.

Übernachtung: Super 8, Grants Pass
Gefahren: 161 mi

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9. Tag / Sonntag, 16. September

Um 7.00 h ist die Nacht zu Ende, Andy rumort bereits in der Dusche und Elke kriecht auch aus den Federn. Wir gehen dann auch gleich frühstücken ins EG; das Angebot ist überschaubar und o.k. Nur der Creamcheese fehlt und Elke holt den noch aus dem Kühlschrank im Zimmer. Auf dem Weg zurück steht ein kleines älteres Männlein etwas verloren im Treppenhaus und fragt, wo es denn hier Kaffee gibt. Er ist nicht mehr so ganz sicher auf den Beinen, findet aber allein in den Frühstücksraum, wo seine Frau bereits auf ihn wartet und ihr hilft ein junger Mann, eine Waffel zu backen. Während wir frühstücken läuft im Fernseher der aktuelle Wetterbericht und der verheißt für die komplette Woche Sonnenschein und warme Temperaturen um die 85 °F. Lediglich an der Küste ist es kühler und es kann auch Nebel geben; Warmfront vom Landesinneren und kühlere Luft vom Pazifik haben hier dieselbe Auswirkung wie wir das im Frühjahr in Namibia in Swakopmund erlebt haben.

Das ältere Ehepaar am Nachbartisch spricht uns dann noch an, ob wir aus Deutschland kommen und ob wir hier leben, oder wie …. Bei der Frau hört man trotz Englisch einen markanten norddeutschen Dialekt heraus und wir erfahren auch gleich, dass sie gebürtig aus Hamburg stammt, seit 1954 in USA lebt, bei BASF gearbeitet hat und hier ihre Schwester besucht. Sie sind von Detroit hierher geflogen. Wir haben das Gefühl, dass sie sich richtig freuen, Landsmann und -frau zu treffen und so schnell kommen wir denen auch nicht aus. Natürlich erzählen sie auch, wo sie schon überall waren, das König-Ludwig-Schloss und Garmisch, München ja sowieso, dürfen bei der Aufzählung nicht fehlen. Eigentlich kennen wir diese Reihenfolge überwiegend von den Amis selbst, die meist in Deutschland stationiert waren; aber das nehmen sich wohl die ausgewanderten Landsleute nicht viel. Erinnerungen sind es, die das Leben ausmachen und im Alter eine ganz bedeutende Rolle spielen. Das Männlein bedauert, dass zelten für ihn heutzutage nichts mehr ist, weil er eine Herz-OP hatte; früher ging er stundenlang durch den Wald zum Jagen …. als Elke erwidert, dass auch wir älter werden, ist er sichtlich gerührt, von jungen Leuten so etwas zu hören. Wir sind mittlerweile fertig mit unserem Morgenmahl und brechen auf; die gewaschenen Klamotten sind über Nacht auch noch vollends getrocknet und alles wird wieder verpackt.

Auf dem Weg aus der Stadt halten wir noch an einem Safeway und nehmen  Steaks für heute Abend mit; auch ein Bündel Feuerholz geht mit. Unsere Erfahrung aus Namibia hat gezeigt, dass man nicht zwingend eine Glut zum Grillen braucht; es geht auch auf dem offenen Feuer, solange das Holz gut brennt.

Nun geht es gen Süden und stetig immer bergab, die Orte werden zusehends kleiner und schon bald erreichen wir die Grenze zu Californien. Wir halten für ein Bild vom Staatsschild und kurz darauf müssen wir durch eine Agricultural Control; o wei, hoffentlich wollen die nicht sämtliches Obst und Gemüse sehen, das wir dabei haben. Wir werden freundlichst von einer sehr netten Dame aufgeklärt, dass wir hier ein paar Fragen beantworten müssen; nichts weiter schlimmes. Sie sieht, dass wir Feuerholz in einer Kiste auf dem Rücksitz haben und möchte wissen, wo wir dieses gekauft haben, fragt aber nicht, ob wir noch weiteres selbst gesammeltes Holz dabei haben. Ansonsten noch die Frage, von woher wir kommen, ob es ein Leihauto ist und wo wir das gemietet haben und wohin die Reise gehen soll. Sie bedankt sich sehr höflich und wir dürfen passieren ….. Uff, Elke hatte schon befürchtet, dass unser biologisch dynamisch abbaubare Proviant hier geopfert werden muss.

Wir streifen in Californien noch ein kurzes Stück den Redwood National Park; die Riesenbäume, die direkt an der Straße stehen haben schon was gigantisches an sich. Und dann dauert es auch nicht mehr lange, und wir erreichen die Küstenregion; von weitem ist der dichte Nebel zu erkennen, der im ersten Moment aussieht, als handelt es sich hier um Rauch. Schon irre; zum Teil erkennt man den tiefblauen Himmel ein Stückchen weg von der Küste und so, als hänge hier ein Nebelvorhang, sieht man von Strand und Wasser nicht viel.

