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Shift - Northwest

3 Wochen durch Washington State und Oregon Herbst 2012

1. Tag / Samstag, 8. September

Endlich Urlaub, heute geht es für uns nach 15 Jahren (!!) erstmals wieder nach Seattle. War es damals noch kaum möglich, Informationen übers Internet zu bekommen, geschweige denn  Reservierungen online zu tätigen, ist das www heute nahezu unverzichtbar. Wir hatten nur ein „gewöhnliches“ Auto, von SUV etc. keinen blassen Schimmer und trotz einem „Schinken“ an Reiseführer waren wir auch nicht sonderlich vorbereitet.

Wir fliegen erstmals mit Icelandair via Reykjavik und unser Flug geht erst um 14.05 h ab München, also noch genügend Zeit gemütlich zu frühstücken, die allerletzten Sachen zu verstauen, den Kühlschrank zu leeren, die Blumen zu versorgen und noch ein wenig Ordnung zu schaffen … Gegen 11.30 h holt uns unser Chauffeur ab und bringt uns zum Flughafen und das bei herrlichem spätsommerlichen Wetter. Der Arbeitsstress der letzten Tage lässt uns selbst jetzt noch gar nicht so richtig wahrhaben, dass nun erst mal gute 3 Wochen „Kopflüften“ angesagt ist.

In München erwartet uns am Icelandairschalter schon eine lange Schlange, die aber dann doch recht zügig abgearbeitet wird. Die Dame am Schalter ist sehr freundlich aber ziemlich überfordert, muss sie doch nochmal alle Angaben, die Andy bereits online hinterlegt hat, nochmal separat eingeben und so wie das aussieht, gibt es dafür noch nicht mal eine vernünftige Eingabemaske, sondern hier müssen die Daten mit Kürzel und „Slash“ auf einem leeren Bildschirm eingegeben werden …. und das zur heutigen Zeit. Die Dame schwitzt ein wenig und entschuldigt sich mehrmals für das zeitraubende Procedere; uns macht das eher wenig aus.

Diese Hürde genommen geht es dann auch gleich durch die Security und in den Wartebereich D bei Terminal 1. Hier gibt es lediglich einen kleinen Duty-Free-Shop, Alkohol können wir wegen Umsteigens in Rejkjavik eh nicht mitnehmen (Anm.: Das hat sich im Nachhinein als Irrtum heraus gestellt). Wir machen schon mal Mittag, da der Flug keine Mahlzeiten enthält; diese gibt es nur gegen Aufpreis an Bord. Mit über 30 Minuten Verspätung beginnt das Boarding, eigentlich sollten wir um 14.05 h bereits auf dem Rollfeld stehen. Nochmal 10 Minuten später verlassen wir festen Boden;  die Maschine ist nicht voll und wir werden von der Crew animiert, die Plätze zu tauschen und rücken somit an den Notausgang mit endlos viel Beinfreiheit und einem vernünftigen Fenster.

Der Flug verläuft ruhig und angenehm, wir bekommen noch Decken da die Klima mehr als kalt bläst und können ein wenig dösen. Bei Anflug auf Rejkjavik kann sich Andy auch sofort orientieren, man sieht Vik und die Reinisdrangar, Dyrhoaley und Skaftavell und es geht hinweg über die Westmänner Inseln. Dass wir da unbedingt nochmal hin müssen, davon reden wir immer wieder und wir sind mal gespannt, wann es uns nochmal auf diese tolle Insel zieht. Auch die Bla Laguna kann man ausmachen und schließlich landen wir mit über 30 Minuten Verspätung in Kevlavik.

