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USA 2007 // Auf Backroads und Byways durch Colorful Colorado und darüber hinaus

Dienstag 11. September

Der Tag beginnt früh, bereits um 5:50 Uhr werden wir von Erhard abgeholt. Frühstücken ist um diese Zeit nicht drin, da alles schon fertig gepackt ist, brauchen wir uns nur anzuziehen und können los. Um diese Zeit hält sich der Berufsverkehr auf der A8 noch in Grenzen und wir sind bereits nach einer Stunde am Flughafen in München.
Diesmal fliegen wir mit LH und müssen am Automaten einchecken, danach dürfen wir erst in die Warteschlange vor den Schaltern und geben unser Gepäck auf, das Upgrade für den Rückflug wurde uns nach langer Zeit der Ungewißheit auch bestätigt. Das ganze ging so flott vonstatten, dass wir jetzt erst mal zum Zentralbereich gehen und gemütlich beim Bäcker frühstücken (wie jedes Jahr).

Um 8 Uhr gehen wir dann durch die Sicherheits- und Passkontrolle, was dank wenig Andrang auch zügig geht, dann sehen wir uns noch in den Shops etwas um und passieren nochmals eine Securitykontrolle vor dem Gate. Heute werden wir nicht, wie üblich, gefragt wer das Gepäck gepackt hat, ob sich irgendwelche verbotenen Gegenstände darin aufhalten usw.
Das Boarden geht fast pünktlich los und schnell sitzen wir auf unseren Plätzen und warten auf den Start. Da es regnet und auch auf dem weiteren Flug eine dichte Wolkendecke unter uns liegt, ist mit "aus dem Fenster sehen" nichts. Der A340 der LH hat leider kein Inseat Entertainment und so kann man die Filme nur über 2 kleine Monitore an der Abtrennung zur Business Class sehen, was mich veranlasst den ersten Film nicht zu sehen. Das Essen ist dafür sehr gut - statt dem üblichen Chicken oder Pasta serviert LH in Anlehnung an das bevorstehende Oktoberfest Rindsgulasch mit Schupfnudeln und Wirsing, alternativ eine Rostbratwurst, dazu ein Bier und Obazda mit Breze, soweit alles bestens. Der Sitzabstand ist minimal größer als bei United Airlines , trotzdem sitzt man sehr beengt und die Zeit vergeht kaum, Flugzeit ist 10 Stunden 20 Minuten bis Denver. Irgendwann gibt es dann noch mal ein Essen; jetzt in USA ist nun Chicken oder Pasta angesagt, der Service ist wirklich sehr gut, besser als die letzten Male bei UA.

Die Landung in Denver erfolgt pünktlich und das Wetter ist mit 23° C und Sonne perfekt. Immigration geht superschnell, dafür lassen unsere Koffer lange auf sich warten, das Laufband spuckt sie erst sehr spät aus. Auf den Bus zu Alamo müssen wir auch noch ein paar Minuten warten um dann zu sehen, dass er fast voll ist, also nur noch Stehplätze. Im Office ist nicht viel los, nur 2 Leute vor uns, trotzdem dauert es etwas, bis wir an der Reihe sind. Da wir bereits alle Versicherungen inklusive haben, will man uns nur die Roadside Assistance und ein Upgrade auf Standard SUV andrehen, was wir dankend ablehnen. Dafür werden wir nicht zur SUV Choice Line geschickt, sondern müssen uns draußen melden und ein Auto zuweisen lassen. Die SUV Choiceline ist leer, da bereue ich schon wieder, nicht bei National reserviert zu haben, denn die ist dagegen voll. Wir bekommen einen zwar frisch gewaschenen aber doch schmutzigen Toyota 4Runner zugewiesen, also doch ein Standard SUV. Mit dieser Zuweisung sind wir zwar nicht so glücklich, aber der Toyota ist eigentlich gut ausgerüstet mit zuschaltbarem 4WD und einer hohen Bodenfreiheit, ich hatte natürlich auf ein amerikanisches Modell gehofft und nicht mit einem Japaner, aber was soll's. Auch hat der Wagen schon fast 28.000 Meilen runter und sieht optisch nicht mehr so gut aus. Die Scheiben sind sowohl von außen als auch von innen völlig verschmiert und die Fußmatten wurden wohl mit dem Hochdruckreiniger behandelt und sind triefnass. Dafür zeigt das GPS nach kurzer Zeit schon einen Fix, nur das Routing mit dem Street Atlas will nicht so recht funktionieren und so fahren wir los.

Wir wollten zunächst in ein AAA Office und uns mit Karten und Tourbooks eindecken, ich dachte da nehmen wir das Headquarter, das wird schon in Downtown liegen, aber falsch gedacht. Irgendwann bekomme ich das Routing per GPS hin und wir landen südlich der Downtown beim AAA. Dort werde ich freundlich bedient und kann alle gewünschten Unterlagen mitnehmen. Gleich auf der anderen Straßenseite ist ein Safeway und so haben wir uns erst mal mit Wasser und Cola eingedeckt. Die Preise der Lebensmittel sind überraschend hoch, deshalb bleibt es auch bei den Getränken. Da hier auch gleich ein Ross Markt ist, gehen wir auch noch dort rein, finden aber nichts. Zum Einchecken im Motel ist es noch zu früh und wir fühlen uns noch fit, deshalb entscheiden wir uns gleich heute noch zum Outlet nach Castle Rock zu fahren.
Die Strecke zieht sich obwohl es nur 30 Meilen sind. An der Information holen wir die Shoping Card und verschwinden im Timberland Store, der durchaus gute Angebote hat. Elke kauft sich dann noch eine Sonnenbrille, da die von zu Hause wohl nicht mehr lange durchhält - damit ist für heute genug; allmählich macht sich die Müdigkeit bemerkbar. In nächster Nähe gibt es einen in einem Tankstellenshop integrierten Carl´s Jr.
und so gibt es zum Abendessen noch einen original 6$ Burger.

Wieder zurück in Denver entpuppt sich das Days Inn dann als sehr altes Motel - dass es direkt am Highway liegt weiss ich ja, aber dass es alt und abgewohnt ist natürlich nicht - nicht unbedingt das, was wir von Days Inn gewohnt sind. Das Zimmer ist sauber und OK, nur die Betten sind schon arg durchgelegen und haben Brandlöcher in der Bettdecke. Nach einer Dusche legen wir uns auch schon um 20:00 Uhr schlafen, zu Hause ist es jetzt 3:40 Uhr, also ein langer Tag für uns. Um 23:00 Uhr wache ich mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit wieder auf, nehme noch eine Aspirin und hoffe, dass das auch schnell wieder vorbei ist. Das klappt dann auch, dennoch dauert es noch über eine Stunde, bis ich wieder schlafen konnte.

P.S. Denver City haben wir am Schluss unserer Reise noch einen kleinen Besuch abgestattet; hierzu folgt also noch ein wenig Info.

Gefahren: 81 mi
Übernachtung: Days Inn, Denver Central, 57,60$

Mittwoch 12. September

Ich bin um 6:00 Uhr am Notebook und stelle fest, dass ich mich um eine Stunde verrechnet habe, also wird das nichts mit dem skypen. Ich schaue noch nach Adressen von verschiedenen Läden, die wir heute evtl. aufsuchen möchten, dann checken wir aus. Es gibt hier nur Kaffee und sonst leider nichts, noch ein Grund hier nicht mehr zu übernachten.


Schnell sind wir beim Walmart an der Colfax Ave und unser Grosseinkauf kann losgehen, zuerst hole ich mir einen Bearclaw der gleich gegessen wird. Nach über 2 Stunden sind wir fertig, der Trolley quilt über und wir sind um 250$ ärmer. Wir haben uns nahezu eine Grundausrüstung an Camping Gear gekauft, dazu reichlich Wasser, Getränke und Lebensmittel. Das Verstauen im Auto nimmt auch noch einige Zeit in Anspruch, dann gönnen wir uns eine Brotzeit bei Big M, es gibt Southwestern Salad und einen Wrap. Hier füllen wir auch die Ziplock Beutel mit Eis für unsere zwei kleinen Kühlboxen.


Das Wetter ist heute wieder fabelhaft und gut gelaunt fahren wir ins Colorado Mills Outlet. Bei Eddie Bauer wird Elke diesmal fündig - die gewünschte wind- und regendichte Jacke für den Urlaub wird gefunden und wir gehen gezielt in ein paar weitere Geschäfte. Es ist bereits 14.00 h als wir noch einen Schlenker bei Panda Express machen und uns ein Essen teilen - es gibt natürlich Orange-Flavoured- und Kung Pao Chicken.
Da unsere Einkaufsliste immer noch ein paar Positionen offen hat, fahren wir noch zu REI, die Preise dort sind aber so gesalzen, dass lediglich eine Emailtasse noch in unseren Besitz wechselt. Es ist schon später Nachmittag als wir auf der I-25 nach Norden fahren. Wir biegen leider etwas zu früh ab und verfahren uns etwas. Eigentlich wollen wir, da wir eh in Loveland abbiegen wollten, noch einen Blick ins dortige Outlet werfen; wir finden auch da hin, aber hier gibt es nur Shops, die nicht so von Interesse sind. Dafür finde ich noch etwas beim Ross Markt daneben. Zum Abendessen gehen wir heute zu Wendys, dort gibt es gutes Chilli mit baked potatoe und einen Salad.

Schade, dass die Sonne schon untergegangen ist, als wir in durch den Thompson Canyon nach Estes Park fahren; nur schemenhaft kann man von den Felswänden noch etwas sehen. Wir beziehen unser Zimmer im Super 8, sortieren die Einkäufe und ich schreibe bei einem kühlen Coors
den Bericht.

Gefahren: 121 mi
Übernachtung: Super 8, Estes Park, 86,27$

Donnerstag 13. September

Um 6 Uhr bin ich wach, noch ne halbe Stunde bleibe ich liegen dann schalte ich das Notebook an. Das Wetter sieht gut aus, aber mit 6 °C Grad beginnt der Tag kalt - wir befinden uns auch auf 2.300 m Höhe. Um 7 Uhr klingle ich per Skype daheim mal durch und es klappt prima. Danach gehen wir zum Frühstück nach oben, der Kaffee ist gut, nur zu Essen gibt es nicht allzu viel - no problem, wir holen unsere Cornflakes und runden das Frühstücksangebot ab.

Der Rocky Mountain National Park steht heute auf dem Programm, dieser Park wurde schon 1915 gegründet um die wunderbare Bergwelt zu schützen. Wir fahren die 36 zum Park und übersehen das Visitor Center, welches noch ein Stück vor der Parkentrance liegt. Hinterher lese ich, dass es insgesamt 3 Visitorcenter gibt, jedes mit einem anderen Informationsschwerpunkt. Das, welches wir soeben verpasst haben, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Tierwelt. Hätte ich mal vorher lesen sollen, doch wir wollen heute ein wenig wandern und so steuern wir ohne Umkehr den Morain Park an und parken am Cub Lake Trailhead. Dort sehen wir auch schon die ersten Elks. Die Brunftzeit der Elks hat nun begonnen und man hört die - wer so etwas noch nie in natura erlebt hat - merkwürdigen Laute durch das Tal hallen.

TrailDie Sonne wärmt mittlerweile ganz gut, so dass es jetzt angenehm warm ist. Elke packt einen Rucksack für uns beide und wir begeben uns auf den Trail zum Cub Lake. Es geht zunächst durch das ebene Tal und dann durch den Wald bergauf. Direkt vom Trail aus können wir ein Rudel Elks beobachten, welches in der Sonne liegt. Nach 1,5 Stunden erreichen wir den Cub Lake, ein idyllisch gelegener Bergsee, der von etwas weiter oben wie ein Krater aussieht. Die Seerosen haben mittlerweile einen dichten breiten Rand gebildet und lassen nur in der Mitte eine "offene" Wasserfläche frei. Auf einem Fels machen wir eine kleine Pause und lassen das Ganze erst mal auf uns wirken. Ein Stellar Jay lässt sich ganz nah auf einem Ast nieder.
Blue JayEs geht weiter noch ein Stück den Berg hinauf und dann stetig bergab wieder ins Tal des Big Thompson River. Am Pool des Big Thompson legen wir noch mal eine kleine Pause ein, der Ort lädt einfach zum verweilen ein und hier sind auch etliche Wanderer unterwegs. Der weitere Weg dem River entlang ist jetzt gemütlich zu gehen, es geht durch einen Kiefernwald, der mit schönen Felsen durchsetzt ist. Hier gibt es auch etliche Campsites. An einer kleinen Picknick Area lunchen wir noch, kurz danach haben wir den 10 km Loop beendet. Das war genau der richtige Auftakt für unsere Tour, der Weg ist nicht wirklich anstrengend und mit der Höhe hatten wir keine Probleme.

CoyoteNicht weit weg ist der Moraine Park Campground, den wir uns noch ansehen wollen. Es war mal geplant hier zu campen, wir haben das aber wieder verworfen, da wir uns wegen dem Wetter nicht sicher waren, jetzt bereuen wir diese Entscheidung, da es ein sehr schöner Campground und das Wetter bestens ist. Dann sehen wir einen großen Hund durchs Gras laufen, aber bei näherer Betrachtung sehen wir, dass das kein Hund, sondern ein Coyote ist. Vor Menschen fütchtet er sich wohl nicht sonderlich und streunt wohl auf der Suche nach Futter über die Sites.
Wir fahren nun ganz hoch zum Bear Lake, das ist hier der meist besuchte See und deshalb gibt es auch einen sehr gut ausgebauten 1,5 km langen Rundweg. Man kann das eigentlich als Spaziergang bezeichnen, aber an den kleinen Steigungen merkt man doch, dass man sich hier auf 2. 900 m ü.M. befindet.

Wieder im Tal schauen wir uns noch das Beaver Meadows Visitor Center an, das aber nicht sehr viel zu bieten hat - den kurzen Film über den Park nehmen wir aber noch mit. Es geht wieder retour nach Estes Park und wir schlendern noch durch den Ort. Im Safway erstehen wir noch Feuerholz und essen im KFC etwas.
Zurück im Motel räumen wir den Kofferraum anders ein, da uns irgendwie der Platz ausgeht. Nach einer Dusche widme ich mich dem Bericht und sehe die Fotos an.

Gefahren: 50 mi
Gelaufen: 10,5 km
Übernachtung: Super 8, Estes Park, 86,27$

Freitag 14. September

Wir stehen um 6:30 Uhr auf und fangen schon mal an alles ins Auto zu packen. Das Wetter sieht wieder gut aus, natürlich ist es kalt, aber dagegen kann man was machen. Das Frühstück sieht genauso aus wie gestern, Muffins, Cinnamon Teile, Bagels und unsere Bran Flakes.

Olf Fall River RoadWir verlassen Estes Park und fahren wieder in den Rocky Mountain NP, diesmal nehmen wir die Old Fall River Road und wollen hoch zum Alpine Visitor Center. Gleich nach der Entrance Station ist ein ganzes Rudel Elks zu sehen und verlangen nach einem Fotostopp.
Rocky MountainsDie Strasse führt vorbei am Lawn Lake Damm, der am 15. Juli 1982 brach und Estes Park überflutete. Kurz danach hört der Teer auf und es geht ein gute Gravel Road bergauf. An den Chasm Falls legen wir noch eine Pause ein und gehen das Stück zum Fluss runter, um die Falls auch sehen zu können. Der Aufstieg hat es ganz schön in sich, wir sind schnell außer Atem und es wird mir schwindelig. Die Strasse windet sich immer höher hinauf und es bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Berge gegenüber und zurück ins Tal. Die Baumgrenze liegt über 3.000 m, was schon erstaunlich ist und bei 3.584 m erreichen wir das Alpine Visitor Center, welches erst um 10.00 h öffnet. Es ist jetzt gerade mal kurz vor 9.00 h und es weht ein eisiger Westwind, so dass wir uns entschließen, den Fußweg hinauf zum Overlook zu gehen. Der hat es natürlich auch in sich, da bleibt einem schnell die Luft weg, besser immer wieder mal eine Pause einlegen und durchschnaufen. Auf dem Gipfel haben wir einen schönen Rundblick und erreichen unseren bislang höchsten Ort auf Erde mit 3.655 m.
Ganz oben!Da es immer noch mehr als eine halbe Stunde bis zur Öffnung des Alpine Visitor Centers dauert, fahren wir weiter. Von hier führt die Strasse wieder bergab. Ein Stopp am View Point auf die Never Summer Mountains und eine Infotafel hier besagt, dass es hier vor einigen tausend Jahren einen riesigen Gletscher gab, der sich über Meilen hinweg bis zum Ausgang des Parks erstreckte. Einige Meilen später sehen wir einige Leute an der Strasse stehen und halten an, durch die Bäume ist ein Schwarzbär zu sehen, leider ziemlich gut versteckt und auch ein Moose soll sich da herumtreiben, wir sehen es nicht, also fahren wir weiter.

Die Nadelbäume in diesem Teil des Parks sind zum Grossteil alle braun und abgestorben, die Ursache dafür ist ein Käfer, der nicht nur im Park sondern auch überall außerhalb für abgestorbene Bäume verantwortlich ist, die Parkverwaltung und der Forest Service sind wohl machtlos dagegen, denn es wird nichts gegen den Käfer unternommen.

Nach dem Ort Winter Park geht es über den Berthoud Pass (3.448 m), hier muss man höllisch auf die Sheriffs aufpassen, die Autos sind kaum von anderen zu unterscheiden. PauseEinige haben ganz kleine LED Leuchten auf dem Dach, andere haben die Blinklichter im Fahrzeug. Wir sehen sie ständig Autos kontrollieren und fahren vorschriftsmäßig. Kurz hinter dem Pass finden wir eine kleine Restarea, machen Pause und essen Sandwiches. Wir haben auch gleich Besuch von einem Squirrel, das uns ständig umrundet; es hat aber vermutlich was gegen das Fotografieren, denn es hält keinen Augenblick still.
Kurze Zeit später geht es ein kleines Stück auf der I-70 nach Westen, durch den Eisenhower Tunnel, der auch auf 3.350 m liegt. Bei Frisco geht es dann schon wieder runter und wir fahren südlich auf die 9 und kommen bald in den Wintersportort Breckenridge. Hier handelt es sich leider um die Art von Ski-Eldorado, die es auch in den französischen Alpen gibt - eine Massenansammlung von Unterkünften, die bis an die Liftstationen heranreichen und wir verspüren keinen Drang, uns das Zentrum anzusehen, deshalb geht es auf der Truckroute durch und zum Hoosier Pass in den South Park. SouthparkDas ist ein, auf über 3.000 m gelegenes, weites Tal, was man gar nicht glauben kann. In Fairplay, dem Geburtsort der Zeichentrickserie South Park, machen wir Halt und sehen uns self-guided das Freiluftmuseum an. Es handelt sich um originale Gebäude um das Jahr 1880, auch die Einrichtungen sind alle schön zusammengestellt und sehenswert. Mit AAA Rabatt bezahlen wir 12 $ Eintritt, die sich lohnen. Eine gute Stunde verbringen wir im Dorf und haben Einblick in das Leben von damals.

Die weitere Strecke - es liegen bis Alamosa noch 117 Meilen vor uns - zieht sich ganz schön hin, es ist mittlerweile auch stark bewölkt, doch es regnet nicht. Eigentlich wollten wir über Saguache fahren, um den Ort mal life zu sehen. Im Fernsehen gab es einen Bericht über diesen Ort und einer deutschen Frau, die dort Police Officer ist. Aber Änderungen im Plan lassen uns nach Alamosa fahren, dort ist schon eine Nacht im Super 8 vorgebucht. Die Wolken verziehen sich, je weiter wir südwärts fahren und kurz vor unserem heutigen Ziel sehen wir im Osten die Great Sand Dunes, die von Weitem sehr interessant aussehen. Der Park ist noch nicht an der Reihe und soll erst zum Ende des Urlaubs angesteuert werden.

Endlich in Alamosa checken wir schnell ein und fahren sofort zum Walmart, ein paar Lebensmittel einkaufen. Daneben befindet sich ein Chilies Restaurant, eine Kette die wir noch nicht kennen. Es warten schon einige Leute vor dem Eingang, wir lassen uns registrieren und bekommen ein Art Piepser mit, der uns anzeigt, wann unser Tisch frei ist. Wir fahren nochmal kurz ins Motel, das praktisch um die Ecke liegt und natürlich fängt das Teil zu piepsen an, da wir die Reichweite des Senders verlassen. Wir bringen unsere Sachen aufs Zimmer und ich lege gleich mal eine Ladung Akkus ins Ladegerät, dann geht es auch schon wieder zurück zum Restaurant. Dort brauchen wir nicht mehr lange warten und das Teil fängt zu vibrieren an. Wir bestellen uns Boneless Buffalo Wings, die extrem sauer und scharf sind, das stand aber so nicht auf der Karte, mir treibt es den Schweiß ins Gesicht. Das muss ich mit einem Sam Adams erst mal wieder abkühlen. Die Baby Back Ribs sind dann dafür wieder genau so wie man sie sich vorstellt. Im Ganzen war das Essen gut und man kann wieder mal in ein Chilies gehen.

Fazit zum Rocky Mountains NP: Der Park hat uns sehr gut gefallen und die Flora und Fauna sind sehr interessant. Mit den Alpen ist der Park meiner Meinung nach nicht zu vergleichen. Es war sicher noch nicht unser letzter Besuch hier.

Gefahren: 299 Meilen
Übernachtung: Super 8, Alamosa 65$

Weitere Bilder des Tages

Samstag 15. September

Mit Sonnenaufgang werden wir wach, Andy sitzt kurze Zeit später beim Skypen mit der Family. Nach dem üblichen morgendlichen Ablauf sitzen wir um 8.00 h bereits im Auto mit Kurs auf Wheeler. Bei Sonnenschein, ein paar Wolken und stahlblauem Himmel geht es auf der 160 westwärts nach Monte Vista; vielleicht erreichen wir ja doch noch jemandem vom National Forest Office. Die Hausnummer finden wir jedoch nicht und ein Anruf bestätigt die Annahme, dass hier am Samstag nicht gearbeitet wird. Weiter dann nach South Fork und auf der 149 noch ein paar Meilen am Rio Grande entlang bis zu unserem Startpunkt zur Wheeler Geologic Area.

Piste zur Hanson MillAußentemperatur: 12°C und es bläst ein frisches Lüftchen. Es geht wieder in die Berge hinauf und die nächsten Meilen bis zu Hanson Mill sind gut zu fahren. Um 9.30 h sind wir am Abzweig zu Wheeler und fragen einen Hunter, der sich dort häuslich niedergelassen hat, mit was wir die nächsten 14 Meilen rechnen müssen und ob er selbst schon dort war. Nachdem er den Bodenabstand unseres 4WD kritisch mit seinem Pickup vergleicht, meint er, es wäre zu schaffen, vorausgesetzt "you are a good driver" - der Weg sei höllisch steinig und die Steigungen seien auch nicht ohne, vor allem dann nicht, wenn es nass ist. Bei Regen sollten wir sofort umdrehen - klasse, was aber tun, wenn wir mittendrin sind? Uns wird nicht gerade Mut gemacht.