Wir kommen schließlich nach Brookings, wo wir uns trotz vorgerückter Stunde, es geht schon langsam auf Mittag zu, noch einen Kaffee bei Starbucks holen. Nicht viel weiter liegt dann auch der Harris State Park, in dem wir heute Nacht bleiben werden. Wir meinen irrtümlich, wir nehmen hier für eine Nacht einen Campground, damit wir im Samuel Boardman State Park nicht noch zusätzlich Eintritt bezahlen müssen; was aber komplett falsch ist. Die Dayuse der State Parks bis hoch nach Coose Bay kosten gar nichts, das erfahren wir aber erst, als wir in Harris Bay bereits die Nacht bezahlt haben. Aber egal, wir haben uns eine Site ausgesucht und fahren nun weiter zum Samuel Boardman State Park, der etliche Aussichtspunkte und Trails zum laufen hat.

Gleich beim ersten Halt, hier kommt man vom Parkplatz ganz bequem hinunter zum Strand werden wir von einem Herrn mit schwedischen Wurzeln aus Illinois angesprochen, der uns erzählt, dass er in Aschaffenburg stationiert war. Auch hier wieder die Erzählung über Garmisch Partenkirchen, Ober- und Unterammergau and so on. Ist ganz nett, was er so erzählt; wir können immerhin das Gespräch aufs Campen lenken und was wir hier so treiben.

 

Wir fahren die nächsten Haltepunkte an und machen dann bei Whalehead Bay in der Sonne Mittagspause; zwischendurch zieht es immer wieder zu, die Temperatur ist ganz angenehm. Wir laufen dann auch ein paar Trails, die es in sich haben; denn vom Parkplatz geht es mehr als steil hinunter zum Strand und dann auch wieder hinauf. Manche Aussichtspunkte sind wirklich spektakulär, sofern man denn Sicht hat.

Gegen halb vier wollen wir noch zum Secret Beach; Elke schwächelt aber ein wenig und verlangt nach einer kurzen Pause für Augenpflege. Andy ist ein wenig genervt, lässt Elke im Auto und marschiert den Trail am House Rock Viewpoint entlang Richtung Beach. Nach 20 Minuten ist für Elke die Pause genug und auch sie macht sich auf den Weg. Da sie aber nicht wissen kann, wo Andy sich aufhält und sich der Weg teilt, kehrt sie wieder zum Auto zurück und schreibt noch ein paar Karten. Kurze Zeit später taucht auch Andy auf; der Nebel ist mittlerweile so dicht geworden, dass sich der Marsch zum Strand nicht lohnt, weil man einfach nichts mehr erkennen kann.

Wir beschließen, zum Zelt aufzubauen und dann auch bald zu grillen; vielleicht wird es ja noch mit einem Sonnenuntergang was. Das Feuer brennt schon bald und auch der Salat ist fertig geschnippelt und das Fleisch hergerichtet. Das Essen ist prima, nur leider zieht nun vom Meer her ein ungemütlich kaltes und feuchtes Klima und die Feuerstelle ist so weit von Tisch und Bank weg, dass diese auch nicht wärmt. Jetzt wäre auch ein Seelentrösterchen à la Dalmore prima, nur so etwas haben wir dieses Mal leider nicht. Elke geht schließlich noch abspülen, macht nebenbei noch Teewasser und Andy testet die Showers, die hier im Preis mit inbegriffen sind. Anschließend stöbern wir noch ein wenig im Lonely Planet, Elke tippt den heutigen Bericht und dann verschwinden wir auch schon recht früh in den Schlafsäcken. Auch witzig, nach dem Abendessen fährt ein Eiswagen durch den Campingplatz; nee danke, uns ist schon kalt genug.

Übernachtung: Harris Bay SP, 20 $
Gelaufen: ein paar Meilen und Höhenmeter im Samuel Boardman Statepark
Gefahren: 131 mi

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10. Tag / Montag, 17. September

Um 7.00 h werden wir wach, der Verkehr auf der nahe gelegenen 101 ist schon im Gange und Elke kriecht schon mal raus; geht in den Waschraum und macht auch gleich Wasser heißt für den ersten Kaffee. Es nieselt und ist feucht; nicht wirklich schön um im Freien zu Frühstücken, aber es hilft ja nichts. Während Andy das Zelt schon mal von innen abbaut, ist dann auch bald das Frühstück fertig; unsere Nachbarn kriechen nun ebenfalls aus dem Pickup und er macht erst mal ne Dose Mountain Dew auf; na den Prost. Zelt haben die beiden gar keines aufgebaut; klar, die Ladefläche von der hinteren Kabine des Pickup ist lang genug, um dort schlafen zu können und man braucht auch kein feuchtes Zelt einpacken wie wir es tun.

Gegen halb neun Uhr ist alles wieder verstaut und wir holen nochmal Grillfleisch bei Fred Meyer. Andy besorgt, während Elke schon mal am self check out zu Gange ist noch Trockeneis für die Kühlbox. Da dies aber extra geordert und dann auch noch von einer Assistentin eingetippt werden muss und der Selfcheck-out auch so seine Tücken hat, weil im Scanner und da, wo die Waren die Tüte gepackt werden sollen eine Waage ist, die gar nicht damit einverstanden ist, wenn die Tüte vor dem Zahlen da herunter genommen wird, müssen wir etliche Male wieder die Tüten zurückstellen, bis wir das System kapieren. Es geht jedenfalls schneller, wenn man eine „bemannte“ Kasse aufsucht und sich nicht selbst  abkassieren will. Als Andy dann auch noch das Trockeneis so in der Kühlbox verstauen will, verkühlt er sich die Finger dermaßen, dass er diese erst mal nicht mehr so recht spürt. Dazu muss man Handschuhe tragen, ohne Schaden zu nehmen.