Die Ausschilderung am Flughafen ist gut gut und so finden wir auch ziemlich schnell zum Gate für den Weiterflug nach Seattle. Hier ist irre was los; zur gleichen Zeit starten Maschinen über den großen Teich nach Los Angeles, New York, Boston und Denver …. Und hier erfolgt das Verladen des Gepäcks noch per Hand, eigentlich unvorstellbar. Wir hoffen, unser Gepäck kommt noch mit. Kaum durch die Ticketkontrolle können wir auch schon als eine der letzten Passagiere einsteigen. Die Maschine ist gut voll, wir sitzen in einer Dreierreihe direkt am Notausgang. Haben zwar auch hier unglaublich viel Beinfreiheit, dafür können wir die Rücklehnen nicht verstellen und das stellt sich auf den vor uns liegenden 7,5 h Flugzeit doch als sehr unbequem heraus. Elke's Bildschirm funktioniert auch nach mehrmaligen Setup nicht, dafür wird angeboten, dass sie Essen und Trinken kann soviel sie möchte. Blöd nur, dass wir ja unser Essen dabei haben, so gibt es als „Trostpflaster“ zwei von den kuscheligen Fleecedecken von Icelandair.

Die Zeit bis Seattle zieht sich gewaltig, wir können kaum schlafen und als wir endlich gegen 17.30 Seattle-Ortszeit landen, sind wir ziemlich gerädert. Die Einreise geht sehr flott, dafür warten wir dann ziemlich lange auf unser Gepäck. Mit der Groundtransportation geht es zum Mainterminal, wir müssen vorher unser Gepäck nochmal auf ein Band verladen, da wir das Gebäude nicht mit dem Trolley verlassen dürfen. Am Mainterminal sammeln wir dann erneut unsere 3 Taschen auf, die bereits da sind und können auch gleich den Shuttle zum Rental Car Center nehmen.

Bei Alamo geht es auch fix, Andy überlegt noch ein größeres Auto gegen Aufpreis zu nehmen, wir belassen es aber bei Mid Size SUV und machen uns auf die Suche. Und wie immer, gespannt, was uns in der Choiceline erwartet, zieht uns ein GMC Acadia in schwarz mit toller Ausstattung an, der in der Mid Size Line eigentlich falsch parkt. Wir laden dennoch ein und wollen einfach sehen, ob wir „durchkommen“. Leider lässt man uns nicht passieren und wir müssen nochmal tauschen; na, der Versuch war es wert. Wir entscheiden uns für einen Hyundai Santa Fe, etwas kleiner aber wie sich herausstellt auch ganz ordentlich.

So und jetzt geht es erst mal auf der I5 südlich nach Tacoma; auf dem Weg dorthin machen wir noch einen Abstecher zu Starbucks und genehmigen uns den ersten US-Kaffee. Wir haben herrlichen Sonnenuntergang, angenehme Temperaturen und schnuppern die ganz andere Luft hier. Es wird nun rasch dunkel und wir wollen nur noch ins Bett. Gegen 3.30 h Ortszeit zu Hause …. für Elke nach nahezu 24 h auf den Beinen, sind wir endlich da, beziehen unser Zimmer und jetzt ist „Langmachen“ angesagt.

Übernachtung: BW Lakewood, 90,88$
Gefahren: 33 mi

2. Tag / Sonntag, 9. September

Um 3.30 h sind wir wach und auch mehrmalige Versuche, noch ein wenig zu dösen, schlagen fehl. So stehen wir gegen kurz vor 4.00 h auf und duschen erst mal ausgiebig, Elke macht schon mal den ersten Kaffee mit dem neuen Reisewasserkocher und dann sortieren wir unsere Taschen um, beladen das Auto neu und die Zeit bis zum Frühstück vergeht dann doch recht schnell.

Um 6.00 h gibt es was zu beißen und wir können was vertragen. Die Auswahl ist recht ordentlich und nachdem wir nochmal Kaffee getankt, Oatmeal, Toast und eine Waffel intus haben, kann der Tag beginnen. Im Zimmer zurück stellen wir fest, dass das Notebook nicht geladen hat; die „Buchse“ scheint nicht zu funktionieren. Also geben wir dem Gerät nochmal 20 Minuten, damit wir nicht komplett blank sind und machen es uns solange auf dem Bett bequem und sehen derweil fern. Dann ist aber auch gut und wir wollen los.