Rocky RoadNochmal tief durchatmen, dann geht es auch los - so einen Weg haben wir bis jetzt noch nie gesehen; die Hoffnung, dass es nach jeder neuen Herausforderung wieder besser wird, lässt uns weitermachen. Im Nachhinein empfinden wir diese Strecke als absoluten Höllenritt. Es ist nicht nur die Strecke allein, sondern auch die nervliche Anstrengung, die uns beiden Einiges abverlangt. Es ist hier Einiges los; ATV- und Motocross-Fahrer sowie Hunter kommen uns entgegen oder überholen uns. Insgeheim beneiden wir sie alle, da sie wesentlich schneller vorwärts kommen, als wir. Als wir auf einem nicht wesentlich aus dem Weg herausragenden Stein aufsetzen bzw. diesen streifen, heißt es sofort aussteigen und die Lage prüfen. Ausgerechnet tropft dann auch noch Wasser auf den Boden und wir befürchten, den Kühler geschrammt zu haben. Road to Wheeler GANach mehrmaligen Sichten des Unterbodens bemerken wir, dass einer unserer Vorgänger das Bodenblech aufgerissen hat. Nach mehrmaligem Betrachten der Lage können wir uns allmählich wieder beruhigen; es ist nicht der Kühler, sondern die Klimaanlage, die geschrammt wurde und das Wasser rührt nicht von dem Aufsetzen, sondern von der vorherigen Durchfahrung eines Creeks. Nachdem wir schon fast das Handtuch geworfen hätten, fahren wir doch weiter und prüfen eine Meile später nochmal, ob tatsächlich noch Wasser tropft. Glück gehabt, alles trocken.
Die Anspannung ist enorm und wächst mit jeder neuen Biegung, außerdem haben wir neben Sonnenschein zwischendurch immer wieder Regenschauer und auch mal Hagel, was uns nicht gerade locker bleiben lässt, bis wir dann gegen 13.00 h - wir haben noch ca. 4 Meilen Wegstrecke vor uns - erst mal Mittagspause machen. Wir werden von einem Ehepaar aus New Mexico, ebenfalls mit einem Toyota SUV überholt. Wir werden uns wohl später am Campground treffen, wie sie uns in einem kurzen Gespräch mitteilen.

Gegen 14:00 h haben wir dann nach 4 Stunden endlich unser Ziel erreicht und können es noch gar nicht recht glauben. Ein kurzer Smalltalk mit den ATV-lern, Quartiersuche für die Nacht und während wir das Zelt aufbauen kommt einer der Motocrossfahrer und bittet bei Bedarf um Hilfe, da sein Mitfahrer den Schlüssel verloren hätte und falls er den nicht wieder findet, ob wir dann bereit wären, ihn mit zurück nach Hanson Mill zu nehmen. Wir versprechen zu helfen, doch heute bringen uns keine 10 Pferde zurück, wenn dann morgen, nachdem wir uns hier erst mal ausgiebig umgesehen und eine Nacht darüber geschlafen haben. Kurze Zeit später ertönt Freudengejubel, der Schlüssel ist gefunden und die Jungs können zurück.

WheelerEine Stunde nach Ankunft machen wir uns mit Rucksack und Jacken bepackt auf den Weg. Die Area ist unglaublich und wir sind noch gar nicht richtig aufnahmebereit, für dieses Naturwunder, das sich da vor uns auftut. Zwischenzeitlich scheint wieder die Sonne und lässt die fast weißen Gesteinsformationen erleuchten. Nachdem wir die Shelter inspiziert haben und noch ein wenig rechts herum gehen, um dann doch einzusehen, dass dies nicht die beste Wegvariante ist, weil ein richtiger Weg bzw. Pfad gar nicht vorhanden sind, kehren wir durch den über und über mit Moos bewachsenen Wald wieder um und nehmen die linke Wegvariante. WheelerEs geht stetig nach oben und das ist bei über 3.400 m Höhe nicht zu unterschätzen. Fotos werden aus allen möglichen Perspektiven gemacht und wir steigen immer höher, bis wir uns bei 3.600 m und so gut wie keiner Aussicht auf die Area mehr, da hohe Bäume die Sicht versperren, wieder zur Umkehr entscheiden. Noch ein Abstecher zu den Hoodoos und 3 Stunden später sind wir wieder am Auto. Auf dem Rückweg begegnet uns das Camper Ehepaar und wir wechseln noch ein paar Worte.

Joe the cowboyDann heißt es Grillkohlen und Feuerholz raus und alles für den Abend bereit legen, so lange wir noch Tageslicht haben; um 19.20 h ist Sonnenuntergang. Während wir unsere Steaks herrichten, kommt noch ein Cowboy samt Pferd. Joe, wie sich kurze Zeit später herausstellt, ist spät unterwegs und wir können uns nicht vorstellen, wo er ohne Equipment heute noch bleiben will. Er hat es dennoch nicht eilig und hat viel zu erzählen und 20 Minuten später gibt er seinem Braunen doch noch die Sporen und macht sich auf zur Shelter. Während wir uns unsere Steaks schmecken lassen, fängt es an zu donnern und es tröpfelt auch schon wieder. CampingWas nun? Im Auto essen? Dort ist bei Gewitter der sicherste Ort, doch gottlob kommt es nicht soweit. Das Gewitter nimmt eine andere Richtung und wir bleiben nochmal verschont. Bei einem richtig zünftigen Lagerfeuer und einem Bier oder zwei lassen wir den Abend dann so langsam ausklingen und den Tag Revue passieren.

Gefahrene Meilen: 81 Meilen
Gelaufen: 8km
Übernachtung: Camp-In von Walmart, 0$

Weitere Bilder des Tages

Sonntag 16. September

Als es um 6:30 Uhr langsam hell wird, wachen wir auch auf. Die Nacht war nicht gerade erholsam, das Zelt ist nicht für so kalte Temperaturen gedacht, da das Innenzelt ab halber Höhe nur noch mit Netz ausgerüstet ist und das Überzelt auch nur bis knapp darunter reicht - es zieht also ständig durchs Zelt. Die Schlafsäcke sind zwar gut isoliert, aber für unsere Maße viel zu breit und man kann sie oben nicht ganz zu ziehen und so bleibt immer ein Spalt, wo es kalt hinein zieht. Auch muss Elke nachts mehrmals raus und das heißt, die mühsam erzeugte warme Höhle wieder zu verlassen. Da wir das Feuer nicht komplett gelöscht haben, kokelt jetzt noch der Rest Holz vor sich hin und räuchert uns die Nacht über im Zelt ein. Am morgen riechen wir auch dementsprechend und witzeln darüber. Wir wollten es so und meckern nicht; das gehört eben auch zu so einem Abenteuer mitten in der Wildnis.

Ich versuche erst mal wieder ein Feuer zu machen, damit wir uns wärmen können. Das gelingt mir aber nicht sofort, dafür kocht das Wasser für den Tee,dank Gas, schnell. Zu Essen gibt es Bran Flakes und Brot mit Peanut Butter. Dann gibt es noch einen kurzen Schauer und wir bauen das Zelt ab. Natürlich schaffen wir es nicht, es komplett in die Tasche zu packen. Als wir das Feuer gelöscht haben und losfahren können ist es 8:30 Uhr und die Sonne scheint wieder.

Road to Wheeler GAIch gehe die Rückfahrt heute etwas schneller an, da unsere Campnachbarn mit dem gleichen Auto gestern nur 2 Stunden gebraucht haben. Natürlich werden wir bei höherer Geschwindigkeit ganz gut durchgeschüttelt, auch das Gepäck darf heute hüpfen, aber so kommen wir schneller voran. An Stellen, wo größere Steine liegen, oder bei den tiefen Löchern fahre ich natürlich besonders vorsichtig. Wir machen noch einige Fotostopps, besonders bei den Wasserdurchquerungen, und schaffen es tatsächlich in gut 2 Stunden bis Hanson Mill. Die restlichen 10 Meilen, sind jetzt easy und schnell zu fahren.Road to Wheeler GA

Railroad Bridge am Rio GrandeUnten am Rio Grande regnet es wieder mal, aber in South Fork scheint schon wieder die Sonne. Es geht auf die 160 gen Westen und wir suchen eine Rest Area zum Lunchen, aber alle Campgrounds sind schon geschlossen. Endlich finden wir noch einen Platz, doch es ist windig und nieselt leicht, trotzdem machen wir hier kurz Pause und essen erst mal was. Der weitere Weg ist sehr scenic, das hatte ich mir so gar nicht vorgestellt. Bis Pagosa Springs auf jeden Fall eine sehr schöne Strecke.

In Durango gehen wir noch kurz in den Western Store und waschen anschließend für einen Dollar in einem Car Wash den Dreck vom Auto, dann checken wir in der Travelodge ein. Kurz darauf geht ein heftiges Gewitter über Durango und den Bergen runter; es blitzt und donnert, so dass das Licht mehrmals kurz aussetzt und dann kommen Massen an Wasser herunter. Das ist quasi die Spülung fürs Auto, da wir an manchen Stellen den Seifenrest nicht mehr abwaschen konnten. Wir duschen uns den rauchigen Geruch vom Leib und sortieren unsere Sachen. Da wir dieses Jahr zum ersten Mal ein paar Nächte im Zelt verbringen, wird nun ein Koffer mit dem dazu notwendigen Euqipment bestückt - es fehlt uns dazu einfach noch die Routine.
Später fahren wir dann in die Mainstreet, der Regen ist vorbei und die Sonne scheint wieder. Es ist nicht viel los, es haben aber dennoch einige Geschäfte geöffnet. Irgendwann hören wir dann den durchdringenden Klang der Zugpfeife und wir gehen um die Ecke um die Einfahrt der Durango and Silverton Railway zu sehen. Zum Walmart müssen wir auch noch, ein paar Dinge kaufen, hinterher fahren wir zu Applebees, wieder ein Restaurant, das wir noch nicht kennen. Wir studieren die Karte und entscheiden uns für einen Sampler, bei dem man 3 Gerichte für 10,99 wählen kann, eine gute Wahl. Tanken müssen wir auch noch und das nächste Gewitter ist im Anzug. Bei Dairy Queen nehmen wir noch einen Milkshake und einen Sundae mit. Damit verziehen wir uns aufs Zimmer und relaxen vorm TV.

Gefahren: 141 Meilen
Übernachtung: Travelodge, Durango, Free Night Trip Reward

Montag 17. September

Ich wache genau um 7 auf und klemme mich gleich hinters Notebook zum skypen. In der Nacht hat es nochmal gedonnert, das Wetter ist nicht so gut, wie vorhergesagt. Nun gut, was machen wir dann heute? Erst mal was frühstücken, dann entschließen wir uns wenigstens mal bis Silverton zu fahren. Es regnet wieder und die Berge sind von tiefhängenden Wolken eingehüllt. Pickerton Hot SpringsBei den Pickerton Hot Springs halten wir, diese haben wir beim letzten mal übersehen und sind daran vorbei gefahren. Eine Infotafel besagt, dass die Hotsprings nach einem Farmer benannt wurden, der hier unweit der Springs Landwirtschaft betrieben und die damaligen Gold- und Silbersucher mit seinen Erzeugnissen versorgt hat. Sein Geschäft lief sehr gut - das Pfund Butter hat er für 1 $ verkauft. Später mit genügend Kapital hat er die Farm verlassen und hat es noch zu einem Titel gebracht - Governor?

Bis Silverton regnet es eigentlich immer wieder, dort fahren wir direkt zum Tourist Office, denn dort hat es Rest Rooms. Die nette Dame dort gibt uns einige Informationen über die Ghost Town Animas Forks, die man trotz des schlechten Wetters besichtigen kann. Eureka TalVon einer Weiterfahrt nach Ouray oder Lake City rät sie uns ab, wir sollen lieber wieder umdrehen. Also gut, dann fahren wir ohne weiteren Halt in Silverton auf die Gravelroad nach Eureka, dort steigen wir kurz mal aus und sehen uns den Creek an. Auf der alten Abraumhalde suchen Leute nach Überresten, keine Ahnung ob und was die da finden.

Eureka: Von der im Jahr 1870 gegründeten Town, steht heute lediglich noch das gewaltige Sekelett der Sunnyside Mill und es ist kaum vorstellbar, dass hier mal etwa 2.000 Leute gelebt haben. Die Stadt hatte ihr eigenes Postoffice und eine monatliche Zeitung "The San Juan Expositor". Bis 1931 war die Sunnyside Mill intakt, als sie für einige Jahre geschlossen und dann im Jahr 1937 noch einmal eröffnet wurde. Zwei Jahre später traten die Bergleute in Streik und die Mine wurde erneut geschlossen und das für immer. Infolge dessen wurde der Zugverkehr zwischen Silverton und Eureka im Jahr 1939 eingestellt und die Eisenbahn wurde verkauft.

Von dort geht es weiter nach Animas Forks, eine sehr schöne Ghost Town; die Häuser sind noch sehr gut erhalten und haben teilweise neue Dächer bekommen, damit sie nicht gänzlich verfallen.

Animas ForksAnimas Forks hieß ursprünglich La Plata City. Die ersten Silberadern wurden im Jahr 1875 entdeckt. Die Regierung bot Siedlern kostenlos Grundstücke und Unterstützung beim Bau von Häusern an. Innerhalb eines Jahres errichteten die Siedler 30 Hütten, ein Postoffice, einen Saloon, einen General Store, ein Hotel und zwei Mühlen. Die Einwohnerzahl maß 200 Personen. Das Gefängnis, ein derb gezimmertes schachtelartiges Gebilde mit zwei Zellen und einem Büro für die Aufsicht, war eine Ausnahme der ansonsten sehr soliden und mit gut bearbeitetem Holz konstruierten Häuser mit Schindeldächern. Im Jahr 1877 wurde eine Straße für Fuhrwerke nach Eureka angelegt; für die von Silverton nach Lake City Zoll zu bezahlen war. Animas Forks wurde eine wichtige Kreuzung für Strecken in alle Richtungen zu den vielen Minencamps in der Umgebung. Die vielen Aktivitäten konzentrierten sich bei der Mühle, welche Gold von der Red Cloud Mine in Mineral Point förderte.
Schnee war ein großes Problem für Animas Forks. Auch wenn die Stadt das ganze Jahr über in Betrieb war, ging die Zahl der Bewohner in der Winterzeit stark zurück. Im Jahr 1884 erreichte die Bevölkerung 400 Personen im Sommer, im Winter dagegen bevölkerten lediglich 12 Männer, 3 Frauen und 20 Hunde die Minenstadt. Ein Wintersturm im gleichen Jahr dauerte ganze 23 Tage lang.
Animas ForksIm Jahr 1880 wurden von Lake City über den 3.810 hohen Engineer Pass Telefonleitungen installiert. Kutschen fuhren täglich von Lake City nach Silverton via Engineer Pass. In der Blütezeit war Animas Forks Heimat für 1.500 Einwohner. Auf 3.530 m Höhe gelegen rühmte sich Animas Forks die größte Stadt der Welt auf dieser Höhe zu sein. Der Erfolg ließ in 1890 immer mehr nach und die Stadt war im Jahr 1901 nahezu menschenleer. Zwischen 1904 und 1916 lebte Animas Forks wieder auf. Die Eisenbahn wurde anno 1904 erweitert und es war geplant, die Linie zwischen Lake City und Animas Forks durch Verbauungen von Schnee freizuhalten. Schneeverwehungen erreichten zum Teil Höhen bis über 7 m. Als eine Schneelawine die erste Verbauung zerstörte, wurde dieser Plan wieder verworfen. Die Gold Prince Mill, errichtet im Jahr 1904, war bis 1910 in Betrieb und wurde in 1917 nach Eureka verlegt. Animas Forks verfiel darauf hin immer mehr. Im Jahr 1942 entfernte und verschrottete man die Eisenbahnschienen. Die Eisenbahntrasse wurde wieder zur Straße. Heute ist Animas Forks eine interessante Ghost Town mit 12 Häusern. Die Columbus Mill steht noch wie einige andere Gebäude und die Reste davon.

Animas ForksAls wir an der Mine herumstöbern, sehen wir 3 Jeeps den Berg herunter fahren. Als sie endlich bei uns sind, fragen wir nach den Roadbedingungen. Die Strasse über den Cinnamon Pass ist wohl passierbar, wenn auch das Wetter dort oben nicht gerade toll ist. Unser Plan für heute, wäre der Alpine Loop bis Lake City gewesen, nach den Infos aus dem Visitor Center haben wir diesen schon verworfen, aber jetzt sieht es wieder anders aus. Also fahren wir doch den Pass hoch; die ersten Kehren ist es etwas holprig und rau zu fahren, jedoch nicht schwierig. Je weiter wir nach oben fahren, desto schlechter wird auch das Wetter und am Pass oben auf 3.800 m hat es starken Wind und es schneit. Cinnamon PassFür ein Foto auszusteigen kostet enorme Überwindung - für ein Foto von uns beiden mit Stativ ist der Wind zu stark, also dann kurz raus und jeder wird einzeln abgelichtet. Es geht nun wieder bergab und die Strecke hält ein paar Herausforderungen parat. In ein paar Kehren gibt es höhere Absätze zu überwinden, doch nachdem wir das genauer in Augenschein nehmen, packt das Andy ohne Probleme und ist in seinem Element.

An der Cinnamon Pass RoadEs reißt sogar die Wolkendecke auf die Sonne kommt ein wenig durch, so dass wir für einen kurzen Moment die die farbigen Berge sehen können und einen Eindruck von der Umgebung bekommen. Auf dem Weg nach unten passieren wir noch ein paar Goldminen bzw. das, was davon übrig ist. An manchen Haltepunkten weist nur noch eine Tafel auf deren Existenz hin, zu sehen ist jedoch nichts. Gegen 13.00 h reißt die Wolkendecke komplett auf und die Aspen erstrahlen im Sonnenlicht in herrlichen Farbschattierungen und wir machen an einem noch recht gut erhaltenen Siedlerhaus kurz Mittag. Auf dem Weg nach Lake City kommen wir am Abzweig nach Carson vorbei.

Abfahrt vom Cinnamon PassDa Carson eine der noch sehr gut erhaltenen Mining Ghosttowns ist, wollen wir diese noch mitnehmen, Zeit haben wir noch. Carson war seit jeher eine der am schlechtesten zugänglichen Gold- und Silvermining Camps (im Winter völlig von der Außenwelt abgeschnitten) und deshalb verwundert es auch nicht, dass der Weg dorthin mehr als steil bergauf durch die Wager Gulch geht und teils mit groben und losem Geröll durchsetzt ist. Die Nässe vom heutigen Regen macht es auch nicht einfacher, die Strecke zu fahren. Da es nur 4 Meilen bis dorthin sind, siegt wieder mal der Wille. Nach ca. 3 Meilen ist der Trail nicht mehr ganz so steil, jedoch immer noch Herausforderung genug. Endlich am Ziel angekommen erkunden wir die Häuser, die zwar noch gut erhalten, jedoch von den jüngeren Generationen arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. CarsonSchade, dass es eben auch Leute gibt, denen die Zeugnisse aus einer früheren Zeit absolut egal sind. So wurden in einigen Häusern offene Feuerstellen errichtet und es grenzt an ein Wunder, dass die Behausungen nicht in Flammen aufgingen.

Im Jahr 1882 ließ sich hier Christopher Carson nieder, der den ersten Claim in dieser Gegend abgesteckt hat. Einige Jahre später bearbeiteten etwa 100 Arbeiter 150 Claims. Auch gabe es zwei Orte mit dem gleichen Namen, gerade mal zwei Meilen voneinander entfernt und zu verschiedenen Zeiten in Betrieb. Die etwas tiefer gelegene Siedlung war ein Gold Camp; die ältere Siedlung baute Silber ab.

CarsonVon der Bachelor Mine, dem Zentrum der Aktivitäten, ist bis auf die Abraumhalde, auf ein paar Gerätschaften und eine große Stahlwinde samt Seil nicht mehr viel übrig; hier hat sich ein Murmeltier ein zu Hause eingerichtet. Wir hören es Alarm pfeifen und Andy sieht es noch kurz, ehe es in seiner Behausung verschwindet. Da es nun wieder komplett bewölkt ist und erneut zu regnen beginnt, machen wir uns auf den Rückweg, für den wir doppelt so lange benötigen, da der Untergrund teilweise matschig und rutschig ist. Ein wenig mulmig ist uns schon, doch unser Auto hat hier noch einige zusätzliche Funktionen zu bieten, die man beim Bergabfahren zuschalten kann und wir kommen sicher und wohl behalten, wenn auch sehr sehr langsam, wieder runter.

Lake CityDie letzte Strecke nach Lake City haben wir schnell genommen und wir machen noch kurz in dem sehr ursprünglichen Ort im General Store Halt. Hier gibt es keine modernen Fastfoodketten oder Gebäude; die Häuschen sind im Victorianischen Stil gehalten und größtenteils liebevoll gepflegt. Der kleine Ort versprüht einen besonderen Charme und man hat das Gefühl, hier gehen die Uhren anders. Die Lady im Generalstore, der nahezu alles anbietet, was man hier so brauchen kann, strahlt mich beim Kauf von ein paar Postkarten über die Ladentheke an und verkörpert ohne Worte, dass hier trotzt aller Widrigkeiten über Regierung, Krieg und Korruption, die Welt noch schwer in Ordnung ist und es sich hier gut leben lässt. Weiter geht es nach Gunnison, anfangs landschaftlich sehr schön am Gunnison River entlang, ehe sich die Landschaft dann eher etwas eintönig durch karge hügelige Landschaft zieht. Wir finden in Gunnison im Days Inn preisgünstig ein Quartier und machen uns auch gleich auf zum Abendessen zum Pizza Hut.

Gefahren: 166 Meilen
Übernachtung: Days Inn, Gunnison, 61,74$

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Dienstag 18. September

Es ist bereits 7.15 h als wir wach werden. Der Himmel ist noch komplett wolkenverhangen und von den gut vorhergesagten Bedingungen für heute ist noch nichts zu bemerken. Das Frühstück ist reichhaltig und lecker und gut gestärkt geht es dann auch schon Richtung Crested Butte. Auf dem Weg dorthin gibt es herrlich leuchtende Espen, doch leider fehlt für die Leuchtkraft noch Sonne.

Crested ButteUm 9.00 Uhr erreichen wir Crested Butte und dort hat außer einigen Cafés lediglich das Visitor Center geöffnet, dem wir gleich mal einen Besuch abstatten. Es ist lausig kalt; das Thermometer zeigt gerade mal um die 2,5 °C. Der freundliche Herr vom Visitor Center erklärt auch gleich, dass es letzte Nacht - 6,5 °C hatte. Die Strecke zum Kebler Pass ist laut Auskunft problemlos zu fahren - nur sollte für uns die Wolkendecke dazu noch aufreißen.
Crested ButteSo entschließen wir uns erst mal, in einem gemütlichen Cafe noch was zu trinken und ein paar Postkarten zu schreiben und noch einen Blick in die Läden zu werfen, um der Sonne eine Chance zu geben. Der Ort hat auch diese netten Häuschen im Victorianischen Stil, überall Blumenkästen und nette Vorgärten und die Läden haben ein vielfältiges Angebot an Kunsthandwerk und schräger Mode. Auch wenn ich nicht den Drang verspüre, mir hier etwas zu kaufen, so bereitet mir das Bummeln großes Vergnügen. Im Postoffice decke ich mich noch mit Briefmarken ein und Ruck Zuck sind 2 Stunden vergangen, ehe wir uns auf den Weg machen.

Lake IrwinDie Wolkendecke hängt immer noch tief, aber als wir langsam an Höhe gewinnen und Richtung Kebler Pass fahren, reißt es tatsächlich auf und die Sonne kommt sogar durch. Wir machen am Irwin Lake noch Halt um ein paar Fotos mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund zu schießen. Am Kebler Pass gibt es den Historic Cemetary von Irwin, den wir auch noch kurz besichtigen. Auf einer halbwegs ebenen Fläche sind hier die Gräber wild verstreut und recht naturbelassen. In Germany ist so etwas schlichtweg undenkbar; da herrscht zum Teil schon fast peinliche Präzision und Ordnung. Es geht nun stetig bergab und die vielen Aspen, die es hier gibt, sind leider noch nicht so bunt gefärbt. 1.000 Höhenmeter tiefer sind wir hinter Paonia, legen dort eine Pause ein und gönnen uns ein kleines Mittagsnickerchen.

Red Rock DinerNächstes Ziel ist dann auch schon Carbondale. Es hat nicht viele Motels zur Auswahl und das Days Inn ist uns mit 89,96 $ zu teuer, so dass wir uns für den Campground am Crystal Creek entscheiden. Dazu müssen wir nochmal ein kurzes Stück retour in die Richtung aus der wir gekommen sind und kurze Zeit später bauen wir unser Zelt bei Sonnenschein und richtig angenehmer Temperatur auf, machen uns frisch und gehen zum Abendessen in das Red Rock Diner. Die Ausstattung ist so gestaltet, als fühle man sich in die 60er Jahre versetzt. Die Burger sind klasse. Nach Sonnenuntergang wird es auch schnell kalt, auf ein Lagerfeuer verzichten wir und so kriechen wir schon bald in die Schlafsäcke, denn morgen heißt es um 5.00 h früh aufstehen.