Nun geht es aber endlich los gegen Norden; das Wetter ist heute noch trüber als gestern und wir hoffen inständig, dass es gegen Mittag mal aufreißt. Wir halten noch mal am House Rock Viewpoint und gehen den Loop, den Andy gestern genommen hat. Es geht ganz nett durch den Wald und die Aussicht auf zwei Felsentore ist nicht ohne. Auf dem Rückweg begegnen wir zwei Frauen, die hier den Trail sauber halten und kommen natürlich ins Gespräch. Sie sind ganz erstaunt, dass junge Leute den Loop gehen und auch noch, wie aus dem weiteren Gespräch herauszuhören ist, well educated sind, was die Möglichkeiten des Campens im National Forest oder auf BLM Grund anbelangt. Sie können zwar einerseits nicht so recht verstehen, dass wir, wo es bei uns in den Alpen so schön ist, hier Urlaub zum wandern machen, lassen sich aber gerne aufklären, dass es bei uns zur Wandersaison einfach viel zu überfüllt ist, wenn man die Ruhe und Einsamkeit mag wie wir. Wir bekommen noch einige Tipps über Must see's entlang der Küste Richtung Norden und dann verabschieden wir uns.

Bei Port Orford bzw. danach kommt wirklich mal der blaue Himmel durch und wir hoffen natürlich auf mehr, doch geht es auch nur zwei Handbreit weiter zur Küste, hüllt uns die dichte Suppe vom Pazifik sofort wieder ein. Gegen Mittg erreichen wir den Leuchtturm am Cape Blanco, sagen wir mal, wir fahren dort hin, sehen tun wir rein gar nichts. Es ist außerdem da draußen mehr als windig und ungemütlich, so dass wir im Auto Mittag machen. Es geht weiter bis nach Coos Bay, wo die Sonne wieder durchkommt. Wir machen dort nochmal kurz Halt für einen Nachmittagskaffee und werfen zwei Postkarten ein.

Als wir die Brücken über den Coos River queren tauchen links Sanddünen auf und da sehen wir auch Wohnmobile stehen. Wir fahren da mal rüber, vielleicht bleiben wir ja gleich hier, es hat hier jedenfalls Sonne und sieht von weitem gar nicht so schlecht aus. Als wir allerdings die Campingplätze abfahren, gefällt es uns schon nicht mehr so gut, der Platz ist zwar weitläufig aber vorrangig für ATV-Fahrer, die durch die Dünen kurven wollen. Wir fahren doch weiter bis zum National Forest Campground am Eel-River; der liegt auch zwischen Dünen und im Wald.

Wir finden ein nettes Plätzchen direkt in der Nähe der beheizten Waschräume; Wasser ist vorhanden und wir schlagen auch gleich unser Zelt auf. Andy entfacht auch gleich das Feuer; wir haben während der Fahrt noch Halt an einem Strand gemacht und Treibholz mitgenommen, dass innerhalb kurzer Zeit brennt und sehr gut trocken ist. Es gibt die Steaks, Salat und Brot und hinterher noch eine Mango. Das Feuerchen brennt munter, nur schade, dass der Tau nun in Nieselregen übergeht und es so ganz und gar nicht gemütlich ist, auch wenn man sich beim Feuer aufhält. Um 9.00 h liegen wir bereits in den Schlafsäcken, da es uns einfach zu feucht ist, um noch zu lesen.

Übernachtung: Eel River Campground, normalerweise 20 $ pro Nacht und Zelt
Gefahren: 147 mi

11. Tag / Dienstag, 18. September

Um 7.00 h weckt uns unsere innere Uhr, oder der Verkehr und die Stimmen der Vögel … Frühstücken, heute ist es ganz und gar nicht schön, alles ist nass und wir trödeln auch nicht lange herum. Um 8.30 h sind wir startklar; der Camphost ist gestern nicht mehr erschienen und er ist auch nicht „on duty“, als wir den Campground verlassen. Es geht im trüben und dichten Nebel weiter gen Norden; erster Halt ist kurz vor Florence, wo wir einen zweiten Kaffee einnehmen und noch bei Fred Meyer tanken. Hier waren wir 1997 erstmals mit Thomas in den Dünen und haben auch übernachtet; so richtig orientieren können wir uns aber nicht mehr, wo das Motel stand, in dem wir seinerzeit übernachtet haben noch wie es hieß. Wir wissen nur noch, dass er sich am Strand die Schuhe so nass gemacht hat, dass er diese im Motel in der Sauna trocknete. Auch, dass wir bei einem Pizza Hut beim Abendessen waren …..