Es geht zum Einkaufen zu Walmart, der nächste liegt jedoch etliche Interstate-Ausfahrten weiter südlich. So einfach ist der Laden mitten im Wald nicht zu finden und wir müssen erst mal eine Schleife drehen. Die ersten Einkäufe werden getätigt und nachdem Elke die Liste vergessen hat, sind wir dieses Mal ein wenig orientierungslos. Wir lassen an der Kasse aber dennoch nahezu 100 $. Es geht nochmal eine Ausfahrt weiter zu Fred Meyer, wo wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen; u.a. wollten wir aber wieder mal zu dieser Kette. Zwischenzeitlich ist es auch Zeit für's Mittagessen und die Wahl fällt für Panda Express, den wir vorhin bei der Suche nach dem Walmart entdeckt haben. Gut gestärkt aber doch nicht so fit wie gedacht, klagt Andy über Kopfweh und Verspannung, weshalb wir auch noch eine Tube Muscle Rub besorgen. Andy bekommt die „Einreibung“ und es ist längst Zeit, dass wir die vor uns liegenden Meilen unter die Räder nehmen.

Es geht südlich bis zum Abzweig auf die 503, die uns an den Fuße des Mount St. Helens bringt. Von der Interstate aus sind wir auf einer gut ausgebauten Landstraße weitere 45 Minuten unterwegs, bis wir Cougar erreichen. Ein kleiner Ort, wo wir im Café das Permit für die Wanderung zum Summit des Mt. St. Helens bekommen, das wir online bestellt haben. Der Wetterbericht für morgen verheißt den ersten Schneefall, Kälte und Wind … also nichts was wir uns wünschen, aber wir fahren dennoch zum Hikers Biwak, wo wir heute unser Zelt aufschlagen. Gegen 17 h treffen wir dort oben ein; es ist schon jetzt recht frisch. Wir suchen uns eine Campsite und richten uns ein.

Es ist einiges geboten hier; wir haben etliche Mitstreiter, die hier die Nacht verbringen und es kommen etliche Hiker zurück, die dann auch nach der „ersten“ Sortierung ihrer selbst und ihrer Sachen bald den Heimweg antreten. Wir bekommen von einem Abreisenden ein wenig Feuerholz geschenkt und Andy versucht mit dem an einer Safeway Tanke gekauften Feuerholz ein Campfire zu entfachen; es qualmt jedoch mehr als es brennt, das Holz ist noch viel zu feucht. Das Wetter ist schon jetzt nicht so toll und so allmählich senkt sich der Nebel immer tiefer und es beginnt zu nieseln. Wir machen uns noch ein Mountainhouse, das wir dann im Auto essen, da es an der Campsite keine Sitzgelegenheit gibt und es draußen auch mittlerweile ziemlich ungemütlich ist. Nach 20 h ist es auch dunkel und wir kriechen in unsere Schlafsäcke. Trotz der Seideninlets, die nochmal 5 °C mehr Wärme im Schlafsack ausmachen sollen, werden unsere Füße nicht warm und wir schlafen nicht gut. Auch beginnt es im Laufe der Nacht richtig und andauernd zu regnen, na prima …. fällt unser Vorhaben ins Wasser?

Übernachtung: Camping Mt. St. Helens, Hikers Biwak
Gefahren: 168 mi

3. Tag / Montag, 10. September

Um 4.00 h morgens wird Elke wach und kann nicht mehr schlafen, nach einigem Überlegen kriecht sie raus und marschiert im Regen Richtung Plumpsklo. Mit der neuen LED-Leuchte, die zwar 95 Lumen Leuchtstärke lt. Packungsaufschrift hat, ist es kaum möglich, den Weg zum Toilettenhäuschen zu finden, da man immer geblendet wird. Ein ein Taschenlampe wäre weitaus besser. So tappt sie auch erst mal in eine große Wasserlache, die der Regen vor dem Auto hat entstehen lassen. So richtige Lust für eine Wanderung ist natürlich nicht zu verspüren und so kriecht sie erst mal wieder in die Poftüte für eine weitere Runde Augenpflege.