Gefahren: 134 Meilen
Übernachtung: Campground Crystal Creek vor Carbondale

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Mittwoch 19. September

Die Nacht war wie erwartet kalt, aber nicht so schlimm wie in Wheeler. Der Verkehr auf der 133, an der auch der Campingplatz liegt, ging bis nach 23.00 h, dann erst wurde es ruhiger. Unsere Nachbarn haben gestern noch ein Lagerfeuer entfacht und uns eingeräuchert, was auch nicht gerade zum schnellen Einschlafen geführt hat. Irgendwann vor Mitternacht musste ich nochmal raus und dabei habe ich wieder über den grandiosen Sternenhimmel gestaunt, der sich mir geboten hat. Vor lauter Begeisterung habe ich dabei die wohl einzige Wasserpfütze auf dem Platz übersehen und bin da natürlich hinein getreten.

Somit war die Nacht kurz und um 5.00 h morgens klingelt uns Andys Wecker aus dem Schlaf, wir schlüpfen in die eisig kalten Klamotten und waschen uns noch. Dann geht es auch schon los Richtung Aspen. Wir wollen zum Sonnenaufgang bei den Maroon Bells sein und der ist bereits um 6.50 h. So früh morgens durch die Nacht zu fahren ist ganz schön anstrengend; wir könnten gut und gerne noch eine Mütze voll Schlaf brauchen, doch dann würden wir ja auch was verpassen. Um 6.00 h erreichen wir Aspen und finden auch gleich die Beschilderung zu den Maroon Bells, die wir dann auch gegen 6.30 erreichen.

Vor 8.00 Uhr und nach 19.00 h kann man kostenlos in den Park fahren; ansonsten sind 10 $ Eintritt zu entrichten.

Maroon BellsEs beginnt schon zu dämmern und wir sind dort nicht die Einzigen; jede Menge Fotografen haben sich bereits am Ufer des Sees für den besten Spot postiert. Wir mischen uns unters Volk und harren der Dinge die da kommen. Es ist eisig kalt; Temperatur unter 0°C, gefühlt jedoch - 10°C. Da kommt die lange Unterwäsche gerade richtig, um Schlimmeres zu verhindern. Der Maroonlake ist glatt und so spiegeln sich der Maroon Peak darin. Es ist kein Wölkchen am Himmel, also beste Bedingungen. Und dann klettert allmählich die Sonne immer höher und beleuchtet den ersten Gipfel - grandios, wie dieser zu leuchten beginnt und so nach und nach wird die Gipfelkette beleuchtet. Jeder steht andächtig da und bestaunt die Szenerie.
Maroon BellsNach gut 1 ½ Stunden lasse ich Andy weiter das beste Motiv suchen und mache in der Zwischenzeit am Auto mit unserem neuen Gaskocher zwei Tassen Tee, wovon eine dem ausgefrorenen Fotografen gereicht wird. Der unterbricht auch für einen Moment sein Vorhaben und wärmt sich dankend die Finger an der heißen Tasse. Wir wollen dann eigentlich aufbrechen, sind uns aber nicht sicher, ob wir nicht doch noch das Leuchten der Aspen im Vordergrund verpassen und so entscheiden wir uns, doch noch ein Stück am See entlang zu gehen und abzuwarten. Die Bewegung ist besser als das Herumstehen und so kehren wir gegen 9.30 h den Maroons mit unzähligen Bildern im Kasten den Rücken.

Es geht erst mal nach Aspen, das uns ehrlich gestanden ein wenig enttäuscht. Wir hatten mit mehr Atmosphäre gerechnet, doch die fehlt hier unserer Meinung nach. Erst auf den zweiten Anlauf finden wir die Fußgängerzone, die im Grunde nicht so viel bietet. In einem T-Shirt Laden erstehen wir für meine Eltern Leute zwei Schildmützen und für Andy ein T-Shirt und der Rest ist entweder viel zu teuer oder für uns nicht von Interesse.
Hier hält uns somit auch nichts und wir fahren wieder nach Carbondale zu unserem "Haus", um dort Mittag zu machen. Mittlerweile ist es richtig schön warm und wir genießen nach diesem eiskalten Morgen die Sonne.

Anschließend geht es weiter nach Marble, die Crystal Mill steht für heute noch auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin überkommt uns doch die Müdigkeit und wir gönnen uns auf dem Weg noch einen kurzen Mittagsschlaf. Um 14.00 h starten wir kurz vor Marble und auf dem Abzweig Richtung Crystal weist uns ein Schild darauf hin, dass die eigentliche Straße 314 wegen Bauarbeiten gesperrt und nur die 315 nach Crystal befahrbar ist und diese "only for 4 WD" and "severe" sei. Dass die Gravelroad es in sich hat, haben wir aus Photographing the South West Vol. 3, doch bezieht sich die Wegbeschreibung auf die gesperrte Variante, die gesamt 5.5 Meilen beträgt, wovon 4 Meilen "non technical", dafür aber "extremely rocky road" ist. Da wir nicht davon ausgehen, dass die 315er Wegvariante viel schlimmer ist, fahren wir los und lassen uns da auf etwas ein, was wir - hätten wir es vorher gewusst - so sicherlich nicht gemacht hätten. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Auf dem Weg zur 
Crystal MillDie erste Meile ist schon mehr als heftig und von Weg kann hier kaum mehr die Rede sein; die Strecke ist völlig von den letzten und vorvorletzten Regenfällen zerfurcht und Geröll und große Steine liegen wild verstreut oder stecken mitten in der Spur - zudem ist die Strecke schon zu Beginn sehr steil. Wir sind ja Einiges gewöhnt, doch das hat es in sich. Erst später stellt sich heraus, dass die Umleitungsstrecke (FR 315 Lost Creek Trail to Lead King Basin) fast doppelt so lang als die von L. Martres beschriebene (FR 314 Crystal Creek Road) ist. Es geht steil in engen Kehren nach oben, manchmal bleibt gerade noch eine Reifenbreite zum Abgrund und es kommen uns immer wieder Fahrzeuge entgegen.
Auf dem Weg zur Crystal Mill8 Meilen später und ziemlich angespannt geht es über ein Geröllfeld und wieder in den Wald, wo es nochmal eine Spur heftiger wird. Hier erwartet uns eine Herausforderung, die wir dann aber - knapp einen Kilometer Luftlinie vom Ziel entfernt sein lassen, das Auto abstellen und uns die letzten Meter zu Fuß aufmachen. Selbst zum Laufen ist der Weg nicht easy; bei jedem Schritt muss man sich auf den Weg konzentrieren, um sich bei dem mit mehr als groben und großen Steinen durchsetzten Weg nicht den Fuß zu vertreten. 20 Minuten später - es geht bergab - erreichen wir den Ort Crystal, der 1880 als Silberminen Camp entstand und eigentlich Crystal City heißt.

Crystall MillDer Name rührt von dem Kristallähnlichen Quartz, den man entlang des Creek entdeckt hatte. Der Weg von Crested Butte nach Crystal via Schofield Pass war seit jeher anstrengend und beschwerlich. Der ungwegsame Trail machte es unmöglich, etwas nach oder aus Crystal zu transportieren. Letztendlich wurde ein Weg errichtet, der Crystal mit Carbondale verband. Etwa um 1885 zählte Crystal 500 Einwohner. Auch hier wurde eine Zeitung gedruckt, es gab einen General Store, etliche Wohnhäuser, einige Saloons und den Crystal Club, der den Männern vorbehalten war. Das Gebäude ist bis heute erhalten geblieben. Die Lead King war die Hauptmine der Region und förderte bis ins Jahr 1913. Silber aus der Black Queen Mine wurde im Jahr 1893 auf der Chicagoer Weltausstellung präsentiert. Crystal überlebte den Silver Crash im Jahr 1893, da neben Gold und Silber auch Kupfer, Blei und Zink gefördert wurde. Die Crystal Mill, die zur Stromerzeugung diente, ist noch gut erhalten und thront auf einem Felsvorsprung direkt am Wasserfall.

Wir machen jede Menge Fotos und sind froh, das Ziel erreicht zu haben. Schließlich müssen wir uns an den anstrengenden Aufstieg aufmachen. Um 17.00 h sind wir wieder am Auto und löschen erst mal unseren Durst. Als wir gut eine Stunde später wieder im Tal in Marble ankommen schicke ich einen Dank nach oben, dass wir wohlbehalten, ohne platten Reifen wieder Teer unter den Rädern haben. Zum Abendessen geht es ein letztes Mal nach Carbondale in den Diner und danach zum Campground. Die Nacht scheint heute nicht ganz so kalt zu werden wie gestern. Was für ein langer, ereignisreicher und eindrucksvoller Tag!

Gefahren: 168 Meilen
Übernachtung: Campground Crystal Creek vor Carbondale (für zwei Nächte 48,99 $)

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Donnerstag 20. September

Es ist bereits nach 8.00 h als wir aus dem Zelt kriechen. Es ist doch ziemlich kalt (was sonst) und während Andy das Frühstück herrichtet, rolle ich schon mal Schlafsäcke und Isomatten zusammen und räume das Zelt. Es ist bewölkt und die Sonne nicht in Sicht. Die bräuchten wir jetzt allerdings dringend, um das Zelt trocken zu bekommen. Das Überzelt ist feucht vom Kondenswasser und die Unterlegmatte auch. Schließlich packen wir um 9.00 h das Zelt eben nass ein; wir wollen mit unserem Programm fortfahren.

Rifle FallsÜber Carbondale geht es auf der I 70 Richtung Westen nach Rifle zu den Rifle Falls. Nun ist die Sonne da und die Temperatur steigt auf angenehme 18 °C. Im Statepark angekommen entrichten wir den 6 $ Obulus und packen unser Zelt nochmal aus. Es gibt eine Wiese mit Picknickplätzen und da kaum Leute im Park sind, breiten wir unsere Planen nochmal zum Trocknen aus, während wir uns die Falls ansehen. Ein sehr schönes Fleckchen hier, wo man auch gut eine Nacht verbringen kann; alles sehr schön angelegt und die Falls sind toll. Wir gehen den kleinen Loop, kommen an kleinen Grotten vorbei, in denen es auch Tropfsteine gibt. Am Ende steht man oberhalb der Fälle und sieht die nach unten stürzenden Wassermassen. Eine halbe Stunde später sind wir wieder zurück und unser Equipment ist trocken.

Alles wieder eingepackt und weiter geht es zurück zur I 70 und am Colorado entlang nach bis zur Ausfahrt nach Mesa. Am Grand Mesa Creek geht es durch einen Canyon und die Gesteinsformationen haben mit denen in den Rocky Mountains gar nichts mehr gemeinsam. Mesa ist ein winziger Ort, der für einen Autostopp nicht lohnt. Vom Tal (1.500 m) gewinnt die Straße stetig an Höhe bis auf über 3.000 m. Laubfärbung auf der Grand MesaDie Landschaft ist unbeschreiblich; die Aspen haben bereits herrliche Verfärbungen und wenn die Sonne dann auch noch darauf scheint leuchtet das Laub wie Gold …. Andy kommt aus dem Fotografieren nicht mehr raus und so folgt ein Fotostopp nach dem anderen. Auf der Mesa geht es Richtung Oberservatory, von dort hat man bei klarer Sicht einen tollen Blick auf die umgebenden Bergketten. Leider ist es kurz nach Mittag schon sehr diesig und man kann die La Sal und San Juan-Mountains nur schwer ausmachen. Land o Lakes Lands endDennoch lohnt sich die Fahrt zu "Lands End", diese Weite ist einfach unbeschreiblich. Auf der Mesa geht es weiter zu Land O' Lakes, wo wir den kurzen Trail zum Aussichtspunkt gehen. Von hier aus sieht man etliche Seen, die man selbst mit Weitwinkelobjektiv nicht alle auf ein Foto bringt.
Weiter geht es zum Visitorcenter, wo uns eine ältere Dame sehr nett empfängt und erst mal fragt, woher wir denn sind. Nach einem kurzen Smalltalk und den besten Wünschen für einen schönen Urlaub für uns, stöbern wir noch etwas in den ausliegenden Büchern und ein 4 WD-Trail-Book von Colorado geht gegen Bares in unseren Besitz über. Wir entdecken, dass der gestrige Trail zur Crystal Mill mit "more difficult" und dem Schwierigkeitsgrad 5 von 10 bewertet wird. Es ist bereits 16.00 h als wir nach Cedaredge fahren. Leider ist auf der Strecke dorthin noch eine Baustelle und das übliche Procedere mit Pilot Car wegen Nichts zieht sich über eine halbe Stunde in die Länge bis wir endlich an der Reihe sind und fahren dürfen. Diese Tatsache ist für uns immer wieder aufs Neue unverständlich.

In Cedaredge wollten wir uns noch die Historic Town ansehen, doch dafür sind wir um eine Stunde zu spät dran. Die nette ältere Dame im office bedauert dies außerordentlich und erklärt uns anhand des Schaukastens, der das Freiluftmuseum darstellt, was es hier alles zu sehen gibt und ein wenig mehr um den Ort Cedaredge selbst. Wäre sicherlich sehr interessant gewesen, doch so richtig für eine Nacht hier und einen morgigen Besuch können wir uns nicht entscheiden.

Die letzte Etappe via Delta und auf der 50 nach Grand Junction beträgt noch 30 Meilen und wir fahren noch ein wenig umher, um endlich ein Motel zu finden. Die liegen, wie wir später sehen, genau in der entgegen gesetzten Richtung an der I 70 wie an einer Perlenschnur aufgereiht; aus der Ecke, aus der wir kommen weist kein einziges Schild darauf hin. Endlich das von uns gewünschte Best Western gefunden - es gibt davon zwei, und wie sollte es sein, sie liegen auch nicht nahe beieinander - quartieren wir uns dann ein, gehen noch ins Golden Corral zum Buffet Essen (lecker und preiswert). Wieder im Motel gehe ich noch Wäsche waschen, während Andy sich um die "Technik" kümmert. Um kurz vor 24 h ist dann endlich Schluss für heute.

Gefahrene Meilen: 270
Unterkunft: Best Western Grand Junction, 88,71 $

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Freitag 21. September

In den Best Western-Betten haben wir so gut und fest geschlafen, dass es bereits nach 8.00h ist, als wir aufstehen. Obwohl das Motel mitten in der Stadt liegt, hatten wir ein Zimmer nach hinten raus und es war sehr ruhig. Im Office gibt es eine reichhaltige Frühstücksauswahl und wir nehmen unser Tablett mit nach draußen, wo Tische, Stühle und Sonnenschirme bereit stehen. Es ist angenehm warm in der Sonne und an die Umstellung von knapp über 0 °C am morgen auf jetzt fast 18 °C müssen wir uns erst gewöhnen, auch dass nun kurze Hose und Sandalen angesagt sind und die warmen Jacken erst mal im Kofferraum verstaut werden können. Noch kurz zum Safeway für billig tanken und dann geht es via Colorado National Monument (CNM) zum Rattlesnake Canyon (RSC).

Da die Wettervorhersage für heute nur Gutes verheißt, haben wir den RSC auf heute "vorverlegt", denn dafür ist absolute Trockenheit Voraussetzung. Die Fahrt durch das CNM bietet viele Viewpoints, die wir uns für den Rückweg am Nachmittag oder für morgen aufheben. Nach ca. 8 Meilen geht es nach dem Highland View von der Teerstraße rechts weg zur Black Ridge Road und von dort sind es exakt 11 Meilen bis zum Trailhead. Die Gravelroad hat von den letzten Regenfällen auch Einiges abbekommen und ist stellenweise ziemlich ausgewaschen. An der nächsten Gabelung gilt es, die lower Road zu nehmen - bis 15. August ist die upper Road befahrbar, danach die lower. Wir verpassen allerdings den fast unscheinbaren Abzweig und fahren erst mal falsch zur Sendestation hoch. Als wir uns der Radio/TV-Sendestation nähern, schaltet das GPS mehrmals ohne Hinweis ab und wir können uns dieses Phänomen nicht erklären. An den Batterien kann es nicht liegen - ob es mit den Sendemasten zusammenhängt? Da uns einleuchtet, dass dies mit dem Hinweis lower nicht übereinstimmen kann, drehen wir um und finden die richtige Strecke.

Über Fels und SteinBis zum Schild des RSC geht es gut zu fahren; manchmal etwas kurvenreich durch lichten Bewuchs mit Junipers. Ein aufgescheuchter Coyote läuft direkt vors Auto und spurtet dann vor unserem Auto ein Stück lang, ehe er sich dann in die Büsche verschlägt. Die letzten 1,5 Meilen bis zum Trailhead sind ein wenig tricky; eine etwas höhere Steinstufe und mehrere grob-steinige Abschnitte sind zu bewältigen, doch das gestaltet sich nicht problematisch. Es ist bereits 11.30 h als wir am Trailhead ankommen und der Planet sticht (oder kommt es uns nur so vor - das Thermometer zeigt 24 °C).

Rattlesnake CanyonIch packe den Rucksack, Eintrag ins Trailregister und es kann losgehen. Vor uns liegt ein kleiner Abstieg und dann geht es meist eben durch schon erwähntes lichtes Pinion- und Junipergewächs auf dem Trail. Von hier aus sieht man auf Fruita und den Colorado River, von den Arches allerdings erst nach ca. 3 km. Die Arches liegen alle auf der linken Seite direkt am Trail und sind nur von unten zu bestaunen. Wir legen im Schatten eine kurze Mittagsrast ein, ehe es bis zum eigentlichen Trailende weiter geht. Wir nehmen den Aufstieg durch den Rainbow Arch retour zum Trailhead, dadurch kann man den Rückweg um Einiges abkürzen. Der Aufstieg ist steil und glatt und sieht von unten nicht ohne aus, doch zu zweit schaffen wir das. Rainbow ArchFür den Loop mit Aufstieg durch den Rainbow Arch (gesamt 7,1 km) haben wir ca. 2,5 h gebraucht (gemütliches Gehen und etliche Fotostopps inkl. kurzer Mittagspause). Um Punkt 14.00 h sind wir wieder am Auto und starten nach kurzer Verschnaufpause den Rückweg. Außer einem Motocrossfahrer, der ziemlich flott unterwegs ist, kommt uns keiner entgegen. Wir haben Glück, dass wir noch ausweichen können, sonst hätten wir jetzt eine Kühlerfigur. Da wir noch genügend Zeit haben, halten wir - wieder zurück im CNM - noch an ein paar Viewpoints und machen Halt im Visitor Center.

Es geht nach Fruita ins Super 8 Motel, einchecken und duschen und dann nochmal los nach Grand Junction, wo wir noch in diversen Stores stöbern. Zum Abendessen geht es zu Carls Junior. Man bzw. Frau lernt ja nie aus und so gibt es heute eine Lektion. Da ich mich zwischen einem Salat und einem Six-Dollar-Burger nicht so recht entscheiden kann und Beides zu viel wäre, fällt mein Blick auf den Low-Carb-Burger, der mit viel Salat und Tomaten abgebildet, angepriesen wird. Das scheint mir eine gute Zwischenlösung zu sein und somit wird das Teil bestellt. Als wir dann unsere "Lieferung" bekommen staunen wir nicht schlecht, da beim Low-Carb-Burger auf das Brötchen verzichtet wurde und dieser Burger nun statt zwischen zwei Knautschbröchtchenhälften von einem Megasalatblatt umhüllt ist. Auf dem Bild war nicht zu erkennen, dass hier zugunsten von mehr Salat das Brot fehlt, aber eigentlich ist es ja logisch dass die Kohlenhydrate also das Brot fehlt, wenn man mitdenkt. Zum Essen aus der Hand total ungeeignet - dafür bräuchte man Messer und Gabel um nicht hinterher wie ein Schw …. auszusehen. Geschmeckt hat es dann auch ohne Brot. Um 21.30 h sind wir wieder in Fruita und zappen noch ein wenig durch das TV-Programm.

Gefahrene Meilen: 86
Gelaufen: 7,1 km Übernachtung: Super 8 Motel Fruita, 72,15 $

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Samstag 22. September

Um 7.30 h kriechen wir aus den Federn, gehen in die Lobby frühstücken und sitzen kurze Zeit später bereits im Auto. Noch ein kurzer Schlenker zum Vietnam Veteranen Memorial gleich neben dem Motel und dann geht es nochmal ins Colorado National Monument. Coke OvensDer Himmel ist bewölkt, doch scheint die angekündigte Schlechtwetterzone noch etwas auf sich warten zu lassen. Wir halten nochmal an etlichen Viewpoints und gehen den kurzen Trail zu Devils Kitchen schon fast am Parkausgang. Der kurze Hike in der nunmehr prallen Sonne bringt uns ins Schwitzen.

Da wir noch jede Menge Zeit haben, es für Lunch aber noch zu früh ist, fahren wir noch in die Grand Mesa Mall und stöbern noch ein wenig durch die Geschäfte. Es ist ziemlich viel los, kein Wunder, am Samstag ist meist Einkaufen angesagt. Dann wieder auf die I 70 und nochmal in Fruita für einen Mittagsimbiss beim Welcome Center angehalten. Hier gibt es jede Menge überdachte Picknickplätze; allerdings ist hier auch jede Menge los - beim Memorial treffen sich zu dem Zeitpunkt eine Menge Biker und die kommen nacheinander angeknattert. Es ist bereits 14.00 h als wir auf die I 70 Richtung Greenriver fahren und nun erst mal Colorado verlassen. Als wir ein Schild an der I 70 sehen, "please beware of Eagles on the highway" fragt Andy, was das denn heißen soll. Im selben Augenblick ist der Radiosender weg und als wir einen weiteren suchen, ertönt aus dem Radio "One of these nights" von den Eagles. Zufall? Die Gegend gibt nach der Stateline nicht viel her; ziemlich öde zieht sich karge Steppenlandschaft dahin.
Als das Utah-Welcome-Center in Sichtweite liegt, fühlen wir uns "heimisch". Am Welcome Center legen wir erst mal einen Stopp ein und gönnen uns ein Mittagsschläfchen. Das Thermomether zeigt 28 °C und es ist drückend schwül.

Eine halbe Stunde später sind wir wieder fit und es geht zum Sego Canyon. Als wir durch Thompson Spring am Thelma & Louise-Café vorbeifahren fällt auf, dass die ehemalige Neonreklame abgebrochen ist und nun auf dem Dach liegt. Sego Canyon PictographsDie 3 Meilen zum Sego Canyon sind schnell gefahren, die Petroglyphs sind ausgeschildert und sind schon von der Straße aus zu sehen. Auf der linken Seite in der Day Use-Area liegen 3 Panels, leider von Leuten, die das Bedürfnis hatten, sich gerade hier verewigen zu müssen, sehr in Mitleidenschaft gezogen. Ein Stückchen weiter noch vor dem Cattle Guard gibt es auf der rechten Seite noch ein paar Panels zu sehen; diese liegen jedoch auf Private Property. Auch hier die gleiche traurige Erscheinung - die Panels sind mit Inschriften aus der Neuzeit versehen.

Als wir wieder in Thompson Spring sind kommt doch tatsächlich ein Zug und die Alarmglocke am Bahnübergang beginnt Sturm zu läuten. Andy hüpft aus dem Auto, denn das ist hier die Gelegenheit, wieder mal einen Zug abzulichten. Da das Stativ leider nicht griffbereit ist, erfolgt die Aufnahme eben freihändig. Die letzte Etappe nach Green River ist nicht mehr der Rede wert, zwischenzeitlich beginnt es zu regnen und es weht ein heftiger Wind. Die Wettervorhersage für morgen ist nicht so toll und wir haben Bedenken, dass die San Rafael Swell wieder mal ins Wasser fällt. Wir haben im Super 8 Motel reserviert und checken ein. Die Zeit bis zum Abendessen verbringe ich mit Karten schreiben, während sich Andy um den Rest der Technik kümmert. Um 18.00 h geht es nach nebenan zu Burger King.