Nächster Stopp ist beim Umqua Lighthouse; hier könnte man wenn man Glück hat, Wale beobachten. Diese ziehen im November/Dezember von der Beringsee nach Baja California, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und von dort geht es dann Ende Februar so langsam aber sicher wieder gen Norden in die fisch- und krillreichen Gewässer zurück. Mittlerweile gibt es aber wohl auch ca. 100 Tiere, die diese Wanderung nicht mehr machen und sich an der Küste Oregons aufhalten. Als wir für ein Photo und diese Informationen, die es auf div. Tafeln zu lesen gibt, aus dem Auto steigen, steigt auch ein älterer Herr neben uns aus und bietet an, dass wir ihn über die Region hier ausfragen können, da er von hier ist. In Kürze erfahren wir einiges wissenswertes über die Fischer hier, die an der Mündung des Umqua River auf Lachsfang aus sind. Da die Flüsse landeinwärts aber noch zu warm sind Zeit auf; d.h. Mit der Flut kommt er rein und wenn die Angler Glück haben, kommen einige Lachse aus dem Fluß wieder retour, weil sie gemerkt haben, dass dies nicht der richtige Platz ihrer Geburt und somit für das Ableichen ist. Ansonsten geht man hier auf Krebsfang; die gibt es hier wohl das ganze Jahr über. Wir bekommen auch noch den heißen Tipp, am Cap Perpetua Halt zu machen, dort hat man ebenfalls die Chance Wale sehen zu können und Seelöwen und auch da gibt es Tide Pools. Bei schönem Wetter hätte man außerdem einen tollen Blick auf die Küste ….. mal sehen.

Als wir Cap Perpetua erreichen ist es nach wie vor trübe und es bläst ein kalter Wind. Wir steigen dennoch aus und marschieren zu den Tide Pools, Andy entdeckt auch jede Menge bunter Seesterne. Die Flut hat eingesetzt und so bleibt uns nicht lange Zeit, auf den Felsen umherzulaufen und nach allerlei Seegetier Ausschau zu halten und dabei auch noch trocken zu bleiben. Nächster Tipp ist Yachats; das hatten uns die beiden Ladies gestern noch empfohlen. Ein netter kleiner Ort mit ein wenig Sandstrand und hier kommt die Sonne wieder durch. Wir machen Halt für ein paar Fotos und es geht weiter nach Newport und da wollen wir Mittag machen.

Söhnke hat uns das Local Ocean Restaurant/Bistro am Hafen empfohlen, wir haben den Namen allerdings nicht mehr im Kopf. Wir fahren somit erst mal die „old Ocean Front“ entlang und studieren sämtliche Namen der Imbisse, die sich hier aneinander reihen. Erst ganz zum Schluss kommt das Local Ocean und da klingelt es bei Andy und wir suchen uns einen Parkplatz. Wir haben auch Glück, der Laden ist gut besucht und wir bekommen direkt an der Theke bei der offenen Küche zwei Barhocker. Wir nehmen mehrere kleine Gerichte um zu probieren; darunter ein Fishtacco, eine halbe „Crab“ und grilled Calamaris. Alles sehr  lecker, wenn auch nicht gerade ein Schnäppchen und wir sind auch absolut nicht voll hinterher. Die Crab ist geschmacklich echt toll; nur macht man mit den Zangen, die man zum Aufbrechen der Scheren und Beine bekommt, eine ganz schöne Sauerei. Dazu gibt es nur Knoblauchbutter, nothing else. Andys Fischtaco ist auch sehr gut; aber eben auch nur ein kleiner Imbiss und die gegrillten Calamares kommen auf ein wenig Salat mit Oliven und Fetakäse ….. Als wir den Laden verlassen, steht bereits eine Schlange von hungrigen Gästen vor der Türe; da haben wir richtig Glück gehabt.

Bei unserem Parkplatz ist gleich eine Bank, wo wir noch eine Kleinigkeit hinterher mampfen und derweil unser Zelt trocknen. Dann geht es weiter bis Lincoln City. Dort gibt es ein Outlet, an dem wir natürlich nicht so einfach vorbeikommen, schon allein, weil wir seinerzeit mit Thomas in diesem Outlet waren. Wir sehen noch in ein paar Geschäfte rein und kommen nicht ganz ohne los, der Einkauf beschränkt sich aber auf einige wenige Dinge. Mittlerweile ist es 17.00 h und Zeit, eine Bleibe zu finden. Hier im Ort gibt es etliche Motels, darunter auch einige günstige, wir fahren aber erst mal zu einem KOA Campground und fragen nach der Rate. Hier will man 27 $ + Tax für's Zelt für eine Nacht, wir fragen noch nach dem Campingplatz im Statepark und wir bekommen auch gleich einen Infozettel ausgehändigt. Wir werden wieder zum Outlet zurückgelotst, und der Camp ground liegt am Devils Lake, nicht weit vom Zentrum entfernt.

Für 21 $ finden wir hier ein nettes Plätzchen, es gibt auch schöne heiße Duschen ….. Andy macht sich gleich ans Zelt aufstellen und Feuer machen, Elke bereitet derweil Salat und richtet das Fleisch her und wenig später genießen wir die Steaks. Wettermäßig ist es o.k., es ist zwar nicht warm, aber es bleibt trocken. Anschließend gibt es noch ein Campfire, das heute jedoch nur raucht und das Sitzen auf der Bank kaum möglich macht, da der Wind ständig dreht. Beim Abspülen trifft Elke auf eine so wie es aussieht, homeless Lady, die etwas wirr ist und Elke frägt, ob sie verheiratet sei und wie lange, sie selbst sei auf der Suche nach einem Mann. Unter dem Arm trägt sie wohl ihr derzeitiges Hab- und Gut, es sieht nach Klamotten und Bettzeug aus und sie war wohl im Damenwaschraum ihr eigener Friseur, denn das eine Waschecken ist voller verfilzter, blonder Haare. Noch  aufräumen und dann geht es gegen 22.00 h in die Koje. Morgen hoffen wir natürlich wieder auf halbwegs gute Sicht ….. mal sehen, ob uns das Glück hold ist.