Gegen 6.00 h ist dann aber endgültig nicht mehr an Liegen noch an Schlafen zu denken und da Andy auch schon seit geraumer Zeit wach ist, stehen wir auf und machen erst mal Frühstück. Wir haben absolut keine Lust, bei „Null“-Sicht die 1.400 Höhenmeter zu bewältigen und vielleicht auch noch nass zu werden und beschließen, dass wir den Hike nicht antreten werden. Während des Frühstücks, es gibt u.a. Oatmeal mit frischen Heidelbeeren, die Elke gestern Abend noch gepflückt hat, reißt der Himmel auf und es kommt sogar Blau durch. Zwischenzeitlich sind auch zwei Shuttlebusse da, die jede Menge Hiker anliefern. Nun ist guter Rat teuer; wenn die gehen, dann können wir das doch auch …..

Die Hiker sind gegen 7.00 h weg, wir quatschen noch mit unseren Nachbarn und brechen dann doch um 7.45 h auf. Das Zelt wird lediglich ausgeräumt, bleibt aber stehen, wir packen die Rucksäcke und unser Plan ist, wenigstens bis zur Baumgrenze zu gehen. Es geht erst mal 2 Meilen durch den Wald und da treffen wir dann am Aufstieg, wo der Weg zur Kletterroute wird, eine Meute Jugendlicher, die vor gut 45 Minuten los ist. Wir marschieren weiter, wenn auch die Route nun ziemlich felsig wird; aber wir kommen gut voran.

Unser erster nennenswerter Halt ist beim Seismographen; es reißt immer wieder auf und die Wolken geben den Blick zum Gipfel frei. Noch nicht sicher, ob wir den gesamten Hike machen, geht es nach einer kurzen Stärkung doch weiter und als uns zwei Frauen entgegenkommen, die am „Ziel“ waren und uns davon abraten, jetzt umzudrehen, weil es nur noch ca. 30 – 45 Minuten bis zum Summit seien, gehen wir auch noch die restliche Strecke.

Die hat es mit heftigem eisigen Wind ganz schön in sich und wir meinen, dass wir kaum vorwärts kommen. Jeder Schritt kostet enorm Energie, auch wenn wir mittlerweile nicht mehr durch die Felsen krabbeln müssen, sondern auf Lava-Asche gehen..

Um 11.45 h erreichen wir den Kraterrand und sind glücklich dass wir es geschafft haben. Hin und wieder gibt es Wolkenlücken, die - wenn auch nur einen kurzen, aber genialen Blick auf die Umgebung frei geben. Der Mount Rainier lugt hinter uns durch das Wolkenmeer. Trotz  heftigem Wind setzen wir uns für einige Augenblicke und genießen den Erfolg, es hierauf geschafft und und die Jungmannschaft überholt zu haben; die kämpfen sich noch Stück für Stück nach oben. Als wir bereits auf dem Rückweg sind, kommt uns die gesamte Schar entgegen und etliche wollen wissen, wie weit es noch sei. Wir marschieren die hart erkämpfte letzte Etappe zum Gipfel ziemlich rasch retour nach unten und machen beim Seismographen Mittagspause.

Die nächste Strecke durch die Felsen erfordert wieder volle Aufmerksamkeit aber wir kommen gut und heil nach unten und auch die letzten zwei Meilen durch den Wald sind bald genommen, einschließlich etlicher Stopps für weitere Heidelbeeren, die Elke einfach nicht stehen lassen kann.

Um 15.15 h sind wir zurück am Auto, entledigen uns unseres Gepäcks und der nun nicht mehr erforderlichen Kleidungsschichten, bauen das Zelt ab und es geht wieder retour zur I 5. Vorher heißt es noch aus dem Trailregister am Café in Cougar auszutragen, 45 Minuten später sind wir auf der Interstate und glücklich, dass wir den Hike gemacht haben. Noch 20 Meilen liegen vor uns bis Vancouver, wo wir heute im La Quinta ein Zimmer haben und eine heiße Dusche auf uns wartet. Abendessen gibt es ziemlich zügig für Andy bei Burgerville, wo er sich was mitnimmt und nebenan bei Panda Express, für den sich Elke entschieden hat, verspeißt. Der Burger ist bei weitem nicht so gut wie bei Carls Junior, aber heute Abend wollten wir nicht mehr weit fahren. Es geht zurück ins Motel, die ersten Bilder werden gesichtet, der Bericht geschrieben, es gibt noch ein Feierabendbier und dann ist auch gut für heute.