Gefahrene Meilen: 139
Gelaufen: 2 km
Unterkunft: Super 8 Motel Green River, 65,11 $

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Sonntag 23. September

Mitten in der Nacht fängt es wieder stark an zu regnen, da das Fenster noch einen Spalt geöffnet ist schließen wir es und legen ein Handtuch auf die schon feuchte Stelle. Dabei stelle ich fest, dass es an mehreren Stellen über dem Fenster herein regnet, ein richtiger Wasserstrahl ergießt sich ins Zimmer. Wir legen noch 2 Handtücher dazu und schlafen weiter.
Um 7:30 Uhr habe ich mit Robby einen Skype Termin ausgemacht, mal sehen ob das klappt. Ja diesmal ist er auch online und wir reden miteinander, seine Kamera hat jedoch ein Problem, so dass ich ihn nicht sehen kann. Aber was ist eigentlich mit dem Wetter heute, ein Blick nach draußen verrät, dass es gar nicht so schlecht aussieht, Sonne im Westen und noch ein paar Wolken. Der Wetterbericht sagt jedoch was anderes, es soll den ganzen Tag bewölkt bleiben und auch regnen. Nun denn, wir gehen erst mal frühstücken und packen hinterher alles zusammen, um dann endlich die Swell zu erkunden.

Einer verliert immerAn der ersten Abfahrt fahren wir schon vorbei und sehen uns die San Rafael Swell von der Rest Area aus an. Auf der anderen Straßenseite liegt ein LKW auf der Seite, der ist wohl von der Strasse abgekommen und ein gutes Stück durchs Gelände gerast bis er umgekippt ist, das ist aber wohl schon gestern passiert. Wir fahren weiter und suchen einen Wendepunkt über den Meridian, das ist eigentlich verboten aber es hilft nichts wir müssen zurück. Endlich erreichen wir das Viehgatter bei Milepost 146. Wir fahren vorsichtig, da alles noch nass ist. Es ist zwar etwas schmierig, aber großteils felsig oder sandig. Dann erreichen wir schon den Black Dragon Canyon und gehen zu Fuß weiter. Ein kalter Wind weht, aber auch der Fußweg ist nicht so weit und wir können die Petroglyphs bestaunen. Black Dragon CanyonAuf dem Rückweg kommt uns ein älterer Herr mit ATV entgegen. Er fragt, ob es da hinten noch was zu sehen gibt und auf meine Antwort "Yes, you can see Petroglyphs there" reißt er verwundert die Augen auf und meint "(What the hell) Who lives up there?". Aufgrund seines Alters kommt mein Satz ganz anders in seiner Ohrmuschel an und als ich nochmal etwas lauter wiederhole, dass er direkt an der Einzäunung auf der rechten Seite oben an der Canyonwand Petroglpyphen sehen kann, gibt er zu, mich nicht richtig verstanden zu haben.

Bei Swaseys CabinWieder zurück am Auto, geht es erneut auf die 70 gen Westen, am Ranch Exit 131 wieder raus und auf einer Gravel Road einige Meilen übers Land, an der Stelle wo wir unter dem Highway durch müssen, ist vor und im Tunnel nur Schlamm, das ist uns doch zu riskant, denn wenn wir hier stecken bleiben oder an die Tunnelwand gedrückt werden, ist er mal guter Rat und vielleicht noch Weiteres teuer. Also entschließen wir uns das Programm zu ändern und fahren noch weiter bis Swaseys Cabin. Eine kleine Hütte ohne Fenster, hier hat die Familie Swasey gelebt. Wir erkunden noch ein wenig die Umgebung bis zur Ice-Cave, dann müssen wir aber los und die Gravel Roads zurück auf den Highway, es ist schon nach 12.00 h und allmählich meldet sich der Magen. An der Ghost Rock View Area gibt es dann endlich was zu beißen, leider weht hier ein starker und kalter Wind und wir sitzen ungemütlich auf den Felsen. Von den angekündigten Tischen samt Bänken ist weit und breit nichts zu sehen.

Rochester PanelNach ein paar Meilen auf der 70 geht es schon wieder raus und wir fahren über eine sehr gute Gravelroad, der Moore Cutoff Road, Richtung Emery. Auf halbem Weg wandelt sich die Landschaft in typische Badlands und wir fahren dicht an den Bookcliffs entlang, auch hier finden wir einige Petroglyphs. Als wir das Ende der Straße erreichen, biegen wir nach Süden ab und sind schon bald auf der nächsten Gravelraod, die uns zum Rochester Panel führt. Ein kurzer Fußweg führt uns dort hin. Ein Pärchen ist dort ausgiebig mit fotografieren beschäftigt und ich warte einige Zeit, bis ich sie bitte, das Motiv mal frei zu geben.
The WedgeJetzt geht es auf der 10 nördlich durch die Ortschaften Ferron und Castle Dale, dann wieder östlich runter vom Teer und einige Meilen auf der Green River Cutoff Road, bis wir zum Abzweig zu "The Wedge" kommen, von dort ist es nicht mehr weit bis zum "Little Grand Canyon" des San Rafael Rivers. Wir suchen nach einer schönen Site, aber die schönste ist leider vergeben, nun denn, dann halt eine andere. Wir bauen unser Zelt auf und erhitzen das Chili aus der Dose, als es zu regnen beginnt. Also kochen wir im Zelt weiter und essen auch dort - es schmeckt. Dann sehen wir uns noch ein wenig um und lernen unseren Zeltnachbarn Jason, der sich auf Site 10 niedergelassen hat, mit seinem Dackel Randy kennen. Unser CampEr zeltet, weil er nur ungern im Motel übernachtet und ihm das auf Dauer zu teuer kommt; er liebt die Natur und die Freiheit und da er seinen Hund nicht überall mitnehmen kann (Nationalparks) zeltet er am liebsten mitten im Nirgendwo. Wir erfahren, dass er einen Job als Rafting Tourguide in Idaho hatte und so langsam auf dem Weg heim nach Phoenix ist; vorher will er aber noch ein wenig Ruhe tanken. Wir machen noch ein Lagerfeuer und trinken ein Bier zusammen, als es wieder zu regnen beginnt, diesmal bleiben wir beim Feuer stehen und warten den Regen ab. Danach trocknen wir uns noch vorm Feuer und dann ist es auch Zeit in die Poftüte zu steigen.

Gefahrene Meilen: 163
Gelaufen: ca. 5 km
Übernachtung: Wedge Overlock Campground, 0 $

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Montag 24. September

Die Nacht war wie erwartet kalt und am Morgen geht nochmal ein Regenschauer über uns hinweg. Es ist bereits nach 8.00h als es aufhört und wir aus dem Zelt kriechen. Wir kochen uns Tee und wärmen uns die Hände daran; es ist noch bewölkt und die Sonne kommt nicht durch. Jason und AndyDanach heißt es wieder alles zusammenpacken und wir müssen unsere Unterlegplane erst mal ein wenig trocknen; also hängen wir diese einfach über einen niedrigen Juniperstrauch. Als wir wieder alles im Auto verstaut haben ist es schon später Vormittag und es geht noch auf einen Abstecher zu Jason, mit dem wir noch ein paar Worte wechseln. Er hat gut geschlafen und wartet wohl auch ab, dass das Wetter noch besser wird, damit er seinen Hike in den Canyon starten kann. Er zeigt uns noch seinen Schatz, einen ausgebleichten gut erhaltenen Schädel eines Elks und gibt uns für's Backpacken noch ein paar Tipps, was er so an Literatur verwendet, die Lightpacks Suppenmahlzeiten und seinen Megariesenrucksack. Hätte ich den vollbepackt auf dem Rücken, dann würde man glauben, da kommt ein Rucksack mit Beinen daher. Wir tauschen noch E-Mail-Adressen und als ich ihm zum Abschied zwei Duplos schenke, besteht er darauf mir dafür zwei Snickers zu geben.

Buckhorn Wash PictographWir starten zur Railroad Grade, ein kurzer Abstecher den ich noch "mitnehmen" will. Wir erwischen zuerst den falschen Abzweig und die Strecke sieht ziemlich übel aus, so dass Andy die Strecke lieber nicht fahren will. Ich lese also nochmal die Beschreibung und kurz darauf geht die richtige Road ab, die easy zu befahren ist. Wir sehen uns noch einige Rockart's an und dann geht es mit einer Abkürzung mitten durch die Pampa auf einem ziemlich rauen Weg zurück Richtung Buckhorn Wash. Auch hier gibt es entlang der gegradeten und einfach zu befahrenen Gravelroad einige Rockarts zu sehen, Hauptattraktion ist das Buckhorn Wash Panel, das gut sichtbar direkt an der Straße liegt. Zum Teil sind die Petroglyphs und Pictographs nicht mehr so gut sichtbar, doch lässt man sich lange genug Zeit, entdeckt man viele Details, die auf den ersten Blick gar nicht auffallen. Es geht sehr malerisch durch den Canyon bis hin zur San Rafael Bridge. Dort gibt es nochmal einen schönen Campingplatz und Picknicktische, doch der Wind bei 10 °C lädt nicht ein, hier zu halten - für ein Mittagessen im Freien ist es uns definitiv zu kalt. Wir halten noch am Sinkhole und essen im Auto, als endlich die Sonne richtig durchkommt - allerdings wird es nicht merklich wärmer.

Wild Horse WindowZurück zur I 70 und nun zur Head of Sindbad Road, die uns auf die andere Seite des Reefs führt. Als wir uns dem Temple Mountain nähern nehmen wir den Abzweig zum Crack Canyon. Hier habe ich allerdings übersehen, dass wir einige Meilen zurücklegen müssten, um bis zum fotogenen Bereich zu gelangen. Da es schon 15.30 h ist, passt das leider nicht mehr in unseren Zeitplan. Eventuell machen wir den Hike mit gesamt 7 km morgen früh, denn dafür sind min. 2,5 h zu veranschlagen. Also weiter, da wir noch zum Wild Horse Window wollen. Wir nehmen den richtigen Abzweig parken unser Auto und gehen den Bogen für den Aufstieg zu weit. So wird der Hike zum Window noch zu einer ausgiebigen Kletterpartie, da wir immer wieder kleinere Canyons überwinden müssen, um endlich die richtige Richtung einzuschlagen. Es ist genau das eingetreten, was Steffen schreibt - man sollte sich die Richtung gut einprägen, denn ist man mal im Wash, kann man das Window nicht mehr sehen und verliert allzu leicht die Orientierung. Wir finden letztlich auf Umwegen und einigen Auf- und Abstiegen hin und sind überwältigt von dem, was wir sehen. Nicht nur dieser riesige Alcove mit dem Loch in der Decke ist faszinierend, sondern auch die Pictographs die es im Alcove selbst und in der näheren Umgebung zu sehen gibt. Wir verweilen hier noch einige Zeit und nehmen dann den Abstieg und kommen ziemlich punktgenau an unserem Auto an. Der Abstieg geht schneller als der Hinweg, ab und an bleiben wir nochmal stehen und genießen die Aussicht von hier oben auf die Ebene und die Henry Mountains.

Nun aber zurück zur I 70 und nach Green River. Es ist bereits nach 18.00 h als wir wieder im Motel 8 einchecken, uns frisch machen und zum Abendessen in Rays Tavern gehen (highly recommended from the locals of Green River preist jedenfalls unser Tourbook den Laden an). Von außen eher ein Schuppen, aber innen steppt der Bär. Alle Tische sind besetzt und wir finden lediglich an der Bar einen Platz, wo wir dann auch essen. Die Speisekarte ist sehr übersichtlich, also fällt die Wahl nicht schwer. Der Cheeseburger für Andy und mein Terriyaki Chicken mit Baked Potatoe sind sehr lecker, auch das Uinta Bier schmeckt gut. Das hier ist Atmosphäre und mit Burger King einfach nicht zu vergleichen. Satt und zufrieden geht es ins Motel in der Vorfreude auf ein warmes und weiches Bett.

Gefahrene Meilen: 133
Gelaufen: ca. 2 km
Übernachtung im Super 8 Motel in Green River, 65,84 $ incl. Tax

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Dienstag 25. September

San Rafael SwellUm 7.30 h kriechen wir aus den Betten, gehen Frühstücken und starten dann auch schon bald mit Ziel Goblin Valley Junction. Für heute Vormittag haben wir den Crack Canyon im Programm, da uns gestern für einen Hike die Zeit gefehlt hat. Wir parken am Trailhead der Behind The Reefs Road und gehen los. Zuerst geht es auf einem Jeep Trail bis zu einer für Fahrzeuge nicht mehr zu überwindenden Barriere und dann beginnt auch der Canyon.

Crack CanyonDie Löcher in den Felswänden sind schon jetzt spektakulär und nehmen noch mehr zu, je weiter wir gehen. Es ist im Schatten ganz schön frisch, doch hin und wieder bekommen wir ein wenig Sonne ab. Kurze Zeit später erreichen wir auch schon die Subway und der Canyon ändert immer wieder die Struktur. Mal weitet er sich auf, dann kommen wieder ein paar Narrows und hin und wieder sind ein paar große Boulders zu überwinden. Nach ca. 3,3 km kommt ein Absatz mit einer darunter befindlichen nicht sehr tiefen und klaren Wasserpfütze und da ich ja nicht fotografiere, steige ich schon mal ab. Ausgerechnet hier gehen Andy die Akkus aus und als er diese ersetzen will, fällt ihm ein Akku ins Wasser. Also Schuhe aus und Akku herausgefischt - so kalt wie vermutet ist es gar nicht und meine Zehen fallen nicht in Eisstarre. Andy bleibt da wo er ist und ich gehe noch um die Ecke.
Crack CanyonHier ist nun definitv Schluss mit Weiterkommen; es geht einen Dropoff mehr als 3 m nach unten und es befindet sich auch noch ein vermutlich tiefes mit Wasser gefülltes Pothole darunter. Eine Umgehung wäre nur durch Umkehr und Aufstieg möglich, allerdings wissen wir nicht, ob es auch einen machbaren Abstieg gibt. Wir kehren hier um und gehen wieder retour zum Auto. Als wir kurz vor der Absperrung sind vernehme ich einen unangenehmen Geruch, der stark an Schwefel erinnert. Der Grund hierfür ist eine kleine Quelle mitten im Wash. Mit einer kleinen Routenänderung geht es zurück zum Auto, allerding ist der Weg nicht immer eindeutig zu erkennen, er verläuft zeitweise in einem kleinen Wash und verliert sich dann kurze Zeit später. Wir entdecken jede Menge große und kleinere Stücke Petrified Wood. Diese Stücke wären es wert, in einem örtlichen Museum ausgestellt zu werden; sie sind sehr gut erhalten.

Dead Man und TombstoneGegen 11.30 h sind wir wieder am Auto und es geht die Behind the Reefs Road retour zur Kreuzung mit der Head of Sindbad Road und dort gibt es auch gleich einen Mittagsimbiss, da es hier einen Campground mit Picknickplatz gibt. Nochmal kurze Lagebesprechung und es geht nach Moab mit Ziel zum Secret Spire.
Wir nehmen die Einfahrt zum Canyonlands NP und beim Plateau View Point biegen wir rechts ab. Es geht auf einer guten Garvelroad Richtung Tombstone und von dort sind es noch ein paar Meilen bis zu unserem Ziel. Secret SpireVon der Mainroad aus entdecke ich bereits den Secret Spire und als die Strecke dann doch etwas rauer wird und über Slickrock geht, stellen wir kurz vorher das Auto ab und nehmen die letzten Meter zu Fuß. Der Hoodoo ist klasse und wie wir finden die Anfahrt wert. Bei wolkenlosem Himmel lichtet Andy den Hoodoo etliche Male ab und wir lassen die tolle Umgebung noch ein wenig auf uns wirken, ehe es wieder zurück geht.

Wir fahren anschließend nochmal via Long Canyon aus dem "Park" - vor zwei Jahren sind wir den Puckers Pass schon mal gefahren und wir wollen sehen, ob sich zwischenzeitlich etwas am Zustand des Trails geändert hat.
Wir kommen gut durch und treffen gegen 17.00 h in Moab ein, wo wir im Inca Inn einchecken. Dort haben wir für die nächsten zwei Nächte ein Quartier. Nachdem wir ausgeladen haben, packen wir nochmal unser Zelt aus, das vom Wedge Overlook noch etwas feucht ist und trocknen es auf dem noch leeren Parkplatz. Da die Sonne nun angenehm wärmt sind Zelt und Plane schnell trocken und können wieder verstaut werden. Noch kurz frisch machen und dann bummeln wir noch ein wenig durch die vielen Läden, gehen noch Einkaufen und schließlich zum Moab Diner zum essen. Der Diner wurde im Januar dieses Jahres renoviert, hat aber seinen Charme nicht verloren. Wie im letzten Jahr haben wir uns ein Gutscheinheft in einem Supermarkt organisiert und bekommen auf ein Hauptgericht 50 % Nachlass.

Unterkunft: Inca Inn, Moab zum Preis von 59,95 $ (o. Tax) pro Nacht
Gefahrene Meilen: 205
Gelaufen: ca. 7 km

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Mittwoch 26. September

Um 7.30 h werden wir wach und kurze Zeit schicken wir via Skype ein Lebenszeichen an die Family. Im office gibt es ein einfaches Frühstück, sprich Kaffee und Muffins, und dann sind wir auch schon unterwegs zum Onion Creek. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel, die Temperatur ist mit knapp 50 °F noch ein wenig frisch; im Laufe des Tages wird es angenehm warm.

Onion CreekDa wir früh dran sind, haben wir den Onion Creek noch für uns allein und können anhalten, wo es uns beliebt, ohne den Weg zu blockieren. Der Weg schlängelt sich durch einen Canyon, wobei immer wieder der Onion Creek durchfahren werden muss. Mit jeder Kurve rücken die Felswände näher zusammen und es gibt immer wieder faszinierende neue Farbspielereien, die uns da präsentiert werden. Von tief-dunkelrotem Cutler Sandstein zu den grau-weiß-schattierten Gips/Salz-Formationen und noch allerlei anderem mehr in allen möglichen Farbschattierungen glüht der Auslöser der Kamera. Onion CreekNach ca. 14 Meilen bis zur Weggabelung, die links zum Kokopelli Trail und rechts zur Farm hinter führt, machen wir noch einen kleinen Schlenker auf dem Trail, der uns jedoch innerhalb kurzer Zeit zu steinig und anstrengend wird. Offroadfahren macht zwar Spaß, aber unnötig quälen wollen wir uns nicht, da eine Beschreibung aus dem Internet verheißt, dass diese Strecke mit 4+ bewertet ist und an und für sich nicht die Mühe den Berg hinauf lohnt, es sei denn, man hat einen Jeep gemietet und will mal so richtig austesten, was mit so einem Gefährt möglich ist. Also wieder retour und nochmal etliche Fotostopps einlegen. Auf dem Rückweg haben wir nun etwas Gegenverkehr.

Es geht wieder zurück Richtung Moab und wir wollen noch einen Blick auf den Trailhead zum Negro Bill Canyon werfen. Der Hinweis ist uns vorher aufgefallen und wir sind neugierig, was es dort zu sehen gibt. Gegen 11.30 h sind wir dort und es geht ein 2 Meilen Onewayhike am Negro Bill Creek den Canyon hinter und am Ende ist die Morning Glory Bridge zu sehen. Morning Glory BridgeWir entscheiden uns für den Hike, ich packe den Rucksack und los geht es. Der Hinweis am Trailhead, dass es hier Poison Ivy gibt und ich anhand des Fotos nicht ausmachen kann, welche nun die entsprechende Pflanze in Natura ist, kreist mir etwas im Kopf. Also, wer dringend mal in die Büsche muss, sollte sich dafür nicht gerade das Unterholz aussuchen. Dies hat wohl auch eine ältere Dame gedacht, die kurze Zeit nach unserem Aufbruch uns mitten am Weg ihr blankes Hinterteil ungeniert entgegenstreckt. Und so was in USA? Wat mut, dat mut geht es mir durch den Kopf. Mir gefällt die Umgebung und es lässt sich flotten Schrittes laufen. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir unser Ziel; die Bridge ist beeindruckend schön und groß, allerdings völlig ungeeignet, ein Foto davon zu machen. Hier tritt eine Quelle aus den Felsen, die wohl im Frühjahr aus den Felsen sprudelt; jetzt ist es eher ein Rinnsal, das hier munter vor sich hin plätschert. Wir verweilen hier ein wenig im Schatten, ehe es dann auch schon wieder zurück zum Auto geht.

CowboySo langsam knurren unsere Mägen und obwohl wir etwas zum Essen dabei haben, wollen wir uns lieber eine schöne Rest Area suchen. Wieder eine knappe Stunde später sind wir am Auto und biegen beim nächsten Campground am Colorado ab und machen Mittag. Dann geht es weiter zum Canyonlands NP, da wir noch zu den Gemini Bridges wollen. Etwas unschlüssig, welche denn nun die richtige Zufahrt ist, lesen wir nochmal die Hinweise an der Tafel, die am Wegweiser zu den Gemini Bridges am Highway 191 steht. Demzufolge ist der Trail hier wieder mit 4+ angegeben, also heißt es nochmal umdrehen und wir fahren nun eben von oben her an. Hier treffen wir am Wegweiser ein Pärchen mit Jeep und ich erkundige mich bei denen, wie es von hier zu den Bridges geht. Das sei kein Problem und wenn wir die letzten Stufen bis zum Ziel nicht fahren wollen, dann könnten wir das in nicht zu erwähnender Zeit auch Laufen. Gesagt getan, wir rumpeln die gut ausgeschilderte Road zu den Bridges und kurz vorher stehen auch schon einige parkende Autos. Wir stellen unseres dazu und gehen bis zum Ziel.
Die Stufen, die sich uns präsentieren sehen wirklich im ersten Moment übel aus, doch wenn man sich das Ganze etwas näher betrachtet, scheint es mit richtigem Gefährt absolut machbar. Man muss sich das ganze Unterfangen nur zutrauen. An den Bridges ist einiges los und eine Gruppe hat von Rim to Rim vor der ersten Bridge ein Seil gespannt, auf dem einer aus der Truppe gesichert darüber balancieren will. Zuerst bringt noch eine junge Frau mit Sitzgurt frei über dem Abgrund schwebend ein paar Tapes an, die wohl eine Unterteilung nach Metern darstellen soll. Als sie damit fertig ist, springt wiederum ein anderes Gruppenmitglied mit Fotoapparat rum und der Seiltänzer versucht seinen Auftritt, der ihm nicht so recht gelingen will. Er macht drei Versuche und nach zwei Schritten verliert er das Gleichgewicht - meiner Meinung nach, ist hier einfach zu viel Rummel im Hintergrund was seine Konzentration stört. Wir harren noch ein wenig aus und sehen uns die Bridges an; schon irre, wie tief es da runter geht - wie viele Meter kann ich nicht schätzen, aber allein der Blick hinunter, verursacht ein flaues Gefühl im Magen.

CanyonlandsWir machen kehrt und nehmen noch den Abzweig zum 4 Arches Trail. Wie weit der Trail geht und was uns erwartet, davon haben wir keine Ahnung - wir testen mal, was da so kommt. Es geht durch ein Seitental mit tollen Felsformationen, der Trail bietet viel Abwechslung, es geht durch Sand und über Slickrock, über kleinere Felsstufen und einige Bumps sind auch drin, dann geht es in einen Wash mit etlichen Steinbrocken - ganz nett zu fahren und dann ist plötzlich Schluss, ohne ein Schild oder einen Trailhead. Wir sind etwas baff, steigen aus und inspzieren nochmal die Umgebung nach den angekündigten Arches. 3 davon, nicht allzu spektakulär, können wir ausmachen, wo der vierte abgeblieben ist oder ob der schon Feierabend macht, bleibt offen. Also wieder retour, die heiklen Stellen sind sind gar nicht mehr so heikel zu fahren, die nehmen wir mit links und Schmackes und dann sind wir auch schon wieder auf der 131, die uns auf die 191 nach Moab führt.

Dort suchen wir uns noch einen Car Wash, um unseren treuen Gefährt eine Dusche zu gönnen und ihm wieder zu seinem ursprünglichen Aussehen zu verhelfen. Mit den 1,75 $ schaffen wir es fast, es von sämtlichen Ablagerungen aus der Swell und den diversen Strecken hier zu befreien. Noch kurz ins Motel, jetzt sind wir mit Frischmachen an der Reihe, und dann starten wir nochmal in zwei Outfitter-Läden zum Stöbern und werden in einem auch fündig. Es gibt hier die lange gesuchten Neoprensocken und für mich noch ein paar Warm-Up-Gloves.