Übernachtung: Devils Lake State Park Lincoln City 21 $
Gefahren: 123 mi

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12. Tag / Mittwoch, 19. September

Es ist bereits 7.30 h, als wir munter werden und unsere morgendliche Routine beginnt. Wir kommen aber gut voran und bei Safeway am Ortsausgang gibt’s noch Eis für die Kühlbox und bei Starbucks einen zweiten Kaffee sowie Internet und Strom, damit wir das Labtop ein wenig aufladen können. Während Andy nebenzu ein wenigs durchs www surft und schon mal nach Unterkünften in der Nähe von Astoria schaut, schreibt Elke noch ein paar Postkarten; so ganz ohne geht’s halt eben doch nicht, wobei nun schon wieder das Porto gestiegen ist, seit den letzten Marken im Herbst 2011 um satte 7 ct.

Wir machen uns auf, das Wetter ist auch heute nur trüb und neblig und es drizzelt, also ganz und gar nicht schön. Nächster Stopp ist Cape Kiwanda, hier kann man direkt mit dem Bootsanhänger an den Strand fahren und dieses ohne Ramp zu Wasser lassen. Einige Wellenreiter versuchen ihr Glück, Hundebesitzer gehen gassi, leider liegen da auch jede Menge Hinterlassenschaften rum, Kinder tollen nur mit kurzer Hose bekleidet im Sand. Schon beim Anblick bekommen wir Gänsehaut, wir verweichlichten Touris. Wir erklimmen die Düne und sehen einer ganzen zeit lang den hereinbrechenden Wellen zu. Der gelb-bunte Sandstein ist richtig schön; bei Sonnenschein würde der noch mehr wirken.

Wir müssen dann aber auch irgendwann weiter, Mittag machen wir am Cape Lookout, direkt im State Park, mit Blick auf die hereinrollenden Wellen. Auch hier ist es nicht wirklich angenehm zu sitzen und Elke macht sich noch einen Tee. Wir spazieren noch ein Stück am Strand entlang, nachdem wir einen kurzen Smalltalk mit einem Texaner hatten, der uns seine Strandschätze gezeigt hat; darunter das Gehäuse eines großen Krebses und halbe Sand-Dollar, also nur 50 cent.

Es geht schließlich über Tillamook, wo die große Käserei steht und sicherlich einen Besuch wert wäre, es stehen jedenfalls viele Campermobile und Autos auf dem Parkplatz, aber das ein anderes Mal, wir wollen heute noch bis Astoria kommen. Die Strecke zieht sich ganz schön und bis wir nahe Astoria den Fort Stevens State Park erreichen ist es schon nach 16.00 h. Der State Park ist riesig, es gibt Unmengen Stellplätze und wir trauen unseren Ohren nicht, als wir gefragt werden, ob wir denn lieber einen schattigen Platz hätten oder einen mit Bäumen …..? Es ist seit Tagen bewölkt und die Sonne kam auch heute nicht mal annähernd durch. Wir fahren erst mal los und sehen uns um und entscheiden uns schließlich für Loop E. Am Nachbarplatz sitzt ein Paar, das schon ziemlich zugedrönt aussieht bei einem munteren Feuer …..

Wir fahren nochmal zur Registration zurück und checken ein, der Platz ist noch zu haben. Wir stellen auch gleich unsere Hütte auf und ziehen nochmal los an den Strand, da gibt es einen winzigen Überrest eines Shipwracks und jede Menge trockenes Treibholz, von dem wir noch zwei Arme voll mitnehmen. Noch einen Abstecher zur North Jetty, den Überresten einer Brücke – wir nehmen mal an, von Fort Stevens Richtung Hammond oder Warrenton und am Columbia River machen wir auch noch Halt und gehen da ein kleines Stück am Strand entlang und kommen mit einem Paar, das Krebse fängt, ins Gespräch. Sie erklären uns gerne, wie die Krebse gefangen werden und dass nur die Männchen behalten werden dürfen; jetzt ist die beste Zeit dafür, im Frühjahr wachsen die Tiere und verlieren ihren Panzer, da haben sie kaum Fleisch. Das Abendessen ist bei dem Paar jedenfalls gesichert; sie haben schon 3 prächtige Exemplare im Eimer. Die werden dann nur 15 Minuten im kochenden Wasser gegart und so gegessen, auch bei denen gibt es keine Beilagen. Einige Meter weiter stehen noch Angler, die auf Lachsfang aus sind; da hat aber keiner einen Behälter stehen, der nach Beute aussieht. Wir nehmen auch hier noch etwas Holz mit und dann geht es nach Astoria, wo wir heute Abendessen wollen.

Wir müssen allerdings etwas suchen, bis uns was zusagt; Burger King ist nicht so Elke's Ding, Tex Mex gibt es nicht viel zur Auswahl und auch sonstige Ketten gibt es hier kaum. Wir tendieren zwischen Pign' Pancake und Stephanies Cabin, beide sind nicht im Tourbook erwähnt, und so gehen wir zu Stephanie. Andy bekommt ein Riesenboule Clamchowder und ein Philly Cheese und eher wenig Käse, Fries und Salat und erst mal die falsche Suppe – statt Chowder ist das was mit Bohnen – wird dann auf Nachfrage nochmal getauscht und Elke hat ein super klasse und butterzartes Sirloin Steak mit Gemüse, baked Potato und Salat und einer ordentlichen Auswahl an Tee mit reichlich heißem Wassernachschub.