Übernachtung: La Quinta, Vancouver, 55,80$
Gelaufen: 10 mi
Gefahren: 58 mi

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4. Tag / Dienstag, 11. September

Die Nacht war mehr als warm im Motelzimmer; das Fenster konnte man nicht offen lassen, da es damit zu laut war. Gegen 6.00 h stehen wir auf und die Wanderung steckt uns spürbar in den Muskeln. Dagegen hilft wieder mal Muscle Rub. Gegen 7.00 h gehen wir frühstücken und die Morgennachrichten aus dem Fernseher verweisen auf die einstürzenden Twin-Towers vor 12 Jahren. Wir haben heute reichlich Zeit, gegen 9.00 h treffen wir uns mit Sönke in Portland im alten Rosengarten und die Strecke bis dahin ist nicht allzu weit. Wir räumen das Zimmer und brechen auf. Trotz Berufsverkehr kommen wir gut durch und können uns noch vor dem Treffen einen Kaffee besorgen. Im Rosengarten wird schon fleißig gespritzt und geschnitten, die Sonne scheint, auch wenn es noch recht frisch ist.

Gegen 9.00 h trifft dann auch Sönke mit Tochter Nele ein; wir „kennen“ ihn von seinem Wanderbericht aus den Tetons, der uns so gut gefallen und letztes Jahr auch dorthin geführt hat. Entgegen der Planung, einen Ausflug in die Columbia River Gorge zu machen, geht es wegen Nele im „Gepäck“ zu Fuß los und wir nehmen die Straßenbahn in die City, wo wir eine ganz persönliche Führung durch Portland bekommen. Erster Stopp ist der AAA in der City, wo sich Andy mit ausreichend Kartenmaterial und Tourbooks eindeckt. Dann geht es runter zum zum Willamette River mit den zahlreichen alten und neuen Brücken, die ihn queren.

Wir gehen ein Stück zu beiden Seiten am Fluß entlang und dann in den chinesischen Garten, wo wir gegen 11.30 h im Teehaus Pause machen, Tee trinken und ein paar traditionelle chinesische Köstlichkeiten probieren, zu denen uns Sönke unbedingt rät. U. a. Gibt es in in Tee gekochte Eier, grüne Sojabohnen in Sojasauce, Baozi, Rettichsalat und Glasnudeln mit Tofu. Es sind nur kleine Portionen, die wir uns teilen; der Geschmack ist fremd, aber sehr gut. Mit dem herrlichen Blick vom Teehaus auf den Teich und der schon fast andächtigen Ruhe und Gelassenheit die hier herrscht, erholen wir uns innerhalb kurzer Zeit und nehmen anschließend die Bahn bis zum Stadtpark, oberhalb der City.

Dort geht es ein kleines Stück auf dem insgesamt 60 km langen Trail durch den Park Richtung japanischer Garten. Wir bezahlen den Eintritt und sehen uns in der herrlich gestalteten Anlage um. Mit einem Abstecher zum neuen Rosengarten geht es dann so allmählich wieder retour zu unserem Ausgangspunkt, mittlerweile ist es auch schon nach 16.00 h und Sönke muss heute noch arbeiten. Wir nehmen wieder die Tram und schließlich den Bus, am alten Rosengarten werden noch die Karten für unsere weitere Reise studiert und wir bekommen noch jede Menge Tipps bevor wir uns verabschieden. War ein schöner Tag, wenn auch für uns nach unserem gestrigen Hike ziemlich anstrengend. An dieser Stelle „Vielen Dank an Sönke und eine überaus „brave“ Nele!

Auf dem Bild sieht man übrigens ganz schwach nur den Mt. St. Helens, auf dessen Summit wir gestern standen. Heute wäre die Sicht von dort oben viel besser gewesen, aber man kann sich das nicht immer aussuchen.