Dann endlich ist Essenfassen angesagt. Heute geht es ins Branding Iron; das Essen ist gut, jedoch ist die Atmosphäre im Restaurant etwas dürftig und erinnert eher an eine Sportgaststätte mit gefliestem Boden und ein paar Bildern an der Wand. Ein junger Bursche in sehr saloppem fast ein wenig schlampigen Outfit weist uns einen Tisch zu und wenig später kommt ein noch jüngerer Typ und nimmt die Bestellung auf. Wir vermuten, dass zu seinen Lieblingsfilmen "Der Terminator" zählt; sein Standardsatz im tiefsteen Brustton der Überzeugung lautet: "I'll be back". Fehlt nur noch das Hasta la vista baby. Das Essen ist prima und einige Bissen später geht es satt und zufrieden retour ins Motel und wir planen die kommenden Tage, da wir noch ein wenig "Luft" für ein zusätzliches Programm haben.

Gefahrene Meilen: 137
Unterkunft: Inca Inn Motel in Moab zum Preis von 59,95 $ (o. Tax) pro Nacht
Gelaufen: 6,4 km

Donnerstag 27. September

Es ist bereits nach 7.30 h und bis wir alles wieder im Auto und ein Frühstück im Magen haben, eine gute Stunde später. Wir kehren Moab den Rücken mit Kurs auf den Needles District im Canyonlands NP. Heute steht als Alternative zum Angel Arch, für den wir dieses Mal noch nicht die richtige Planung bzw. auch keinen Shuttle haben, der Druid Arch auf dem Programm. Ziemlich spät, nämlich nach 10.00 h erreichen wir den Trailhead am Elephant Hill. Die Rucksäcke mit Wasser und Proviant gepackt und schon spurten wir los. Wir haben einen guten Tritt drauf und überholen schon mal einige Mitwanderer. Whopper und Big MacWir kommen gut voran und als wir zu den übrigen Wanderern genügend Abstand haben, drosseln wir ein wenig unser Schritttempo. Immerhin liegen fast 18 km Wegstrecke vor uns. Die Wetterbedingungen sind optimal, es ist sonnig und nicht zu heiß und wir haben auf dem Weg auch immer wieder mal schattige Passagen. Wir gehen Richtung Chesler Park und nach ca. 3,5 km gabelt sich der Weg und wir gehen weiter im Wash.

Druid ArchWer noch nie im Needles District war und gerne wandert, dem würde ich den Hike zum Chesler Park empfehlen, denn der bietet mehr Einblicke auf die Needles selbst. Der Hike zum Druid Arch verläuft meist eben im Wash und man sieht dabei nicht so viel von der Umgebung. Da wir ja bereits im letzten Jahr hier waren, können wir uns heute ganz auf den Weg konzentrieren. Einmal übersehen wir die Cairns, die sonst sehr zahlreich und gut sichtbar den Weg markieren und marschieren geradewegs den Wash weiter, der dann vor einem großen unüberwindbaren Pothole endet. Da hier keine Möglichkeit für einen Aufstieg besteht, bleibt uns nur, wieder zurückzugehen. Es geht aber nicht nur uns so, ein Ehepaar hat ebenfalls den Abzweig übersehen und sie müssen umkehren - mit dem Unterschied, sie motzt.

Relaxen auf einer Insel aus SteinKurz vor dem Ziel gibt es noch einen knackigen Aufstieg über Geröll und dann stehen wir vor dem großen Druid Arch. Wir lassen die Umgebung auf uns wirken und machen erst mal Mittagspause. Zwischenzeitlich kommen auch noch andere Wanderer. Es gibt genügend Platz, so dass keiner den anderen stört. Wir machen noch ein paar Fotos und dann geht es wieder zurück auf dem gleichen Weg, den wir gekommen sind. Mittlerweile hat sich der Himmel mit Wolkenschleiern überzogen und dies deutet wohl auf einen Wetterumschwung hin.

Um 16.00h sind wir zurück am Auto und ziemlich erledigt. Zwei kalte Colas später geht es schon etwas besser und wir sichten auf dem Weg aus dem Park noch den Abzweig zur Salt Creek Road, die zum Peek a boo Campground führt und Ausgangspunkt für den Weg zum Angel Arch ist. Für diesen Trail ist jedoch ein Permit erforderlich; nur bis zum Campground ist der Trail auch ohne befahrbar. Noch ein kurzer Abstecher zur Roadside Ruin - wenn man diese nicht gesehen hat, hat man auch nichts versäumt - und dann geht es gen Monticello und wir freuen uns auf eine ausgiebige Dusche.

Wir haben gottlob eine Reservierung, denn das Best Western ist completely booked out. Nachdem Staub und Sand abgewaschen sind, gehen wir ins MD Ranch Restaurant. Der Black Angus Burger hat uns letztes Jahr gut geschmeckt und den soll es heute wieder geben. Dieses Mal müssen wir allerdings viel Geduld aufbringen; unsere Bestellung haben wir aufgegeben, aber es kommen weder Getränke noch der Salat. Beim Bier gibt es ein Problem, die Bedienung ist noch nicht volljährig und darf nur die Bestellung aufnehmen, das Bier bringt dann die ältere Kollegin - welche aber wohl die Bestellung nicht lesen kann oder das Bier nicht findet. Sie springt jedenfalls 3 mal zum Eisschrank und wieder zurück, ehe die nicht Bierbringbefugte ihr zeigt, wo die besagte Flasche steht, die dann doch noch unseren Tisch erreicht. Kaum 30 Minuten später erhalten wir den Salat und dann nochmal eine lange Pause und es kommt der Burger - leider schon kalt. Ketchup und Senf brauchen nochmal ein paar Minuten, dann können wir endlich loslegen. Die vielen "Sorry about that" machen den Burger leider auch nicht mehr warm, aber wir haben Hunger und der will gestillt werden. Zwischenzeitlich hat sich ein Alleinunterhalter, der Ähnlichkeit mit einer Vogelscheuche hat, aufgestellt und spielt Gitarre, singt und bläst - wenn er nicht sing - auf der Mundharmonika. Die Musik ist ganz gut, doch es sind einfach zu wenig Leute hier und das Publikum, das auf so etwas steht ist nicht so zahlreich vertreten. Zwei Opas sind jedenfalls ganz angetan, doch dann kommt deren Essen und damit sind die beiden erst mal beschäftigt. Jeder hat einen Krug Milch vor sich stehen während am Nebentisch nun drei weitere ältere Herren eingetroffen sind, von denen jeder erst mal 2 Bier ordert und dann auch gleich mal einen kräftigen Schluck aus der ersten Flasche nimmt. Unsere nichtbierbringbefugte Bedienung bringt dann nach einer weiteren halben Stunde die Rechnung und hat sich um 2 Dollar zu ihren Gunsten verhauen. Noch ein "sorry about that", sie korrigiert aber anstandslos. Wir ziehen von dannen und als wir im Auto sitzen rast ein Sheriffauto im Affenzahn mit Christbaumbeleuchtung und Horn an uns vorbei, kurz darauf rückt die Feuerwehr aus. Heute ist ja hier richtig was geboten. Wir schauen noch im hiesigen Supermarkt vorbei und kommen wieder mit einem Buch heraus - ein dicker Wälzer 4 WD-Trails in Utah. Für heute ist dann so allmählich Schluss, morgen müssen wir früh raus.

Übernachtung in Monticello, Best Western zum Preis von 92,70$
Gefahrene Meilen: 139
Gelaufen: 17,2 km

Freitag 28. September

Um 6.30 h klingelt der Wecker und es fällt uns mehr als schwer, das Bett zu verlassen und uns für den Abmarsch bereit zu machen. Das übliche Prozedere am Morgen muss heute fix gehen, dann noch schnell ein Frühstück und exakt 45 Minuten später sitzen wir im Auto. Es geht auf die Cedar Mesa und heute wollen wir zum Moonhouse. Auf der 191 liegen etliche tote Deers am Straßenrand - die Huntingseason hat begonnen, auch wenn ich in erster Linie an Schüsse im Unterholz denke und nicht ans Erlegen per Truck etc. Nach Blanding geht es auf der 95 und von dort sind 35 Meilen bis zur Junction zur 261. Auf einmal tauchen vor uns Deers auf und Andy steigt in die Eisen. Zum Glück ist das nochmal um Haaresbreite gut gegangen; ich habe die Tiere rechtzeitig entdeckt und die traben von dannen, als sei nichts geschehen.
Weitere 10 Meilen folgen wir der 261 bis zum Abzweig Snow Flat Road. An der ersten Weggabelung müssen wir uns links halten und es geht ca. 0,9 Meilen bis zur ersten Registerbox, wo wir 4 $ in den Umschlag stecken. Weitere 8 Meilen Gravel, zum Teil gut befahrbar, dann wieder etwas rau, denn die letzten Regenfälle haben ganz schön Sediment ausgespült. Auf dem Trail liegt dann fast mittig ein richtig großer Steinquader, der wohl erst vor kurzem dorthin gerutscht ist. Unser erster Gedanke, jetzt können wir eh umdrehen bestätigt sich bei näherem heranfahren gottlob nicht; wir kommen gerade so eben dran vorbei und der Abhang auf der Fahrerseite ist nicht ohne. Die nächsten Meilen geht es immer wieder über Slickrock und wir hoppeln dahin bis nach 8,1 Meilen ein Weg links abzweigt, an dem eine weitere Registerbox steht. Nun noch die letzten 1,2 Meilen auf einem schmalen Trail mitten durch Pinionpines und Junipers und dann sind wir am Trailhead.

Cliff DwellingsSchuhe wechseln, Rucksack umschnallen und los geht's den Cairns nach Richtung Canyonrand und dann steil nach unten; zum Teil auf einem Trail, der in einer Geröllrinne verläuft oder auf Slickrock - nichts für Leute mit Höhenangst. Nur so nebenbei erwähnt; dieses Ziel ist nur realisierbar, wenn es absolut trocken ist. Vor einigen Tagen hatte es auch hier heftige Regenfälle, die für starke Auswaschungen der Straße gesorgt haben und zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es noch einige große Wasserpfützen mit Schlamm zu durchqueren.
Moon House RuinWir steigen vom Canyonrand ab und auf der gegenüberliegenden Seite wieder nach oben. Vom Ausgangspunkt sind die Cliff Dwellings bereits zu sehen und schon von hier aus faszinierend. Als wir nun endlich davor stehen, sind wir mehr als beeindruckt, was sich uns da für ein Anblick bietet. Voller Ehrfurcht betrachten wir das Moonhouse Cliff Dwelling. Wir lassen uns für die Besichtigung viel Zeit, um auch kein Detail zu übersehen. Für's Fotografieren haben wir es wohl gut erwischt; die Sonne steht jedenfalls noch nicht zu hoch, so dass die Cliff Dwellings im Schatten liegen. Moon House RuinIn den Granaries kann man noch jede Menge Überreste von kleinen Maiskolben sehen; Scherben von Tongefäßen sind jedenfalls keine zu entdecken. Wir inspizieren noch den Rim zu beiden Seiten und geht man vom Hauptgebäudekomplex aus nach rechts, sind dort noch zwei weitere Granaries und ein Stück weiter nochmals sehr gut erhaltene Gebäude zu besichtigen. Geht man nach links weiter so gelangt man zu weiteren Ruinen, vermutlich einer Kiva und Nebengebäuden. Nach gut 1,5 h Stunden haben wir alles gesehen und machen uns auf den Rückweg. Der Aufstieg kostet einige Anstrengung, gestaltet sich für uns aber nicht problematisch.

Moon House RuinEs ist 11.45 h als wir vom Trailhead aufbrechen und eine halbe Stunde später sind wir wieder auf Teer. Wir halten noch an der Rangerstation und machen dort Mittagspause. Immer noch völlig beeindruckt von dem, was wir gesehen haben geht es dann wieder zurück via Blanding und Monticello nach Cortez.
Dort treffen wir gegen 16.00 h ein und das Wetter verschlechtert sich zusehends. Mittlerweile weht ein starker Wind, der Staub von den Feldern aufwirbelt und im Nordosten zieht eine große Wolkenfront heran. Für morgen soll es scatterd thunderstorms geben und wir hoffen, dass wir es gerade noch ohne schaffen, denn wir wollen nach Ridgway und den Last Dollar Highway fahren. Wir kommen in der Travellodge unter, die Zimmer sind geräumig und sauber. Ich gehe noch eine Maschine Wäsche waschen und dann geht's zu Dennys zum Abendessen. Wir nehmen noch einen Vanilla Shake zum Nachtisch und der wir uns in zwei Bechern als Take away serviert, da die Menge für eine Becher zu groß war und das für schlappe 1,99 $. Via Walgreens bei dem wir noch Diverses mitnehmen geht es ins Motel. Als wir dort ankommen, geht die Schließanlage immer noch nicht, d.h. der Hausherr muss das Zimmer aufsperren, da die Karten von den Lesegeräten an der Tür nicht gelesen werden können. Na, dann gute Nacht.

Gefahrene Meilen: 215
Unterkunft: Travellodge in Cortez zum Preis von 56,89$
Gelaufen: 4,6 km

Samstag 29. September

Um 6.00 h werde ich von jeder Menge Lärm vom Motelparkplatz wach und als ich sehe, dass es noch zu früh zum Aufstehen ist, hole ich mir Ohrstöpsel und drehe mich nochmal um. Um 8.00 h ist dann Schluss und während ich zusammenpacke, holt Andy Kaffee und heißes Wasser für Tee in der Lobby, als Beiwerk gibt es Toast und einen Bagel mit Creamcheese. Wir starten dann auch gleich, Schlüssel gibt es keinen zum Abgeben und so geht es auf die 145, den San Juan Skyway.

RicoDer nächste Ort ist Dolores, ein sehr nettes ursprüngliches Örtchen mit alten Häusern und einer kleinen Kirche in einem schönen Tal gelegen. Die Seitenstraßen sind ungeteert und das absichtlich, um eben diesen Charme zu erhalten. Durch dieses Tal geht es eine zeitlang am Dolores River entlang, Aspen in herrlicher Gelbfärbung schmücken die Berghänge und das Tal. Leider fehlt die Sonne, die das Ganze erst so richtig zum Leuchten bringt; heute ist es bewölkt und es hat einen heftigen Wind. Weiter nördlich ist der Himmel nur noch grau und das heißt Regen. Rico ist ebenso "charming" und noch einen Halt mit etlichen Fotos wert. Hier gibt es etliche Halden und wie es scheint, wird hier immer noch abgebaut. Silber gab es hier, ob das heute noch gewonnen wird, können wir leider nicht erfahren. Es geht weiter den Pass hinauf und nächstes Ziel ist Telluride.

TellurideUrsprünglich wollten wir eigentlich nicht hinfahren, da es von der Junction aber nur 4 Meilen sind, machen wir einen Abstecher, den wir hinterher keinesfalls bereuen. Telluride ist ein ursprünglicher und sehr hübscher Ort mit viktorianischen Häusern und Flair und obwohl ein Ski El Dorado, keineswegs versnobt oder massenturimäßig aufgezogen. Erster Stopp ist im Visitor Center, wo wir erfahren, dass die Gondel zum Mountain Village kostenlos benutzt werden kann, so oft wir wollen. Wir machen den Abstecher und haben von dort oben einen guten Blick auf die Berge. Da es hier ganz schön windig ist und zudem noch s..kalt, fahren wir auch bald wieder ins Tal und gehen dort noch ein wenig Bummeln. Es gibt jede Menge Läden und wir erstehen in einem Store einen Stetson für meinen Vater und das zu einem absolut akzeptablen Preis. Andy findet dann auch noch ein T-Shirt und es ist bereits 13.30 h als wir zum Auto zurückkehren. Dort gibt es noch einen raschen Imbiss und wir machen uns auf zum Last Dollar Highway, der unmittelbar nach der Junction auf die 145 nach rechts abzweigt.

Last Dollar RoadEs geht wieder die Berge hinauf und ab und an kommt sogar mal ein Sonnenstrahl durch, der die Aspen so richtig aufleuchten lässt. Die umliegenden Berge werden mehrmals abgelichtet und es geht über den Pass. Die Gravelroad ist in trockenem Zustand gut befahrbar; zweimal geht es über Geröllfelder und hier hätte ein normaler PKW vermutlich Schwierigkeiten . Nach dem Pass geht der Highway erst mal durch Nadel- und schließlich Aspenwald - hier liegen von dem heftigen Wind jede Menge Äste auf dem Weg und es sind auch schon einige Bäume geknickt. Die Straße ist davon gottlob nicht betroffen, es hat auch jede Menge Verkehr. Nach den Wäldern kommen die Weideflächen und hier gibt es diese wohl für Colorado typischen Zäune zu sehen, die auf manchen Postkarten abgelichtet sind.

Colorado FenceVor Ridgway ist dann von der Straße aus die Sneffels Range zu sehen und mittlerweile scheint die Sonne, wenn auch immer noch jede Menge Wolken am Himmel sind. Wir fahren nach Ridgway rein und biegen gleich nochmal auf die CR 5 ab, die uns nochmals in die Berge hochführt. Der Weg wird zum Schluss allerdings mehr als matschig und nun ziehen die Wolken erneut auf, so dass es für Fotos nicht mehr günstig ist. Allzu lange warten wir nicht mehr ab, dann fahren wir zurück und machen noch bei einem Antiquitätengeschäft Halt. Dort gibt es jede Menge Krims Krams, u. a. auch von John Wayne. Wie wir erfahren, wurde hier, 2 Meilen nach dem Abzweig auf den Last Dollar Highway auf einer Farm - die wir nichtwissend fotografiert haben, weil sie wie eine Ghosttown aussah - der Film (True Grit) "Der Marshal" gedreht, weshalb es hier im Ort auch ein True Grit Café gibt. Mit einer gestickten USA-Fahne kommen wir wieder aus dem Laden, werfen auch noch einen Blick ins Nachbargeschäft, das für uns allerdings nichts hat.

Die letzten 26 Meilen nach Montrose sind bald geschafft und die Landschaft ändert sich kollosal; hier gibt es zur rechten Seite Badlands, auf der linken ist Weideland - keine hohen Berge mehr und die Grand Mesa ist von hier aus noch nicht zu sehen. Montrose ist überraschend groß und langgezogen. Wir haben im Super 8 Motel reserviert und müssen das erst mal suchen. Dann kurz ausladen und duschen und schon geht es los zum Abendessen. Es gibt jede Menge Auswahl und wir probieren heute mal was Neues, es geht ins Ghengis Grill Restaurant. Da wir noch nie hier waren, wissen wir nicht so recht, wie es hier abläuft. Wir werden geseatet und bekommen eine Art Speisekarte, die uns einige Bowls vorschlägt. Dann bekommen wir eine Metallschüssel hingestellt und wissen Nichts damit anzufangen. Auf die Frage bei einer jungen Bedienung, wie wir zu was Essbarem kommen, erhalten wir sehr umfangreich Antwort. Sie erzählt was von "Choose your Protein", than "Choose your vegetable", "you can choose the suggested Bowl or create your own and than choose your sauce and starch". Kapiert haben wir das ganze zwar noch nicht ganz, nach unauffälliger Beobachtung anderer Gäste läuft es dann aber wie folgt ab: Mit der Schüssel (sieht aus wie eine Hundenapf) begibt man sich zur Selbstbedienungstheke, an der man verschiedene Fleisch- und Fischsorten - alles roh - auswählen kann. Man kann sich entweder nach dem Vorschlag für eine Bowl auf der uns vorgelegten Karte richten (z. B. Mongolian Beef, Terriyaki Chicken etc. … - da sind die verschiedenen Zutaten mit Nummern aufgelistet, die man auch am Buffet wieder findet) oder man wählt "Frei Schnauze". Wir nehmen Soul of Seoul, da ist Beef, Chicken und Shrimps drin, in die Schüssel kommen noch Zwiebeln, Champignons, Paprika, eine Würzmischung und dann großer Fehler, die Soße muss in ein extra Schüsselchen gegeben werden und nicht auf Fleisch und Gemüse. Diese zwei Schüsseln werden dem Bratmeister übergeben, der kippt das auf eine heiße Platte und brät das Ganze an. Zum Schluss kommt die Sauce darüber und wird mit der gewünschten Beilage (div. Reis, Nudeln) in einer großen Bowl wieder retour gereicht. Hat man die Sauce vorher bereits über Fleisch und Zutaten gekippt, verbrennt die Sauce beim Anbraten und schmeckt dann nicht mehr so doll. Dann heißt es endlich Essen fassen und es schmeckt prima. Bestellt man eine Bowl, kann man für 1 $ ein Bier dazu haben (Bud, Miller oder Coors). Ist zwar ungewöhnlich, aber lecker und man wird satt. Zurück im Motel noch ein Blick in den weatherchannel und noch ein paar Karten geschrieben; der Bericht wird gebastelt und Bilder des Tages laden. Wieder ein toller Tag geht zu Ende.

Gefahrene Meilen: 176
Unterkunft im Super 8 Motel in Montrose zum Preis von 65,95$

Weitere Bilder des Tages

Sonntag 30. September

Sneffels RangeDie Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel bei knapp über 0 °C und das gegen 8.30 h. Als wir das Auto einladen sehen wir einige Heißluftballons über uns, allerdings sieht es so aus, als wollten die hier runtergehen. Von einem Ballonwettbewerb war gestern im Radio dauernd die Rede, nur konnten wir in dem Kauderwelsch nicht verstehen, wo das stattfinden sollte. Wir fahren bis Ridgway und dort nochmal hoch zum Ausblick auf die Sneffels Range. Das Thermometer sinkt bei jedem Höhenmeter und als wir in den Aspenwald kommen ist der Boden gefroren. Sneffels RangeDafür präsentiert sich uns die Range und die Aspenwälder in bestem Morgenlicht. Wir fahren noch ein Stück weiter, allerdings ohne einen weiteren guten Platz für noch bessere Fotos zu finden und drehen wieder um. Hier ist am morgen schon jede Menge los - Reiter samt Pferd und Hund, ATV-Fahrer und Fotografen. Die Zeit vergeht rasch und wir sind fast eine Stunde hier - ich genieße die Sonne, die immer mehr Kraft bekommt und mittlerweile wärmt, während Andy mit der Kamera auf Jagd geht.

Yankee Girl MineRetour nach Ridgway und dann nach Ouray, wo wir nochmal einen Stopp einlegen, um das Courthouse aus dem Jahr 1888 zu fotografieren. Hier wurden einige Gerichtsszenen aus "The True Grid" gedreht, (you remember - John Wayne alias Der Marshal) und das Bild kann ich meinem Dad mitbringen, der schon am Telefon geäußert hat "Bring mir was vom John mit". Es ist Sonntag und das merkt man deutlich am Verkehr; hier ist was geboten. Weiter geht es nach Silverton, nicht ohne ein paar Fotostopps. Am Uncomphagre River halten wir noch einmal und auch hier kann man etliche Eiszapfen bewundern; es ist wirklich eisig und es weht ein dementsprechend kalter Wind. Wir entdecken nun auch die Abzweige zum Imogene Pass, zum Black Bear Trail sowie zum Ophir Pass. Erster und letztgenannter Trail wollen wir eventuell nächstes Jahr in Angriff nehmen, vom Black Bear Trail ist uns strikt abgeraten worden, der ist mit 5 + bewertet und extremely difficult and dangerous.

SilvertonGegen 13.00 h sind wir in Silverton und eine Garnitur der Durango-Silverton-Narrow Gauge Railway steht zum Austausch am Visitor Center, die andere in Downtown. Wir fotografieren natürlich beide und schlendern noch ein wenig durch Silverton mit Stopp im Railway Shop. Dort kommen wir auch nicht ohne etwas zu kaufen wieder heraus; ein Pin sowie ein Emailschild müssen mit. Der Zug verlässt um 14.00 h Silverton und wir fotografieren nochmal die Abfahrt etwas außerhalb von Downtown.