Gut satt geht es dann zurück zum Campground, kurz vor unsere Ziel quert noch ein Deer die Straße, auf dem Weg zu einer Bio Protein Factory (wirklich wahr) und wir können gerade noch ausweichen; Rücklicht hat das Tier noch keins. Wir genießen noch eine heiße Dusche und es gibt noch ein Campfire mit dem ein oder anderen Corona. Es ist heute mal richtig angenehm von der Temperatur, auch wenn es im Verlauf der nächsten guten Stunde doch noch zu nieseln beginnt und wir gegen 22.00 h im Zelt verschwinden.

Übernachtung: Fort Stevens StatePark 27 $, dafür Strom und Wasseranschluss direkt an der Campsite (auch wenn wir das gar nicht brauchen)
Gefahren: 162 mi

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13. Tag / Donnerstag, 20. September

Die Nacht war ganz angenehm und heute ist es schon wieder ziemlich spät, als wir aufstehen. Die Routine nimmt ihren Lauf, allerdings macht das frühstücken beim steten Tropfen von den Bäumen und der feuchten Witterung nicht wirklich Spaß. Wir packen wieder mal das nasse Zelt ein, entsorgen noch unseren Müll, der hier peinlichst getrennt wird und fahren nach Warrenton, wo wir bei Fred Meyer nochmal unseren Tank füllen, die Vorräte aufstocken und beim Triple A noch eine weitere Karte von Oregon mitnehmen. Die erste, die wir in Portland geholt haben, hat schon sehr an den Faltkanten gelitten und hätte Elke die nicht geklebt, würde sie auseinanderfallen. Bei Rite Aid schauen wir auch noch kurz rein; das wird jedoch das letzte Mal sein, denn hier bekommt man die Angebot nur als registrierter Member und billiger als Walgreens sind sie auch nicht.

Es geht schon auf 11.00 h zu, als wir endlich die markante Eisenbrücke über den Columbia River bei Astoria unter die Räder nehmen, Oregon verlassen und nach Washington fahren. Es geht nun überwiegend durch Waldgebiet und das Landesinnere Richtung Raymond und Aberdeen, das wir gegen 13.00 h erreichen. Hier machen wir bei einem Burger King Mittag – keine sonderlich gute Wahl – da ist uns ein Carls Junior mittlerweile auch lieber, aber wir haben immerhin Internet. Bei Walmart nebenan gibt es endlich die für die bevorstehenden Wanderungen benötigte kleine Gaskartusche und mit einem Espresso und Tee versorgt geht’s weiter nach Norden Richtung Forks.

In Quinolt machen wir einen kleinen Schlenker, hier gibt es vom National Forest ein Office, aber leider gibt es hier keine Karte mit den Campgrounds des National Forest, sondern nur eine Karte vom Olympic NP, den wir mittlerweile erreicht haben und da sind wir schon versorgt. Als wir weiter gen Forks kommen, reißt sogar die Wolkendecke auf und des kommt Sonne durch; es ist bereits nach 16.00 h und wir hoffen, in Forks selbst noch das Permit für Shi Shi Beach zu bekommen. Tja, leider viel zu spät, die machen bereits um 16.00 h dicht und morgens erst um 10.00 h auf; s … dumm, da brauchen wir morgen ja doch länger als gedacht. Wir entschließen uns doch gegen eine Nacht im Motel und fahren nach Mora auf einen Campground mitten im Wald, aber näher an der Küste. Vielleicht haben wir ja doch noch Glück mit dem Wetter ….. Erst scheint es, als sei der Campingplatz völlig unbewohnt, aber beim zweiten Loop sind docht einige Camper bzw. deren Zelte anzutreffen. Wir suchen uns eine Site, registrieren uns und stellen auch gleich das Zelt auf und dann geht’s nochmal vor an den Rialto Strand. Elke möchte noch Treibholz sammeln und Andy ist nicht sicher, ob es da überhaupt welches gibt ….. es hat so viel dort liegen, dass es eine wahre Freude ist und wir noch nicht mal weit gehen müssen.

Gut versorgt mit Brennmaterial gehen wir noch an den Strand; der hier überwiegend bunte, rundgeschlieffene Steine und keinen Sand hat und recht schön ist. Trotz trübem Wetter richtig toll hier. Es geht bereits auf 18.30 h zu, als wir zum Zelt zurückkehren; nun aber Zeit, ein Feuer und Abendessen zu machen. Wir essen dann im dunkeln, abspülen natürlich auch, und es beginnt auch wieder zu nieseln, aber mit dem Campfire, das gut brennt und kaum raucht, kann man es noch ganz gut aushalten.