Wir fahren in unser Motel, laden kurz das Auto aus und ziehen dann los, etwas für's Abendessen zu finden. Das gestaltet sich hier gar nicht einfach, auch ist das Internet im Motel mehr als lahm, so dass wir keine Adresse für ein Restaurant finden können. Da es schon auf 19.00 h zu geht, wir Hunger haben und ziemlich k.o. sind ziehen wir so los und es dauert ewig, bis wir endlich einen „Burgerfritzen“ finden. Bei Wendys gibt es nicht gerade üppig für heute, aber geschmacklich gut ein Chili mit Salat und noch ein paar Pommes und dann geht es zurück ins Motel, wo wir auch ziemlich bald in der Koje verschwinden.

Übernachtung: La Quinta, Portland, 67,20$
Gelaufen: etliche Meilen in Portland
Gefahren: 50 mi

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5. Tag / Mittwoch, 12. September

Die Mitbewohner des Motels waren die ganze Nacht über zu hören und als wir endlich Ruhe finden, reißt uns um 4.00 h morgens der Radiowecker aus dem Halbdämmer. Bis Elke die richtige Taste findet dauert es eine gefühlte Ewigkeit und wir haben Mühe, nochmal einzuschlafen, denn die nachtaktiven Motelgäste sind bereits wieder auf den Beinen. Über uns Getrappel und Türenschlagen, draußen starten nach und nach etliche Motoren. Wir können uns mit Müh und Not bis kurz vor 7.00 h durchschleppen und stehen dann auf. Das Frühstück ist wieder ganz ordentlich, auch der Kaffee schmeckt.

Wir halten uns aber nicht allzu lange, packen unsere Sachen und begeben uns auf die Interstate nach Süden bis zur Ausfahrt Tualatin. Hier gibt es einen Best Buy, der eigentlich die von Andy benötigte Notebookhülle fürs Ipad hätte, hätte er denn schon offen. Die machen erst um 10.00 h ihre Pforten auf; es ist aber gerade mal 8.30 h. Im benachbarten Fred Meyer gehen wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und starten durch bis nach Woodburn, wo wir uns heute dem Shoppen hingeben. Noch einen Kaffee bei Starbucks, wo wir wieder mal nicht dem Kauf von Tassen, u.a. auch für Espresso, widerstehen können. Andy sucht derweil noch was im Internet und dabei fällt uns auf, dass wir zwei Tassen zuviel bezahlt haben. So ein Glück, wir gehen nochmal zur Kasse, der jungen Frau tut das Versehen aufrichtig leid und sie entschuldigt sich vielmals.

So, nun aber los nach nebenan und dort erst mal zur Information und ein Couponbook geholt. Bei Crocs werden wir auch gleich fündig und dann geht es durch etliche Sportgeschäfte und wir finden auch da allerlei, was wir uns zu Hause schon überlegt hatten hier zu kaufen. Die Angebote sind recht unterschiedlich, aber mit dem was wir „erbeuten“ sind wir sehr zufrieden. Mittagessen gibt es im Foodcourt und bis wir mit stöbern und shoppen fertig sind, lohnt die Weiterfahrt Richtung Berge nicht mehr, das wäre für heute zu weit. Also nochmal kurz zu Starbucks wegen WiFi und ein Motel in Salem im Super 8 gebucht. Auf dem Weg dorthin gehen wir bei Sizzlers heute Steak essen; das Restaurant liegt einen Katzensprung von unserem Motel entfernt. Andy lässt sich ein Steak mit Lobster schmecken, Elkes Steak dagegen ist halb roh und total fettig; sie reklamiert und bekommt ein Neues, das den Erwartungen voll und ganz entspricht. Die Salatbar ist üppig bestückt und sehr gut. Es ist bereits kurz vor 21.00 h als wir im Motel eintreffen. Wir packen unsere Shoppingbeute in die Taschen und gegen 23.00 h ist für heute Zapfenstreich. Das Zimmer ist o.k. für den Preis, aber entgegen der letzten Nächte bei weitem nicht so toll.