Weiter nach Durango, dorthin sind es nun 50 Meilen und wir sind schon etwas spät dran. Die Strecke zieht sich wegen des Verkehrs nun doch ganz schön, als wir dann wieder im Tal sind wird die Strecke vierspurig und man kann auch mal überholen. In Durango geht es noch schnell zu JC Penny; dort haben wir vor zwei Wochen für Andy eine Winterjacke von Columbia gesehen, die statt 120,00 $ nur 69,00 $ kostet. Gestern in Montrose waren wir bei der selben Kette und dort gab es keine Ermäßigung. Auf Nachfrage hieß es, Columbia-Produkte seien nur ganz selten im Sale. Mittlerweile gibt es noch eine weitere Jacke derselben Marke, die es vor zwei Wochen noch nicht gab und die nehmen wir mit. Statt 150,00 $ kostet die Jacke nun 99,99 $ - das ist ein Deal. Nun noch die 50 Meilen bis Farmington und wir haben vor, noch einen Abstecher zum Shiprock zu machen.

Auf dem Weg durch Farmington halten wir Ausschau nach dem Best Western, wo wir für heute gebucht haben, wir können es aber nicht entdecken. So fahren wir weiter und suchen dann nachher. ShiprockDie Fahrt bis Shiprock beträgt nochmal 26 Meilen und an der Junction zur 491 geht es nochmal 6 Meilen südlich und schließlich nochmal einige Meilen bis zur Wall. Dort geht rechts eine Gravelroad ab, die direkt zum Shiprock führt. Wir fahren aber nur ein kurzes Stück, da wir hier im Navajo Reservat sind - was man auch an den unzähligen leeren Bierflaschen und Dosen, die hier wild verstreut sind, erkennen kann. Die Sonne steht zwar schon ziemlich tief, allerdings beginnt gegen 6.00 h erst die Golden Hour. Wir müssten jetzt noch mindestens eine halbe Stunde warten, um noch bessere Fotos zu bekommen, dafür fehlt uns aber einfach die Zeit.

So kehren wir um 18.15 h wieder zurück und eine Stunde später sind wir wieder in Farmington und finden direkt zum Best Western. Kurz einchecken und dann geht es zum Essen. Heute ist nochmal Golden Corral dran; hier kann man gut und preiswert Buffet essen und es gibt auch Steaks, die sehr lecker sind. Satt und zufrieden geht es ins diesmal ziemlich große Motel, es ist bereit kurz vor 21.00 h als wir eintreffen und ich gehe noch eine Maschine Wäsche waschen. Da die Laundry im 2. OG out of order ist, geht es eben ein Stockwerk höher und hier kann ich loslegen. Um kurz vor 23.00 h ist Schluss für heute. Die vielen tollen Eindrücke von den Bergen und der Herbststimmung der Aspens wollen noch verinnerlicht werden.

Gefahrene Meilen: 276
Unterkunft in Farmington im Best Western zum Preis von 79,63$

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Montag 1. Oktober

Der heutige Tag beginnt entgegen aller Erwartung stark bewölkt und der Wetterbericht sagt auch nichts Gutes voraus - Thunderstorms für die Four Corner Region. Wir dürfen heute im Restaurant frühstücken, das ist im Zimmerpreis inbegriffen und da wir erst gegen 8.30 h dort aufschlagen und um 9.00 h Schluss ist, kommen wir gerade noch rechtzeitig. Andy bestellt sich zwei Scrambled Eggs mit Bacon, ich halte mich lieber an meine Flakes und es gibt frische Ananas und Melonen. Danach noch schnell zum Walmart Brot besorgen, doch die haben um diese Zeit noch nichts Frisches da. Dann eben zu Safeway, weil wir eh noch Tanken müssen und da dasselbe in Grün. Wir nehmen nur zwei Bagels mit und gehen noch auf einen Abstecher in die Mall.

Hoodoo FaceDer Abstecher dauert dann doch viel länger als gewollt und so geht es recht spät Richtung Greater Bistis, doch da es dort schon vorher mehr als dunkel war, wird das heute eh nichts mit Erkundungstour. Die Gravelroad ist in gutem Zustand, doch wenn es regnet, sollte man das besser lassen. Wir haben also nur ganz kurz Zeit ein wenig rumzustrolchen, dann drehen wir ab und das ist gut so. Muss halt dieses "To do" auf nächstes Jahr warten. Als wir wieder Teer unter uns haben beginnt es stark zu regnen und als wir doch noch ein Stück auf Gravel fahren müssen, kommen wir ganz fix ins rutschen - das gottlob bei nur geringer Geschwindigkeit; die Oberfläche ist wie Schmierseife. Das Stück Gravel zieht sich noch ein ganzes Stück, das wir jetzt nurmehr in Schrittgeschwindigkeit zurücklegen können und das Auto sieht wieder mal aus wie S .. .
Alles nochmal gut gegangen und wir erreichen heil wieder den Teer. Da es nun komplett zugezogen hat und nur noch regnet, steht heute auch nichts mehr auf dem Plan; das holen wir morgen nach. Endziel ist Grants, ein kleines Städtchen an der I-40 und der Bahnlinie, die von Westen nach Santa Fe führt - hier fährt die BNSF - Burlington Northern Santa Fe Railroad. Wir kommen im Best Western unter, welches ein ganzes Stück von den Schienen entfernt liegt und so hören wir vom doch regen Verkehr nichts, sondern sehen nur ab und an die ellenlangen Züge in der Ferne dahinrollen. Abendessen gibt es heute ganz fix; wir probieren mal Sonic aus. Hier bestellt man das Essen, welches dann ans Auto geliefert und dort auch verzehrt wird. Zwar nicht so unser Ding, im Auto zu essen, aber das Angebot in Grants ist nicht gerade riesig. Die Burger schmecken gut, sind preiswert und die Tator Tots finde ich prima. Der Abend geht schnell vorbei; ich gehe wieder eine Maschine Wäsche waschen und dann wird das Auto ein wenig aufgeräumt.

Gefahrene Meilen: 195
Unterkunft im Best Western Inn & Suites in Grants, zum Preis von 64,80$

Dienstag 2. Oktober

La Ventana ArchUm 7.30 h scypen wir mit der Family, um einen kurzen Lagebericht abzugeben. Zu Hause ist alles o.k., bei uns natürlich auch. Wir packen, gehen frühstücken - diesmal nicht so feudal wie in Farmington und machen uns auf den Weg ins El Malpais. Wir fahren erst die 117 gen Süden, doch die Ranger Station hat geschlossen und auf der Map sehen wir, dass es hier eigentlich nicht viel zu erkunden gibt. Wir entschließen uns dennoch erst mal hier zu bleiben und sehen uns den Sandstone-Overlook an, dann geht es weiter runter zum La Ventana Natural-Arch, der leider kaum vom kurzen Weg dorthin zu fotografieren ist.

MorgentauEs geht weiter zu den Lavafalls; ein Loop ca. 1 Meile lang führt über die Lavabeds und man muss höllisch aufpassen, wohin man tritt. Die Cairns, die den Weg markieren heben sich kaum von der Umgebung ab und um diese auszumachen, muss man unbedingt stehen bleiben, da der Weg völlig uneben ist und teilweise durch scharfkantiges Lavageröll führt. Sehr beeindruckend diese ganze Szenerie und wie überall aus der scheinbar unfruchtbaren starren Masse hat sich im Laufe der letzten Jahrtausende dort wieder Leben angesiedelt und wächst aus allen möglichen Ritzen und Spalten. Die Lavafalls sind nicht der Hit, aber der Loop als solches vermittelt schon mal einen guten Eindruck über die riesig ausgebreitete Lavamasse.

Wir fahren komplett zurück zur Interstate und wieder nach Grants, wo wir dann auf die 53 abbiegen. Gegen 11.30 h erreichen wir das Informationcenter, welches geöffnet hat, allerdings nicht so viel an Information bietet. Die Rangerin gibt gerade einem Interessierten Auskunft über den Zustand der Gravelroads, die von der 53 weg aus dem Park führen. Sie rät komplett davon ab, diese zu befahren, da es wohl aufgrund der gestrigen Regenfälle noch einige Streckenabschnitte gibt, die wahre Schlammlöcher sind und die Gefahr des Steckenbleibens in sich bergen. Wir wollen nicht so lange warten, bis sie wieder ansprechbar ist und so sind wir auch schon wieder am gehen.

Auf dem Parkplatz nehmen wir uns Zeit für einen kurzen Mittagsschlaf, dann gibt es Lunch und wir starten zu den Lavatubes. Auf der Gravelroad sind es ca. 4 Meilen bis zum Trailhead und der Zustand ist mehr als gut. Es gibt ein paar holprige Abschnitte und ein paar kurze Passagen sind recht ausgefahren, aber staubtrocken und gut zu umfahren. Lava TubesWir kommen tadellos vorwärts und starten dann zur Skyline Cave. Dort ist der Trail zwar auch gut markiert, aber auch hier ist große Vorsicht geboten. Augen auf den Weg und aufpassen wohin man tritt; will man die Umgebung mitbekommen, dann heißt es stehen bleiben - beides hier zu kombinieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Skylinecave ist nach 0,5 Meilen erreicht und wir begutachten diese erst mal von oben. Anfangs scheint es, als könnte man hier nicht absteigen, doch nach näherer Betrachtung kann man einen steilen Abstieg erkennen. Den nehmen wir dann auch in die Tiefe und es geht über massig großes scharkantiges Gestein und Lavageröll hinein in ein großes schwarzes Loch. In der CaveGanz wohl ist mir bei dem Unternehmen zwar nicht, denn ein Fehltritt hier kann böse ausgehen. Wir tasten uns weiter nach vorne noch zu einem runden Loch in der Decke der Tube und dann geht es um die Ecke in die Dunkelheit. Jetzt heißt es Licht an, um den Weg zu sehen und dann sehen wir nur noch schwarz. Hier geht es, soweit wir mit den Lichtquellen ausmachen können satt nach unten und wieder um die Ecke in einer riesigen Höhle. Was dann kommt, können wir nicht mehr ausmachen. Wir beschließen, dass es hier mit der Erkundung reicht und kehren wieder um.
Eingestürzte TubeDie Strecke ist zwar längenmäßig nicht weit, doch weil hier äußerste Vorsicht geboten ist, kommt man nur sehr langsam vorwärts. Wir schaffen auch den Aufstieg und sind wieder in der Sonne. Wahnsinn, kaum zu glauben, in welchem riesigen Loch wir gerade eben verschwunden sind - von oben sieht es gar nicht so gewaltig aus. Wir gehen noch ein Stück zum Seven Bridges Trail. Hier ist deutlich zu sehen, dass diese Lavatube eingestürzt ist und die Brücken eben stehen geblieben sind. Da es nun schon auf 15.00 h zu geht und wir noch jede Menge Wegstrecke vor uns haben, drehen wir hier um und kehren zum Auto zurück.

Dann geht es wieder auf der 53 zurück zur Interstate und diese bis kurz vor Albuquerque, dann biegen wir auf die 6 ab Richtung Süden. Unser Ziel ist heute Soccoro. In Los Lunas machen wir noch Halt, da es dort einen Panda Express gibt und wir dort gleich zu Abend essen. Es ist zwar noch etwas früh, doch wer weiß, wann wir wieder die Möglichkeit dafür haben. Orange flavoured Chicken gab es zuletzt in Denver und das ist schon 3 Wochen her. Die letzten 50 Meilen bis Soccoro geht es gut gestärkt in einer weiteren knappen Stunde und wir checken im Days Inn ein. Dann kurz ausladen und wir suchen noch eine Dusche für unser Auto, denn das hat es bitter nötig. Diese ist auch gleich gefunden und nun glänzt unser 4 Runner wieder. Da es hier noch 80 °F um 19.00 h hat, kann man gut die Zimmertüre offen lassen und wir genießen vom Schreibtisch aus die Abendstimmung.

Gefahrene Meilen: 279
Gelaufen: ca. 5 km
Unterkunft im Days Inn zum Preis von 48,32$ in Soccoro

Weitere Bilder des Tages

Mittwoch 3. Oktober

Heute lassen wir es gemütlich angehen. Um 8.00 h stehen wir auf und gehen in die Lobby zum Frühstück. Dort sind zwei ältere Leutchen, beide mit Gehwagen und kommen nicht damit klar, sich einen Toast zu machen, ohne umzukippen. Wir sind behilflich, keine Frage - "Toast with butter" frage ich und erhalte von dem Herrn in grüner John Deere-Hose ein augenzwinkerndes "thank you honey". Vielleicht würde er mir, könnte er noch ohne Gehwagen auskommen, auch den Rücken tätscheln …. Zuzutrauen wäre es ihm. Auch seiner Frau wird geholfen - sie verlangt nach Kaffee, allerdings muss erst noch die Bohne durchgeschossen werden. Der Receptionist hat momentan alle Hände voll zu tun, so dass er nicht zum Auffüllen der Becher kommt - macht eh' nix, der Kaffee läuft immer noch. Ein wenig Small Talk mit den älteren Leutchen, bei dem wir in Kürze das Wesentliche über die beiden erfahren, die Lady bekommt noch ihren Kaffee, dann brechen wir auf.

Auto beladen, noch Tanken und wir machen uns auf die lange Strecke nach Alamogordo bzw. White Sands. Wir sind über die beiden Herrschaften noch am ratschen, als wir beinahe die Abfahrt übersehen, die uns nun nach Osten führt. Die Landschaft ändert sich nicht gravierend, lediglich die vielen Juccas fallen auf, die nun zwischen den Sträuchern wachsen. Als wir vor uns eine Tarantel über den Highway laufen sehen, nötige ich Andy zum Umdrehen - so was muss ich aus der Nähe sehen und ablichten. Das Tier ist ziemlich groß, vermutlich ein Weibchen, das nun vom Verkehr so irritiert ist, dass es mitten auf der Fahrbahn nochmal die Richtung wechselt und wir befürchten schon, das nächste Auto rollt darüber - doch nochmal Glück gehabt, wieder ein Richtungswechsel der behaarten Lady und wir bekommen sie noch auf's Bild.

LavaDann geht's weiter bis kurz vor Carrizozzo. Dort gibt es ein Lavafeld, das nicht von einem Vulkanausbruch herrührt, sondern durch Erdspalten an die Oberfläche gedrückt wurde. Es heißt, die Lava sei vergleichbar mit der auf Hawai. Der Statepark "Valleys of Fire Recreation Area", informiert über die Entstehung der Lavafelder sowie Flora/Fauna, es gibt auch einen Nature Trail mitten durch, doch dafür reicht uns die Zeit nicht.

Three Rivers PetroglyphsIn Carizozzo - ein sehr beschaulicher Ort mitten im Nirgendwo - biegen wir nach Süden ab und machen nach weiteren 20 Meilen einen kurzen Abstecher zu den Three River Petroglyphs. Wir entrichten die 2 $ Gebühr und bekommen vom dortigen Ranger eine Broschüre für eine Self Guided Tour. Die Zeichnungen sind hier ganz anders als die, die wir bislang von den Anasazi kennen. Da Felswände fehlen, wurden die Petroglyphs in Gesteinsbrocken eingeritzt und sind zum Teil nicht mehr so gut zu erkennen. Es gibt aber jede Menge gut erhaltener Exemplare, die auch ein wenig auf dem "Beipackzettel" erklärt werden (zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte den Ranger). Es ist 11.00 h und mittlerweile für uns ungewohnt heiß. Das Thermometer im Auto zeigt 80 °F. Außer uns startet ein Ehepaar die Besichtigungstour und wir haben genügend Ruhe und Zeit, uns hier umzusehen und entdecken außer den beschriebenen Figuren und Formen noch etliche andere nicht aufgeführte Zeichnungen. Als wir uns auf den Rückweg machen sind zwei Schulbusse samt Inhalt angerollt und die Insassen belegen lautstark die Picknickareas. Wir finden für uns auch noch einen Tisch etwas weiter entfernt und machen uns über den Inhalt der Kühlbox her - im Schatten kann man es gut aushalten.

White SandsWeiter geht es zur letzten Etappe nach Alamogordo, das wir links liegen lassen und gleich zum White Sands NP fahren. Dort noch kurz ein Halt im Visitor Center, wo wir uns einen kurzen Film über den Park ansehen. Noch 3 Postkarten mitgenommen und als wir zur Frontdoor wieder hinaus wollen, liegt dort eine hyperventillierende Fledermaus. Der kleine Körper bebt vor lauter Hitze und das Tier ist völlig k.o. Ein Fall für den Ranger und ein paar Minuten später bittet man uns die Hintertüre zu benutzen, doch dazu kommt es nicht. Der Flattermann hat sich doch wieder soweit erholt, dass er sich aus dem Staub macht und uns den Weg freigibt.
Wir fahren in den Park und entscheiden, den 4,5 Meilen Alkali Loop zu gehen. Mittlerweile zeigt das Thermometer 88 °F, uns wird sicherlich nicht kalt werden. Also Rucksack geschultert, Wasser eingepackt, Sonnencreme aufgetragen, Hut aufgesetzt und los kanns gehen. Wir wandern immer weiter in die Dünen hinein und es ist gigantisch hier - man kommt sich vor wie in der Wüste. White SandsAnfangs sind noch Yuccas und jede Menge anderer Gewächse zu sehen, doch je weiter wir den Trail gehen, desto weniger wird der Bewuchs. Erst wenn man mal ein Stück in den Dünen ist, kann man auch die Ausmaße so richtig erfassen. Wir sind allein unterwegs auf dem Trail und lassen uns dafür auch Zeit. Zu Anfang hören wir noch Fluglärm von der nahegelegenen Airforce Base, doch dann wird scheinbar nicht mehr geflogen - es ist ruhig - kein Autolärm, keine menschlichen Geräusche - himmlisch, diese Ruhe. White SandsDer Trail ist doch länger, als wir uns das vorgestellt haben und als wir den Wendepunkt erreichen, sind wir froh, dass es wieder zurückgeht. Der Rückweg ist anstrengender, da mehrere Dünen überquert werden müssen, danach geht es steil bergab um kurze Zeit darauf wieder auf die nächste Düne hinaufsteigen zu müssen. Teilweise ist der Untergrund hart und knirscht, manche Stellen sind weich und man sinkt ein. Nach 2,5 h und vielen Fotostopps sind wir wieder am Auto und ruhen uns erst mal ein wenig auf dem Parkplatz aus.

White SandsWir wollen noch den Sonnenuntergang abwarten und nach einem Snack geht es eine halbe Stunde nochmal los. Diesmal nur mit Stativ und Foto bewaffnet wieder durch die Dünen. Andy hat das Fotofieber gepackt und wir wandern von einer Düne zur nächsten, immer auf der Suche nach dem besten Motiv. Eigentlich wollten wir eine knappe Stunde bleiben; dann werden daraus doch fast zwei und wir erleben den Sonnenuntergang, der die Dünen in herrliches Licht taucht. Erst gibt es einen leichten Rosé-Touch, dann wird alles in blaues Licht gehüllt - es ist unbeschreiblich. Zig Fotos später machen wir uns gegen 19.30 h auf den Rückweg und sind um 20.00 h im Best Western in Alamogordo.

Schnell Duschen und dann los zum Abendessen, das wir bei Sonic einnehmen. Vor dem Imbiss gibt es Tische im Freien und das ist bei der noch angenehm warmen Temperaturen willkommen, somit müssen wir nicht im Auto essen. Noch kurz zu Walgreens und dann geht es ins Motel. Leider funzt heute das WiFi nicht und so laden wir nur noch die Bilder und ich schreibe die heute erworbenen Postkarten. Ein super-klasse Tag geht zu Ende.

Gefahrene Meilen: 195
Unterkunft im Best Western in Alamogordo zum Preis von 61,12$
Gelaufen: 7,9 km Alkali Loop Trail, Fototour Sonnenuntergang nochmal 2,8 km

Weitere Bilder des Tages

Donnerstag 4. Oktober

Um 8.00 h heißt es endlich raus aus den Federn und da das Auto fast vor der Türe steht, geht das Beladen flott und wir gehen in die Lobby frühstücken. Auch da brauchen wir nicht lange und es geht wieder retour, dieselbe Strecke, die wir gestern gekommen sind. Nun könnte man meinen, haben wir ja alles schon gesehen - doch die Landschaft und die vielen Dinge, die es am Wegesrand immer wieder zu entdecken gibt, sprechen eine andere Sprache. TarantulaAb Carizozzo achte ich verstärkt auf die Fahrbahn und heute kreuzt nicht nur eine Tarantel die Straße, es sind etliche und Andreas muss ein paar Mal anhalten, weil ich die aus der Nähe sehen muss. Mich faszinieren diese Tiere, während andere sich ekeln. Zwei Exemplare bekomme ich aufs Bild und weiter geht es zur Interstate nach Westen.

Wir kommen noch an der Trinity Site Zufahrt vorbei; am Samstag, den 7.10. wäre diese für Public geöffnet, doch ehrlich gestanden muss ich da nicht hin. Andreas würde das gerne sehen, doch von Albuquerque nochmal zurückfahren ist uns beiden zu weit, zumal wir nicht mehr soviel Zeit übrig haben. Gegen 12.30 h sind wir in Albuquerque und die Stadt erschlägt uns fast, obwohl sie gerade mal um die 713.000 Eiwohner zählt (im Vergleich - Las Vegas hat ca. 1,7 Mio.). Wir nehmen die Abfahrt zur Oldtown und auf dem Weg dorthin finden wir einen Park mit Sitzgelegenheit, wo wir Mittag machen.

Old Town AlbuquerqueDie Oldtown liegt fast um die Ecke. Es ist massig was los hier; scharenweise Touristen stöbern durch die Läden, die sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Gebäude sind schon toll, doch es ist eindeutig zuviel los hier und ein Laden hat dasselbe Angebot wie der nächste und übernächste daneben. Wir sehen uns einen an, gehen dann einmal um die Plaza und noch in die Kirche, die wir sehr schön finden und hier herrscht andächtige Stille. Old Town AlbuquerqueWir nehmen einen Moment Platz und betrachten den Altar, wo die Hauptfiguren Franziskaner Patres sind, die vermutlich die Begründer dieser Kirche darstellen. Die uns bekannten Figuren sind in den Seitenschiffen zu finden - links eine Marienstatue, im Altar darunter ist Jesus im Grab dargestellt, auf der rechten Seite steht eine Christusfigur mit Jesuskind.

Die Erleuchtung, wie es nun weiter gehen soll ist uns hier nicht gekommen und als wir zum Auto zurückkehren ist guter Rat teuer - was tun, mit dem noch vor uns liegenden Nachmittag? Wir sind uns zumindest einig, dass wir aus dem Trubel raus wollen und wir meinen auf der Karte was vom Petroglyphs National Monument gelesen zu haben. Boca Negro CanyonAlso dorthin, an den nördlichen Stadtrand von Albuquerque und kurze Zeit später erkundigen wir uns im Visitorcenter nach den Möglichkeiten und uns wird geholfen. Zwei Ranger geben Auskunft, was es hier zu sehen gibt und als der ältere den jüngeren ermutigt, uns ein paar Info zu geben, beginnen seine Ohren zu glühen, so nervös wird er. Er bekommt es aber dennoch gut hin, dass unser Interesse geweckt wird und wir fahren zum Boca Negro-Canyon, was weitaus mächtiger klingt, als er in Wahrheit ist.

Wir befinden uns am Fuße einer 17 Meilen langen Mesa, die durch Austritt von Lava aus Erdspalten und Eruptionen entlang des Risses entstanden sind und an deren Abbruchkante die Petroglpyhs liegen, die auf großen Fels-Lava-Brocken eingeritzt sind. Manche sind sehr gut erhalten, andere wiederum schon nur mehr im Ansatz erkennbar, aber einen Abstecher - wenn man so wie wir Zeit hat - doch mehr wert, als planlos in der Stadt umherzulaufen. Boca Negro Canyon PetroglyphsDie Petroglyphs stammen von mehreren Zeitepochen und so werden die ältesten auf 2.000 bis 3.000 Jahre alt geschätzt, während die jüngsten in Stein geritzten Symbole vor etwa 400 Jahren entstanden sein dürften. Andy entdeckt eine Schlange, es ist aber kein Rattler, und als ich näher komme, weil ich das lange Ding nicht sofort entdecke, schleicht sie sich.