Übernachtung: Mora Campground 12 $ - mit Wasserklo, Stromanschluss im Waschraum
Gefahren: 218 mi

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14. Tag / Freitag, 21. September

Es geht schon auf 7.30 h zu als wir aufstehen, wir haben aber bis das Office in Forks um 10.00 h seine Tore für das Backcountry Permit öffnet und das ist ja erst um 10.00 h noch jede Menge Zeit. Frühstücken bei feuchtem Tauniederschlag im Wald auf den eiskalten Steinbänken macht nicht richtig Laune, aber der heiße Kaffee und Tee helfen über diesen Umstand ein wenig hinweg. Wir packen so gut es geht die Rucksäcke und die sind schon jetzt gefühlt viel zu schwer und dass es auch heute wieder absolut trüb und wolkenverhangen aussieht, lässt unsere Lust für den geplanten Hike nicht wesentlich nach oben schnellen. Als alles wieder verpackt ist geht es nach Forks zur Rangerstation, Andy holt schon mal das Permit für die Übernachtung am Strand von Shi Shi Beach und löhnt 9 $ und bekommt den Bärencontainer, der wohl mehr für die Waschbären, als für die größere Spezies notwendig ist. Elke packt derweil die Utensilien in den Rucksack, das Überzelt wird nochmal zum Abtrocknen ausgelegt, wobei es zwischenzeitlich auch nicht trockener hier ist. Als Andy zurückkehrt bringt er keine guten Nachrichten, das Wetter wird so bleiben, der Trail ist in sehr schlechtem schlammigen Zustand und sehr steil ….. Wir haben irgendwie keine so rechte Lut, beschließen aber dennoch, mal nach Nea Bay zu fahren, vielleicht ist es da ja überraschenderweise nicht ganz so trüb wie hier in Forks. Übrigens spielt Twilight nicht vermutet in Port Angeles, sondern hier und in La Push, wo es allerdings nicht wirklich viel zu sehen gibt, da die Drehorte nicht allesamt hier waren. Selbst im Lonely Planet Reiseführer steht, dass die 15 jährigen Teens zum Teil sehr enttäuscht sind, wenn sie extra deswegen hierher kommen und für die, an denen diese Geschichte komplett vorbeigerauscht ist, stellt sich die Frage, in welcher Zwischenwelt sie in den letzten Jahren gelebt haben. Wir sind auch völlig unbedarft, was Twilight anbelangt, aber was nicht ist, kann ja noch werden ….

Die Fahrt nach Neah Bay im Einheitsgrau und entlang der kurvenreichen Küste macht Elke heute etwas zu schaffen; ist nicht ihr Tag und als wir endlich in Neah Bay, einem wolkenverhangenen kleinen Fischerort der Makah Natives ankommen, muss sie erst mal Luft schnappen und geht ein wenig an den Strand, um der Übelkeit vom Fahren etwas Linderung zu verschaffen. Hier hat es riesige Muscheln und es riecht sehr nach Meer …... Wir fahren schließlich noch zum Trailhead und da beschließen wir dann endgültig, dass wir den Hike nicht machen werden, auch Andy kann sich nicht dafür erwärmen. Hier müssten wir nochmal pro Tag 10 $ fürs Parken hinlegen und für das Extra Permit der Natives auch nochmal 20 $; bei den Aussichten, nicht mal ein vernünftiges Foto zu bekommen und dem Wissen, dass wir uns erst mal zum Strand durchschlagen müssen, ist es uns das im Moment nicht wert. Wir gehen noch an den Strand, finden jede Menge ganze Sand-Dollars und andere Muscheln und kehren dann für einen Lunchbreak in Neah Bay direkt an der Straße um. Wir bekommen auch sofort Gesellschaft von drei stattlichen Hunden; einer bleibt die gesamte Zeit unseres Picknicks über bei uns, bettelt aber nicht. Auch für das Museum, das eigentlich der Top Tipp hier ist, haben wir keine rechte Lust und machen uns auf den Weg nach Port Angeles, wo wir uns heute mal ein Motel gönnen werden. Die Strecke entlang der San Juan Strait, die die Olympic Peninsula von Vancouver Island trennt ist nicht sonderlich spektakulär, no weniger bei dem Wetter.

Als wir jedoch Richtung Port Angeles kommen wird es heller, man sieht zum Teil sogar etwas blauen Himmel Richtung Norden und Vancouver und als wir in einem Albertsons Halt machen für einen Kaffee bei Starbucks bekommt Andy den Tipp, auf die Hurricane Ridge hochzufahren, dort oben habe es Sonne. Wir bekommen hier trotz Starbucks keinen Internetaccess und werden vom Shop Manager weiter zu Safeway geschickt, den Kaffee bzw. Tee nehmen wir dann eben mit und setzen uns da rein. Hier ist reger Betrieb, es ist Freitagnachmittag und alles rennt zum Einkauf fürs Wochenende. Wir haben hier Internetanschluss und reservieren im Days Inn ein Zimmer und das for free; wir haben genügend Punkte gesammelt. Dann nichts wie hin, wir werden mehr als freundlich bedient und bekommen ein ruhiges Zimmer mit viel Platz, um unser Zelt und die Schlafsäcke auszubreiten und zu trocknen. Auch gibt es hier eine schöne heiße Dusche, die richtig gut tut.