Übernachtung: Super 8, Salem
Gefahren: 57 mi

6. Tag / Donnerstag, 13. September

Die Nacht war ganz o.k., da im 1. OG hatten wir das Fenster auf und so ließ es sich ohne Klima aushalten. Es ist bereits kurz vor 7.00 h als wir aufstehen und zum Frühstück gehen. Wir sind die einzigen Gäste, die um diese Zeit was essen wollen und haben den Bereich für uns allein. Der Kaffee ist heute wie Spülwasser; Cornflakes, Toast und Obst sind o.k. Wir packen wieder unsere 7 Sachen und heute geht nach Osten hoch in die Berge.

 

Erster Stopp sind die Proxy Falls, von dort fahren wir durch dichten Wald weiter zum Mc Kenzie Pass und die 3 Sisters. Alles Berge vulkanischen Ursprungs. Schade ist nur, dass wir wegen eines kontrollierten Waldbrandes sehr schlechte Sicht haben; selbst oben auf dem Mc Kenzie Pass, sehen wir von den Gipfeln nur sehr wenig. Wir machen am Pass oben Halt, hier ist es richtig warm (25 °C) und das auf ca. 1.630 m. Es ist bereits nach 12.30 h und wir wollen bei nächster Gelegenheit Mittag machen, nur an den Viewpoints gibt es nirgends eine Sitzgelegenheit.

Auf der Weiterfahrt Richtung Sisters kommen wir an einem Campground mit Day-Use-Area vorbei und da hat es endlich die gesuchten Picknicktables. Wir essen im Wald unter Beobachtung von einigen Hörnchen und haben nebenzu das Rauschen eines kleinen Baches. Die Sonne scheint ganz diffus durch die Rauchwolken und es mutet fast so an, als sei es bereits abends, so gedimmt wird das Sonnenlicht. Es geht weiter Richtung Sisters, ein nettes beschauliches Örtchen im Wildweststil und hier ist ganz schön was los. Wir fahren aber durch, wollen wir ja heute noch weiter zum Smith Rock SP bzw. zu den Painted Hills beim John Day Fossil Beds National Monument.

In Redmont erkundigen wir uns noch im Visitor Center, wo wir auf dem Weg zu den Painted Hills auf einem National Forest Campground übernachten können. Eine Dame, gebürtig aus Mexico, ist sehr bemüht und freundlich, kann uns jedoch nicht so recht weiterhelfen und verweist uns an das BLM Office in Prineville. Smith Rock streichen wir aus dem Programm, da beide Ziele heute nicht mehr zu schaffen sind. In Prineville finden wir dann auch das BLM und hier heißt es, dass es ein Stück weiter nördlich der Painted Hills am Fluß einen Campground gibt, der kostenlos ist. Die Alternative wäre, sich auf BLM-Land einen Platz zu suchen und dort zu bleiben.

Wir fahren also erst mal zum National Monument und die Straße weiter zu besagter Recreation Area am Fluss. Diese liegt ca. 30 Minuten vom NM entfernt; wir sind wohl die einzigen Camper hier und suchen uns auch gleich einen Platz und bauen das Zelt auf. Elke nimmt noch ein kühlendes Fußbad im Fluß; es hat über 30 °C und dass es heute Nacht Frost geben soll, wie uns die Auskunft im BLM gegeben wurde, wollen wir nicht so recht glauben. Dann laufen wir drei kleinen Trails in den Painted Hills; ist ganz nett hier die Gegend, aber so richtig reißt es uns nicht vom Hocker. Wir hoffen eigentlich noch auf den Sonnenuntergang, der dann aber auch nichts besonderes wird.

Gegen 18.30 h brechen wir dann ab und fahren zu unserer Campsite; die wir wie vermutet alleine für uns haben. Wir machen uns noch ein Mountainhouse und bedauern, dass wir weder Stühle noch Tisch haben; selbst wenn wir noch so über die schlechte Qualität der Campingausrüstung im Frühjahr in Namibia gewettert haben, jetzt wären wir froh, wenn wir wenigstens diese hätten. Der Abend geht nicht mehr allzu lange; wir spülen noch ab und verschwinden dann auch schon relativ bald in den Schlafsäcken, die wir erst nach Mitternacht zumachen; es ist immer noch sehr warm.