Den Abstecher zu den drei Vulkankegeln die auf der Mesa ein wenig weiter entfernt liegen, heben wir uns für später zum Sunset auf. Jetzt heißt es erst mal Motel finden und einchecken. Das bekommen wir auch gut hin, finden die richtige Ausfahrt und laden erstmal unseren Kram im Zimmer ab. Eine Stunde später machen wir uns auf zum Abendessen; heute beehren wir Carls Junior.

AlbuquerqueGut gestärkt geht es auf die I 70 gen Westen und bei Abfahrt 149 wieder runter zu den Volcanos. Um Albuquerque hat es sich nun zugezogen und dunkle Wolken entladen sich schon etwas weiter in der Ferne; das Gewitter wird aber wohl auch hierher kommen, also ist Eile geboten. Da um 17.00 h der Park per Schranke geschlossen wird, parken wir vor der Absperrung und machen uns auf den Weg. Zwischenzeitlich hat der Sonnenuntergang eingesetzt und es gibt tolle Wolkenstimmungen und ein völlig diffuses Licht. ThunderstormWährend es im Süden kohlrabenschwarz ist und die Berge nur noch als Silhouette zu erkennen sind, kommt hier noch zeitweise die Sonne durch. Wir gehen die paar Schritte auf den JA-Vulkankegel rauf und fotografieren von dort oben den herrlichen Sonnenuntergang und die Lichtersilouette der Stadt. Das Gewitter rückt nun immer näher und die Blitze zucken auch schon nicht mehr so weit entfernt vom Himmel. Da wir hier sehr exponiert sind, ist uns mittlerweile nicht mehr so wohl und wir spurten Richtung Auto. Hirozont in FlammenAm Fuß kommt uns noch eine Lady entgegen und meint, ob wir nicht Respekt vor dem Lightning hätten. Sie marschiert aber ganz wacker weiter …? Im Laufschritt erreichen wir kurze Zeit später das Auto und exakt als wir einsteigen, beginnt es wolkenbruchartig zu kübeln. Froh darüber, dass wir es gerade noch so eben geschafft haben, fahren wir zurück zum Motel und lassen den Abend gemütlich vor der Glotze ausklingen.

Gefahrene Meilen: 275
Gelaufen: ca. 3 km
Unterkunft im Super 8 Motel in Albuquerque, Universitiy Blv. zum Preis von 51,68$

Freitag 5. Oktober

Die Zugmaschine, die gestern direkt vor unserem Motelfenster geparkt hatte, hat uns wieder Erwarten nicht zu unsittlicher Zeit am Morgen aus den Federn geworfen. Um 8.00 h ist der Truck losgetuckert, nicht mal auffallend laut. Dennoch höchste Zeit für uns aufzustehen. Das Frühstück ist nicht sonderlich und wir können kurze Zeit später starten.

Heute ist wieder volles Programm angesagt. Es geht auf der I 25 Richtung Norden, raus aus Albuquerque. Von der Interstate aus sehen wir schon jede Menge Heißluftballone; morgen startet das Festival - ohne uns, aber das hatten wir eh' nicht vor. Wir nehmen den Exit, der uns zur 22 nach Westen zu den Kasha Katuwe Tent Rocks führt. Ist tadellos ausgeschildert, man kann sich also nicht verfahren. Dort entrichten wir unsere 5 $ Eintrittsgebühr, die - wie wir finden - gut angelegt sind und begeben uns die paar Meilen zum Trailhead.

NarrowsWir starten den Trail zu den Narrows und den Overlook - bei angenehmer Temperatur und einem zunehmend stärker wehenden Lüftchen. Zuerst geht es mäßig ansteigend auf dem paved Trailhead zu den Narrows und da wird es richtig interessant. Der Weg windet sich mal schmäler mal weiter durch die Tentrocks mit immer wieder neuen Aus- und Einblicken in diese Wunderwelt. Die Tentrocks sind Produkt vulkanischer Eruptionen vor ca. 6 bis 7 Mio Jahren und bestehen aus Bims, versteinerter Asche und Tuffstein. Bei Andy glüht der Finger des Auslösers - die Motive sind so vielfältig. Die Steigung nimmt allmählich zu und wir begeben uns in die Höhe. Noch eine Windung und wir durchsteigen nochmal eine Engstelle ehe wir die Wunderwelt der Tents und Hüte verlassen und zum Overlook aufsteigen. Als wir fast oben sind, mache ich in einem Wachholderstrauch eine tolle Entdeckung - da hat sich eine schöne Feder von einem Raubvogel verfangen.

Tent RocksDer Ausblick von hier oben ist toll, doch es soll noch besser kommen. Ein Stückchen höher gelegen gibt es einen weiteren Viewpoint, den wir noch ansteuern. Der Wind hat zugenommen und ist schon nicht mehr so angenehm, deshalb halten wir uns hier auch nur für ein paar weitere Fotos. Wir steigen wieder ab und an der Weggabelung Cave-Loop-Trail machen wir noch den Schlenker zur Cave. Dieser Trail ist nicht so spektakulär wie die Narrows, die Cave ist allerdings sehenswert. Hier haben wohl schon einige Zusammenkünfte, welcher Art auch immer, stattgefunden. Die Decke darin ist jedenfalls rußgeschwärzt und es gibt auch wie eine Art Rundbank, die aus dem weichen Gestein gehauen wurde.

LunchAls wir wieder am Auto ankommen ist gerade der richtige Zeitpunkt für Lunch und hier gibt es prima Picknicktische, sogar überdacht. Um 12.30 h geht es zurück zur Interstate, dieses Mal nehmen wir an der letzten Kreuzung zur Interstate die 16 Richtung Santa Fe, die etwas später direkt zur I 25 führt. Wir nehmen den Bypass um Santa Fe, die 599 und fahren dann auf die 285/84. In Pojoaque Pueblo geht in die Berge Richtung Los Alamos, dann teilt sich die Strecke nochmal und wir müssen die 4 nach White Rock und Bandelier NP. Für die Strecke benötigen wir gut 1 Stunde, irgendwann kurz vor dem Bandelier macht Andy einen Schlenker an den Straßenrand und bremst rasch ab - direkt auf der Fahrbahn räkelt sich eine große Schlange, die er nicht überfahren wollte. Snake XingWir steigen aus und sehen uns das Tier an, das nun über die Fahrbahn kriecht. Als auf der Gegenspur ein Auto ankommt winke ich mal vorsichtshalber und die Fahrerin bremst auch gleich ab. Hätte sie die Geschwindigkeit beibehalten, wäre das Tier nun platt. Die Horde Kinder, die sie im Auto hat, kreischt wegen der Schlange - meine Güte, wir stehen nicht weit davon entfernt und machen noch ein Foto, ehe sie schnell im Gebüsch verschwindet. Vermutlich war es eine Gopher Snake.

BandelierDie letzten Meilen sind schnell gefahren und wir bekommen sogar einen schattigen Parkplatz am Visitor Center. Dort beginnt auch schon der Film über den NP, den wir uns ansehen. Ich nehme noch ein Heftchen über die zu besichtigenden Pueblos mit und mit Rucksack geht es los. Hier gibt es zig Felsbehausungen, zu besichtigen sind davon allerdings nur drei. Fasziniert, von den Felswohnungen und den Resten der Häuser, die direkt davor standen und der Art und Weise, wie die Innenräume mit einer Art Putz und gemalten Ornamenten geschmückt waren, lassen wir uns beim Betrachten Zeit und klettern auch die ein oder andere Leiter hoch, die in oben liegende Räume führt. Diese Räume sind gerade mal ca. 1,60 hoch, so dass man sich darin nur gebückt aufhalten kann. Nur ein großer Raum, dessen Decke dick russgeschwärzt ist, ist so hoch, dass man problemlos darin stehen kann.
KivaWir nehmen noch den Weg durch einen wunderbar schattigen Wald direkt am Fluss entlang hinter zur Ceremonial Alcove Kiva. Dort geht es über 3 große Leitern und Treppen 150 Feet nach oben. Hier befindet sich ein großer Alcove mit einer rekonstruierten Kiva, in die man auch absteigen kann. Der Ausblick ist toll, leider sind im Moment mehrere Besucher vor Ort und somit ist Einiges geboten. Wir warten einige Minuten und haben dann den Platz ganz für uns allein und können uns in Ruhe umsehen. So viele Leute wie heute sind wir gar nicht mehr gewöhnt.
Es sind jetzt nicht Menschenmassen, doch haben wir in der Vergangenheit fast tageweise niemanden zu Gesicht bekommen. Wir wandern gemütlich den Nature Trail zum Parkplatz zurück, wo wir um 16.45 h ankommen und nun retour nach Santa Fe fahren.

Wir checken nochmal, wo in etwa das für heute gebuchte Days Inn liegt und finden dann auch gut hin. Einchecken, frisch machen und dann geht es íns Tomasita's. Das Restaurant wird im AAA Tourbook empfohlen und es scheint auch wirklich so begehrt zu sein, wie beschrieben. Als wir ankommen ist der große Parkplatz fast voll und wir finden gerade noch eine Lücke. Vor der Tür und im Wartesaal (das Gebäude war mal ein Bahnhof) sitzen und stehen jede Menge Leute und es heißt, wir müssen 1 Stunde auf einen Tisch warten. Wir akzeptieren, bekommen ein Gerät mit, das uns anzeigt, wann wir an der Reihe sind und marschieren noch ein wenig durch das Viertel. Leider haben die Geschäfte schon geschlossen bis auf einen Laden, der Artikel aus aller Welt anbietet. Da gibt es Lebkuchen aus Nürnberg und Schokolade von überall her, Delikatessen, Wein und Bier und jede Menge Kitchenware, Cocktailzubehör, Dekoartikel etc.. Wir stöbern ein wenig durch den Laden und die Zeit ist dann doch schnell vorbei.
Knapp eine Stunde später stehen wir wieder im Tomasitos und schon blinkt auch unser Gerät. Wir gönnen uns heute mal Tex Mex Essen mit einer super Margarita, die es in sich hat. Die Chips samt Salsa sind ganz schön cccccccchhhhhhhhaaaaarf ….. - das Essen kommt dann auch recht bald und das ist nicht weniger würzig. Gottlob sind die Refills der Cokes mit drin - davon benötigen wir doch reichlich. Gut gesättigt verlassen wir eine knappe Stunde später den Laden, der zu dieser Zeit immer noch brummt und machen uns auf den Weg zum Motel. Ein super Tag geht wieder mal zu Ende. Eins ist jedoch schade, es hatte einen super klasse Sonnenuntergang heute, den wir leider nur aus der Ferne gesehen haben. Das hätte den Tag noch vollends abgerundet.

Gefahrene Meilen: 188
Unterkunft im Days Inn in Santa Fe zum Preis von 67,23$
Gelaufen: Tent Rocks 7,1 km - Bandelier ca. 3 km

Weitere Bilder des Tages

Samstag 6. Oktober

Santa FeDer Tag beginnt mit Sonnenschein und einem heftigen und kühlen Wind. Nach dem Frühstück geht es nochmal in die Old Town von Santa Fe, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen. Wir parken im Zentrum für 1 $ die Stunde und es ist noch zu früh, als dass Geschäfte geöffnet haben und geschäftiges Treiben herrschen würde. So schlendern wir gemütlich zur Kirche, die Franz von Assisi geweiht und bereits um 1610 errichtet wurde. Heute erstrahlt die Kirche natürlich in einem ganz anderen Glanz und sie ist wirklich sehenswert. Weiter geht es durch die Straßen und wenn man ein wenig näher hinsieht, dann haben viele Häuser einen schönen Innenhof. Einer davon ist wunderbar bewachsen und auch von der Veranda des oberen Stockwerks eines Seitengebäudes ranken jede Menge farbenfroher Blumen. Die Geschäfte haben allerlei Kunstgewerbe und das auch zu gesalzenen Preisen. Santa FeEs ist nicht zu übersehen, dass hier eine Vielzahl an Künstlern leben, die ihre vielfältigen Ideen in Form und Farbe umsetzen. Wir machen noch einen Abstecher zur Plaza und dann auch schon bald wieder retour zum Auto. Wir suchen noch das älteste Gebäude und eine Kirche, die wir allerdings anhand des schmählichen Stadtplans unserer New Mexico Routenkarte nicht finden können. Santa Fe ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, für Anhänger des Adobe-Stils ein absolutes Muss. Es gibt hier noch einige Museen, wie z. B. das Indian Art Museum direkt gegenüber der Kirche oder das über Georgia O'Keefe, dafür reicht uns aber wieder mal die Zeit nicht aus.

AntonitoWir machen uns auf den Weg auf der 285 weiter nach Norden und gegen 12.00 h finden wir auch eine Picknickarea, doch der Wind bläst so stark und es ist unangenehm kühl, so dass wir im Auto essen. Nächster Stop ist in Antonito; hier verkehrt die Narrow Gauge Toltec & Combres Railroad zwischen Antonito und Chama. Der Bahnhof liegt ein wenig verwaist da, auf einem Abstellgleis steht eine Lock mit ein paar Wagen und der Gift Shop bietet nichts Besonderes. So ist unser Besuch hier auch nur kurz und weiter geht's nach Alamosa und dort wieder auf die 160 nach Osten und dann den Abzweig zum Great Sand Dunes NP.

Wir sehen schon von weitem, dass hier der heftige Wind den Sand kräftig aufwirbelt, wir fahren dennoch hin. Kurz vor dem Visitorcenter rumpelt es und Andy meint, er hätte eine Schlange überfahren. Da ich für einen kurzen Moment eingenickt bin, meine ich, er will mich auf den Arm nehmen, doch er beteuert, er habe das Tier zu spät gesehen. Ein Auto hinter uns weicht noch aus und dreht dann um. Auf dem Rückweg haben wir allerdings nichts auf der Straße entdecken können; entweder war es doch was anderes oder das Tier wurde bereits von einem Vogel oder was auch immer geholt. Wir nehmen die Gravelroad, die links von der Straße kurz vor dem Campground abzweigt bis Sand Pit hinter - sie ist teilweise recht rau und stellenweise tief sandig - und stellen dort unser Auto ab.

Medano CreekWir durchqueren den Medano Creek, ein relativ unspektakuläres Rinnsal, welches aber eine sehr große Bedeutung an der Entstehung der Sand Dünen hat. Der Sand der Dünen stammt aus den San Juan Mountains, ca. 65 Meilen westlich entfernt. Kies und raueres Gestein stammt von den nahe liegenden Sangre de Cristo Mountains. Wind und Wasser sind primär für die Zersetzung des Gesteins verantwortlich; Schneeschmelze und sich daraus entwickelnde Bäche bringen das erodierte Gestein von den Bergen ins Tal und Südwestwinde sind für den Transport der Sedimente verantwortlich, die entweder als Düne entstehen oder sich in Creeks ablagern, wieder ausgewaschen werden und der Kreislauf beginnt von neuem. Somit ändert sich auch stets die Höhe der Dünen, bestehende werden abgetragen und neue entstehen. Das Alter der Dünen wird von 12.000 bis zu mehr als einer Million Jahren geschätzt - die Forschung darüber ist immer noch im Gange. Nach diesem kurzen Entstehungsumriss, den man selbstverständlich bei einem ausgiebigen Besuch des Visitor Centers noch vertiefen kann geht's endlich in die Dünen. Wir wollen eigentlich nur mal einen kurzen Abstecher machen und dann später nochmal vom Visitor Center aus aufsteigen, doch es kommt wieder mal anders als gedacht.

DünenkrabblerWir wählen euphorisch gleich zu Anfang einen steilen Aufstieg und kämpfen uns nach oben. Zwei Schritte stapfen, einen hinunter rutschen - kein leichtes Unterfangen. Als wir die erste Düne bewältigt haben gehen wir so gut es geht dem Dünenkamm entlang, um nicht wieder tief absteigen zu müssen. So arbeiten wir uns immer höher und sind nach gut 1 Stunde so weit oben, dass wir einen tollen Rundumblick auf die Dünengipfel haben. Die höchste Düne, die Star Dune mit 229 m, können wir in weiter Entfernung ausmachen und die Differenz zu unserem jetzigen Standpunkt macht wohl nicht mehr viel aus. Der Wind hat hier oben eine gewaltige Kraft und wir haben Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Steht man direkt am Dünenkamm glaubt man, man könne fliegen. Bislang hatten wir den Wind im Rücken, nun kommt er so hoch oben aus allen Richtungen und an unseren Zähnen haftet bereits der feine graue Sandstaub. Great Sand DunesDas Bild, das sich uns bietet ist gigantisch - überall wehen Sandfahnen über die Dünenkämme. Wir sind nicht die einzigen hier; am uns gesteckten Ziel treffen wir auf zwei Jungs, die ebenso begeistert sind wie wir, natürlich verlangt das nach einem Smalltalk. Gegen 17.00 h machen wir uns auf den Rückweg; hier auf den Sonnenuntergang zu warten dauert uns zu lange bei diesen Bedingungen und es ist nicht mal sicher, dass es ein Sonnenuntergang wird, der sich lohnt.

Great Sand DunesUm kurz vor 18.00 h sind wir wieder am Auto und nehmen noch zwei Wanderer ein Stück mit. Die sind ziemlich k.o. - ein ergrauter Er mit Flip Flops und eine ebenso ergraute Sie fragen sehr nett, ob wir sie ein Stück bis zum Parkplatz ihres Autos mitnehmen können. Uns ist fast peinlich, wie durcheinander alles auf dem Rücksitz unseres Autos liegt und wir erst mal Platz schaffen müssen, um hier zwei Leute zu platzieren. Denen ist das wohl ziemlich egal, die hätten sich auch so reingezwängt und so ziehe ich noch ein paar Jacken unter deren Allerwertesten hervor, auf die sie sich niedergelassen hätten. Ein paar Minuten später bedanken sie sich tausendmal für die paar Meter. Wir warten noch den Sonnenuntergang ab, doch der wird nicht spektakulär wie erhofft und gegen 19.00 h sind wir im Motel.

Als wir die Zimmertüre öffnen, bietet sich uns ein seltener Anblick - in der einen Zimmerhälfte befindet sich eine knallrote Badewanne in Herzform mit Whirlpool. Davon machen wir heute gerne Gebrauch und lassen das Teil einlaufen und räkeln uns kurze Zeit später bei heftigen Blubberblasen in der warmen Wanne und unser Zimmer mutiert zwischenzeitlich zu einer Dampfsauna. Eine Stunde später geht es noch zum Essen und da hier viele Lokale bereits um 21.00 h dicht machen, gibt es heute wieder Fastfood. Wir haben noch Gutscheine von Sonic und da wird heute einer eingelöst. Buy any Burger, get one free. Hinterher gibt's noch ein Eis von Walmart und der Abend ist bald vorbei.

Gefahrene Meilen: 234
Unterkunft im Super 8 in Alamosa zum Preis von 65,76$
Gelaufen: ca. 4 km

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Sonntag 7. Oktober

Da unser Programm heute sehr überschaubar und hauptsächlich mit Fahren gefüllt ist, haben wir es am Morgen nicht eilig. Frühstück und es geht los, wir tanken noch voll in Monte Vista und es geht auf der 285 bis zur Junction, wo wir nach rechts Richtung Saguache abbiegen. Diese kleine Städtchen in den Bergen wurde in einer Reisedoku über USA erwähnt und da der Umweg nicht groß ist, wollen wir uns das doch selbst mal ansehen. Es geht schnurgerade durch Weideland und vermutlich riesige Kartoffeläcker - es kommen uns jedenfalls zwei Trucks voll beladen mit Kartoffeln entgegen. Auf einem Stromleitungsmasten entdeckt Andy während der Fahrt einen sehr großen Adler und ich möchte den auch aus der Nähe sehen. Wir machen einen Dreher und es geht ein kurzes Stück zurück. Das ist ein wirklich großes Exemplar und als wir anhalten und ich gerade zum Fotografieren ansetzen will, wird es dem Vogel unangenehm und er erhebt sich majestätisch in die Lüfte, um etwas weiter vorne erneut auf einem Masten Platz zu nehmen. Wir fahren auch noch dorthin, aber auch Andy hat keine Chance, das Tier aufs Bild zu bekommen. Sehr schade, der war wirklich was Besonderes.

SaguacheNochmal drehen und wir fahren weiter nach Norden und kommen nach ca. 30 Meilen in Saguache an. Der Ort wirkt zum Teil wie ausgestorben und das Schild "Business District" ist aus längst vergangen Tagen. Im District selbst, wird lediglich die alte Druckerei noch betrieben; Bank und sämtliche anderen Geschäfte sind längst geschlossen. Es gibt aber immerhin ein Museum, zwei Tankstellen, zwei Restaurants und ein kleines Motel. Vor einer Werkstatt, dessen Besitzer aus Baumstämmen allerlei Schnitzereien herstellt, stehen ein paar Leute und brennen in einer Tonne wohl Holzreste ab und wärmen sich daran. Das ist heute auch bitter nötig, denn trotz Sonnenschein hat es gerade knapp über 0 °C. Was sind wir froh, doch nicht wie ursprünglich geplant an den Great Sand Dunes gezeltet zu haben. Die Nacht wäre nicht nur kalt, sondern saukalt geworden und man hätte uns am Morgen wohl erst mal auftauen müssen.
Wir schießen ein paar Fotos und es geht weiter nach Norden, nun wechselt auch die Landschaft und es wird zunehmend bergiger.

Sangre de Christo MountainsRechts von uns sind die Sangre de Christo Mountains, den Höhenzug zu unserer linken kann ich laut unserer Straßenkarte nicht benennen. Irgendwann gibt es mal einen Abzweig nach Bonanza - ob es den Ort bereits vor der Serie gegeben hat? Wir sehen Pronghorn Antilopen in den Niederungen grasen und die Hunters sind auch nicht weit entfernt. Über den Poncha Pass geht es nach Poncha Springs, wo wir nun nach rechts abzweigen und entlang des Arkansas River fahren. Die Landschaft ist sehr schön und es gibt immer wieder Picknickareas entlang des Flusses. Da es aber noch zu früh für Lunch ist und zudem noch recht frisch, fahren wir durch bis nach Canon City.

Colorado BridgeDort geht es zur Colorado Bridge hoch, jedoch nicht in den Vergnügungspark. Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz ab und schießen ein Foto über den Zaun. Wollte man zur Brücke, müsste man pro Nase 23 Dollares berappen, inbegriffen der Zugang zum Fun Park, doch heute ist uns weder nach Fun noch nach einer 46 Dollar Wirtschaftsankurbelspende. Wir machen also wieder kehrt um kurz darauf einen Abzweig den Berg hoch zu nehmen, der zu einer Picknickarea (kostenlos) führt. Auf dem Weg dorthin vergnügt sich ein Deer gerade mit einem Pinionpine-Gewächs und läst sich auch durch unser Annähern nicht stören. Wir fahren langsam daran vorbei und es beißt immer noch genüsslich in die Triebe des Baumes. Wir stellen kurz darauf das Auto ab und ich taste mich den Hang hinunter, um einen geeigneten Fotostandpunkt für die Brücke zu finden. Andy bleibt erst mal oben und als ich ihm signalisiere, es würde sich für ein Bild lohnen, kommt er nach. Und siehe da, wir haben die Schlucht, samt Arkansas River und die Brücke ohne störendes Hindernis vor Augen. Jetzt fehlt nur noch der Zug, der von Canon City aus dorthin fährt, aber wie heißt es so schön "You cannot have your cake and eat it too" was übersetzt soviel bedeutet "Man kann nicht alles haben". Nach dieser Ab- und Aufsteigeinlage am Abhang ist es Zeit für den Mittagsimbiss und wir belagern den nächsten Tisch. Lange halten wir uns da aber nicht auf, es ist immer noch saukalt und mir frieren die Finger ein.

Es geht weiter nach Colorado Springs und gegen 13.30 h haben wir den absoluten Tiefpunkt und sind nur noch müde. Mittlerweile ist es völlig bewölkt, die Sonne hat sich verdrückt und es ist immer noch kalt. Wir nehmen eine Ausfahrt, die eigentlich zu einer Recreation Area für die Army gedacht ist und machen dort auch gleich wieder kehrt bis zu einem geeigneten Stellplatz neben der Interstate. Dort heißt es Sitze zurückklappen und 30 Minuten Augenpflege und das tut richtig gut.