Wir starten dann noch los zum Abendessen, viel Auswahl hat es hier nicht und so landen wir bei Joshua's, der mit Salad Bar und Razor Clams wirbt. Keine sonderlich gute Wahl; Andy probiert eine Razor Clam, die paniert und fritiert daher kommt und geschmacklich auch nicht umwerfend ist. Die Quesadilla ist in Ordnung, haut einen aber auch nicht vom Hocker und Elkes Steak ist eher raw als medium und etwas zäh, auch wird der Tee vergessen und die Einrichtung hier sieht eher nach einem Restaurant der ehemaligen DDR aus ….. Na ja, das Geld ist es jedenfalls nicht wert, das wir löhnen, aber so was passiert eben hin und wieder. Wir kehren zurück ins Motel, Andy surftt noch ein wenig durchs www, schaut hier und da was wir denn in den nächsten Tagen machen, den mittlerweile wurde uns auch die Übernachtung für die Enchanments wegen Wildfire abgesagt. Na prima ….. wat nu? Wir wälzen noch ein wenig die Karten und die sämtlichen Prospekte der Region  und gehen dann ins Bett.

Übernachtung: Days Inn, Port Angeles, Rewards Punkte
Gefahren: 159 mi

15. Tag / Samstag, 22. September

Wir haben trotz allem Komfort nicht so gut geschlafen wie erwartet, es war im Zimmer zu warm – die Nächte im Zelt prägen einfach. Es geht erst mal zum Frühstück, das eine gute Auswahl bietet. Aber, was ganz wesentliches heute ….. Die Sonne scheint und das von einem blauen Himmel, welche Freude und Wohltat. Wir packen das trockene Zelt und die Schlafsäcke zusammen (auche eine Freude) und unser restliches Gerümpel und dann geht es noch Eis holen, ein paar Kleinigkeiten für die nächsten zwei Tage an Verpflegung und hoch zur Hurricane Ridge.

An der Rangerstation unten können wir den Bärencontainer zurückgeben und reden noch ein wenig mit dem Ranger, wie denn das Wetter so wird. Die Webcam's von der Hurricane Ridge und von  Second Beach bei La Push zeigen Sonne, na das lässt hoffen. Also erst mal die Berge rauf und tatsächlich, als wir die Wolkendecke durchbrechen und auf 1.500 m die Ridge erreichen, bekommen wir Wärme und freuen uns so richtig. Wir genießen erst mal den Ausblick auf die zum Teil schneebedeckten Gipfel rund um den Mt Olympus und machen dann den Hike hoch zum Hurricane Peak. Es geht erst eben dahin, dann aber doch ein wenig steiler den Berg hinauf, aber alles kein Problem. Von dort oben sieht man dann nochmal Richtung Victoria auf Vancouver Island und die Strait of Juan de Fuca sowie Port Angeles, ein wenig von den vorgelagerten Inseln und Richtung Norden nach Vancouver selbst. Wir machen ein paar Fotos und dann geht es zurück zum Auto und dann auch zum Picknick ein paar Meter weiter unterhalb. Wir haben einen Tisch im Schatten und hier ist es richtig kalt; es weht ein leichter Wind und ist so gar nicht gemütlich; wir brauchen nach den vielen trüben Tagen einfach nur Sonne.

Und dann geht’s nochmal raus auf dem direkten und schnelleren Weg nach Forks und dem Mora Campground, wo wir gegen halb vier Uhr eintreffen und uns auch gleich eine Site suchen. Wir schlagen das Zelt auf, registrieren uns und weiter geht’s zum Rialto Beach. Wir packen den Fotorucksack und ein wenig Proviant und marschieren am Strand entlang hoch zum Hole in the Wall. Es hat noch Flut und das Laufen am Strand geht nur langsam; der Kies ist zum Teil sehr weich und man muss den hohen Wellen immer wieder ausweichen. Gegen 17.30 h sind wir dann am Hole in the Wall, hier müssten wir um weiter zu kommen ein Stück vom Inlandstrails gehen, wir drehen aber nach einigen Fotos hier um, wollen wir doch den Sonnenuntergang noch einfangen. Es geht wieder zurück, u. a. An einem gestrandeten toten Seal, das da ziemlich aufgequollen herumliegt und ganz viel Treibholz. Elke sammelt fleißig Stöckchen, Andy fotografiert und als wir mal nicht aufpassen, bekommen wir noch richtig nasse Füße. Na super, die Schuhe triefen so richtig ….

Wir kehren zurück zum Auto, wechseln die Treter und dann heißt es Sunset-Genießen und Fotos machen. Heute ist hier richtig was los; nicht nur wir sind da für Sunset. Der ist dann auch ganz schön, unser erster hier, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie gewünscht, aber immerhin. Bis das letzte Sonnenlicht verschwindet, der Mond mittlerweile am Himmel steht ist es bereits 20.00 h und wir kehren bei Dunkelheit zurück zu unserem Zelt und beschließen, doch noch zu grillen. Andy heizt das Feuer an, Elke kümmert sich um die Beilagen und versucht nebenbei etwas Ordnung auf der Rücksitzbank zu schaffen. Die Schuhe werden mit Papierhandtüchern ausgestopft und heute empfinden wir es richtig kalt und ungemütlich, da die Wolkendecke fehlt. Das Fleisch ist durchwachsen ….. Andy nicht sonderlich erbaut über das ausgelobte „tender“, aber es geht. Wir machen mit dem vorgestern gesammelten Strandholz noch ein nettes Feuerchen, das wir auch brauchen, um uns ein wenig zu wärmen und gegen 22.30 h geht es in die Schlafsäcke.

Übernachtung: Mora Campground 12 $ pro Nacht
Gefahren: 114 mi

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