Übernachtung: Recreation Site Priest
Gefahren: 262 mi

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7. Tag / Freitag, 14. September

Gegen 7.00 h stehen wir auf, kochen Kaffee und bauen schon mal das Zelt ab. Dann gibt es Frühstück, die Nacht über war wirklich mehr als angenehm und von Frost überhaupt keine Rede. Jetzt hat es wohl so um die 8 °C, die Sonne ist aber schon da und wärmt.

Eine Stunde später haben wir alles verstaut und sitzen bereits im Auto und es geht retour nach Prineville, wo wir uns bei Starbucks einen Kaffee holen und nebenan im Dollar Tree noch einen Handbesen. Das Auto und wir selbst sind mehr als staubig geworden. In Redmont, wo wir bei Fred Meyer tanken und noch Grillfleisch und Brot mitnehmen ist es dann schon fast mittag und Andy bekommt bei Carls Junior endlich den langersehnten Burger.

Nächster Halt ist Bend, wo wir bei REI noch kurz einen Stopp einlegen; wir haben eine Gutschrift vom großen Einkauf im letzten Jahr, die wir einlösen. Mit einer Karte vom Olympic NP, ein paar kleinen Utensilien, zwei Wasserbeuteln, einem Kulturbeutel und einem T-Shirt verlassen wir schließlich den Laden. Sandalen hat es keine mehr; der Winter ist im Anmarsch, wie eine Verkäuferin auf Elke's Nachfrage erwidert.

Es hat mittlerweile wieder über 30 °C; von Herbst bzw. Winter noch keine Spur. Wir nehmen den Cascades Scenic Byway, der uns gestern im Visitor Center in Redmont wärmstens empfohlen wurde. Die Strecke geht durch die Berge, Vulkanlandschaft mit zahlreichen Seen und ist wirklich schön zu fahren. Wir halten ab und an, kommen aber ganz gut vorwärts, heute soll es noch zum Crater Lake gehen.

Vom Scenic Byway geht es dann nochmal ein kurzes Stück Richtung Süden bis zum Abzweig Craterlake, wo wir gegen 16.30 h im NP eintreffen. Es geht erst mal bis auf 2.300 m Höhe hinauf; diese Höhenmeter sind selbst im Auto nicht zu unterschätzen und machen sich durch plötzliche Müdigkeit und einem Gefühl, als hätte man „einen zuviel im Tee gehabt“, sofort bemerkbar. Beim ersten View Point, Watchman Tower machen wir Halt und sind beeindruckt von dem tiefblauen See, der den Krater ausfüllt. Auf der weiteren Strecke entlang des Kraters machen wir noch zweimal Halt, das Visitorcenter hat bereits geschlossen und so geht es zum Mazama Camground, wo wir eine Nacht reserviert haben.

Wir checken ein und finden dann auch gleich eine nette Campsite; bauen das Zelt auf, Andy müht sich mit dem Hacken von Feuerholz, das einfach zu hart ist für das kleine Beil. Mit viel Fluchen und Schweiß bekommt er es aber klein, Elke sammelt noch ein wenig Feuerholz und kurze Zeit später brennt es auch auch schon. Wir richten das Abendessen; es hat tausend kleiner Mücken, die einem überall hineinkriechen auch in den Salat fallen und mehr als lästig sind. Das Steak ist ziemlich schnell gegrillt, wir machen das dieses Mal auf afrikanische Art und grillen das Fleisch direkt auf dem Feuer. Bei angenehmen Temperaturen können wir dann auch bald essen, wir spülen noch ab, verstauen unsere Utensilien im Bärencontainer und im Auto und gehen dann im benachbarten Loop noch duschen. Hier gibt es die Showers sogar kostenlos. Zurück an der Campsite gibt es noch eine Mango zum Nachtisch und während Elke Bericht beim Licht der neuen LED-Leuchte schreibt, studiert Andy noch die Karten und das Infomaterial vom Park. Gegen 22.15 h ist dann Schluss für heute.

Übernachtung: Manzana Campground Crater Lake 29 $
Gefahren: 247 mi

 

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