Colorado 
SpringsDas letzte Stück bis Colorado Springs ist ein Katzensprung und als nun komplett schwarze Wolken über uns hängen, entscheiden wir uns für einen Abstecher in ein Einkaufszentrum. Zum ersten Mal in diesem Urlaub statten wir Starbucks einen Besuch ab und genehmigen uns einen Caramel Macchiato. Der ist wirklich lecker, aber auch nicht billig - für zwei Becher der kleinen Ausführung berappe ich 6,27 $. Nun gut, in Germany kosten je nach Location zwei Macchiato auch 5,00 Euronen. Nebenan ist ein Ross-Laden und da gibt es nun einen Koffer, den wir uns sowieso hier kaufen wollten. Ein kleines Teil, das man mit in den Flieger nehmen darf und der nur die Hälfte dessen kostet, was normal im Laden dafür verlangt wird. Ich nehme noch einen Daunenmantel für den Winter mit - der wird mir sicher gute Dienste auf dem täglichen Weg zur Arbeit und am Bahnhof tun, wenn es mal wieder etwas länger dauert.
Zwischenzeitlich sind die Wolken so gut wie verzogen, die Sonne ist wieder da und siehe da, auf den Berggipfeln der Umgebung ist es nun wie vorhergesagt weiß.

Garden of the godsWir machen uns auf die Suche nach unserem Motel und kommen dabei am Garden of the Gods vorbei, der sich nun in bester Abendsonne präsentiert. Wir machen noch einen Schlenker und es gibt noch ein paar Fotos, allerdings nerven die Menschenmassen, die sich hier um jedes Fotomotiv scharen. Wir beschließen, morgen früh nochmal hier herzukommen und uns dem Park in aller Ruhe widmen - hoffentlich mit etwas weniger Mitstreitern. Wir verlassen den Park und es geht nochmal auf die 25 Richtung Norden und das Motel ist auch schnell gefunden. Days Inn zum Preis von Null Komma Nix, weil Trip Rewards Punkte gesammelt und eingelöst - na, das ist doch was. Während Andy noch den Computer anwirft verschwinde ich im Bad und eine Stunde später machen wir uns auf zum Abendessen; heute ist mal das Outback Steakhouse dran. Wir genießen das Steakdinner und verlassen eine knappe Stunde später den Laden. Ich gehe noch eine letzte Maschine Wäsche waschen und dann ist für heute gut. Morgen gibt es nochmal volles Programm.

Gefahrene Meilen: 234
Unterkunft im Days Inn in Colorado Springs, kostenlose Free Reedem Night

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Montag 8. Oktober

Um 7.30 h klingelt Andys Handy Sturm und wir sind wach. Wir wollten heute eh etwas früher los, um uns den Garden of the Gods vorzuknöpfen. Also nix wie los und nach dem Frühstück in der Lobby starten wir. Nicht ohne aber noch einen Blick auf die im Rasen direkt beim Motel grasenden Häschen geworfen zu haben.
Es ist knackig frisch, doch die Sonne beginnt schon mit dem Aufwärmen. Wir haben stahlblauen wolkenlosen Himmel und es verspricht nochmal einer der letzten schönen Tage hier zu werden, Herz was willst Du mehr. Wir nehmen eine Abkürzung zum Garden und kommen auch gleich hin und trotz der noch frühen Stunde sind hier Jogger, Spaziergänger und "Gassigeher" unterwegs - dennoch aber kein Vergleich zu gestern.

Garden of the godsWir begeben uns zwischen die Felsen und irgendwann verlieren wir uns aus den Augen. Während ich einen native Trail beschreite und es hier noch vom Rauhreif überzogenes Blattwerk im Schatten zu fotografieren gibt, streift Andy außer Sichtweite wo anders umher. Ich beeile mich und begebe mich auf den Rückweg zum Parkplatz, sicher, dass Andy dort schon auf mich wartet und siehe da, er kommt mir kurze Zeit später entgegen. Wir setzen unseren Streifzug gemeinsam fort und nehmen den Nature Trail durchs Gestrüpp wieder nach unten. Es geht weiter die Mainroute entlang; die verbleibenden Attraktionen erreichen nicht mehr den Standard wie soeben. Wir verlassen somit den Park, halten nochmal kurz stadteinwärts an der 24 zur Ausfahrt vom Red Rock Park, doch auch das ist kein lohnendes Fotomotiv mehr.

Calhan Paint MineWir fahren nach Westen zu unserem nächsten Ziel - den Calhan Paint Mines. Die Landschaft wechselt nun in weites Grasland und man glaubt, diese ziehe sich schier endlos dahin. Hier und da kleine Siedlungen und Weideland - schon ein wenig öde, dennoch hat auch das etwas für sich. Nach etwas mehr als 30 Meilen erreichen wir Calhan und fahren erst mal an der Zufahrt vorbei. Also kurz anhalten, Laptop raus und nochmal nachlesen. Wir sind gottlob nicht zu weit gefahren, somit geht es bei der nächsten Kreuzung nach Süden weg und siehe da, die Paint Mines sind bereits angeschrieben. Noch ein paar wenige Meilen und wir sind da.
Calhan Paint MineWir entscheiden uns für den zweiten Parkplatz und ziehen los, in eine Welt der farbigen Hoodoos und sonstigen Fantasiegebilde. Es ist unglaublich, dass sich diese Farbenvielfalt unter dem eintönigen Grasland verbirgt. Wir streifen in aller Ruhe umher und nehmen uns die südwestliche Ecke des Parks vor. Dort zweigen vom Hauptweg immer wieder kleine Trampelpfade ab. Von hellweiß über gelb bis in alle möglichen rosetöne gibt es hier herrliche Farbspiele. Nach gut einer Stunde Erkundungstour geht es zurück zum Auto - unsere Mägen verlangen nach einer Füllung. Leider gibt es keine Picknickarea hier, so findet unser Lunch auf der Motorhaube in der Sonne statt. Zum letzten Mal in diesem Urlaub gibt es Sandwich selfmade und wir bedauern das schon jetzt.

LunchNoch ganz beeindruckt von dem soeben Gesehenen machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Colorado Springs, denn dort haben wir auf dem Weg hierher einen Salvation Army-Laden gesehen. Wir finden gut hin, packen unsere zwei Schlafsäcke und die leichte Kühlbox und marschieren damit in den Laden. Wir finden auch gleich einen Mitarbeiter und auf unsere Frage, ob er die beiden Schlafsäcke und die Kühltasche geschenkt haben will, leuchten seine Augen und er nimmt uns das gleich ab. Er wünscht uns einen besonders schönen Tag und wir haben das Gefühl, er freut sich über diese Dinge. Wir sind auch froh, diese Teile an den Mann gebracht zu haben - wir hatten eh nicht vor, diese zu behalten und vielleicht können Sie ja noch jemandem von Nutzen sein.

Weiter geht es nach Norden mit Ziel Castle Rock - hier fröhnen wir nochmal ausgiebig dem Shoppen im Outlet und es ist schon dunkel, als wir zum Auto zurückkehren. Total erledigt gibt es noch ein schnelles Abendessen der mexikanischen Küche bei Chipotle. Das Essen schmeckt gut und der Brüller ist, dass man meinen Ausweis sehen will, als ich zum Essen ein Coors light bestelle. Wir nehmen Kurs auf das Super 8 Motel. Beim Einchecken gibt es ein kleines Problem, die Reservierung ist nicht da. Andy holt das Labtop und wir bekommen ein ein Double Queen zum preis des online bestellten King Size Bedroom. Ich versuche schon mal, unser Gepäck ein wenig zu sortieren, was mich allerdings noch schneller müde macht, als ich heute eh schon bin. Kurze Zeit später verschwinde ich auch im Bett, Andy schnorchelt schon.

Gefahrene Meilen: 144
Unterkunft im Super 8 in Castle Rock zum Preis von 54,75$

Dienstag 9. Oktober

Die Nacht war nicht erholsam; es war viel zu warm im Zimmer, obwohl wir das Fenster geöffnet hatten. Ich träume wirres Zeug und ziemlich früh morgens hupt der erste Zug und es fühlt sich an, als fährt er geradewegs durchs Zimmer. Nebenan ist in der Autowerkstatt bereits reger Betrieb und von der Straße kommt auch jede Menge Lärm. Es ist nach 7.00 h als ich aufstehe und noch den Bericht vom gestrigen Tag fertig tippe. Derweil wird auch Andy wach und er holt uns Frühstück aus der Lobby. Ich bin heute recht wählerisch und möchte selbst sehen, was es gibt und marschiere nochmal los.

Etwas früher als sonst sitzen wir im Auto und begeben uns nach Westen zum Roxborough Park. Da wir keine Straßennummer entdecken können und unsere AAA-Karte keine Info dazu hergibt, befragen wir sicherheitshalber ein paar Straßenarbeiter und einer ist so nett und malt mir den Weg extra noch auf einen Zettel. Jetzt kann nichts mehr schief gehen und es geht weiter. Oh my deer!Der Roxborough State Park ist von den Felsformationen ähnlich wie der Garden of the Gods, allerdings kommen hier bei weitem nicht so viele Leute her und es kostet pro Tag 6,00 $ Eintritt. Wir fahren bis zum Parkplatz beim Visitor Center und nehmen unsere halbvolle Gaskartusche mit. Die Rangerin nimmt die Kartusche gerne entgegen und freut sich darüber und wir sind froh, wieder ein Teil an die Frau gebracht zu haben, die noch Verwendung dafür findet.

Roxborough ParkWir sehen uns ganz kurz um und gehen den Fountain Valley Loop Trail. Es geht gemütlich auf dem breiten Weg durch die Felsformationen und am Weg grasen immer wieder Deers, ohne sich von uns stören zu lassen. Hier wird mit jeder Menge Schildern vor Rattlesnakes gewarnt, doch wir bekommen auf unserem Trail keine zu sehen. Während des Laufens kommt uns die Idee, dass wir noch einen Rest Grillkohle haben, den wir heute noch "verbraten" könnten. Als wir wieder am Visitorcenter ankommen gehen wir nochmal rein und erkundigen uns nach einer Picknickarea. Hier im Park gibt es leider keine, doch im Chatfield Park nicht weit von hier entfernt, soll es Plätze geben. Wir prüfen unser Parkticket und entdecken, dass unser Eintritt nicht nur für den hiesigen Park gilt, sondern generell für State Parks in Colorado. Also geht es weiter Richtung Chatfield Park und auf dem Weg hierher sind wir an einem Safeway vorbeigefahren, wo wir jetzt noch was zum Grillen mitnehmen.

Der Chatfield Park liegt an einem Stausee und der Grillplatz sieht fast so aus wie bei uns in der Gegend. Es ist angenehm warm, der Wind kaum spürbar und während ich das notwendige Equipment aus dem Auto zusammensuche, hat Andy bereits die Grillkohle entfacht und der Geruch reicht bis zum Parkplatz. Wir haben noch Eissalat und Tomaten und ein wenig Brot und dazu gibt es heute Filet Mignon - wenn schon denn schon, das wollten wir schon lange probieren. Ich mixe noch eine Salatsauce und dann brutzelt auch schon das Fleisch. Um 11.30 h sind wir hier eingetroffen und eine knappe Stunde später sind wir bereits beim Essen - klasse! Im Park gibt es jede Menge Erdhörnchen, hauptsächlich beim Parkeingang und die sind so putzig, wie sie sich aufrichten und neugierig umhersehen. Vom Auto aus können wir ein paar Tierchen fotografieren; öffnet man allerdings die Türe, so alarmiert das "Wachhörnchen" die anderen und schwupps ist der ganze Clan in der sicheren Höhle verschwunden.

Gut gesättigt geht es dann stadteinwärts nach Denver; von weitem schon ist die braune Smogwolke über der Stadt zu sehen. Wir machen uns auf die Suche nach einem bestimmten Laden und lassen uns vom GPS und De Lorme leiten, doch irgendwann werden wir in ein Wohngebiet geleitet und von dem Laden ist weit und breit nichts zu sehen. Wir korrigieren nochmal die Adresse und beim dritten Versuch klappt es dann auch - wir werden in ein riesiges Einkaufszentrum geleitet und da hat sich der gesuchte Laden im Nordstrom versteckt.

Hier gibt es natürlich jede Menge Geschäfte, alles sehr nobel und edel. Wenn man an den Bodyshops vorbeikommt bekommt man jedes Mal eine Riesenduftwolke mit - der Geruch ist so streng, dass er bemi mir Kopfschmerzen auslöst und ich mir nicht vorstellen kann, dort arbeiten zu können. Der Laden ist dann auch nach etwas Suchen gefunden und dort gibt es schöne Klamotten - allerdings nicht ganz billig. Während ich nichts finde, die einzige Bluse, die preislich o.k. gewesen wäre, ist leider etwas eng, Andy dagegen hat Mühe, sich zwischen einigen T-Shirts zu entscheiden. Es werden dann doch drei und wir ziehen weiter. Beim nächsten Laden - er hat fast die ähnliche Art von Kleidung - werde ich wieder nicht fündig. Das was mir gefallen würde, finde ich dann auch hier zu teuer und im Sale ist nichts Besonderes. Andy geht auch hier nicht ohne raus. Gegen 15.30 h reißen wir uns dann aber endlich los, halten noch einen Smalltalk mit einem jungen Israeli, der Windspiele verkauft.

Wir fahren zum Motel nach Aurora und laden das Auto komplett aus und jetzt ist Packen angesagt. Mir graut jedes Mal davor, so auch heute und ich bin ziemlich platt, als dann endlich alles in Koffer und Taschen verstaut ist. Wir kommen nicht drum herum, nochmal eine Tasche zu kaufen - dieses Jahr haben wir durch unsere Zeltnächte mehr Ausrüstung. Bis zum Schluss sind wir uns nicht einig, ob wir das bei Walmart erstandene Zelt mitnehmen sollen oder nicht. Da wir kilomäßig aber immer noch im erlaubten Bereich liegen, kommt das Ding dann doch mit. Es ist zwar groß und auch gut zu handeln, doch eben nur was für äußerst warme Tempraturen. Um 7.00 h geht es zum Abendessen nochmal zum
Golden Corral und das Buffet ist wieder gut. Bei Walmart besorgen wir anschließend die letzten Dinge auf unserer Liste.

Gefahrene Meilen: 76
Unterkunft im La Quinta in Aurora zum Preis von 55,16$

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Mittwoch 10. Oktober

Unser letzter (halber) Tag in Denver hat begonnen. Wir gehen zum Früstück in die Lobby und es gibt keinen Kaffee, da beim Versuch einen zu brühen, alles auf dem Boden gelandet ist und dort nun Berge von Handtüchern liegen, um die Überschwemmung einzudämmen. Ein älterer Herr versucht sich mit der Mikrowelle einen Kakao zu machen, doch auch das endet in einem Desaster. Als er die Tür öffnet, schwimmt die Mikrowelle mit übergekochter Milch, doch für die Reinigung derselben, erklärt er sich nicht zuständig. Mein Wunsch nach einem Tee hat sich somit erledigt. Auch egal, es gibt O-Saft und wir halten uns daher auch nicht lange. Die Koffer ins Auto gehievt und los geht's nach Downtown.

DenverDa unser Flieger erst um 17.25 h geht, haben wir noch ein wenig Zeit, uns hier umzusehen. Wir finden ganz gut ins Zentrum und auch gleich eine Parklücke am Museum of Modern Art. In der Parkuhr ist auch noch ein Guthaben von 1 $, welches wir nochmal aufstocken und nun insgesamt 2 h Zeit zur Erkundung haben. Rathaus und Capitol stehen sich gegenüber und sind durch einen großen Park getrennt; riesige Bauten, die wir so in den letzten 3 Wochen nicht zu Gesicht bekommen haben. Wir sehen uns noch die gothische Cathedral of the immaculate Conception hinter dem Capitol an; hier hat im August 1993 Papst Johannes Paul II. zum Weltjugendtag eine Messe gehalten. Eine Passantin hat uns beobachtet, wie wir den Zugang gesucht haben und weist uns die richtige Tür. Das Kircheninnere ist trotz der insgesamt 75 Buntglasfenster (wurden von F.X. Zettler im Jahr 1912 hergestellt und kosteten damals gesamt 34.000,00 $ - heute wird ein Fenster auf einen Wert von 500.000 $ geschätzt) sehr hell; ein Ort an dem man von der Außenwelt abgeschirmt Ruhe findet.

DenverNach einem kurzen Stopp geht es weiter in den Businessdistrict, wo sich ein Hochhaus neben das andere reiht und hauptsächlich Banken darin untergebracht sind. Bei Starbucks holen wir uns Tee und Kaffee - es ist in fast jedem Bürogebäude eine Filiale zu finden, wenn auch nicht gleich auf den ersten Blick - jeder Block hat mindestens zwei oder drei der begehrten Kaffeelounges und wir reihen uns nun wie die übrigen Geschäftsleute ganz wichtig mit dem Becher in der Hand in das geschäftige Treiben ein. Was auffällt sind die vielen Büroangestellten, die vor den Gebäuden ihre Zigarette dampfen und es gar nicht eilig haben. Hier spielt sich das tägliche Geschäft nicht nur in den Büroräumen, sondern auch mitten auf der Straße ab, denn meist hängt ein Ohr unentwegt am Handy.

DenverLeider erwischen wir keine Straße, die auch ein paar Geschäfte von Interesse hat, dafür liegt aber in weiter Entfernung die Central Station. Es sieht zwar nicht weit bis dahin aus, aber der Weg dorthin lässt sich doch laufen. In der Wartehalle ist kaum was los; die Ruhe hier ist vergleichbar mit der in der Basilika - es fährt wohl kaum jemand mit den Stahlrössern, obwohl wir uns hier sicher an einem zentralen Knotenpunkt befinden. Zug läuft gerade keiner ein, die Gleise sind leer und wir marschieren wieder zurück. Auf dem Rückweg entdecken wir die Market Street und einen kostenlosen Busshuttle, der vom Bahnhof bis zum Civic Center fährt. Da hüpfen wir nach einer Weile des Gehens dann auch rein und fahren ein paar Stationen. Direkt vor einem Laden hält der Bus und wir machen kurz einen Stopp, um für einen unserer Neffen noch eine Baseballcap mitzubringen, eine haben wir schon und benötigen - um Zoff zu vermeiden - dringend das gleiche Exemplar. Der Einkauf ist schnell getätigt und es geht zurück zur tickenden Parkuhr.

Als wir wieder im Auto sitzen, entdecken wir dann auch die Seitenstraße zur Old Town - die Larimer Street. Hier stehen noch einige sehr gut erhaltene alte Bauten, in denen sich heute Restaurants, Cafés und ein paar Läden mit außergewöhnlichen Accessoires befinden. Nachdem wir - weil Einbahnstraße - nochmal um den Block müssen findet sich noch eine Parklücke und wir steigen hier nochmal für ein paar Fotos aus. Es ist bereits 11.30 h als wir die Stadt in Richtung Osten und Flughafen verlassen. Wir brauchen noch eine Tankstelle für einen Rand Mac Nelly Atlas, den Erhard gerne hätte, doch die Tanken, die wir anfahren, führen so etwas nicht. Also bleibt wohl nur Walmart und hier einen finden ist gar nicht so einfach. Dafür entdecken wir noch einen Panda Express und essen dort noch ein letztes Mal Orange Flavoured Chicken. Ein Ehepaar kann uns Auskunft geben, wo wir noch einen Walmart finden und der liegt auch nicht weit von hier. Den Roadatlas finden wir auch und es geht zum Flughafen.

AbflugDass wir vor 4 Wochen bereits hier waren, können wir nicht fassen - für uns war das erst vor ein paar Tagen aber so richtig können wir uns nicht mehr an alles erinnern. Wir steuern National an und dort ist mächtig was geboten. Wir reihen uns in die Schlange ein und die Rückgabe unseres treuen Gefährts ist problemlos. Gepäck ausladen und das ist mit 5 Gepäckstücken gar nicht so einfach und rein in den Shuttlebus - Andy steht das Wasser auf der Stirn vom Hieven der Gepäckstücke.

Flughafen DenverAm Terminal dann mit 5 Koffern die Rolltreppe hoch und mir kullern erst mal die restlichen Getränke davon. Wir checken ein, es ist keiner außer uns da und wir dürfen dieses Mal die Business Line nutzen. Wir konnten mit unseren letztjährigen Meilen ein Upgrade nehmen und nun gibt es wohl noch einige Unstimmigkeiten beim Einchecken. Andy lässt den Herrn hinterm Schalter machen und beantwortet nur die gestellten Fragen, damit er in aller Ruhe das findet, was er sucht. Ein paar Minuten später haben wir die Tickets und wir begeben uns in die große Wartehalle, um die letzten Getränke zu leeren. Dann durch den Security Check und eine Frau, die unsere Pässe kontrolliert fragt uns, wie es uns gefallen hat und …. Come again next year …. das klingt schon fast wie eine Einladung.

Mal ganz vorne sitzenJetzt haben wir noch eine Menge Zeit und machen uns auf die Suche nach der Lounge, die wir erst mal nicht finden. Es ist zwar alles gut ausgeschildert, doch uns ist nicht bekannt, dass sich die Business Lounge mehrere Fluggesellschaften teilen, weshalb wir noch eine Frau bemühen, die uns persönlich zum Eingang bringt. Dort vergeht die Zeit auch ziemlich schnell, Andy nutzt noch das WLAN und ich lese Zeitung, bis der Auruf zum Einchecken ertönt. Ein paar Minuten später sitzen wir auf unseren Plätzen in der Business Class und erfreuen uns an dem Komfort, der uns hier erwartet. Bei klasse Service, gutem Essen und mehr als interessanter Filmauswahl lässt sich ein 10,5 Stunden-Flug gut aushalten. Mir gelingt es sogar, ein paar Stunden zu schlafen, obwohl es gegen Mitternacht heftige Scwankungen gibt, als wir durch ein Gewitter fliegen.

Am frühen Morgen des 11. Oktober erreichen wir wohlbehalten den Frankfurter Flughafen und dort trifft uns wegen der Unfreundlichkeit, dem Chaos beim Einchecken und dem Gedränge fast der Schlag - willkommen zu Hause. Auf den Anschlussflug nach München müssen wir nicht allzu lange warten, da die Einreise wegen der super genauen Inspektion von Andys Laptop ewig dauert und zwischendurch auch noch ein neuer Bildschirm für den Scanner aufgebaut wird - ein Chaos, das fast unglaublich ist. Gegen Mittag sind wir in München, wo wir von Erhard bereits erwartet werden und der Transfer nach Hause verläuft problemlos und wir können bereits unsere Eindrücke und Erlebnisse an den Mann bringen.

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Andys Fazit:
Colorado hat mir sehr gut gefallen, das war wirklich mal Abwechslung zu den roten Steinen, wobei ich da immer noch nicht genug davon habe, deshalb auch der Abstecher nach Utah. Die Bergwelt in Colorado ist schon klasse, es ist dort leider nicht so schön warm in dieser Jahreszeit. Der Spass am Offroadfahren hat mich jetzt vollends erwischt, auch anspruchsvollere Strecken machen kein Problem mehr. Besonders gefallen haben mir die abgelegenen Ghost Towns in den Bergen, wo man alleine herumstöbern kann. Der weite Abstecher in den Süden nach White Sands hat sich auch voll gelohnt, ein wirklichs Top Ziel. Unser Auto, ein Toyota 4Runner hat sich bestens im Gelände bewährt und ist jetzt mein bevorzugtes SUV Modell.

 

Gesamt gefahrene: 5046 mi / 8073 km
Getankt: 233,25 gal / 883 l
Kosten: 612,16 $
Verbrauch: 21,74 mpg / 11,02 l/100km
Übernachtungen gesamt 29 für 1597,02 $ macht im Schnitt 55,07 $ (wobei 2 kostenlose Übernachtungen (Triprewards) und 4 Übernachtungen im Zelt dabei sind)


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